S. Lang

Absturz

Sie war schon immer ein wenig anders gewesen, als die anderen.  Zum Beispiel hatte sie nie Angst vor der Nacht, großen dunklen Wäldern oder gar Gewitter, nein sie war nicht, wie ihre Freundinnen. Ok, diese wurden auch immer weniger, weil sie sich immer mehr abschottete. Sie war oft allein. Aber das machte ihr nichts. Sie war gerne alleine. Einsam fühlte sie sich nie, sie hatte ja noch sich und ihre kleine schwarze Katze. Ihre Mutter war vor einem Jahr gestorben. Sie hatte Krebs. Aber das machte ihr nichts, ihrer Mutter war sie eh immer egal gewesen. Ihr Vater war vor 2 Wochen abgehauen, aber das hatte sie bisher niemandem gesagt. Bald würde sie ja 18 werden, dann war es egal, wo ihr Vater war und ob er zurückkam. Sie kam auch alleine ganz gut zurecht. Die Schule hatte sie geschmissen, ebenso die Ausbildung. Ihr Geld verdiente sie mit Drogen und Prostitution, aber sie sprach mit niemandem darüber. Wie auch, sie redete nie mit jemandem. Früher war sie mal fröhlich und heiter gewesen und ein Leuchten strahlte in ihren Augen. Doch, als ihre Eltern bankrott gingen, ihr Freund bei einem Unfall ums Leben kam und ihre Oma, ihre einzige wirkliche Bezugsperson starb, war es vorbei. SIe begann Drogen zu nehmen. Aber auch das hlaf ihr nicht weiter, das sah sie ein, denn stehlen wollte sie nicht und Drogen waren teuer. Also verkaufte sie ihre Reste und wurde zum Dealer. Bald schlief sie oft draußen in Parks und Hauseingängen. Sie verwahrloste und mit ihr ihre Katze, die sie überallhin begleitete. So ging das nun schon seit 2 Jahren.
Eines Nachts, als sie gerade mit ihrer Arbeit fertig war und in ihre verwahrloste kleine Wohnung zurückkam, fand sie sie leer vor. Man hatte sie ausgeraubt und alles mitgenommen. Ihre Katze lag tot auf dem Boden. Da begann sie das erste Mal in ihrem Leben zu weinen. Sie weinte 2 Tage und 2 Nächte lang durch, ohne zu schlafen oder zu essen. Sie war so traurig, dass sie beschloss, nie wieder etwas zu essen. Nach 2 Wochen war sie so entkräftet, dass sie kaum noch atmen konnte. Also legte sie sich mit letzter Kraft auf die Stelle, wo sie ihre Katze begraben hatte und schlief erschöpft ein. Sie sollte niemals wieder aufwachen.
2 Tage später fand man sie. Rief ihren Vater herbei und lies sie begraben. Der Vater weinte nicht eine Träne.
 
 
 
 
 
 (c) Sophie-Luise Lang 8.12.05

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.12.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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