Hartmut Pollack

Frühstück bei Laura

 
Frühstück bei Laura
 
Georges ging nicht, nein er schwebte neben Laura her. Er wollte ein Gespräch beginnen, doch die Stimme versagte ihm ihren Dienst. Er konnte die ganze Zeit nur Laura anblicken und wusste sein Glück noch nicht zu begreifen.
Seine reizende Begleiterin plauderte während des Gehens munter los.
„Meinen Vornamen kennen Sie ja. Ich arbeite freiberuflich an der Kunsthochschule und kann davon ganz gut leben. Allerdings reicht es trotzdem nicht zu einer eigenen Eigentumswohnung. Ich wohne seit längerem bei einem netten, älteren Ehepaar zur Miete.“
Georges sagte immer noch mit belegter Stimme.
„Mein Vater hat mir schon vor zwei Jahren das Geschäft überschrieben. Ich habe auch meinen Bäckermeister gemacht. Das Geschäft läuft ganz gut und ernährt uns. Allerdings backt mein Vater vorwiegend. Er kann es nicht lassen. Ich habe nachmittags noch eine zweite Einnahmequelle. Ich habe mich auf eigene Kosten zum Masseur ausbilden lassen und mir ein eigenes Massagestudio aufgebaut. Deshalb konnte ich bei Ihrem Anblick auch diese kreative Fantasie hinsichtlich Ihres Körpers entwickeln.“
Laura lachte mit einem leicht erotisierenden Unterton in ihrer Stimme leise auf.
„Ich denke, es wird ein anregendes, vielleicht sogar aufregendes Frühstück werden. Wir sind gleich da.“
Vor einem Fachwerkhaus hielt sie an und zeigte nach oben.
„Dort oben unter dem Dach habe ich mir meine Wohnwelt eingerichtet.“
Georges hörte sich nur sagen: „Ich freu mich schon.“
Laura öffnete die Eingangstür, fasste ihn am Arm und zog ihn die Treppe hinauf.
Mit klopfendem Herzen betrat Georges ihre Welt.
Laura hatte das Dachgeschoss in seiner Bauweise erhalten. Die tragenden Holzbalken teilten den freien Raum auf und schufen das Gefühl von kleinen eigenständigen Räumen.
Möbliert war die Wohnung mit altdeutschen Möbeln aus echtem Buchenholz. Tische, Stühle und Schränke waren aus Holz gearbeitet und schufen eine warme Atmosphäre.
Das Bett stand seitwärts im Wohnbereich. Eine hohe geschnitzte Kopfseite erzählte Geschichten aus dem Kamasutra. Auch in das Fußende waren erotisierende Figuren geschnitzt.
Georges blieb stehen, ließ seine Augen wandern und hielt die Luft an. Er fühlte sich einfach wohl hier. Laura hatte eine atemberaubend schöne Atmosphäre in dem ehemaligen Dachboden des alten Hauses geschaffen.
„Wunderschön,“ hörte er sich sagen.
Laura lächelte still.
Wortlos ging sie zur Kaffeemaschine und setzte sie in Gang.
Genauso still deckte sie den Esstisch für zwei Personen. Zuletzt steckte sie eine Kerze an und stellte sie in die Mitte des Tisches.
Ihre Augen waren beim Anblick des staunenden Mannes ganz warm geworden. Sie war über sich selbst etwas verwundert. In ihr regten sich urplötzlich Gefühle. Das war so unerwartet. Ein wenig unwillig schüttelte sie den Kopf. Es konnte doch wohl nicht sein, dass sie so spontan eine liebende Leidenschaft gepackt hatte.
Laura lauschte in sich hinein. Sie spürte ihren leicht angestiegenen Puls. Sie hörte ihn bis in die Ohren schlagen. Auch fühlte sie sich nicht so selbstsicher wie sonst immer.
Deshalb riss sie mit einer etwas zu forschen Stimme Georges aus seinen Träumen.
„Wir fangen besser mit den vier normalen Brötchen an zu frühstücken, ehe Sie mir das erfundene Schambrötchen erklären. Ich schlage auch vor, dass wir uns ab sofort mit dem normalen Du unterhalten. Das Sie klingt so förmlich.“
„Beides halte ich für tolle Ideen, Laura,“ klang es zurück. „Doch auf den Bruderschaftskuss für das Du möchte ich um keinen Preis verzichten.“
„Sofort oder nach dem Frühstück?“
„Sofort natürlich!“
Mit diesen Worten nahm Georges seine Traumfrau in die Arme, zog sie fest an sich und küsste sie. Seine Lippen drückten sich fest auf Lauras weichen Mund, die Zunge durchdrang die Barriere der Zähne und begann mit Lauras Zunge einen wirbelnden Tanz.
Laura spürte in diesem Moment eine ungewöhnliche Leichtigkeit in sich, ihr Körper bebte leicht und sie fühlte ein erregendes Gefühl in sich.
Gegen ihren inneren Willen riss sie sich los und hauchte ihm ins Ohr: „Nicht so wild, Georges, wir haben noch so viel Zeit!“
In ihrer Stimme lag eine Herausforderung aber zugleich ein Versprechen.
Georges kam aus seiner leidenschaftlichen Traumwelt zurück, atmete tief durch und antwortete nur mit einem Namen, in dem eine tiefe Sehnsucht mitklang: „Laura! Laura! Laura!“
Er spürte nicht, wie er sich langsam hinsetzte.
Laura schenkte ihm Kaffee ein. Er merkte es nicht, er hatte nur Augen für sie.
„Hallo, Georges, wach auf, hallooo!“ rief sie mit einem kleinen Lachen.
Georges kam zu sich und lächelte zurück.
„Meine Göttin, was wird erst passieren, wenn ich dich fest in meine Arme nehmen darf. Dein Kuss allein macht mich ja schon verrückt!“
Laura überhörte diese Frage und reichte ihm eins der frischen Brötchen.
„Lasse dir deine Brötchen schmecken,“ lachte sie.
„Ich kenne die wohl,“ erwiderte er, „aber sie wurden mir noch nie von einer so aufregenden Frau gereicht.“
„Wie? Du bist nicht in festen Händen?“
„Nun unerfahren bin ich nicht, aber seit längerer Zeit bin ich solo.“
„Hmm,“ ein grübelnder Blick streifte ihn.
„Deine Neuschöpfung des Schambrötchens genießen wir am Ende des Frühstücks gemeinsam?“ fragte sie, obwohl sie die Antwort vorher wusste.
Schmunzelnd kam seine Antwort: „Ich freue mich schon darauf.“
Das gemeinsam Frühstücken ging ziemlich schnell. Schließlich lag nur noch das Schambrötchen im Korb.
„Du oder ich?“ fragte Georges.
„Oder vielleicht weist du mich erst einmal auf anatomische Fehler meiner Neuschöpfung hin!“
„Damit du sofort den Wunsch äußerst, dein Kunstwerk mit dem Original vergleichen zu dürfen?“
„Höchste Gefahr für mich, du kannst Gedanken lesen!“
Laura legte wortlos die Arme um seinen Hals, zog seinen Kopf herunter und küsste ihn mit einer neuen Leidenschaft, die sie mit aller Gewalt packte. Sie wusste in dem Moment, sie wollte ihn lieben und genießen.
Georges spürte diese Leidenschaft und war sofort überaus erregt. Er hob sie wie eine Feder hoch, trug sie küssend zum Bett und legte sie vorsichtig hinein.
Heftig durch die Nase atmend küsste er sie unentwegt weiter. Seine Hände allerdings wanderten ihren Körper hinunter. Er begann am Verschluss ihrer Jeans zu fingern. Endlich konnte er den Verschluss öffnen, den Reißverschluss nach unten ziehen und beginnen, die Jeans auszuziehen.
Laura hob ein klein wenig den Po und half ihm beim Entkleiden mit leichten Körperbewegungen. Sie atmete schwer. Ihr Unterkörper drückte gegen seinen Mannesteil, der hart und kräftig zu spüren war. Sie reizte mit ihren Fingerspitzen durch den Stoff seiner Hose hindurch die Spitze seiner Männlichkeit. Beide bebten vor Lust.
Georges hatte in seiner Erregung blitzschnell in Lauras Höschen gegriffen und versank im Flussbett der Lust. Er streichelte beide Ufer der Lustzonen und erreichte bald die Insel der Lüste. Hier erhitzte er den kleinen Lustberg höchster Wonnen. 
Laura stöhnte sogleich auf, ihr Körper fing an das Lied der Lust zu singen.
Georges spielte auf den Saiten der Liebesharfe und steigerte ihre Wollust bis an die Grenze des Wahnsinns.
Sie hörte sich nur noch flüstern: „Komm, komm, komm!“
Georges verzögerte den letzten Moment noch einen kurzen Augenblick. Laura flehte ihn stöhnend an.
Georges hielt es selbst nicht mehr länger aus. Laura hatte ihn gleichfalls mit geschickten Fingern hochgradig erregt.
Georges riss sich seinen Slip vom Leib. Er heilt es nicht mehr aus.
„Laura, du bist eine wunderbare Frau,“ flüsterte er. Dann versank er in der Zone der Lust. Seine Männlichkeit hatte sich steil aufgerichtet und tauchte nun endlich in das Meer der Leidenschaften ein. 
Laura streckte ihm ihre Hüfte entgegen, öffnete sich und ließ ihn erwartungsvoll die Höhle der Venus öffnen.
Sie spürte ihn schon, ehe er hineinstieß. Ihre Weiblichkeit floss ihm entgegen und schmerzfrei genoss sie seine heftigen Stöße, die mit voller Kraft aus seinen muskulösen Lenden kamen.
Mit inniger Wärme umschloss sie seine männliche Stärke. Sie küsste ihn mit ihrem Inneren von allen Seiten, streichelte sein Glied mit einer bisher ungekannten Liebe und schloss ihn leidenschaftlich eng ein.
„Lass mich deine Stärke spüren,“ flüsterte sie. Dabei erregte sie sich immer stärker. Sie konnte ihren Körper nicht mehr kontrollieren. Ihr Körper war reine liebende Leidenschaft, er war genießende Lust.
Diese innere Hitze brach sich dann in einem Schrei der Lust Bahn nach draußen.
„Ja, ja, ja, jaaaaaaaaaa,“ fast wimmerte sie.
Ihr Leib wand sich um Georges, kroch in ihn hinein, hielt ihn fest und gleichzeitig spürte sie eine umhüllende Weichheit, ein Gefühl der Auflösung, eine Welt mit zerfließenden Grenzen.
Sie schien zu verkrampfen und sich gleichzeitig aufzulösen. Sie war lebendige Leidenschaft und leidende Liebende zugleich.
Dann zerbrach ihre Realität. Sie schwebte empor, stieg in einen ungekannten Himmel schreiender Erlösung und zerfloss im Flusse der Leidenschaft.
Mit einem Schrei erreichte sie ein nie gekanntes Erlebnis, so voll Erotik, so voller Gefühle, so hart und so lebendig weich.
Sie klammerte sich fest an Georges Körper, hielt ihn mit starren Händen fest und spürte seinen Erguss sich mit dem sanften Bach ihres Liebesstromes vermengen. Aus ihr drangen die drei Worte der Liebe an sein Ohr, völlig unverhofft, doch aus tiefstem Herzen.
„Laura, ich liebe dich,“ hörte sie als Antwort. Sie kuschelte sich an seinen Körper an und genoss ihn in sich und auf sich.
Schwer atmend lagen sie beide noch einige Zeit zusammen, eine Ewigkeit schien es ihnen.
Sie wollten sich nicht trennen. Zu tief war dieses erste gemeinsame Liebeserleben gewesen. Nur ganz langsam ließ ihre Spannung nach.
Wenn Georges sie allerdings streichelnd anfasste, stieg Lauras Erregung sofort wieder an. Auch bei ihm setzte allmählich wieder der Verstand ein.
„Liebste,“ flüsterte er. „Lass uns wieder anziehen. Du hast mich bis in meine kleinsten Zellen erregt. Es war wunderschön. Ich habe noch nie vorher, eine Frau so intensiv und so leidenschaftlich lieben können. Ich danke dir, mein Liebling.“
„Georges, du bist ein Zaubermann,“ flüsterte ihm Laura ins Ohr. „Du hast mich wahnsinnig glücklich gemacht. Ich wünsche mir, dass es nicht ein Einzelfall bleibt.“
Georges lachte.
„Meine Ganzkörpermassage ist auch nicht schlecht,“ deutete er dunkel an.
„Oh, dann schreibe mal sofort einen Termin für mich fest,“ hauchte Laura ihm ins Ohr.
Dann hörte er noch ein: „Ich bin glücklich“, ehe sie sich aus seinen Armen wand.
Gemeinsam gingen sie unter die Dusche und genossen diese erfrischende Erholung. Mit einem langen Kuss verabschiedete sich Georges.
„Wir sehen uns morgen wieder,“ versprach er ihr.
„Auf Wiedersehen, mein Liebster,“ Laura gab ihm einen Abschiedskuss und schloss die Tür hinter ihm.
 
©pk 2 / 06

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.02.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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