Egbert Schmitt

… Nürnberg_4_Schul-Einkaufs & Erinnerungs-Triatlon

 

 
NUN WEITER,
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auf dem Heimweg mit dem Firmen-Rad
und zum “Anlaufpunkt dritter Kaufhaus-Laden” (der Schokkn):

Endlich Geha-Patronen,
Schulsachen-Rest wieder nicht, oder unpraktisch, oder überteuert …

Das “Schokkn”-Kaufhaus,
(altjüdischer Vorbesitzer bis 1935 – dann “arisiert”)
nannte sich ab 1952, Kaufhaus Merkur, aber im Sprachgebrauch
immer noch “der Schokkn'” – auch Nürnberger Südstadtgeschichte –.


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Der umherziehende qualmende Rauch (warum?, siehe Teil 3)
überzieht den eh schon grauen Himmel; und die Feuerwehr
schafft es NUN DOCH aus dem Bahnhofstunnel “in vollzähliger Stärke”.

Wird doch “kaner ozündlt hom”, den Kaufhaus-Ramsch-Lod'n
mit dem alten Graffl vom “neuenMerkur/Horten/Kaufhof-Konsortium.

Vermutlich nicht.

Nach Andreas Bader und Gudrun Enslin (70er)
gibt es gottseidank (leider ?!) keine zündelten bekennenden
Kaufhaus-Terroristen mehr.

Die haben sich jetzt auch schon mineralisiert.


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Wenn schon mal hier, dann auch gleich in das letzte Stockwerk,
zu jener abgelutschten Spielwarenabteilung, in welcher ich meiner
Grossmutter vergeblich versuchte, ein Dinky oder Corcy-Toy “Audoler
aus dem Anzug bzw. Blümchenkleid zu leiern.

Mein Alt-Spielwaren-Tick hat vermutlich HIER seinen Ursprung!

Wo sind denn 2005 die “kleinen-meinen” seltenen
HotWheels oder Matchbox Replika's abgeblieben ?
Vermutlich “von kleinen subversiven Jungs
für ihre sammelnden Väter abgestaubt.

Nich’ mal da kann ich mich auf meinen Sohn verlassen !

Hat den ganzen B & B-Feiertag keine Schule, vergisst alles,
lernt seine Vokabeln nicht, - dann könnte ER wenigstens
nach MEINEN Sammel-Autos linsen.


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Will gleich mal “zu Hause” anrufen, wo ich NOCH hingehen soll,
um die erforderlichen Schul-Restwaren zu finden !
Kundentelefon wo bist du.

Ja, ja, typisch – besetzt.

Ein Handy habe ich ja abgelehnt, selber schuld.
(Wollte nicht ständig – ! du-musst-mir-noch ! – angerufen werden)

Wartenwaaaartenrtentenennnnnnnnn...
gngngaaa, - ahh endlich durchgekommen.

Hier ist der automatische Anrufbeantworter
der Familie Schmitt-N . . . . . , wir sind leider …–

... leider IMMER ERST der Anrufbeantworter, meine 20 Cent
sind schon weg, Sch.... Beantworter, nur weil meine SchwieMUH ständig ...


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Oh, tatsächlich eine Verbindung.

ICH: hör mal …

meine Frau gleich:
in der Nähe vom Aufsessplatz gibt es noch … einen Laden …
und beeil dich, es gibt Schaschlik !
… kannst Du noch drei Maggi-Sauce in der Tüte mitbringen ?
… und DEINE Tochter musst du noch vom Badminton abholen !
… und DAS eine oder andere “auch-mit-dabei-Mädchen” nach Hause fahren!
… und milde O-Saft-Getränke mitbringen … !

ICH: Hallo, alles geht nicht, bin doch mit dem Firmenrad unterwegs,
an dem doch die Kette fast platt ist, äh ich meinte, wie soll …
der Rover-Mini hat doch einen Deffffff....! Aufgelegt……!

… na warte, “verarbeite” ZUHAUSE
meinen Sohn und den Rest der Herzallerliebsten “auch zu SCHASCHLIK”,
die mir grundsätzlich “diese Einkauf-Such-Hin&Her-Sache” eingebrockt haben.


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Stehe genervt am NEU gestalteten Aufsessplatz
(ein Pflasterer-Gesellenstück WIEDER OHNE neue Bäume)
vor dem umgebauten WOWO (Woolworth).

Aber wo brennt es denn dann, wenn nicht hier ?

Umherziehende Rauchschwaden verhüllen die oberen Hausecken,
verqualmen die Satelitenschüsseln aller EU-Südstadtindianer,
wo es sonst nur die daHEIMATgebliebenen Spatzen schaffen,
selbständig die Kurve zu kratzen.

Oder handelt es sich die Hilferuf-Rauchzeichen für die letzten
verschollenen Familienmoikaner aus den verschlungenen Pfaden
der Ost-Karpaten, wo nicht nur die Wiederholungs-Täter-
Winnetou-Filmchen ihre Ursprünge haben ?


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Lasse Rad und Vermutungen zurück und betrete …
genauer “wälze mich” durch den WOWO auf der Suche
nach wirklich brauchbarem” !

Alle ethnischen Volksgruppen die die Südstadt beherbergt,
sind hier mit doppelreihigen Kinderwagen
und deren zweibeinigen kreischenden Inhalten vertreten.
Rote Ballons gratis. Eng gehts hier zu.

Aber moderner, als beim “Schokkn-Kaufhof”.
Wenn‘s DA brennt, gnade Gott – bzw. Allah oder Budda.

Ohh, - da gibt es ja wieder kleine alte Corcy-Fire-Engines für 1.99 !
Schööööne Teile, wie aus den 40ern bzw. 60igern.
15 verschiedene zähle ich ab, aber mein Sohn & Ich sind dafür
eigentlich” schon viel zu groß …

Meine kindheitswunde Toy-Seele bricht eruptiv wieder auf.


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Stehe wie damals staunend davor und schrumpfe
auf Kleidergröße 86/92, mit dem Finger an der Unterlippe
schippend (babbl brbrbrabbl ba) wie im Baby-Sitter-Boogie-Hit
von Ralf Bendix ...

Suche gedankenverloren nach der Hand meiner Ma',
die mir eh nix kaufte, da kein Geld “für so was"
weder am Monatsende oder Anfang übrig war !

Genau, meine Mutter, die kam mir damals “im Schokkn
abhanden, weil ich “meine Patsche-Hand” einer ANDEREN
Mama “am Wühltisch 4” gab; und DIEse Tussi MICH ERST
beim Hinausgehen “als Fehlgriff” bemerkte …

Genau da, am metallenen Rolltor, wo Tag-Ein - Tag-Aus
dieser debile Mann im abgeschabten Trachtenjanker
mit seinem ausgestopften Papagei auf der Schulter,
über'm Lüftungsschacht stand, und mit dem Präparat
eine lautstarke Doppelconference abhielt.

Ja, ne’ alte Geschichte, interessiert die denn noch ... ?!


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Drausen tobt der Wind und die Tatütata-Brigade-Engine
ist anscheinend am Weg “zum Brand” lautstark
dem Feuer nähergekommen.

Fährt “links rein” in die baumlauschige Alexander von
Humboldt Straße, wo es “am Eck” einen findigen Konditor gibt,
der Nürnberger Lebkuchen neuerdings in allen erdenkbaren Formaten,
mit afrikanischen Gewürzen, arabischen oder türkischen Zutaten mischt.

Bäckt für eine Multikulti-Marktnische auf Bestellung.

Dessen Semmeln (=Brötchen) besitzen immer noch
einheitliche Größe und Preis & Qualität ...

Während andere IndustrieBECKer jedes Hauseck übernehmen.


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Erst den Preis verEUrohen und dann die betonierten
Laugen-Liliputaner (=Brezen) dann wie eine
Puppenküchen-Notfall-Set-Miniatur verniedlichen.

Manche Alteingesessene sind lautstark sogar
für die mittelalterlich Bäckertaufe. –

Kennen Sie nicht !? –

Nun, - die “Semmel-Schlawiener” (= Bäcker) in einen Käfig;
und dann in dem schlammigen Pegnitzfluss “a wengala Kielholen”.
War eine gebräuchliche Diziplinarstrafe. Leider irgendwie nach
der Magna Carta um 1215 anscheinend aus der Mode gekommen.

Klar, geht nicht, is' nich' drinn:
in der UNESCO-Lebkoug-City der neuen Menschenrechte.


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Und außerdem flutet ja dann die Pegnitz die renovierte
Vorzeige-Altstadt, weil alle Brezen-Halodries am letzten
Nadelör-Wehr “von der Pegnitz zur Regnitz”, sich mit
den Fürther-Fett-Wurst-Metzgern (an)aufgeschwemmt
um die Wette stauen würden.

Mein Vorschlag, als Alternativ-Essen für Touris & Homis:
... genau, eine neue Geschäftsidee !
... zum Mitbringen für die Japanesen-Nippon-Grandma,
und die eigene zahnlose Omma im Wastl (Altenstift) - das wärs ...

In dey’ unverkauft’n ald’n Soß’n-Lebkuchen
a' Halsband-Schnürler durchziehen und wie
in ein Postcard-Intasien-Votiv-Dio-Rama
(plastisches Nürnberg, “ich hob’ dich gfress’n”)
dann sichtbar drei verkohlte originale
Noris-Bratwürscht neipropf'n.

Der neue schlechtes Gewissen-Kauf-Hit für das
am Nürnberger Volksfest obligatorisch georderte
Aufschrift-Spruch Schatzi-Glasur-Herzchen.

In Originalton:
HALLO SIE, Fräulein –
“iiich gräich für mei Alde (= Ehe-Frau)
a so a’ neue Mehlspeis zum Umhänger’,
mit der halb’n Sau im Guckkast’n !


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Mehr Geschichte über diese A. von Humboldts-Straße
& drumrum, sowie über deren musikalischen Besonderheiten
jenes Nürnberger Südstadviertels und Bewohner,

als auch von MIR (egbert)

demnächst in Teil 5

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.09.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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