Margit Kvarda

Ferien am Bauernhof

Liebe Mama!

Bitte verzeih mir, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Aber hier ist jeden Tag was los. Am ersten Tag hat mich mein Cousin Ferdl und der Hiasonkel mit einem Pferdegespann vom Bahnhof abgeholt. Es war so heiß, dass ich mit der Badehose gefahren bin.

Gott sei Dank haben die Pferde mit dem Schweif frische Luft gemacht. Einmal musste der Hiasonkel den Wagen anhalten, weil die Pferde Briketts verloren haben, hat der Ferdl gesagt.

Die der Ferdl in einem Kübel einsammelte. Hier könnten wir viel billiger leben, Mama! Die Steffitante hat sich so gefreut, wie sie mich gesehen hat. Sie hat gesagt, sie freut sich schon auf die Wirtschaft die wir ihr machen werden.

Siehst du Mama nimm Dir ein Beispiel an ihr, du hättest Dich nicht so gefreut, wenn mein Cousin zu uns gekommen wäre.

Am andern Tag durfte ich den ganzen Tag auf dem Esel reiten. An diesem Tag ist der Onkel besoffen nach Hause gekommen. Er hat sogar doppelt gesehen, weil wie er mich auf dem Esel erblickt hat, rief er: Seit wann haben wir zwei Eseln! Am nächsten Tag hat mich der Ferdl in den Kuhstall geführt. Ich sage Dir Mama, da stehen so viele Kühe, die sind aber alle an einer Milchpumpe angeschlossen. Damit wird automatisch die Milch abgepumpt. Der Ferdl hat gesagt früher haben sie die Milch mit dem Schweif herauspumpen müssen.

Der Onkel hat eine Kuh heraus genommen und ist mit ihr zum Bürgermeister gegangen. Wie er zurückgekommen ist, hat er zur Steffitante gesagt: Es hat geklappt, unsere Blessi bekommt ein Kalb. Bitte Mama Du musst unbedingt unseren Bürgermeister fragen, ob das bei ihm auch geht. Der Hiasonkel hat gesagt, er gibt mir eine Kuh mit nach Hause.

Stell Dir vor Mama, die Kuh hat vier Finger am Bauch, an jedem Finger rinnt die Milch heraus. Der Ferdl hat gesagt: Wir müssten halt wieder mit dem Schweif pumpen. Für eine Kuh alleine ist die Automatik zu teuer.

Mama hier sind so viele Hühner, aber jedesmal, wenn ich aus dem Fenster schaue, reitet der Hahn auf einer Henne durch den Hof. Ich habe es auch ausprobiert. Die Steffitante hat am anderen Tag ein Paprikahenderl mit Knödel gemacht. Einmal durfte ich auf den Heuboden klettern, Eier holen. Ich gab sie in einen Korb hinein und der Ferdl ist unten geblieben. Wie ich fertig war, habe ich dem Ferdl den Korb voll Eier hinunter geschupft. Aber der Ferdl der Depp, hat sie nicht gefangen. Die Steffitante wollte mich schimpfen, da habe ich ihr aber gesagt, dass ich unschuldig bin. Weil wie ich die Eier hinunter geschupft habe, waren diese ja noch ganz. Die Steffitante hat daraufhin die Eier selbst geholt.

Der Knecht ist ihr nachgegangen und hat ihr geholfen. Mama, die waren zu zweit und haben viel länger gebraucht als ich. Noch dazu haben sie kein einziges Ei gefunden.

Im Schweinestall war ich auch schon. Da ist ein Nutscherl mit einem Holzbein. Ich habe den Ferdl gefragt, warum es ein Holzbein hat? Er hat gesagt: Das Bein haben sie letzten Sonntag gegessen. Der Gefrierraum ist ausgefallen und wenn sie das Nutscherl schlachten, hält es sich nicht so lange frisch. Ein Schweinderl liegt im Stall mit einem riesigen Bauch und hat überhaupt keine Beine. Mein Cousin hat gesagt, die Sau bekommt junge Nutscherl. Ich habe ihn gefragt: Ob jetzt die Nutscherl auch ohne Beine auf die Welt kommen?

Da ist er ganz weiß geworden und hat geschrien: Das wäre ja entsetzlich, wir essen doch nur Haxerln. Du Mama, ich habe immer gemeint, im Heu spielen ist etwas für Kinder.

Aber Du hättest die Magd und den Onkel sehen sollen. Wie die auf dem Heu herum gerutscht sind, auf dem Bauernhof sind alle so lustig.

Der Onkel gibt mir wenn die Ferien aus sind, von jedem Tier eines mit. Dann machen wir aus dem Hinterhof einen Bauernhof. Wirst sehen wie gern auch Du mit dem Knecht im Heu spielst oder Eier suchen gehst.

Das Schönste war für mich das Traktor fahren. Leider durfte ich nur im Hof und nicht auf der Straße fahren, weil ich zu klein bin, hat mein Onkel gesagt. Ich fuhr so lange Benzin drinnen war, weil ich nicht stehen bleiben konnte. Als der Traktor endlich stehen blieb, sah ich die Steffitante Hühner einsammeln, die sich im Hof hingelegt haben.

Der Hund an der Kette muss sich erschreckt haben, weil er gestorben ist. Die Katze hat sich wegen dem Hund zu Tode gekränkt. Der Esel ist über das Nutscherl mit dem Holzbein gefallen und hat es erdrückt. Daraufhin ist der Esel mit dem Kopf an die Wand gelaufen und hat sich das Genick gebrochen.

Der Ferdl wollte über die Leiter, zum Heuboden hinauf, wahrscheinlich Eier holen. Aber die Leiter ist unten weggerutscht und der Ferdl ist in den Schweinestall gefallen.

Dort hat sich die Sau mit dem riesigen Bauch so erschreckt, dass sie eine Frühgeburt hatte.

Es waren neun winzige Nutscherln, ein jedes hatte vier Haxerln. Der Ferdl hat sich so gefreut, dass er mit dem gebrochenen Bein, das er sich beim Sturz zugezogen hat, große Sprünge durch den Hof machte.

Ich bin schon neugierig, was ich morgen wieder Schönes erleben werde.

Viele Bussi Dein Karli

© Margit Kvarda

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.07.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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