Ingrid Hanßen

Martin ist doof ( eine Weihnachtgeschichte)

Martin ist doof

 

 

Martin ist 11 Jahre und neu in der Klasse und er ist deshalb einfach doof,

 

das fanden jedenfalls Kevin, Alex und Dominik. Über einen Neuen weiß man ja noch nicht viel und die drei wollten es auch gar nicht wissen. Für sie war er einfach der doofe Neue und den kann man doch so prima ärgern.

 

Das ging so viele  Wochen lang. Martin litt sehr darunter und je mehr er versuchte die Attacken der Anderen abzuwehren, je mehr stachelte es diese auf ihn weiter zu triezen und zu piesacken. Ach, war das toll für Kevin und seine Freunde zu sehen, wie Martin sich immer wieder reizen ließ. Sie hatten ihre helle Freude daran und Martin wurde immer trauriger.

 

Eines Tages, es war kurz vor Weihnachten, ging Martin wieder nach einem fürchterlichen Schultag, an dem die drei Freunde ihn mal wieder ganz gemein beschimpft hatten, sehr traurig nach Hause. Es war bald Heiligabend, aber bei ihm kam gar keine richtige Stimmung nach Weihnachten auf. Wieso ärgerten die Drei ihn immer nur, er hatte ihnen doch gar nichts getan. Martin verstand einfach nicht, dass es den anderen einfach nur so Spaß machte, zu sehen, wie er lit. Wie kann es denn sein, dass es Kinder gibt, denen so was einfach Freude bereitet.

 

Er war noch nicht weit von der Schule gegangen, da hörte er einen ganz entsetzten Schrei. Der Schrei klang, als ob sich jemand erschrocken und gleichzeitig verletzt hat. So schnell er konnte rannte er um die Straßenecke, um zu sehen, was passiert war.

 

Da sah er ihn, Alex, der Heute besonders gemein zu ihm war, halb auf der Strasse und halb auf dem Bürgersteig liegen. Dieser war mit seinem Fahrradreifen in einem Gullydeckel stecken geblieben und dadurch gestürzt. Noch ganz benommen schüttelte er ungläubig den Kopf darüber, wieso er auf dem Boden lag. Es war alles so schnell geschehen, dass er überhaupt nicht begriff, was passiert war. Ohne Nachzudenken lief Martin  zu ihm hin und half ihm wieder auf die Beine zu kommen.

 

Das Fahrrad war total verbogen und verschrammt. Auch Alex sah nicht viel besser aus, er hatte eine große Beule am Kopf und ihm taten alle Knochen weh. Da das Fahrrad nun kaputt war und Alex so auch nicht mehr allein nach hause konnte, nahm Martin kurz entschlossen dessen Schultasche in die eine Hand und das Fahrrad in die Andere. So ging er mit ihm das kurze Stück zur Schule zurück, damit dieser Zuhause anrufen könnte.

 

Als sie auf dem Schulhof angekommen waren, war Alex ganz beschämt und er fragte Martin, warum er ihm denn geholfen hätte, obwohl sie ihn doch noch vorher so geärgert hatten.

 

Martin meinte dazu nur: „Du brauchtest doch Hilfe und ich war da, da war es doch selbstverständlich, dass ich zu dir gekommen bin!“

 

Sie unterhielten sich noch solange weiter, bis die Eltern von Alex kamen. Dabei merkten sie, dass sie doch viel Gemeinsamkeiten hatten. Sie spielten beide gerne mit Lego und sie mochten die gleichen PC Spiele.Auch für den neuesten Kinofilm konnte sich beide begeistern,so beschlossen sie, am Wochenende gemeinsam hinzugehen. Für Alex war Martin jetzt nicht mehr der doofe Neue und er stellte fest, dass miteinander reden und spielen doch viel schöner ist als jemanden ärgern oder streiten.

 

 

Was meint ihr?

 

 

Martin jedenfalls freute sich jetzt auf Weihnachten, hatte er doch einen neuen Freund gefunden.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.12.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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