Die Sonne stand senkrecht über der weiten Sandebene. Es
musste wohl ungefähr Mittag sein. Der dürre Körper irrte durch die endlose
Landschaft. Schon vor Kilometern hatte er sich die Kleider vom Körper gerissen.
Nur ein erbärmlicher Stofffetzen, notdürftig um Schultern und Kopf gebunden,
schütze ihn vor der sengenden Hitze.
Wie lange wanderte er schon?
Wo war er?
Der Durst nagte an seinem Körper. Die aufgesprungenen Lippen und der
staubtrockene Hals schmerzten. Die verbrannte Haut fühlte sich ledrig an. Alle
paar Meter schwankte er auf seinen Beinen, fing sich wieder und stapfte
kräfteringend weiter. Seine Schritte hinterliessen undeutliche Fussspuren. Der
grelle Sand flimmerte. Seine Sicht verschwamm. Ihm entwich ein krächzender
Laut, als sein Körper auf dem Boden aufschlug. Das dumpfe Geräusch verlor sich
in der Weite. Wie tausend Glassplitter brannte sich der Sand in seine Haut.
Doch die Schmerzen nahm er kaum war. Seinen Körper spürte er nicht mehr. In
einer unendlich schwerfallenden Bewegung stützte er sich auf seine Hände und
zog sich Zentimeter um Zentimeter weiter. Er war kaum noch bei Bewusstsein, als
er mit einem Auge in die Sonne blinzelte.
Hatte er tatsächlich die Düne schon erreicht?
Vor ihm zog sich die kahle Ebene in die Ferne. Verschwommen nahm er einen
dünnen, schwarzen Strich am Horizont war. Die Meldung seiner Augen erreichte
erst viel später sein Gehirn. Vor Freude klappte er in Zeitlupe den Mund einmal
auf und zu.
War das wirklich eine Wüstenkarawane?
Seine Kraft in den Armen liess nach. Plump prallte er mit
dem Kinn auf dem Sand auf. Mit halb geöffneten Augen betrachtete er den
schwarzen Horizontstreifen. Er spürte wie er schwächer wurde.
Ist es das?
Die Augen fielen ihm zu; die Hitze brannte. Sandkörner kratzten ihm die Atemwege auf.
Fühlt sich so der Tod an?
Er verlor das Bewusstsein.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.12.2005.
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