Margit Kvarda

Der Richter und der Angeklagte

Der Richter zum Angeklagten:
Was ist mit ihnen los? Wenn sie so weiter machen,
haben sie von ihrem Leben überhaupt nichts mehr.
Nun haben sie schon 35 Jahre Knast hinter sich.
O danke sagt der Angeklagte:
Wenn sie mir noch 5 Jahre dazu geben könnten,
hätte ich 40 Jahre beisammen.
Dann setze ich mich zur Ruhe und
genieße meinen Verdienst.
Der Richter:
Wie konnten sie nur so viele Jahre
zusammen bekommen?
Der Angeklagte:
Angefangen hat es mit meinem
ersten Selbstmordversuch.
Da habe ich daneben geschossen
und einen Rehbock erwischt.
Dann habe ich einen Drachen steigen lassen,
aber meine Schwiegermutter
hat nicht
fliegen können.
Der Richter sagt:
Ich lese hier, sie überfielen einen Mann,
raubten ihm die Brieftasche.
Aber warum haben sie ihn auch noch verdroschen?
Angeklagter:
Weil kein Geld drinnen war.
Der Richter:
Was lese ich da, sie haben ihren Gegner
mit einer geistigen Waffe bekämpft.
Angeklagter:
Ja Herr Richter, mit der Schnapsflasche.
Ja und dann habe ich neun Monat
bekommen, weil ich Geld gefunden habe.
Das gibt es nicht dafür wird man nicht bestraft,
sagt der Richter:
Angeklagter:
O doch, die Frau hatte es nämlich noch
nicht verloren gehabt.
Und einmal war  ich betrunken und habe
ohne Führerschein einen Anhalter mit genommen.
Der Richter:
Das sind Autofahrer Delikte.
Wo ist da das Verbrechen?
Angeklagter:
Das weiß ich nicht Herr Richter,
vielleicht ist da ein Justizirrtum passiert.
Oder weil der Anhalter in die andere Richtung wollte.
Vielleicht hätte ich ihn vorher einsteigen lassen sollen.
Aber ich habe mich so geärgert,
weil kein Schlüssel im
Auto steckte.
Gott sei Dank hatte ich genug Draht bei mir,
als der Wagen endlich lief, hörte ich im Radio
dass ich nicht allein im Auto war.
Wie ich mich umdrehe,
sehe ich ein schönes
Mädchen hinter mir sitzen.
Ihr Vater hat sich so gefreut,
weil  ich sie nach Hause
brachte,
dass er mir vor lauter Freude eine Mille in einer
Plastiktasche zusteckte.
Ich musste mich verdrücken,
sonst hätte er mir noch eine Mille dazu gegeben.
So eine Freude hat er gehabt.
Aber ich bin doch kein Unmensch.
Der Richter:
Ich habe gehört sie bekommen nie Besuch,
warum nicht,
haben sie keinen Verwandten?
Und warum werden sie immer Rückfällig?
Der Angeklagte:
O doch Herr Richter,
aber die arbeiten alle hier im Haus.
Und die Rückfälligkeit ist bei mir schon krankhaft,
jedes Mal wenn ich einen Geldschrank sehe
bekomme ich einen Brechreiz.
Der Richter fragt,
warum bemühen sie sich nicht um ein
regelmäßiges Einkommen, fragt der Richter,
das habe ich doch schon mehrmals versucht,
aber, man hat mich jedes Mal erwischt.
Herr Richter,
einmal habe ich Angst gehabt,
wie noch nie in meinem Leben.
Verführt mich nicht eine junge bildhübsche Frau,
ich ahnungslos wie ich war,
ging mit ihr auf das Zimmer.
Ich wollte gerade meinen Widerstand aufgeben,
als ein großer starker Mann in der Tür erscheint,
er schrie seine Frau an,
sie soll doch von mir lassen.
Ich dachte schon, er bringt seine Frau um,
so wütend war er, zum Glück,
hatte ich meine Spielzeugpistole bei mir,
Herr Richter,
mich wundert es heute noch,
wie sich ein Schuss lösen konnte.
Der Richter:
Nun Angeklagter, ich glaube,
bei ihnen ist nur der Alkohol schuld.
Der Angeklagte:

Herr Richter:
Mir fällt ein Stein vom Herzen und ich
dachte schon,
ich wäre selber Schuld.
Da bin ich doch wegen dem blöden Alkohol
die ganzen 35 Jahre unschuldig gesessen.
© M.K.

 

 

 

 

 

 

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Als junges Mädchen erfand ich schon lustige Geschichten, die ich meiner Nichte erzählte. Meine Dichterei geriet in Vergessenheit, erst meine Kinder Walter und Beatrix gaben mir, durch ihren herzigen Kindermund die Idee wieder zu schreiben.
Wie sie sehen, ging meine Phantasie mit mir durch und etliche Gedichtbände kamen raus. Ich hoffe auch sie finden das Eine oder Andere, worüber sie lächeln können. Viel Vergnügen beim Lesen wünscht ihre Margit.

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