Sven Heinzig

Die Liebe schreit mich an, als wolle sie die.....

Die Liebe schreit mich an, als wolle sie die Vernunft übertönen.
 
In langen Tränenbahnen läuft sie über mein Gesicht und umfängt mich. Nichts ist mehr im Herzen nur noch Furcht und Unbehagen. Wild strampele ich gegen die Ohnmacht an, das Gesagte zurück zu nehmen. Liebe, ist auch loslassen zu können. Gerade wenn man liebt, doch alles Aussichtslos erscheint.
Wenn ich dasselbe Vogelzwitschern, wie Du höre und dieselbe Sonne genieße, doch aus einem anderem Blickwinkel. Nicht in Deine Augen sehe, sondern in die Eigenen, die Traurigkeit vermitteln. Endlos durchlaufen vergangene Momente mein Gehirn und die Bilder flimmern leicht. Wie als wäre der Apparat kaputt und stottere in den letzten Zügen.
Ich halte Dich im Arm schaue Dir in Deine wundervollen Augen, tief, noch tiefer bis ich darin versinke. Sehe die Sommersprossen, die keck dein Gesicht bewohnen. Die mich fröhlich anlächeln, aber gar nicht bemerken, wie wundervoll es ist Dir nah zu sein. Ich sehe Deine Lippen, wie sie sich sanft auf meine Schließen.
Schließ ich meine Augen ist es mir, als würde ich noch immer Deine Hand halten und dein Gesicht an meiner Schulter spüren. Ganz klar sehe ich Deinen fragenden Blick vor mir, nach Liebe bejahend blick ich zurück….ins Nichts.
Wieder nur lausche ich Deiner Stimme, dem Gelebten des Tages verneige mich vor der kurzen Zeit Dir nah zu sein. Lieblich klingt sie und doch höre ich im tiefsten Untergrund ein Scheppern. Unhaltvoll hält sich die Sehnsucht, das Unnahbare, dort auf und versucht uns in Flutartiger Manier zu überschwappen.
Hör Dich sagen: „Ich liebe Dich.“ Wie 1000 Mal gesagt kommt es, auch über meine Lippen. In monotoner Gleichhaltigkeit prallt es auf den Hörer des Telefons, der nicht einen Bruchteil der Gefühle zu übertragen in der Lage ist. Er kann einem fast Leid tun, wie zwei Liebende ihn erpressen sich all das anzuhören. Was sie lieber in Zweisamkeit, in beider Augenblick gesagt hätten. Nur das Telefon ist geblieben, als einziger Zufluchtsort für die Nähe, die wohl keine Wirkliche ist.
Ich sehe in Deine Augen und spiele dabei mit meinen Fingern sanft in Deinen Tränen und fühle mich bezaubert. Du wühlst in meinen Haaren und strahlst als hättest Du, des Lebens Sinn darin gefunden.
Ich atme noch. Unbewusst und unregelmäßig. Ohne Dich, aber mit der Angst zu leben. Ohne Dich. Immer wieder klingt, das Ohne Dich in meinen Gedanken und wirft die Nähe über Bord. Macht mich, nein uns, zum Prellball für Vergangenes.
Wir haben in beider Übereinkunft beendet, was gleichsam wie ein alter Mensch dahinsiechte. Wie ein Feuer, das loderte, dass aber mit halbtrocknem Blätterwerk nur noch zischt.
Ich liebe Dich, dass weiß ich. Doch nicht wie es ist, sondern wie es war. Die Momente mit Dir waren so belebend, kraftvoll und voller Elan. Diese jetzt sind dunkelgrau, unwirklich und bedrängen mich. Mein Leben dreht sich weiter mit der Erde und immer ein kleines Bisschen von Dir weg.
Ich möchte nicht mehr, dass Du leidest, dass Du an etwas fest hältst, das Dich bedrückt. Möchte Deine Strahlen nicht vernebeln, durch mich. Es der Welt somit vorenthalten, die doch gar nicht begreift, wie wundervoll es ist.
Deine roten Pausbäckchen, die mich verzückten und Dich eher bedrückten. Meine Schlankheit, die in Deinen Augen eher dürr war. Der Kuss auf die Nasenspitze, der sich einem leidenschaftlichen Kuss anschloss. Der endlose Weg, um den See. Deine Hand in meiner, Deine Augen auf Meinen. Zaghafte Massage und von Werbung untertitelte Zweisamkeit. Alles vorbei. Erinnerung. Erfahrung ohne Zukunft.
Ich bin kein vernünftiger Mensch. Ich will nicht, dass Andere Recht haben. Das ich mir von einem labomba anhören muss, dass er auf die Fragen, die wir uns tausendfach stellten. Die unser beider Herzen fast brachen, die Antworten weiß. Das verletzt mich, der liebt nicht.
Doch ich möchte nicht, dass Du Dich kaputt machst. Das Du, um etwas kämpfst, das Deine Kräfte übersteigt.
Die Liebe gegen Vernunft, Selbstzweifel, Verborgenheit und Zukunftsangst. Eine Übermacht, die stärker scheint als alles Liebesvolle.
Ich will nicht loslassen, dass macht mich rasend. Warum darf ich nicht lieben, ohne dass es mir das Herz zerreißt? Warum tut die Vernunft so weh ganz anders als die Liebe?
Wie gehst Du damit um? Bin ich schon wieder der Anlass für viele Tränen und bange Momente der Einsamkeit.
Du wirst darüber hinwegkommen. Die Zeit heilt die Wunden und trägt die Liebe hinab. Bis sie wieder kommt und einem anderen Menschen bezaubernd erscheint. So ist halt, die Liebe, manchmal hält sie ein Leben lang und dann nur wenige wundervolle Momente. Du wirst wieder lieben. Es wird ein anderer bezaubert werden von Deinen strahlenden Augen. Jemand anders Deine Sommersprossen zählen. Jemand anders Deine Hand halten. Du wirst jemand anders lieben. Dann wird alles was jetzt ist nur noch Erinnerung sein. Wird Schmerz und Trennung neben weg gehängter Liebe liegen.

Ich würde so gern neben Dir aufwachen, so gern mit Dir lachen.
Würde mit Dir den Sonnenuntergang erleben, unseren Kindern die Zukunft ebnen.
Deine strahlenden Augen leuchten lassen, die Alltagssorgen mit Mut verblassen.
Deine Sommersprossen zählen, Dich mit meiner Singstimme quälen.
Dich zum Essen ermahnen, Deine Probleme durch Sensibilität erahnen.
Den Morgen Tau bemerken und im Gleichklang Dich lieben, die ersten Streits versieben.
Die Welt ergründen, die Nächte mit Dir in Sünden.
Deinen Körper erkunden, Deine Augen voller Vertrauen verbunden.
Dein Herz schlagen hören, die Vorurteile Deiner Familie zerstören.
Den Frühling, Herbst, Sommer und Winter, den Januar, Februar und so weiter, neben Dir leben und heiter. Doch.

Angst ist in mir Dich zu verlieren. Kraftvoll umschließt sie mein Herz und reißt es mit allen Liebesbahnen heraus. Schüttelt mich und blickt durch meine schlaflosen Augen. Weinend, weinend und Tränen versiegend sitze ich da. Habe Dich schon verloren, zwischen Hier und Deiner Familie. Zwischen tiefer Liebe, Vorurteilen und Entfernung. Die in unseren Köpfen weiterführt, was Andere bezwecken. Andere, die nicht lieben, was in unseren Augen lieb haft erscheint.
Keine Chance. Kein Sauerstoff. Kein Entringen. Für uns und die Liebe. Schluchzend nur hört sich das Klagelied der Herzen an, die man durchbrochen. Die Vernunft.
Erschreckend wird mir bewusst, dass bald nichts mehr sein wird, was jetzt noch in zauberhafter Erinnerung verweilt.
Werde ich mich neu verlieben, warum nur? Um weitere Erfahrungen zu sammeln auf dem Weg zu etwas was Leben und Tod überdauert. Will ich das? Ich will Dich, dass ist mir heute bewusster als gestern. Ich will mit Dir, die Momente 1000fach begründen, deren Erinnerung mich so glücklich machen.
Du findest meine Haare toll hast Du mir gesagt, dass ich sie ja nicht abschneiden soll. Vielleicht sollte ich es jetzt tun, als Schlussstrich den ich nicht ziehen will. Sie sind ohne Bedeutung. Wie die Sonne, die immer wärmer erstrahlt. Die Singstimme der Vögel. Mein blutleeres Herz, das nur für Dich schlägt. Hörst Du es, wie es im Gleichklang mit Deinen Tränen pocht?
15 Monate Kampf für Liebe, die vielleicht dann schon erloschen. Bemerken wir, dann nichts mehr ist. Das dieses Strahlen für mich aus Deinen Augen entschwunden. Dann lieber ein schnelles Ende mit Schrecken, als Kampf um jeden Preis. Hörst Du die Zweifel, die Angst Dich zu verlieren?
Ich liebe Dich so sehr, dass es mir beim Abschied, die Tränen in die Augen treibt. Kannst Du Dich noch an Ansbach erinnern, als wir uns für eine gefühlte halbe Ewigkeit umarmten? Der erste Kuss nicht über unsere Lippen kam, wie ich wegfuhr mit der Gewissheit einen wundervollen Menschen kennen gelernt zu haben.
Jetzt sitze ich hier und bestätige die Vernunft. Ich bin nicht vernünftig.
 
Immer noch schreit die Liebe, um Gehör….

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Sven Heinzig).
Der Beitrag wurde von Sven Heinzig auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.05.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Time to chill... Poesie und Fotografie zum Schmunzeln und Entspannen von Heike Henning



Das Büchlein für die kleine Pause.
Ein buntes Menü meiner Gedichte und Sprüche, garniert mit dazu passenden Fotografien und Bildern, zum Teil aus eigener, digitaler Herstellung.
Zum Zurücklehnen, Träumen, Entspannen und Schmunzeln :-)
Viel Spaß dabei wünscht die Autorin!

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Liebesgeschichten" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Sven Heinzig

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Ich vs Gesellschaft von Sven Heinzig (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)
.....sich neu entdecken... von Ina Klutzkewitz (Liebesgeschichten)
Frauenzeitschriften und ihre Titel von Norbert Wittke (Glossen)