Klaus-D. Heid

Die nackte Wahrheit

„Und? War ich gut...?“
 
Andrea sah mich mit diesem seltsamen Blick an, der alles und nichts aussagte.
 
„Du warst... ganz gut, Schatz. Obwohl...“
 
Ich schluckte. War sie vielleicht nicht zufrieden? Hatte ich etwas falsch gemacht? War sie nicht befriedigt? Hatte ich mich so getäuscht, als ich dachte, dass sie...
 
Andrea unterbrach mein Nachdenken.
 
„Vielleicht könntest Du das nächste Mal etwas...“
 
Himmel! Ich hatte recht! Sie war unzufrieden mit mir! Ich muss mich wirklich wie ein Idiot angestellt haben, wenn sie mich jetzt darauf ansprach.
 
„Vielleicht könntest Du das nächste Mal etwas mehr auf meine...“
 
Das war’s also! Ich war nicht auf ihre Bedürfnisse eingegangen, hatte wieder einmal nur an mich gedacht und habe wahrscheinlich die Zeit mit ihr als totaler Egoist vergeigt! Ich schämte mich. Warum nur, warum, musste ich nur immer zuerst an mich denken, statt mich mit all meiner Liebe, die ich für sie empfand, auf sie zu konzentrieren?
 
„Sag’s schon, Liebling!“ flehte ich sie an, während ich es vermied, ihr in die Augen zu sehen. Vielleicht weinte sie ja und es fiel ihr schwer, mir die ungeblümte Wahrheit zu sagen?
 
„Du willst es wirklich wissen?“ hörte ich Andreas kristallklares Stimmchen, in dem ich diesen schrecklichen enttäuschten Unterton erkennen konnte.
 
„Bitte nimm keine Rücksicht auf mich, mein Engel! Schone mich nicht! Ich bin es nicht wert, dass Du so rücksichtsvoll bist. Du hast alles Recht der Welt, mir nun schonungslos zu sagen, was ich falsch gemacht habe, denn mein einziges Streben soll immer nur Dein Glück sein, mein Herz!“
 
„Nun gut. Wie Du willst, Klaus. Du hast es so gewollt. Aber bitte beschwer Dich nicht, wenn ich nun Deine Gefühle verletze. Ich möchte einfach nur, dass wir beim nächsten Mal mehr Spaß dabei empfinden, ja? Du darfst Dich also nicht grämen, wenn ich jetzt sehr, sehr ehrlich bin, Schatz!“
 
Ich nickte nur stumm und ergeben, während sie sagte:
 
„Du solltest beim nächsten Mal, wenn ich Dich wieder kochen lasse, etwas mehr Thymian an die Soße tun, Liebling! Nur etwas mehr Thymian, damit es nicht wieder so fade schmeckt.“

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