Lena Delic

Er bereut es nicht

Er sitzt in einem Raum... Dieser Raum ist klein, nur ein winziges Fenster, wo er raus auf die Welt da draußen schauen kann... Dieser Teil der Welt, die er durch sein Fenster sehen kann, ist klein, man könnte winzig sagen... Nur einen Baum kann er sehen, nein, es ist nicht einmal ein ganzer Baum, er sieht nur die Krone des Baumes... Er steht auf, und geht zu dem Fenster... Wenn er sich streckt, und ganz groß macht, kann er über das Fensterbrett, durch die Gitter hindurch schauen... Dann sieht er sogar den Zaun, der in einiger Entfernung steht, und ihn von der restlichen Welt abtrennt, der ihn von seiner Familie trennt... Wie haben sie für ihn gekämpft, wie Susan ihn festgehalten hat,  und ihn nicht loslassen wollte, als sie ihn abführen wollten, wie ihn die Kleinen gefragt haben, wohin diese Männer ihn denn brächten... Es wäre leichter für ihn gewesen, wenn sie ihn gehasst hätten, wenn er wüsste, sie würden ihn nicht vermissen... Er geht wieder zu seinem Bett...Er schaut auf den Kalender... Es ist November... Alle freien Felder sind durchgestrichen, außer einem, dem 30. ... Heute ist der 30. ... Er schaut auf die Uhr, die er von seinem Vater zur Hochzeit bekommen hat... Ein altes Erbstück, hat sein Vater gesagt, als er es ihm überreicht hat... Er hat es seinem Sohn, der gerade 12 geworden ist, nicht gegeben... Er wollte nicht, das er sich an ihn erinnert, wie er ihm die Uhr im Gefängnis übergibt.... Vielleicht hätte er es Susan geben können, als sie ihn besucht hat... Doch jetzt ist es sowieso egal.... Noch 15 Minuten, und alles ist egal... Er fragt sich, was ihn wohl erwarten wird... Wie es wohl sein wird, wenn er nicht mehr da sein wird... Wo er sich wiederfinden wird, wenn sie ihm das Gift gespritzt haben werden... Er war eigentlich nie besonders gläubig gewesen, doch seit der Verhandlung vor 2 Monaten, betet er jeden Tag an Gott... Er fragt ihn oft nach dem WARUM... Warum war er zu Tode verurteilt worden, aber dieser Mann, der eine um so Vieles schlimmere Tat begonnen hat, bekommt nur 2 ½ Jahre... Diese 2 ½ Jahre wird er nicht mehr sitzen können... Ob er es bereut, diesen Mann umgebracht zu haben? Das haben ihn viele Menschen gefragt... Er hat diese Frage jedes Mal mit Nein beantwortet... Nein, er bereut es nicht... Hat dieser Mann es bereut, als er verurteilt wurde? Nein, er hat sogar noch gelacht, als seine kleine Marie vor Gericht erzählte, was dieser Mann ihr angetan hat....Vergewaltigt hat er sie!!  Und da soll er es BEREUEN?  Zwei Männer kommen in den Raum, der in den 2 Monaten, die er schon hier ist, seiner geworden ist...  Die Beiden sind in Blau gekleidet, er selbst in Orange... Wie er diese Farbe hasst... Sie legen ihm Handschellen an... Sie legen sie ihm zu fest an, aber das wird diese Männer wahrscheinlich ziemlich wenig interessieren... So sagt er nichts... Die Männer führen ihn einen langen Korridor entlang.... Alles ist in weiß... Die Wände, die Decke, die Türen, alles in kahlem Weiß gehalten... Er wird nicht nervös... Andere Mithäftlinge haben ihm erzählt, wie sich einige zum Tode verurteilte mit Händen und Füßen gewehrt haben... Doch er war ganz ruhig...Kein Händeschwitzen, was er immer bekam, wenn er nervös war... Nichts... Er wird durch eine Tür geführt... Vor ihm stehen 2 Männer, wieder in Blau gekleidet... Sie schauen ihn nur kurz an, und sofort wieder an ihm vorbei... Das Zimmer, in dem er jetzt steht ist genauso klein, wie seine Zelle, nur dass die Liege jetzt in der Mitte steht... Ein Mann deutet ihm, sich hinzulegen... Er tut es... Noch immer keine Spur von Angst... Seine Arme und Beine werden an die Liege gefesselt... Noch immer keine Spur von Angst... Ein Mann, dieser jetzt in weißem Gewand, desinfiziert seine rechte Armbeuge... Er schaut ihn an... Der Mann schaut ihn nicht an... Er hält ein Fläschchen mit einer Flüssigkeit und eine Spritze hoch... Seine Augen weiten sich, als er sieht, wie die Spritze gefüllt wird... Er bekommt jetzt doch Angst, denkt dann aber an seine Marie, und wird wieder ganz ruhig... Er sieht das Bild seiner Familie vor Augen, als ihm die Spritze angesetzt wird... Doch er fühlt die Spritze nicht am Arm... Er ist nicht mehr in dem Raum... Er sieht sich mit seiner Familie im Garten spielen... Alle sind glücklich... Als seine Augen sich das letzte Mal schließen, bildet sich ein Lächeln auf seinem Mund

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.02.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Crashland-Suzi Todeszone von Günther Glogowatz



Durch ein technisches Experiment fegte eine schreckliche Katastrophe über einen großen Teil Europas hinweg.
Ein neuer Landstrich mit teilweise eigenartigen Naturgesetzen und „Dimensionsrissen“, welche zu anderen Welten führten war entstanden. Da sogar Beobachtungssatelliten nur unbrauchbare Bilder von diesem Gebiet liefern konnten, wurde es von offiziellen Stellen als X-Territorium bezeichnet. Allgemein benannte man es jedoch als das Crashland.
Da die üblichen Waffensysteme dort größtenteils versagt hatten, war die X-Force gegründet worden. Eine spezielle Armee, deren Ausbildung und Ausrüstung an die merkwürdigen Umweltbedingungen dieses Landstriches angepasst worden waren.
Suzi war Mitglied der X-Force. Während eines Einsatzes gerät sie mit ihrer Truppe in einen Hinterhalt. Es ist der Auftakt im Kampf um die absolute Macht im Crashland.
Verleumdet und dadurch von den eigenen Kameraden gejagt, bleibt ihr nur noch die Flucht durch die Todeszone, um Platon zu erreichen. Denn nur er ist mächtig genug, ihre Unschuld beweisen zu können und den düsteren Machenschaften um die Vorherrschaft im Crashland entgegentreten zu können.

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