Susanne Kobrow

Norwegen- Ein fantastisches Urlaubsland(3) Die Weiterfahrt

 
 
 
Norwegen- Ein fantastisches Urlaubsland
 
(3) Die Weiterfahrt
 
Nach einer unruhigen kurzen Nacht, es hatte sehr stark geregnet und der Regen trommelte unaufhörlich auf unser Autodach, machten wir uns schnell einen Camperkaffee (löslicher Kaffee) und besprachen, wie es jetzt weitergehen sollte.
 
Wir beschlossen, entlang der E 16 zu fahren, um ins Aurland zu gelangen. Von hier aus kann man den Sognefjorden mit seinen Ausläufern, den Aurlandsfjorden, Ardalsfjorden und den Lustralfjorden erreichen.
 
Heute sollten wir auf unserer Strecke durch einen neuen Tunnel fahren, der als einziger in Norwegen blaues Licht hat und gut beleuchtet sein sollte. Man hatte uns berichtet, dass es ein einmaliges Erlebnis sein würde.
 
Kurz vor diesem Tunnel, der über 20 km lang sein soll, entschlossen wir uns, doch nicht hindurch zu fahren, sondern lieber die Alte Straße über den Berg zu nehmen.
Es war eine gute Entscheidung, denn was hatte ich von blauem Licht in einem Tunnel, wenn ich die Landschaft nicht genießen konnte!
Zwar entpuppte sich die Straße als eine steil in die Höhe führende Serpentinenstraße, aber das Panorama, das sich uns bot, war traumhaft schön.
 
Inmitten dieser wunderschönen Landschaft hielten wir an, um zu frühstücken. Wir hatten uns in einem kleinen Laden frisches Brot gekauft, und so langsam fing der Magen an, sich zu melden. Wir hielten es immer so, dass wir uns morgens nur schnell einen  Kaffee machten, und Frühstück gab es dann irgendwo unterwegs, wo es uns gerade gefiel.
 
In Norwegen läuft in den Gebirgen das Vieh (meist Schafe, Ziegen und Kühe) immer frei umher. So auch hier oben. Wir hatten gerade Tisch und Stühle hervor gekramt, und ich war dabei, den Tisch zu decken, als unmittelbar vor mir ein Schaf mit zwei Lämmern stand
und scheinbar mit uns essen wollten. Ich scheuchte sie weg, denn frühstücken wollten wir schon in Ruhe.
 
Aber weit gefehlt! Die Schafe ließen sich nicht verscheuchen, sie hatten wohl etwas Gutes gerochen! Ich hatte noch ein paar alte Brotschnitten vom Vortag im Auto und dachte mir, wenn ich diese den Tieren geben würde, hätten wir unsere Ruhe.
Schnell warf ich das Brot in einige Entfernung,  und die Schafe machten sich darüber her.
Eine Entscheidung, die ich noch bereuen sollte, denn kaum hatten sie alles verdrückt, standen sie wieder laut blökend  vor uns, wartend auf neues Futter.
Da ich nicht gewillt war sie weiter zu beköstigen, versuchten wir, die Tiere einfach zu ignorieren.
Ein großer Fehler!
Sie schnappten nun nach unseren Broten. Waren so dreist, dass sie sich mit den Vorderläufen auf unsere Beine stellten, um Essbares zu gelangen.
Ich hatte genug und räumte unser Frühstück schnell wieder ein.
 
Danach zogen wir es vor, im Wagen zu essen, aber nicht ohne die gierigen Blicke der wohl immer noch hungrigen Schafe ins Fenster hinein.
 
Dann setzen wir unsere Fahrt fort, in jeder Kurve noch einmal einen Blick zurück  werfend auf das unter uns liegende saftig grüne Tal und die Wasserfälle, die überall aus den Bergen stürzen.
 
Diesen Anblick kann man kaum beschreiben. Man muss es gesehen haben.
 
Manchmal schien es, als würde ein Berg weinen, als strömten unendlich viele Tränen aus seinem Gesicht.
 
Jeder Meter den wir höher fuhren bot ein anderes Bild.
Wieder lag ein Fjell vor uns, aber dieses ganz anderes als das letzte, welches wir überfahren hatten.
An einer Stelle schimmerte alles in Rottönen, dort, wo der viele Schnee schon geschmolzen war.
 
Nachdem wir diese wunderschöne Berglandschaft hinter uns gelassen hatten, entdeckte ich auf der Landkarte, dass sich in dem  Örtchen Borgund, das etwas weiter rechts von unserer Strecke lag, eine Stabkirche befindet. Es war zwar ein Umweg aber da wir Urlaub hatten und nicht an Zeiten gebunden waren, machten wir diesen Abstecher gerne.
 
In Norwegen sind die Straßen wirklich gut beschildert, und so fanden wir die Kirche schnell, dort aber auch Ströme von Touristen.
 Sieht man in Norwegen sonst selten Menschen, so hat man manchmal das Pech, das an Touristenattraktionen viele aufeinander treffen.
Schon von weitem konnten wir viele Reisebusse sehen, aus allen Herren Länder.
 
Wir beschlossen daher, uns die Kirche nur von außen anzuschauen und zu fotografieren.
Da ich wusste, dass auf unserem Weg noch einige dieser fantastischen Bauten lagen, setzten wir unsere Fahrt  lieber fort.
 
Wir begaben uns also wieder auf die eigentliche Strecke, um zu den Forden zu fahren.
 
Unsere Fahrt führte nun durch ein üppiges Tal, die Berge rechts und links waren über 1500m hoch, zum Ardalsfjorden.
 
Diesen Anblick werde ich wohl nie wieder vergessen. Schneebedeckte Berge, Wasserfälle, die sich überall aus dem Berg ergossen, grüne saftige Wiesen und mittendrin der Fjord. Sein grünblaues Wasser siegelte das nuancenreiche Blau des Himmels und der Landschaft.
 
Am Ende des Fjords ein kleiner Ort mit seinen malerischen Holzhäusern in Rot oder Weiß.
 
Nachdem wir den Nachmittag in dieser traumhaften Idylle verbracht hatten, machten wir uns auf den Weg, um einen Campingplatz zu suchen.
 
Wir hatten uns vorgenommen, heute einmal eine von den berühmten Hütten zu mieten, die überall in Norwegen für wenig Geld angeboten werden.
 
Da wir überall an den Straßen schon des öfteren das Schild *Huetta ledig* (Hütte frei) gesehen hatten, bereitete es auch keine Schwierigkeiten. Schnell hatten wir etwas abseits des Fjordes einen Campingplatz gefunden, doch leider war niemand da, der uns eine Hütte vermieten wollte.
Ein Motorradfahrer aus Deutschland, der uns sah, erklärte uns, dass wir uns eine Hütte aussuchen könnten, der Besitzer käme am Abend, dann könnten wir bezahlen.
Wir nahmen seinen Vorschlag an. Hütten sind in Norwegen kleine Blockhäuschen, wie wir sie hier bei uns  als Geräteschuppen benutzen. Sie sind zweckmäßig eingerichtet mit 2-4 Betten, haben alle Kühlschrank, Kochplatte und Tisch mit Stühlen. Wie alles in Norwegen sind sie sehr sauber und vor allem ist der Preis annehmbar. Im Schnitt kosten sie zwischen 200 und 350 Kronen (25- 45 €).
 
Am Abend wurde denn noch in fröhlicher Runde mit dem Motorradfahrer gegrillt und Erlebnisse und Strecken ausgetauscht.
 
Am nächsten Morgen wollten wir weiter in Richtung des Jostedalsbreen Nationalpark aufbrechen, um die Gletscher zu besuchen.......    
 
© by Su
 
 
 
Fortsetzung folgt.....
 
Hiermit wünsche ich allen ein sonniges We. am Montag geht es weiter mit Teil 4 Knuddels Su

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.07.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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