Aleksandra Bilcane

Rache an Ben Teil 07

Meine Faulheit ist unbezahlbar! Ich hab ja so-o lang nichts geschrieben, obwohl ziemlich viel passiert ist. Als erstes habe ich die Sache mit Ben aufgeklärt. Schon als er in der Schule auftauchte und mit mir sprach (ich verstand dann nur Bahnhof), war ich überzeugt, dass er etwas misverstanden muss (oder meine Mutter). Auf jeden Fall sprach ich mit meiner Mutter am nächsten Morgen und fand raus, dass sie überzeugt war, dass ich schwanger bin. Ich hab den ganzen Morgen verbracht um sie zu überzeugen, dass ich nicht schwanger bin. Das war schwer und ich kam zu spät zur Mathe und musste meiner Lehrerin erklären, dass meine Mutter mich nicht aufgeweckt hätte. Sie hat mir das sofort abgekauft.

Aber da stand die schwierigste Aufgabe vor mir - mit Ben zu reden. Ben kenne ich ja gut und ich weiß, dass er sehr stur ist. Ich musste mit ihm in Ruhe reden aber er war nie allein. Schlieich zog ich ihn während einer Pause zur Seite und unser Gespräch lief etwa so ab:

"Hey", sagte ich und versuchte zu lächeln (Es war mir so-o peinlich! Ich führte mich so auf wie bei unserer erster Verabredung. Wir waren damals zu einem Konzert und dann gingen wir ins Cafe. Ben war überrascht wie ich mich auf Knopfdruck veränderte - im Konzert war ich laut, lustig und hatte Spaß, aber im Cafe saß ich ruhig und brachte kein Wort über die Lippen (so hat er immer behauptet und gelacht)).

"Hey", sagte Ben und umarmte mich. Jetzt konnte ich gar nichts sagen. "Guck mal, was ich gefunden hab", sprach Ben und hohlte eine kleine, blaue Jacke aus seiner Tasche. "Das ist meine, aber... Was ist denn los?" Ich merkte nur jetzt, dass ich weinte. Ben umarmte mich (wie früher!!) und küsste mich auf die Wange.

Ich freue mich, dass ich mich zusammen riss und anfing zu reden: "Ben, meine Mutter hat alles misverstanden. Ich bin nicht schwanger."

"Aber -"

"In der letzten Zeit habe ich nur ein bisschen zugenommen - Schulstress und so. Ich entschuldige mich für sie."

"Aber ich freute mich so sehr und ich war überzeugt... Wir... Du weißt schon", er war verwirrt, das konnte ich sehen.

"Da ist nichts gelaufen. Wirklich. Du bist nähmlich sofort eingepennt", antwortete ich.

"Eh... Es tut mir leid", sagte Ben und ließ mich los.

"Ist schon in Ordnung. Meine Mutter ist ja schuld. Ich muss zum Unterricht", sagte ich und verschwand so schnell es möglich war.

So, das ist geklärt und ich bin glücklich darüber, obwohl Ben mich jetzt bestimmt nie umarmen wird. Ist ja auch nicht so wichtig, weil ich ihn vergessen muss.  Nach der Schule wartete eine Überraschung auf mich.

Ich verließ die Schule seelenruhig mit Maria, Claire und Erik. Er versuchte Maria und Claire zu überreden zu seiner Party zu kommen. Ich versuchte mich bei dem Gespräch zu beteiligen so gut es geht, weil Ben mit Christine hinter uns ging und ich versuchte diesen Fakt zu ignorieren. Und da lief ich auf jemanden und fiel zurück, wurde, aber festgehlten und blieb auf den Beinen verwirrt stehen. Vor mir stand Matt und lächelte. Sein Lächeln ist bezaubernd!! Er grüßte mich und fragte, wie es mir ginge. Ich murmelte eine Begrüßung zurück und starrte ihn stumm an. Er erklärte mir in kurzen Worten, dass Lissy mich kennenlernen will und dass sie ihn deswegen nicht in Ruhe lässt.

Maria war die erste, die sprach: "Hallo! Ich bin Maria und das sind Claire und Erik. Und wie heißt du?"

"Ich bin Matt", antwortete er.

"Wer bist du?", fragte Ben wütend und kam zu uns näher ran.

Matt schaffte nicht seine Frage zu beantworten, weil Erik ihn unterbrach: "Matt, hast du Lust zu meiner Party zu kommen? Ich veranstalte sie am 14ten Februar bei mir. Hier gibt's alle Infos." Erik gab Matt einen Zettel, den ich von ihm auch bekommen hatte. Jetzt ging die Hölle los - Claire schrie Erik an, weil er ein unfaires Spiel spielen würde usw. Ich nahm Matt an die Hand und zerrte ihn weg. Auf keinen Fall wollte ich bleiben und Matt in diesen Streit reinziehen.

Dann fuhr ich zu ihm nach Hause, wo ich Lissy traf. Eigentlich heißt sie Alice, aber alle nennen sie Lissy. Wir plauderten eine Weile (diese Weile war sehr lang - vier Stunden) und dann fuhr ich nach Hause. Lissy umarmte mich und sagte, dass ich voll in Ordnung bin. Matt brachte mich noch zu der Bushaltestelle und wartete mit mir auf den Bus. Als der Bus kam, umarmte er mich und küsste mich auf die Lippen. Kein French Kiss aber so einfach auf die Lippen. Das war wie ein Siegel auf meine Lippen - ich konnte nichts mehr sagen, ich stieg in den Bus, zeigte meine Fahrkarte und setzte mich auf einen Platz am Fenster. Ich winkte Matt kurz zu und der Bus fuhr los.

Das ist schon drei Tage her und ich hab nichts von ihm gehört. Soll ich Matt anrufen? Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich werde versuchen ihn Morgen anzurufen. Was ist, wenn er nichts von mir hören will? Was mache ich dann? Scheiße!! Ich hab das Gefühl, dass ich mich langsam in Matt verliebe. Oh wei!!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.02.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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