Michael Anger

3k - Kurzgeschichte

                                       3k
 
 
Wir schreiben ungefähr das Jahr 3000, so genau weiß das keiner mehr nachdem die technische Entwicklung im Jahre 2060 vorerst ihren Höchststand erreichte und seit dem her versucht wurde weitere Entwicklungen im technischen Bereich zu verhindern. Die meisten Menschen haben Angst vor Entwicklungen, da der Gedanke dass Maschinen rebellieren und die Welt beherrschen könnten nicht mehr so unwahrscheinlich ist wie man noch vor Jahren dachte. Dies sorgte für einen Zusammenbrauch der Wirtschaft. Außer dem Besitz von technischen Geräten wurde auch die Angehörigkeit zu sämtlichen Religionen verboten. Doch wie bei allem was sich die Regierung für unser „Wohlergehen“ ausdenkt, gibt es auch hier jemanden der sich nicht daran hält.

 

 

Kev ist jemand der sich von der Regierung nicht unterdrücken lassen will. Er ist strenggläubiger Crise (eine weiterentwickelte Form des Christentums) und ihm ist der Glaube wichtiger als das Wort der Regierung, und genau deshalb war es nur eine Frage der Zeit bis jemand an seine Tür klopfte.

 

Klopf, Klopf, Klopf

 

 

„Hier sind die ARF machen sie die Tür auf!“

 

 

 KNACK! Die Tür brach aus ihren Angeln als einer der fünf Leute der Anti Religion Fighters in Kev’s Wohnung einbrach. Kev schaltete schnell, kletterte aus dem Fenster und kletterte, dicht von der ARF gefolgt, über die Feuerleiter hinunter in eine dunkle Gasse.

 

 

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue, und führet mich zum frischen Wasser.

 

 

Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße, um seines Namens willen.

 

 

Und hob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.

 

 

Diese Worte sprach Kev immer wenn er von den ARF verfolgt wurde und um sein Leben zu bangen hatte. Doch plötzlich durchbrach ein Rufen Kev’s Gedanken.

 

 

„STEHEN BLEIBEN! Ihr wollt vollkommen sein, gleich wie dein Herr Gott im Himmel vollkommen ist? So werde ich nun scheiden was Gott einst zusammen gebracht hat, angefangen mit deinem Leben Kev!“

 

 

„Amen!“ sagte Kev mit sarkastischem Ton, schnappte sich eine Glasflasche aus dem nächstgelegenen Müllcontainer und warf sie, in tausende von Splittern zerbrechend, in das Gesicht des ARF’s. Vor Schmerzen kreischend hielt sich der ARF die Hände vor sein entstelltes Gesicht, als Kev plötzlich davon rannte. Langsam nahm der ARF die Hände von seinem Gesicht und sagte mit beschämtem Ton: „Hinter her! Schnappt ihn euch!“ Die gesamte Hetzjagd erinnerte Kev an die Vorsehung des Prophten an Herodes, welche er aus der Bibel kannte:

 

 

Es war die Vorsehung der Propheten, die den König Herodes beängstigte. Aus Furcht seinen Thron zu verlieren, entsandt er seine Heerscharen, um den einen zu finden.

 

 

Und dieser eine ist im Moment Kev. Als Kev in eine Sackgasse geriet, wusste er keinen Weg mehr sich zu helfen.

 

 

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue, und führet mich zum frischen Wasser.

 

 

Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße, um seines Namens willen.

 

 

Und hob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.

 

 

 

Die ARF erhoben ihre Waffen gegen Kev, verspotteten erneut einen der von Kev hochgeschätzten Bibelzitate,

 

 

„Heute wirst du mit deinem Gott im Paradiese sein!“ und drückten ab.

 

 

Mit dem letzten Atemzug schaffte Kev es vor seinem Tode zu erwähnen, dass weitere kommen- und sich dem Willen der Regierung widersetzen werden und zitierte aus der Bibel:

 

 

So steht es geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten tage.

 

Und dass gepredigt wird in seinem Namen, Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.

 

 

Friede sei mit euch...

 

bis in alle Ewigkeit...

 

 

 

 

ENDE

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.08.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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