Sofia Allende

Liebe dort wo Hoffnung stirbt III - Weil ich dich liebe!

 
Lena blinzelte in die Dunkelheit, sie spürte eine Hand auf ihrer Schulter, die sie sanft streichelte, und drehte sich um.
“Na auch schon aufgewacht?” fragte Marc’s Stimme sie leise.
Lena knurrte nur etwas unverständliches und reckte sich.
Marc beobachtete sie gründlich, mit einem entzückten Lächeln.
“Was ist denn?” knurrte sie.
“Bist du ein Morgenmuffel?”
“Merkt man das nicht?”
“Soll ich dich wach machen oder willst du noch weiter schlafen?”
“Wach machen!”
Marc beugte sich, immer noch lächelnd, über sie und küsste ihr ganzes Gesicht ab.
“Wie spät ist es eigentlich?” fragte Lena nach einiger Zeit.
Marc setzte sich auf um die Anzeige der Digitaluhr lesen zu können und schrak zusammen.
“Oh verdammt! In einer halben Stunde muss ich schon weg sein!” Er sprang aus dem Bett und zog sich hastig seine Boxershorts über.
Lena sah ihm dabei amüsiert zu.
“Gut das du mich hast, nicht wahr?”
“Ich wüsste nicht was ich ohne dich machen würde!” Er gab ihr einen leichten Kuss auf die Stirn. “Und das meine ich ehrlich!” rief er noch, als er das Zimmer verließ.
Lena musste grinsen und zog sich die Decke erneut über den Kopf. Diese wurde ihr aber schon nach ca. 5 Minuten wieder entrissen, nämlich als Marc mit einem voll besetzten Tablett sie zum Frühstücken aufforderte.
“Warum denkst du wohl beeilt ich mich so? Bestimmt nicht weil ich so lange im Bad brauche wie du!” meinte er entsetzt als er die wieder eingeschlafene Lena sah.
“Och, wie süß. Wenn man die Bemerkung mit dem Bad mal übersieht!”
“DU findest mich süß?” fragte er mit unglaubwürdiger Stimme.
“Das hab ich doch gar nicht gesagt!” entgegnete sie lachend.
“Na dann!” meinte er, darauf mit gespielter Traurigkeit.
Er setzte sich neben Lena, die sogleich aber auf seinem Schoß Platz nahm. Er küsste sie sanft in den Nacken und meinte dann:
“Das frühe aufstehen hat sich gelohnt!”
“Du hast doch noch gar nichts gegessen.”
“Oh wenn du wüsstest!” Marc umschlug sie fest mit seinen Armen und drückte sie leicht an sich.
“Wann kommst du heut eigentlich wieder zurück?”
“Wenn du nichts dagegen hast komm ich so zum Mittagessen, aber dann muss ich wahrscheinlich noch mal wieder los.”
“Und was mache ich die ganze Zeit über?”
“Du wirst schon was finden. Denk doch an mich!”
“Oh ja klar, ich hab ja auch nichts besseres zu tun! ... hab ich eigentlich auch nicht.”
“Du bist total genial!”
“Ich weiß!”
“Nein, ich meine das im Ernst! Du stellst mein ganzes Leben auf den Kopf und machst es zu etwas einem Besseren!”
“Oh das war jetzt wirklich süß!” Sie kuschelte sich an ihn.
Nach einem Brötchen, einigen Küssen und einem weiteren Blick auf die Uhr, küsste er Lena noch einmal in den Nacken und stopfte sich dann das letzte Stück Brötchen rein. Nachdem er sich angezogen hatte und für nur sage und schreibe zwei Minuten im Bad verschwunden war, kam er wieder völlig in schwarz gekleidet ins Schlafzimmer zurück, wo Lena gerade genüsslich ihren Kaffe schlürfte.
“So ich muss jetzt! Mach dir einen schönen Vormittag, du wirst schon was finden.” Nach einem mal wieder anscheinend nicht enden wollenden Kuss, lief er aus Schlafzimmer und rief dabei:
“Zum Mittag bin ich wieder da!”
“Wehe nicht!”
Lena versuchte mit allen Mitteln diesen Vormittag zu genießen. Zuerst frühstückte sie in ruhe zu ende, ging dann ins Bad und schließlich in den Kleiderschrank um sich etwas Neues auszusuchen. Doch bald merkte sie das es mit Marc mehr Spaß gemacht hat und verließ enttäuscht den Schrank wieder.
Sie es sich nun auf dem Flur bequem, im Tisch war noch eine Schublade in der sich Blätter und Stifte befanden. So saß sie dann eine ganze Weile da herum und kritzelte auf den Blättern bis plötzlich die Tür stürmisch geöffnet wurde und John herein trat.
“Wo ist Marc?” fragte er ohne Lena auch nur eines Blickes zu würdigen.
“Ich weiß nicht, er sagte nur er müsse los!” Lena schluckte, sie fühlte sich schon wieder so hilflos.
John rannte in Marcs Arbeitszimmer und knallte den Aktenstapel, den er unter dem Arm trug, auf den Schreibtisch.
“Und jetzt zu dir!” Er ging zurück in den Flur und wandte sich mit einem eiskalten Lächeln an Lena.
“Heute Abend um Punkt sechs Uhr komme ich wieder und hole dich ab! Marc hatte dich lange genug, sein Pech wenn er es nicht genutzt hat!”
Er packte Lena am Arm und zog sie hoch, mit Daumen und Zeigefinger hielt er ihr Kinn fest und drehte es abfällig hin und her.
“Wir machen uns heut einen schönen Abend, nicht wahr?”
Als sie nicht antwortete stieß er sie zurück auf die Couch und verließ die Wohnung mit einem breiten Lächeln.
Lena saß mehrere Minuten wie erstarrt da, bis sie plötzlich wie Trance aufstand und ins Bad ging. Dort angekommen spürte sie einen Brechreiz in der Magengegend und übergab sich. Vor Erschöpfung brach sie zusammen und wurde Ohnmächtig.
Erst als Marc eine dreiviertel Stunde später die Wohnung wieder betrat bemerkte er sie.
“Lena! Oh Gott, was ist passiert?” Er tätschelte leicht ihr Gesicht und stützte ihren Kopf.
“Lena tut dir etwas weh?”
Sie kam langsam wieder zu sich und wollte sich aufrichten.
“Nein.”
“Warte ich helfe dir. Bist du gestürzt?”
“Nein, ich glaube nicht.”
Er legte seinen Arm vorsichtig unter ihren Rücken und den Anderen unter ihre Knie, hob sie langsam an, trug sie in den Flur und legte sie auf die Couch. Er hielt ihre Beine in die Höhe bis sie wieder ihr gesamtes Bewusstsein zurück hatte.
“Was ist denn passiert?” Marc machte sich ernsthafte Sorgen um sie, denn er wusste das man nicht so bewusstlos wurde.
“Ich weiß nicht mehr!” antwortete sie schwach.
“Versuch dich zu erinnern!”
Lena strengte sich an und dann plötzlich fiel ihr alles wieder ein. Doch sie konnte es Marc nicht sagen. Er hatte so viel für sie getan, wenn sie es ihm jetzt sagen würde, würde er versuchen es zu verhindern und sich dann wieder mit John streiten. Das wollte sie nicht. ‘Ich werde das schon durchhalten! Er wird es wahrscheinlich gar nicht bemerken.’
“Mir geht’s schon wieder ganz gut.”
“Du siehst aber noch ziemlich blass aus! Ich hab hier eine Bekannte, die ist Ärztin. Soll sie dich nicht lieber mal untersuchen?”
“Nein, nein, mir geht’s gut.”
“Weiß du nun was mit dir los war?”
“Es war wahrscheinlich nur ein Schwächeanfall.”
“Das kann aber auch ziemlich gefährlich sein!”
“Ja ich weiß.” Sie setzte sich neben ihn, konnte ihn aber nicht in die Augen schauen. Sie wusste zwar das es nicht richtig war was sie tat, aber sie glaubte das es besser wäre Marc nichts zusagen.
Er streichelte ihr über den Rücken.
“Soll ich dann vielleicht lieber hier bleiben?”
Lena zuckte zusammen und sah erschrocken auf.
“Nein! Das brauchst du wirklich nicht.”
“OK. Aber Lena?”
“Ja.”
“Ist es wegen mir? Oder wegen letzter Nacht? Willst du das vielleicht rückgängig machen?”
Sie sah ihn lächelnd an.
“Nein! Natürlich nicht. Mach dir keine Sorgen, es ist alles in Ordnung!”
Er lächelte zurück, strich leicht über ihr Gesicht und küsste sie.
“Appetit, hast du jetzt wahrscheinlich nicht, oder?”
“Nein, ich hab Hunger.”
“Du erholst dich wirklich schnell!”
“Soll ich das etwa nicht?”
“Doch, doch ich freue mich ja! Wie währe es mit Spaghetti?”
“Lecker!”
“Wer? Die Spaghetti oder ich?”
“Die Spaghetti natürlich!”
Er zog einen Schmollmund und ging in die Küche.
Lenas freundliches Gesicht erstarrte wieder, der Gedanke an den Abend ließ sie am ganzen Körper beben.
Als Marc mit zwei großen Portionen wieder kam und eine davon vor ihr auf den Tisch stellte, wusste sie nicht mehr so genau ob sie wirklich jetzt schon wieder was essen sollte. Doch der Hunger siegte.
Während des Essens dachte Lena nicht mehr an den Abend, Marc machte ständig irgendwelche Scherze und stellte sich als richtig gut gelaunt heraus. Als sie beide fertig waren räumte er ab mit der Hilfe von Lena. Marc suchte ein paar Akten zusammen und zog sich einen schwarzen Anzug und ein weißes feines Hemd an.
Dabei brubbelte er etwas von einer “wichtigen Präsentation”, kurz bevor er die Wohnung verließ, ging er noch mal zu Lena und drückte sie mit einem überglücklichen Lächeln ganz fest an sich.
“So ich muss jetzt wieder. Auf dem Schreibtisch liegt meine Handynummer, wenn irgendwas ist rufst du mich sofort an, verstanden?”
Sie nickte lächelnd.
“Ich ruf auch noch mal an, du musst aber so lange warten bis der Anrufbeantworter ran geht und dann hörst du ja, ob ich es bin oder jemand anderes.”
“Ist gut. Wann kommst du denn wieder zurück?”
“Na ja so zwischen neun und zehn Uhr vielleicht, aber dafür muss ich morgen dann erst Nachmittag um vier da sein. Da können wir schön lange ausschlafen!”
Er küsste sie leicht auf die Wange.
“Bis dann! Und wenn es dir nicht gut geht…”
“Ruf ich an! Ja ich weiß, tschüs.”
Marc lief grinsend aus der Wohnung, doch Lena wurde kalt, innerlich kalt. Immer wieder schaute sie auf die Uhr, setzte sich auf die Couch, ging ins Bad und in den Schrank. Sie war höchst nervös und ihr Bauch schien vor Angst und Aufregung fast zu zerspringen.
Kurz vor sechs war sie dann mit ihren Nerven völlig am Ende. Marc hatte schon zwei mal angerufen und gesagt, dass er wahrscheinlich früher kommen wird, doch er hat zum glück nichts gemerkt.
Jetzt stand sie an seinem Schreibtisch und zum Höher greifen. Langsam zweifelte sie an ihrer Entscheidung, ihm nichts zu sagen. Doch die verwarf diese Gedanken schnell wieder und redete sich ein, dass es so besser für Marc sei. Sie ging wieder in den Flur und setzte sich langsam in einem Sessel. Gerade als sie saß, hämmerte es an der Tür, sie sprang auf und sah im gleichen Moment in die böse funkelnden Augen von John.
“Na los, komm schon!” Er griff ihren Oberarm und zog sie aus der Wohnung.
Als sie auf den Fahrstuhl zu gingen öffnete sich dieser und ein sichtlich verwirrter Marc mit Handy am Ohr, das er aber sogleich ausschaltete, trat heraus.
“Was wird das denn, bitteschön?”
“Du hast sie lange genug gehabt jetzt bin ich dran!”
“Spinnst du?”
“Nein tu ich nicht, geh mir aus den Weg!” Er wollte sich mit an Marc vorbei drängeln, doch dieser hielt in auf.
“Stopp! Das klären wir in meiner Wohnung.”
“Da gibt es nichts zu klären!”
“Los!!!”
John lächelte ihn an, ließ Lena los und ging zurück. Marc legte sofort den Arm um sie und führte sie ebenfalls in Richtung Wohnung. Dort angekommen ließ sich John erstmal mit seinem breiten Grinsen auf den Sessel fallen, Marc schob Lena gleich zum Schlafzimmer und gab ihr einen Schlüssel.
“Wenn die Tür zu ist schließt du sofort ab und öffnest sie erst wieder wenn ich es sage, verstanden?”
Lena nickte eifrig und verschwand im Schlafzimmer.
Marc kehrte wieder zu John in den Flur zurück.
“Ich hätte es mir denken können.”
“Was?”
“Das du dich in die Kleine verknallst.”
“Was willst du?”
“Sie!”
Marc schüttelte mit einem eiskalten Lächeln den Kopf.
“Wie viel ist sie dir denn wert?”
Marc konnte es nicht fassen, mit diesen Typ war er mal befreundet, mit diesem Sklavenhändler?
“Ich verhandle nicht über Menschen!”
“Ich aber! Also sechs?”
“Du weiß ganzgenau das ich nicht mehr so viel habe!”
“Ja stimmt, hatte ich ganz vergessen. Na ja weil du es bist, fünf!”
Marc wurde schleicht. Er ging jedoch zum Schreibtisch und holte sein Checkbuch heraus, schrieb den gewünschten Betrag herauf und übergab diesen John.
“Es hat Spaß gemacht mit dir Geschäfte zu machen.”
“Verschwinde!”
Mit einem triumphierenden Blick ging John.
Marc senkte seinen Kopf und ging zurück ins Arbeitszimmer, wo er sich in seinen Sessel fallen ließ. Müde legte er die Hände auf die Augen.
“Lena du kannst wieder rauskommen.” rief er halblaut.
Sie schloss die Tür auf und trat verlegen heraus.
“Du hast es gewusst!”
Sie nickte ohne Aufzusehen.
“Und wieso hast du nichts gesagt?” Er knallte die Hand auf den Tisch, stand auf und schrie sie regelrecht an.
“Wieso hast du so getan als wäre alles in Ordnung? Warum hast du mich belogen? Sag es mir denn ich verstehe es nicht!”
Lena zuckte zusammen, so wütend hatte sie ihn sich nicht vorgestellt.
“Verdammt Lena! Du hättest Tod sein können! Du weiß doch gar nicht was er mit dir vorhatte!”
“Ich wollte doch nur das du keinen Ärger bekommst.” piepste sie.
“Keinen Ärger? Was redest du da?”
“Du hast so viel für mich gemacht, da hab ich gedacht, dass ich das durchhalte und …”
“Durchhalte?” Er schaute sie entsetzt an. “Du hast doch keine Ahnung!”
“Es tut mir leid!”
Er sah sie kopfschüttelnd an.
“Ich glaube du solltest dich jetzt ausruhen.”
“Verzeihst du mir? Ich wollte dich nicht anlügen, ich …”
“Ja klar. Du solltest bloß wissen, dass das hier alles gefährlicher ist als es aussieht. Du kannst hier nicht allein überleben!”
Sie nickte nachdenklich, er nahm sie in den Arm und drückte sie ganz fest an sich.
“Marc?”
“Ja.”
“Was wollte er denn für mich haben?”
“Das ist nicht wichtig!”
“Für mich schon, ich würde gerne mal wissen wie viel ich wert bin!”
“Ein Mensch ist unbezahlbar und vor allem du!”
“Ja schon, aber ich würde mal gern wissen wie viel ich in seinen Augen wert war.”
“Dabei ging es mehr um einen alten Streit zwischen uns als um dich.”
“Ich werde dich so lange nerven bist du es mir sagst.”
“Komm leg dich erstmal etwas hin.” Er schob sie ins Schlafzimmer.
“Marc! Komm sag schon.”
“Nein! Wenn ich es dir sage denkst du doch gleich das du wirklich nur soviel wert bist.”
“Nein tu ich nicht. Los sag schon!”
“Oh Mann!”
“Ich hab dich gewannt!”
“OK, also gut fünf.”
“Was? Fünf Doller?”
“Ja fünf Millionen Doller. Zufrieden?”
“Fünf Millionen Doller? Spinnst du?” hauchte sie mit unglaublicher Stimme.
“ Hey, ich hätte auch jeden anderen Betrag bezahlt, aber ich hatte nicht mehr!”
“Du hast alles was du hattest für mich ausgegeben?”
“Na ja so kann man das nicht sehen …”
Lena setzte sich mit weit auf gerissenen Augen aufs Bett.
“Ich muss es dir zurück zahlen, aber ich weiß nicht wie!”
“Vergiss es! Ich hab doch gesagt das es eher um eine Sache zwischen uns ging als um dich. Nimm es nicht so wichtig!”
“Du hast gut reden, du kannst ja einfach mal fünf Mio. für jemanden ausgeben, der dich zuvor belogen hat.”
Marc setzte sich neben sie und strich ihr leicht über den Rücken.
“Also pass auf, ich glaube wir sollten diesen Abend, besser diesen ganzen Tag einfach aus unseren Erinnerungen streichen, einverstanden?”
“Ich kann nicht!”
“Doch klar, morgen früh sieht alles schon ganz anders aus.” Er lächelte sie aufmunternd an.
“Ich geh noch schnell ins Bad.” sagte sie ohne auf sein Lächeln einzugehen und stand traurig auf.
Im Bad wurde ich erst so richtig bewusst was da gerade in der letzten Viertelstunde passiert war. Sie schämte sich sehr das sie Marc so belogen hatte und das er wegen ihr jetzt auch noch sein letztes Geld ausgegeben hatte. ’Fünf Millionen Doller wo soll ich nur so viel Geld auf die Schnelle auftreiben? Nicht einmal wenn ich die Hotels verkaufe würde es reichen. Aber es wäre eine Anzahlung!’
Als sie das Schlafzimmer wieder betrat, hatte sie bereits ihren Schlafanzug und Bademantel an. Marc lag auf den Bett völlig in ein Buch vertieft. Sie zog den Bademantel aus und setzte sich leise seufzend auf die Bettkante.
“Du Marc?”
“Mhmm.”
“Würde dir auch erst mal eine Anzahlung, von sagen wir zwei Millionen reichen?”
“Hä? Wofür?”
“Du weißt schon, das Geld für John.”
“Lena lass mich doch damit in Ruhe!” seufzte er und legte das Buch weg. Er setzte sich hinter ihr und Umarmte sie fest.
“Du brauchst mir das nicht zurück zahlen. Ich hab dir doch schon gesagt das es nicht um dich ging. Und selbst wenn, war’s du es 100%tig wert.”
Lena hörte aus den letzen Teil eine Aufforderung heraus und so fing sie, mit etwas Widerwillen an ihr Oberteil aufzuknöpfen.
“Lena was soll denn das?” Er ergriff ihre Hände und schloss es wieder.
“Ich glaube du bist wirklich ziemlich übermüdet. War auch ein harter Tag für dich.” Er ließ sie los und stellte sich vor sie.
“Du solltest dicht jetzt lieber etwas hinlegen, bevor du auf noch mehr abgedrehte Ideen, in Bezug auf mich kommst.”
Lena wurde roter als eine Tomate, zum Glück war es so dunkel das Marc das nur hätte erahnen könnte.
“Es tut mir leid!” flüsterte sie.
“Lena dir muss nicht immer alles leid tun. Eher mir, ich kann mir doch überhaupt nicht vorstellen wie du dich gerade fühlst. Ich war noch nie in so einer Situation. Und ich habe sehr viel Respekt vor dir, vor allem weil du es heut sogar mit John aufnehmen wolltest nur um mich zuschützen. Das war ziemlich mutig von dir. Danke schön!”
Er fasste sie leicht an die Schultern und drückte sie leicht zur Seite.
“So aber jetzt schläfst du erst mal! Und ich denk mir inzwischen was für morgen aus, einverstanden?”
Sie nickte tapfer. Als er sie dann zudeckte, ergriff sie plötzlich seine Hand und hielt sie fest, so das er sich auf die Bettrand setzte.
“Warum tust du das alles für mich? Du hättest mich auch einfach ignorieren können, dann hättest du auch viel weniger Ärger gehabt.”
Marc musste grinsen und strich ihr sanft über die Stirn. Dann kam er ihr immer näher und flüsterte ihr leise ins Ohr: “Weil ich dich Liebe!”
Lena Herz pochte bis zum Hals.
“Ich dich au…”
Marc legte den Zeigefinger auf ihre Lippen.
“Ich hab das nicht gesagt, damit du es wiederholen muss. Mir ist doch selber klar das das nicht auf Gegenseitigkeit beruht! Und jetzt schlaf schön.” Er küsste Lena noch auf die Stirn und verließ dann schnell das Zimmer.
Sie konnte kaum noch klar denken. ‘Was hatte er da eben gesagt, dass er mich liebt? Meinte er das ernst? Liebe ich ihn denn überhaupt? Das beruht doch auf Gegenseitigkeit, oder? Was soll das alles? Verfolgt er damit vielleicht nur einen Plan?’
Plötzlich sprang sie auf und rannte in den Flur. Dort saß Marc auf dem Sofa, den Kopf auf die Hände gestützt und sah Lena vorwurfsvoll an.
“Du bekommst gleich wieder einen Schwächeanfall, wenn du dich jetzt nicht ausruhst.”
Sie nickte.
“Was hast du denn?”
Sie ging ein paar Schritte auf ihn zu und setzte sich neben ihn.
“Hast du das eben ernst gemeint, ich meine wirklich ernst, oder einfach nur so gesagt?”
Marc grinste und verbarg sein Gesicht wieder in den Händen.
“Du solltest das nicht so ernst nehmen!”
“Hast du oder hast du nicht?”
“Ja ich hab es ernst gemeint. Aber ich möchte nicht das du denkst das du das jetzt wiederholen musst ohne es wirklich zu wollen.”
“OK.”
“So und jetzt schläfst du erst mal so richtig aus!”
“Kommst du mit?” Marc sah erstaunt auf.
“Bist du dir bewusst was du da sagst? Ich hab dir doch gesagt das du mir keine Rechenschaft schuldig bist und vor allem nicht so!”
“So hab ich das ja auch nicht gemeint. Schuldigung!” Sie stand mit gesenkten Kopf auf und verließ den Flur, als sie gerade die Tür zum Schlafzimmer öffnete kam er ihr nach.
“Wie hast du es denn dann gemeint?”
Lena zuckte mir den Schultern und ging weiter hinein.
“Sag schon!”
“Ich wollte einfach nur in deiner Nähe sein.”
Marc zog die Augenbraun vor erstaunen hoch.
“Du willst in meiner Nähe sein, nach allem was passiert ist?”
“Was ist denn passiert?”
“Na ja immerhin gehöre ich zu denen die dich hier gefangen halten und wie eine Sklavin behandeln.”
“Und ich hab dich heut belogen und fünf Millionen ärmer gemacht. Wir sind uns eigentlich quitt!”
“Na wenn du das so siehst! Darf ich dich dann mal was fragen?”
“Klar.”
“Darf ich heute Nacht hier, in deiner Nähe schlafen?”
“Ich glaub schon.” Lena ging zu Marc und umarmte ihn überglücklich.
Er hob sie hoch und legte sie wieder ins Bett, doch diesmal legte er sich dazu …
Ende des 3.Kapitels

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.06.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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