Egbert Schmitt

… SigmundF, – ist noch Platz auf deiner Chautsch…1teSitzung

 

 

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… ja ja, jaaaaa-doch – ich gebe es zu,–
ich bin ein „in Schachtel & Dosen Einpack-Sammel-Vetischist”.


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NEIN SIGMUND F, – nicht nagelneue Schuhschachteln oder deren Inhalt,
dies wäre ja, wie du mir sicherlich bestätigst, eine weibliche Domäne
und für's Gehaltskonto inflationär,– und träfe, wenn nicht ständig überzogen,
gewiss (nicht nur) auf meine Frau zu.

MEIN LEBEN, vornehmlich das vergangene, existiert parallel feinsäuberlich,
in unterschiedlichen Kartons, HartPlastik-Boxen, diversen Holz-, Blech-,
Span-Verpackungen aller Materialien und altertümlicher Behältnisse.

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VERSTEHST DU DAS SIGGI, sag mir, –
kann das sein, dass ich einen handfesten Hau an der Murmel habe …

„Oh Herz geh auf”, – wenn meine Augen einen britischen Ausstattungsfilm
im heimischen Flimmerkasten betrachten.

Habe ich DIR schon von DEM verschrobenen Zauberstock-Konolialwarenladen
in Henry Potter Teil I erzählt, oder den amerikanischen skurilen BORGER-Film erwähnt,
mit seinen schrägen angeschrammten Kleinst-Utensilien.

Einfach gnadenlos Grandios ist der Deailreichtum der Studio-Aufbewahrer,
sowie deren verstaubter Schächtelchen- und Versteck-Geheimnisse-Fundus.

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MEINST DU NICHT, dass ich unbedingt Kurator
im Germanischen Nationalmuseum hätte werden müssen,
und nicht im graphischen Gewerbe mir hirnrisige NEUE Gedanken
um tech. Redaktionelle Probleme irgendwelcher Warenkataloge
und Vermarktung zu machen, die preis-Inflationär immer aufwändiger
sowie „noch schneller” gestaltet werden sollen.

Wo es doch seit der Erfindung des Rades immer wieder einige
Unvertrossene meinen, das selbige NEU zu erfinden, wo doch buchstäblich
jede Idee, wie man schönes, praktisches, überflüssiges gestaltet
und optisch verkauft, schon irgend jemand mal zu einer unpassenden Zeit
mit alter Werkzeug-Technik produziert hatte.

Vieles was sich so ansammelt ist schlichtweg genial-einfach durchdacht.
Läßt sich aber heute kaum mehr, mit der empfindlichen Makro-Feintechnik,
ein zweites Mal „mit der alten Patina-Anmutung” annähernd herstellen.


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HEY, SEHLENKLEMPTNER –
willst du dir nicht mal ein paar Notizen machen zum Thema …

WEIST DU SIGESMUND, – dass einige Manufaktum-Hersteller
zum meiner FREUD' und zum Portemonai-Leidwesen unsere Familie,
sich diese bewährten Dinge wieder produktionstechnisch leisten,
um Parfüm oder z.B. CD-Booklets im edlen Kleid wieder NEU
unter die Kundschaft zu bringen.

Dann werden labile Leute wie ich schwach und behalten den Verpack-Kram,
den andere, wenn Inhalts-LEER, diesen ins Reststoff-Nirwana entsenden.

Das aufwändige Drumherum nochmals herzustellen, ist vermutlich wiederrum
nur in China noch bezahlbar und techn. möglich.

So wie ein deutscher Raumfahrer erwähnte, dass ein bemannter Mondflug
wie 1969 nicht mehr durchführbar wäre, weil das einfache Wissen darüber
und die simple Technologie keiner mehr nachvollziehen kann.


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DÄMMERTS DIR DA in deinem ledernen Ohrensessel, –
oder schläfst DU schon

WEISTE, – nächtens wache ich schweißgebadet auf, weil mir träumte, dass ich
mein geistiges Durcheinander akkurat in einen spanischen Schrank sortierte.
Versuche vergeblich in seinen hundert versteckten Intasien-Türchen
meine arbeits&familen-finanz-chaotischen Tagesabläufe in Einklang zu bringen.

Arbeite schlafend & träumend bis zum MorgenGRAUEN daran,
bis meine Kinder & Frau mich DANN aus den zerwühlten Federn werfen.–
So bin ICH unleidlich Fix & Foxi, während die Traum-Schubladen sich
„wieder entleerend öffnen” und ich inständig hoffe, dass beim morgigen
ABENDschlummer alles von vorne und „EINMAL RICHTIG ENDET”.

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IST DAS DEIN ERNST, DR. FREUD, – ICH sei der geborene Beamte … ?!

Städtische-staatlichen Bewahrer haben HIER im GNMuseum Nürnberg
in ihren Aservatenkammern schon vor 30 Jahren den Verpackungsreichtum
eines MAC-Donald's und seinen manigfaltigen Müll (hermetisch ungebraucht),
für alle Zeiten steril eingeschweißt.
Nur DIE Erwählten können den intelektuell erworbenen Um-Trieben
ungehemmt ihren freien Budget-Lauf lassen, wo ich zügeln muss …

Und wenn meine URUR-Enkel dann verzückt an der Strasse
der Menschenrechte vor dem Museum stehen und freudig ausrufen:
„sieh mal da, neben der goldenen Bulle (1052) von Kaiser Karl IV,
ist eine 1974er Erstausgabe einer papierernen Ronald-Mac-Doof
Tablett-Unterlage im Zweifarben-Siebdruckverfahren ausgestellt…!

Zugegeben, als primärer Sammler uralter Spielsachen bin ich
seit meinem 17 Lebensjahr in diese Richtung prädestiniert und geschult;
und eine alte Matchbox- oder Schuco-Schachtel oder noch viel älter
ist oftmals mehr wert als deren Inhalt !

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JA ICH WEISS Herr FREUD, – Mint and Boxed nenn sich dies…
… was auf meine Person gewiss nicht zutrifft …

Diese Person ist gestern, in unseren Firmenkatakomben
bei der Sichtung nach Druckerpapier, auf eine kleine wunderschöne
uralte amerikanische Verpackung (1928) gestoßen, deren Inhalt
ungebrauchte wasserfeste Lithokreide enthielt, als man damit noch
auf einem Solnhoferner-Lithostein die letzten Bildretuschen vollzog.

Nach Absprache landete DIES erstmals in meiner Vitrine im Wohnungsflur
und nicht im hiesigen Industriekultur-Museum mit SatzWerkstatt,
wo auch die restlichen Werkzeuge, wie ein Winkelhaken, Stichel,
Klischees, Raster & Fadenzähler und einige Holz und Bleibuchstaben
aus meiner Lehrzeit als Schriftsetzer, eine museale Ruhestätte fanden.

STIMMT, DAMALS musste ich auch immer alle gesetzten Bleibuchstaben
feinsäuberlich in die Setzkästen zurücksortieren.
Könnte daher unterschwellig mein SORTIERZWANG herrühren …
… weil ein WASCHZWANG ist bei mir (laut EHEweib) undenkbar.

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ACH-SO, du MEINST das EINE hat mit dem ANDEREN nichts zu tun …
und macht mich und mein Nervenkostüm noch dünnhäutiger
als eh schon. Selbst die äusere Hülle nützt sich (ja stimmt) dadurch auch merklich ab.

Nun ja, DU HAST BESTIMMT RECHT, unbespielt bin ICH gewiss nicht mehr,
eher schon etwas am Rand abgegriffen, quasy eine in die Jahre gekommene
alte Schachtel, sollte ich weiblicher Natur sein.

In auserkorene Verp.-Einheiten spiele ich künstlerisch eigenmächtig etwas Schöpfer,
indem ich mich mit ausgedienten zweck-entbundenen Gegenständen umgebe,
denen Zeit-Vergessenen ich „ein neues Leben” zu meinem Gusto einhauche.

Chinesen-Reis-Cop-Sui Tubber-Ess-Transport-Leichen
pflastern mein Kämmerchen mit Krimskrams und die ebenfalls unzähligen
leere Q-Tips OhrStäbchen-Einheiten von ALDI-SÜD,
nehmen alle Knöpfe, (die wohl nie mehr einer braucht) sowie Nadel & Fäden
und Leo-Sohnemanns geschundene Spielzeug-Autos geduldig auf.

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ICH KANN NICHT LOSLASSEN und nach vorne blicken, FOLGERST DU … !?
Mich von alt-Bewährtem zu trennen, fällt mir schwer …

… NA, das SIGGI, erzähle nicht mir – sondern mal unseren NEUEN IRREN
in der Polit-Koalisation, die sich gerade anschicken, wie diese GESCHICHTE
sich wiederholt verselb(viel)ständigt –

und WIR UNS (so hoffe ich) bei der nächsten „vorletzten Sitzung” wiedersehen/lesen …

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mit Egbert S. (und Sigmund F.) !?

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.10.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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