Egbert Schmitt

(D11) von Zweitschlüsseln, Fledderern & 2te Heimat


… eine Fortsetzungs-Reihe von
… „Zeitgedanken auf der Randspur”

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Ach ja, genau, nicht vergessen,
noch die Schluss-Geschichte mit den …

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… als meine Kinder noch klein(er) waren, rief meine 92jährige Ferien-Oma
bei der Gesamt-Klan-Geburtstags-Feier in Ingolstadt ihre Enkel zu sich;
und erfragte, „wer was“ von ihren „alten Sachen” geschenkt haben wolle.

Die selbstgemachten Dampfmaschinen und Puppenstuben des URis
organisierten sich ruckzuck meine Nichten und Cousins.

Das kleine Metall-Schiff, eine verbeulte Trompete und
eine altersschwache Geige erhielt ich, da ich „ja immer”
in die Fussstapfen meines „Musiker-Übervaters” treten soll(t)e.

Die abgelutschten „Steckerl-Bausteine” von 1908 blieben übrig,
nach dem „die schnelleren Fledderer” – stande pede – in den Garten und zu
ihren werksaktuellsten AUDI-SCHIFFEN+Kofferräumen vorm' Zaun abdampften.

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Die URi-Bausteine nahm meine halbfreudige 4 jährige Tochter;
und die alten weißen Zigarettenfiguren (heute selten), – mein 3 jähriger Sohn.
Die ANDEREN „schon bedachten”, wie gesagt, schoben grinsend ab.

„Granny Smith”, die Gerechtigkeit vorlebte, bemerkte den Vorgang,
… öffnete ihren geheimnissumwitterten Schleiflack-Schlafzimmerschrank …
…und schenkte meiner kleinen Tochter u. a. versilberte Bilderrahmen;
meinem Sohn alte Feuerzeuge, Münzen aus der Hindenburg-Ära,
Zigarettenetuis und dergleichen wertvollere „OMA-Dinge”.

Aber, – da lag noch noch „ein alter muffiger Pappkarton”
unter den wiederum selbstgestickten und gestärkten
Wandbehang-Spitzendeckchen.

Ach,– sagte die Oma, DEN habe ich ja hier „schon lange” liegen,
DER hat sich gwies' „verschlupft”.

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Wie, – was ist damit, meinte ich lustig.
Sind das nicht die Schuhe von deiner Verlobung,
die du für die „diamat'ne Hochzeit” aufbewahrt hattest?
Oder, – die „zerbröselten” Kommunionskerzen
meiner Mutter und deren Geschwister. –

Ne, – sagt „die Gute”, die Schachtl' wollte ich DIR ja schon
„vor Jahren” schenken, aber da warst du ja schon „ZU GROSS?”
um damit noch was anzufangen !!!–

MIT WAS ...?!

NA, – du kanntest doch den rotzfrechen Buben „von drüben”,
mit dem du immer „so ungern” g'spielt hast'. – Wast' etz' dees' nimmer!
ZU denner' Leud' nemdroh ghört der, wo dieser schlimme Unwetter-Blitz
unsern' alten Pflaumen-Baum auf' denner' Ihr Dach gschmissen hod'!

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ACH DER, dieser bl... Affena..., was macht denn der mitlerweile …

Na, DEN haben doch damals seine Kumpane, vor na, etwa 20zg Johr',
nach einer durchzechten Tanz-Disco-Nacht nach Hause gefohr'n
und an seim' Bettgstell' bsuff'n abgstellt'.

– Klar, – den Auto-Schlüssel hatt's sicherheitshalber behalt'n.

Er ging aber dann nicht ins Bett, sondern hat sich vom Brett im Flur
„den Zweitschlüssel” geholt und fuhr sofort wieder
den Kirchweihburschen in die Disco hinterher.

DORT ist ER NIE angekommen.

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– Tod um den Baum gewickelt. –

Gurte gab es noch keine. – „Derrennt” mit 19. War um 1970.
So jung und „so n’ toter Depp” sagt(e) die Großmutter .–

Und WAS DA in der Schacht’l is’, – das hat vor langer Zeit
seine Mutter nebenan beim Aufräumen „entdeckt”, und bevor Sie
ins Altersheim ging, für meine „jüngeren Enkel” geschenkt.

Aber du warst ja schon Erwachsen. Aber der Leo und die Sina
nehmen’s bestimmt, da können's dann zusammen
mit den Steckerl'n „a schöne Garag'n” bau'n.

Da Leonard, nimm du die sperrige Kist'n, „die gehört etz'ert dir” ,
der Inhalt passt schee’ zu deinen Manschgerln (Zigarren-Figuren).

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Aber nur wenn dein Papa mir versprichst, mit seinen
„alten Oldtimer-Karetsch’n” die er immer in meinem Vorgarten zerlegt,
euch Kinder nicht mehr OHNE GURTE mitnimmt.

Am besten „VERKAUFT das ALTE Oldtimer-Glump”, des gefährliche.
Versprochen, ja, – denn DANACH, ist man dann doch sooooo‘ lange TOD. –

Ja, – Versprochen Oma. – Wie meinst du den „DAS mit der Garage”?
ZEIG doch MAL!

Ja, – ja damals hat es mir fast die Sprache verschlagen.

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ERKANNTE den INHALT. Jetzt fiel es mir wie Schuppen
aus den Haaren, äh Augen.

Dem maus'tod'n Buben SEINE blitzblanken Spielzeug-AUTOS.
– Mint and Box'ed. –

GENAU DIE, die ich unter Strafandrohung – NIE ANFASSEN – durfte.
Vieles was Matchbox von 1952 bis 1964 produzierte, IN 1 A ZUSTAND.

DIE KLEINEN Autos haben WIR HEUTE noch, von dem Oma-Schrank-Fund.
Als Anschauungs-Mahnmal in der Flur-Vitrine; gehen Rudel-Saufen und
ohne Gurt-Hirnlos-Schnell-Fahren.

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Großmutter ist nur 4 Wochen später an Altersschwäche sanft verstorben.
Mein Vater knappe 4 Jahre später weniger sanft.

Den raren 1a Oldi-Buckel-Taunus 1951 de Luxe, habe ich nach
einem Motorschaden „dann eh” gegen ein nagelneues vernünftiges
Renault Nevadakombi-CAR verscherbelt.

Ja, ja – und angurten! – Versprochen ist versprochen, Oma!
(streng beobachtend von Wolke7 des Alpenvorland-Bergmasiv +Opa+?)

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Das morsche Haus, ja das lag „noch lange leer” im Dornröschenschlaf.
Habe alle vergessenen Winkel & Ecken der (ver)schlafenden Schönheiten
und Landstriche meiner Kinderzeit+/- auf 6 x 4,5 Mittelformat festgehalten …

Von der alten Jugendstil-Seifenschale bis zum
schwarzen Flur-Dreh-Lichtschalter aus Bagalith.
Formatfüllend im Makro mit Holz-Stativ.
Gestaltet nach dem „goldenen Schn(m)itt”;
und erinnerungstrockener Kehle flau & mau
auf's 27 Din-Negativ belichtet …

Wie viele (un)rituelle Seifenschalen-Waschungen
und „???? km” Strom-Kreis-Treppen-Flur-
Schalter-Drehungen sich wohl hinter 13x18 matt
auf Kodak Erinnerung-Gegenständlich verbirgt …

DIES, quasi als „der finale Rettungs-Sch(l)uss.

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Dann wurde ALLES auf über 900 qm,
DEM ERDBODEN gleichgemacht ….


Fuhr da ABER SCHON auf der Autobahn heimkehrend,
von dieser „ehemaligen” Ferien-Zweit-Heimat „IN”
im leidigen Zwischen-Stopp der damaligen Viert-Heimat „M”,
von der tech. Redaktions-Schule in Pasing …

… über die Erst-Heimat „N”-Mittelfranken,
in die damalige Dritt-Zwischen-Heimat „SchwiegMUH”
nach „KU”-„Oberfranken” zurück.

Heute stehen in „IN” an selbiger Stelle
„vier neue Singel Erben-Generations Burgen”,
deren doppel-verdiener Beziehungs-Inhalt
seine evtl. kostenintensiven Scheidungs-Kinder
von vornherein Östrogen oder Latex ausmerzt
und wenn Natur angesagt ist, ins Autback brettert.

Die bau-vorschriftsmäßigen Carports mit Jahres-Audis
sind bis zum Haustür-Anschlag duchgepflastert.

Ohne lästiges Gartenlaub und Baumbestand plus deren Getier.

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Nun, von dem halben Erlös-Verkauf hat sich meine Verwitt-Mutter
eine Eigentumswohnung in Nürnberg gekauft.
Vollgestellt mit …na, was wohl … randvoll mit
„IN & N”-Erinnerungen …

Der andere Vor-Erb-Rest, plus meinem Erspartem,
der Auflösung des „alten Schuppen-Gerümpels”
und der größte Teil meiner „Spielwaren Sammlung”
ging für unsere neue Wohnung in „N” d'rauf.

Meine Mutter hat noch eine zeitlang ihre unverheiratet gebliebene
Tante H. mit dem Restgeld „der erpressten Eigentumswohnung”
aus den 70ern, im Nürnberger Blindenheim (+Alzheimer) pflegen lassen.

Nach dem Ableben derselben, das spärliche Konto aufgelöst,
ihre„ jetzt selbst” sehschwachen Schwester(n) in der alten „IN”-Garnisionsstadt,
mit den „jetzt eigenen alten Gemäuern” und den teils einbeinigen
zuckerkranken Männern besucht …

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Das übrige Geld vom Tante(n)-Konto schmiss Sie auf den Tisch
und alle Schwestern haben beschlossen „JETZT und GLEICH ins Gebirge” zu fahren,
ehe es wie zu ihren „eigenen Vaters-Zeiten” gänzlich zu spät werde …

Dort blieben sie „ohne Anhang” vier Wochen lang.
Haben das ganze Geld „restlos verbraten” und sich prima verstanden.

Nur am alten Grundstück will keiner mehr freiwillig vorbeifahren.

Ich seit damals auch nicht mehr …

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Verdrängung ist halt ein deutsches Problem.

Alles wiederholt sich heißt es, auch Familiengeschichte.
Manchmal ändern sich auch die Beteiligten.
In lichten Momenten. Nur anders.

Eine lange Geschichte ist es wieder geworden.
Der Anfang der „Geschichts-Reise” beginnt ja mit dem Erzählen
„der selben” auf der Autobahn von „N” nach „IN”.

Tochter schläft noch etwas am Beifahrersitz.
Sollte keine gute Nacht-Storry sein.
Will keinen damit einschläfern, – oder doch?!?

Fast hätte ich die „IN”-Ausfahrt verpasst.
Sohn will doch weiter zum Skifahren.
Schwägerin Anette K. „ist pünktlich auf dem halben Wege”.

Erwarte „dies auch” von einer Oberstudienrätin.

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Leo Übergabe. Gepäck & Gebäck+Ski und …
Patenkindgeschenk für Ravi. Mikro-Racer ferngesteuert.
Alles NEU und MODERN. Welches Kind will schon 2005
museales Zeugs haben.

Kein normaler Bub möchte heutzutage eine Dampflokomotive,
sondern wenn schon, dann einen ICE.

Den bekommt er in den Oster-FERIEN …
…nächstes mal … umgekehrt, – auf halben Wege von „N” nach „IN”.

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bestimmt …versprochen ist versprochen …
von egbert, –

für Sina-Elisa & Leonard


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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.06.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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