Christine Wolny

DER BADEHÄUBCHENCLUB

 

 

Es ist ein regnerischer Tag im Juli.

Wir, das sind vier Damen im gereiften Alter, hatten uns für acht Uhr zum Schwimmen verabredet.

Ich schaue schon seit sieben aus dem Fenster. Der Regen wird stärker.

Aber ich lasse mich nicht abschrecken. „Und wenn ich alleine im Becken schwimme“..... denke ich.

So fahre ich los. Diesmal mit dem Auto. Das Rad bleibt in der Garage.

Ich traue meinen Augen nicht. Vom Parkplatz kommen drei mir bekannte Damen mit Schirm.

Gibt es denn noch mehr so Verrückte?

Wir lachen schon früh am Morgen. Scheinbar finden wir uns verrückte Weiber lustig. In der Umkleidekabine albern wir herum.

Das Gespräch kommt auf Badehäubchen, ein durchsichtiges Plastikgebilde mit Gummizug.

Wer ist mutig, und setzt so einen Hauch von „Nichts“ auf den Kopf ?

Alle wissen wir, wie das aussieht, denn wir haben schon über andere Häubchenträgerinnen gelästert.

In der Gruppe sind wir stark.

 

Rosl setzt als erste die Haube auf. Gelächter folgt.

Ich habe kein so dekoratives Gebilde. Doch Doris hat vorgesorgt. Sie hat zwei dabei. Christl sieht in den Spiegel und schiebt sich das Hütchen zurecht.

Doris lässt das Pony hervorschauen, dann sieht es netter aus.

 

Die Bademeister werden staunen. So viel Schönheit auf einmal!

Sicher denken sie bei diesem Anblick an ihre Großmutter. Und das wäre gar nicht so verkehrt, denn wir sind ja wirklich Omas.

In der Jugend hätten wir uns mit Händen und Füßen gesträubt, so etwas aufzusetzen. Aber das Alter bietet ungeahnte Freiheiten.

Diese Häubchen sind zu vergleichen mit langen, warmen Unterhosen. Sie müssen auf Männer wie „Liebestöter “ wirken.

Mit so einem Häubchen ist die Verkleidung perfekt. Eine Schwimmerin, die mich jeden Tag sieht, erkennt mich nicht. Tarnung pur!

Nach dem Schwimmen geht unser Gelächter weiter. Christl hat die Kamera dabei.

Wir machen Fotos vom Badehäubchenclub beim wohlverdienten Frühstück. Jedoch ohne Badehauben, die nass und verknautscht in der Tasche liegen.

Keine hatte den Mut, sich so vor die Kamera zu stellen. Oder waren wir nur zu bequem, sie aus der Tasche zu kramen? Vielleicht beides.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.07.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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