Aleksandra Bilcane

!!PUR!! Kapitel 8

Es war ein ruhiger und kalter Morgen, doch jemand war zur Zeit nicht in der besten Stimmung. "Ich bin eine Idiotin!"schrie Peggy, als sie die Straße entlang lief. "Wie konnte ich vergessen meine Hausaufgaben in Chemie zu machen?! Es ist nur deine Schuld, Hiet!" Als Peggy die Schule erreichte, lief sie schnell hinein und blieb wie versteinert stehen - alle Schüler standen in einem Kreis und lachten. "Was gibt's da?"dachte Peggy und ging an der Gruppe vorbei. Sie hatte keine Zeit, weil sie ihre Hausaufgabe in Chemie von Susann abschreiben wollte und weil sie Luisa aufsuchen musste. "Ich habe nur zehn Minuten Zeit - das ist zu wenig. So, was ist mir wichtiger -  meine Hausaufgabe in Chemie oder mein schlechtes Gewissen?"dachte Peggy und sah wie sich Julian mit ein paar Mädchen flirtete. Peggy zwinkerte erstaunt, ging auf sie zu und sagte:"Hallo, Julian, wo ist denn Luisa?"

Julian drehte sich zu ihr und lächelte:"Hey! Keine Ahnung. Warum fragst du?"

"Weil ich mich mit ihr heute treffen will, darum!"sagte Peggy wütend und sah wie Susann in die Schule reinkommt und die Gruppe, die Peggy vorhin gesehen hatte, erstaunt betrachtet. "Su-saan! Hey!"schrie Peggy laut und winkte. Susann ging an der Gruppe vorbei und begab sich zu Peggy.

"Hey,"wiederhohlte Peggy.

"Hey!"lächelte Susann. "Was ist denn da los?"

"Keine Ahnung. Susann, sag mal, kannst du mir deine Hausaufgabe in Chemie geben? Ich habe meine nicht gemacht."

"Warum? Natürlich, hier!"Susann reichte Peggy ihr Heft.

Peggy blieb für eine Weile stumm, doch, als sie sah, dass die Mädchen noch nicht gegangen waren, sagte sie:"Ach, habe mit Hiet bis in die Nacht gequatscht... Erst per Handy, dann per PC. Er wird bald zurück sein. Ich kann's kaum erwarten! Er fehlt mir so sehr. Ich bin oberglücklich!" Julian sah nicht erfreut aus, als er Peggy hörte, sie bemerkte das. Dabei bemerkte Peggy nicht, dass Susanns Gesicht sich für eine Weile krass verändert hatte.

"Wenn du Hilfe in Chemie brauchst, dann kann ich dir helfen, wenn du willst,"sagte Julian und ignorierte was Peggy gesagt hatte.

"Du musst das nicht tun,"sagte Peggy ruhig.

"Vielleicht, will ich's."

"Versuche gar nicht hier den Gutmütigen zu spielen!"antwortete Peggy gereizt.

"Peggy, was ist denn mit dir los?"
"Was mit mir los ist? Das solltest du schon wissen!"wurde Peggy lauter.

"Ich weiß das aber nicht! Und ich werde es auch nie erfahren, wenn du's mir nicht sagst!"schrie Julian.

"Ach ja? Dann werde ich's dir besser sagen, sonst wirst du's nie erfahren,"sagte Peggy sarkastisch. "Hör zu!"schrie Peggy. "Du bist ein Idiot und ich will nichts mehr von dir hören! Verstehst du's?" Peggy drehte sich um und wollte gehen, doch Julian hielt sie schon an der Hand und zog sie zurück.

"Was?! Was soll das? Willst du's mir nicht erklären?"fragte Julian und drehte Peggy zu sich so, dass er ihr in die Augen sehen konnte.

"Du willst es wissen? Ich hasse dich! Es ist aus! Aus und vorbei!"schrie Peggy ihm ins Gesicht.

"Warum?"

"Weil du mit anderen flirtest,"sagte Peggy wütend und versuchte sich loszureißen, doch das gelang ihr nicht.

"Peggy,"sagte Julian ruhig,"ich... es tut mir leid. Ich wollte dich nicht verletzen."

Peggy lächelte künstlich und sagte:"Ich scheiß drauf! Hiet hatte recht - du bist es nicht wert mit mir zusammen zu sein." Julian wurde wie versteinert, er ließ Peggy los und sagte leise:"Hiet also..." Peggy nickte und lächelte. Sie sah, dass Julian verletzt war, obwohl andere das nicht sahen. Sie wusste es und sie war glücklich darüber. "Lebe wohl, Peggy,"sagte Julian und ging an ihr vorbei.

Es klingelte. Zehn Minuten waren um und was hatte Peggy erreicht? Sie hatte keine Hausaufgabe in Chemie, sie hatte sich nicht mit Luisa in der "Lorelei" verabredet und das einzige was sie geschafft hatte war das, dass sie sich von Julian getrennt hatte ohne es zu wollen. Nur, weil sie außer sich vor Wut war und weil sie einfach übertrieben hatte, fühlte Peggy sich so, als ob ihr ganzes Leben, ihr ganzes Dasein in Stücke zerbrochen war. Sie fühlte sich leer und diese Leere würde nur verschwinden, wenn Julian wieder an ihrer Seite sein würde, doch er würde nie zurückkehren,wenn sie sich nicht entschuldigt, das wusste sie und sie wusste auch, dass sie keine Ahnung hatte, wie sie sich bei Julian entschuldigen soll.

 

"Bist du in Ordnung?!"las Peggy leise. Sie hielt ein Blatt Papier in der Hand, den sie von Susann während des Chemie-Unterrichts bekam. Peggy seufzte. Was sollte sie Susann antworten? Peggy schrieb zurück - "Alles klar." - und reichte es Susann. Susann las es und schaute Peggy mit dem "Ja-ja-ich-habe-es-dir-abgekauft" Blick an. Peggy ignorierte es und notierte weiter, was die Lehrerin sagte.

 

"Wir haben jetzt Kunst-Geschichte bei Frau Hof,"sagte Susann als sie mit Peggy und Gabriella den Flur zum Klassenzimmer entlang liefen. "Gabriella, du wirst mit der Präsentation beginnen und ich werde sie beenden, ok?" Gabriella nickte. "Ich bin total nervös. Ich hasse unser Thema! Peggy hat ja mit Martin das beste Thema abgekriegt."

"Halt die Klappe, Susann! Du nervst,"sagte Peggy. "Sie wird dich nicht auffressen und ihr habt euch gut vorbereitet."

Gabriella nickte und sagte:"Peggy hat recht. Wir haben uns wirklich viel Mühe gegeben. Wird schon schief gehen!" Gabriella öffnete die Klassenzimmertür, sie gingen rein und setzten sich auf ihre Plätze. Neben Peggy saß schon Martin, der sehr aufgeregt war.

"Ich glaube, dass du schon über den Streit zwischen mir und Julian informiert bist, oder?"fragte Peggy.

"Ja, schon aber das geht mich bestimmt nichts an,"antwortete Martin.

"Richtig aber ich will das du's weißt - vorher wollte ich bei der Präsentation mitmachen, weil mich Hiet dazu überredet hatte aber jetzt bin ich so deprimiert, dass ich nicht mitmachen werde. Sorry, honey!"sagte Peggy und lächelte. "Honey" - als sie dieses Wort aussprach errinerte sie sich an Julian, an sein Lächeln und seine Augen. Es tat höllisch weh aber sie lies es sich nicht anmerken.

Frau Hof betrat das Klassenzimmer und sagte:"Guten Tag! Heute habt ihr Präsentationen für mich und eure Schüler vorbereitet. Ich bin schon gespannt. Wer will anfangen?"

Peggy drehte sich schnell um und schaute Susann mit dem Blick "Du-weißt-was-du-zu-tun-hast" an. Susann stand daraufhin mit Gabriella auf und ging nach vorne. Peggy atmete auf, sie wollte, dass Martin noch eine Weile schwitzt und sich sorgen macht. Alle Paare haben schon eine Präsentation gemacht und Peggy und Martin waren jetzt dran. Martin stand auf und ging nach vorne, doch Peggy blieb sitzen und grinste. "Liebe Klasse, Liebe Lehrerin, -"

"Halt!"Martin wurde unterbrochen von Frau Hof. "Warum ist Peggy nicht hier?"

"Sie... eh..."Martin konnte nicht die richtigen Worte finden.

Peggy stand auf und sagte:"Ich komme gleich!" Sie nahm eine große Mappe (A2 Format) und ging nach vorne. "Liebe Klasse, Liebe Lehrerin, wir haben für euch eine Präsentation über Barock vorbereitet. Wie ihr sicherlich wisst ist Barock der Höhepunkt der Eleganz. Barock ist..." Peggy sprach die ganze Zeit der Präsentation mit enthusiasmus und lächeln im Gesicht. Sie wollte wirklich lachen, weil Martin total sprachlos war und die Lehrerin mit Begeisterung zuhörte.

"Martin, willst du noch was sagen?"fragte Frau Hof, als Peggy sich für ihre Aufmerksamkeit bedankte.

"Natürlich, will er!"mischte sich Peggy ein und lächelte. "Habt ihr noch fragen? Martin wird eure Fragen beantworten." Martin nickte. Viele stellten Fragen und Martin antwortete auf jede ohne nachzudenken. Die Präsentation war perfekt! Peggy war begeistert. Frau Hof lobte sie und gab ihnen die besten Noten. Peggy und Martin lächelten - bei Frau Hof so gelobt zu werden war der Gipfel des  Mt. Everests.

 

Peggy saß mit Susann in der Kantine am Tisch und sagte fröhlich:"Hast du Martins Gesicht gesehen, als ich aufstand und nach vorne ging? Dieser Anblick war unbezahlbar! Ich freue mich, dass Hiet nichts Martin gesagt hat."

Susann lächelte:"Eure Präsentation war wirklich gut."

"Ja schon. Aber mir gefiel auch eure Präsentation, die war gut. Hey, Susann, sei nicht traurig! Du kennst doch diese blöde Hof - sie ist nie fair!"

"Ich weiß. Nur ich habe das Gefühl, dass ich total in Kunst-Geschichte versagt habe. Was werde ich meinen Eltern sagen, wenn sie meine Noten in Kunst-Geschichte sehen?"

"Dass Hof eine blöde Kuh ist!"

"Das geht nicht, Peggy. Mein Vater ist ein Dozent in der Universität und er ist auch sehr streng zu mir,"sagte Susann mit Tränen in den Augen.

"Hey, weine nicht! Beim nächsten Projekt wird"s schon klappen. Und überhaupt, Hof ist es nicht wehrt!"

"Aber -"

"Kein "aber"! Du solltest mal essen. Sonst werden deine Spaghetti noch kalt und dann schmecken sie schrecklich!"

"Ok!"Susann quetschte ein Lächeln raus und begann zu essen.

"Weißt du was? Ich kann's kaum erwarten bis Hiet zurück ist. Ohne ihn ist es immer langweilig aber ich muss zugeben, dass du mir wirklich in dieser Zeit ans Herz gewachsen bist."

"Wirklich?"fragte Susann erstaunt. Peggy nickte. "Ich glaube,"sprach Susann,"dass du einen Fehler begangen hast, als du Hiet vor Julian erwähnt hast."

"Ach ja?"

"Ja, und ich glaube auch, dass du dich bei Julian entschuldigen solltest. Ich sehe doch, wie du strahlst, wenn Julian in deiner Nähe ist. Du hast heute übertrieben und ihn verletzt."

"Ja, ich habe es übertrieben! Ich habe den armen Julian verletzt!"sagte Peggy sarkastisch. "Er hat ja nichts gemacht! Er hat nur mit einem Haufen von Bunnys geflirtet!"

"Peggy! Du hast absichtlich Hiet erwähnt, doch er ist nicht schuld, dass viele Mädchen ihn mögen,"sagte Susann fast geflüstert.

Peggy schwieg für eine Weile und sagte:"Wenn du Julian so-o toll findest kannst du ihn haben, und überhaupt, brauchst du meine Erlaubnis nicht, weil ich nicht mehr mit ihm zusammen bin, konkreter seit 8 Uhr 10! Du bist bestimmt ja eine von diesen Mädchen, die ihn mögen!"

"Nein,"Susann schüttelte den Kopf. "Julian ist nicht mein Typ."

"Na, und wie sieht dein Typ aus?"Peggy lehnte sich näher zu ihr.

"Eh..."

"Ich dachte, dass wir Freundinnen sind."

"Ok, du hast gewonnen. Er sollte schwarze Haare und klare Augen haben. Er sollte nett, lustig... süß... sportlich sein. Mit ihm sollte es niemals langweilig sein. Action! Er sollte -"

"Klingt wie Julian."

"Es ist nicht Julian! Er sollte so wie... ("Hiet!"dachte Peggy.) so wie... wie... wie Tom Cruise sein!"

"Susann, du bist so romantisch, dass mir schlecht wird!"sagte Peggy und lächelte.

"Ach ja?"

"Mh,"nickte Peggy. "Weißt du was? Du wirst es nicht zugeben aber du -" Peggy stand plötzlich schnell auf und rief,"Luisa! Hey Luisa!" Luisa drehte sich um und ging in Peggys Richtung.

"Hey, was gibt es?"fragte Luisa und lächelte.

"Können wir uns heute in der "Lorelei" treffen?"

"Wozu? Alles ist doch wunderbar gelaufen!"

"Ja, ich weiß... eh... Ich dachte mir, dass wir ein bisschen feiern sollten!"

"Kommst du, Luisa?"fragte Frank, der grad mit Julian zu ihnen gekommen war.

"Ja,"sagte Luisa zu Frank. "Feiern?" Peggy versuchte Julian zu ignorieren und nickte. "Eine tolle Idee! Ich bin dabei! Wer kommt noch? Julian, kommst du?"

"Nein, er kommt auf keinen Fall!"sagte Peggy wütend.

"Warum?"fragte Luisa erstaunt.

"So ist es, wenn man Sport und Biologie schwänzt! Peggy und Julian sind nicht mehr zusammen,"erklärte Frank.

"Achso. Tut mir, auf jeden Fall, leid."

"Mir nicht,"sagte Peggy ruhig. "Nur wir beide, ok?"

"Einverstanden. Kann mein Bruder Jeremy kommen?"

"Natürlich."

"Schön! Er hat, nähmlich, fast alles versaut und das nur, weil er ein schlechtes Gewissen hatte!"

"Gut. Dann um sieben Uhr, ok?" Luisa nickte daraufhin. "Susann, ich glaube, dass wir gleich Englisch haben, oder?"

"Ja, hast du schon deine Lieblingsbuch präsentiert?"fragte Susann.

"Nö! Ich war zu sehr mit Barock beschäftigt, es hat sich auch gelohnt,"strahlte Peggy.

"Ja, ich dachte schon, dass du nie eine gute Note ohne Hiet bekommen wirst."

"Ich auch aber Hiet hatte in dieser Sachen seine Finger im Spiel. Er wollte mich überreden bei der Präsentation mitzumachen, weil Martin ihn darum gebeten hatte."

"Martin hat ihn erreicht? Wie?"

"So wie ich! Hiet hat doch sein Handy dabei."

"Sag mal, ist Barock nicht das Lieblingsthema von unser geliebten Frau Hof?"fragten Frank und Luisa zusammen.

"Ganz recht!"antwortete Susann fröhlich. "Peggy und Martin haben die beste Präsentation in der Klasse geliefert. Über Barock. Frau Hof war außer sich vor Freude. Sie hat sie wie verrückt gelobt und, natürlich, ihnen Top-Marks verliehen!"

"Was?! Wie hast du es erreicht, Peggy? Es ist doch unmöglich bei diesem Geizkragen,"sagte Luisa erstaunt.

"Keine Ahnung,"antwortete Peggy und nahm ihre Tasche und ihre große Mappe, die ihr aus der Hand rutschte und auf den Boden fiel. Julian hob sie auf und reichte ihr. Peggys Herz begann zu rasen, sie nahm die Mappe, murmelte "Danke" und verließ die Schulkantine mit Susann.

"Warum hast du nichts gesagt?"flüsterte Frank zu Julian.

"Weil sie mir sowieso nicht zuhören würde,"antwortete Julian und setzte sich auf den Platz, wo Peggy gesessen hatte.

 

"Er hat auf dich gewartet!"flüsterte Susann zu Peggy in der Englischstunde, als Gabriella ihr Lieblingsbuch "Harry Potter and the Philosopher's Stone" vorstellte.

"Was meinst du?"flüsterte Peggy zurück.

"Sein erster Unterricht war doch Sport, oder? Und was macht man, wenn man Sport hat?"

"Man zieht sich um,"antwortete Peggy geflüstert.

"Ja, und warum zog er sich nicht um? Was hatte er in der Halle zu suchen?"

"Er war zu beschäftigt mit dem Flirten!"flüsterte Peggy wütend.

"Falsch! Er hat auf dich gewartet und die Mädchen haben ihn nur überrumpelt!"

"Susann, ich... ich..."

"Ich verstehe dich. Du bist verwirrt. Aber schade, dass du nicht sehen konntest, wie du in Julians Nähe ausgeshen hast."

"Höre jetzt auf! Wir kriegen noch Ärger!"flüsterte Peggy und notierte eine Frage, die sie Gabriella stellen wollte. Es war schon die siebte Frage und Susann tat Gabriella leid, weil sie wusste, dass Peggy eine große Harry Potter-J.K.Rowling Verehrerin ist und es Gabriella schwer machen wird.

 

Peggy betrat das Restaurant "Lorelei" um 18 Uhr 45 und setzte sich an den Tisch, wo sie schon mit Julian gesessen hatte, weil das der einzige Tisch war, der nicht am Fenster stand. Sie hatte alles tausend mal überlegt, wie dieser Abend ablaufen soll. Um 18 Uhr 50 hatte sie sich mit Jan Ebner verabredet, dann sollten um 19 Uhr Luisa mit Jeremy, der über Peggys Plan informiert war, und Martina Ephesus auftauchen. Jeremy war sofort begeistert von Peggys Plan, als sie ihm es erzählt hatte. Sie war beruhigt, weil, wenn sogar Luisa und Jeremy ihre Mutter bemerken würden, würden sie nicht wissen, wer sie ist, weil sie Martina Ephesus nicht kannten.

"Entschuldigung, sind Sie Alexis Saint-Cyr?"fragte ein großer Mann mit braunen Haaren, in denen man ein paar graue Haare bemerken konnte, und kleinen, grünen Augen. Der Mann sah sportlich aus und trug einen grauen Anzug, ein weißes Hemd mit Streifen und eine dunkel-grüne Krawatte.

"Eh... ja. Setzen Sie sich bitte,"Peggy lächelte künstlich. "Ich vermute, dass Sie Herr Jan Ebner seid?" Der Mann nickte. "Schön, wollen Sie irgendetwas bestellen?"

"Ich nehme einen Kaffee,"sagte der Mann, als die Bedienung kam. "Wie kann ich Ihnen helfen, Frau Saint-Cyr?"

"Besser auf "du". Sie müssen mir nur zuhören."

"Zuhören? Das klingt komisch,"sagte Jan Ebner und lächelte.

"Ja, ich weiß. Ich habe was angestellt. Ich habe was schreckliches gemacht. Ich habe mich dort eingemischt, wo ich meine Nase lieber nie reinstecken sollte."

"Was ist passiert?" Peggy schaute den Mann an. Dieser Jan Ebner war völlig in Ordnung. Er war nett, er hatte einen schönen, warmen Blick, der sie an Julian errinerte. Eine Träne floss über ihr Gesicht. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie gar nicht geweint hat, als sie sich von Julian getrennt hatte. Sie spürte eine schwere Last auf ihren Schultern, die sie voher nicht bemerkt hatte. "Hey, wein doch nicht,"sagte Herr Ebner, setzte sich neben Peggy und nahm sie in den Arm. Peggy begann zu weinen. "Hey, alles wird gut. Weine nicht,"flüsterte er.

"Meine... Ich... ich habe meine Mutter verletzt. Jetzt... weint sie die ganze Zeit! Ich habe Mist gebaut. Hiet... er hat mich gewarnt. Er... er... hat gesagt:"Pegg, pass auf was du machst!" Aber ich habe nicht auf ihn gehört! Es tut mir leid!"

"Hey, beruhige dich, Alexis,"sagte er leise.

"Mein Name ist nicht "Alexis"! So... heißt mein bester Freund. Mein Name ist Peggy... Peggy Ephesus."

Der Mann schaute sie erstaunt an und sagte:"Ich bezweifle, dass ich dir irgendwie helfen kann."

"Sie müssen mir nur zuhören! Ich war eifersüchtig, als ich erfuhr, dass meine Mutter eine Verabredung mit Ihnen hatte! Ich habe es ihr nicht gesagt... Marianne...  Luisa... sie... sie waren doch der selben Meinung wie ich! Ich habe den Plan ausgedacht. Von mir haben sie das Photo von meiner Mutter gekriegt, wo sie auf einer Party war. Das war nur... nur Computer-Grafik! Ich habe gesehen, wie in der Modell-Agentur, in der meine Tante arbeitet, verschiedene Sachen retuschiert wurden. Ich errinerte mich daran und entschied mich diese Computer-Grafik anzuwenden. Es... es tut mir doch leid. Ich wusste nicht, dass meine Mama so leiden würde. Das wollte ich nicht! Es tut mir leid!"Peggy weinte.

"Peggy, weine nicht,"sagte Herr Ebner und lächelte sie an. "Luisa also, ja?"

Peggy nickte und sagte:"Sie... sie müssen hier sein."

"Wer?"fragte Herr Ebner erstaunt.

"Luisa, Jeremy und meine Mutter,"flüsterte Peggy.

"Verstehe, eine Falle?" Peggy nickte. "Eine Falle. Du bist ein kluges Mädchen. Darf ich deine Mutter zu einer Verabredung einladen?"

Peggy schaute Herrn Ebner erstaunt an, lächelte und sagte:"Zum Date? Natürlich!"

"Danke. Ach, da kommen schon meine Zwillinge und deine Mutter,"sagte Herr Ebner und stand auf. Peggy folgte seinem Beispiel.

"Peggy, ich glaube, ich verstehe irgend etwas nicht. Was geht hier vor?"fragte Frau Ephesus verwirrt.

"Eh... Was meinst du jetzt?"fragte Peggy zurück.

"Deine Tränen und das hier!"

"Ich habe mich heute von Julian getrennt, wie du's dir gewünscht hast. Ja und dann habe ich Herrn Ebner -"

"Nenne mich "Jan". Wir sind doch Freunde,"unterbrach Herr Ebner.

"Ja, ich habe also Jan alles erzählt, was ich angestellt habe,"beendete Peggy.

"Ich verstehe jetzt garnichts. Warum?"

"Weil ich mich in eure Beziehung eingemischt habe und sie dabei zerstört habe. Es tut mir leid."

"Was?!"Frau Ephesus wurde lauter.

"Beruhige dich, Martina! Alles ist in Ordnung."

"Nichts ist in Ordnung und misch dich nicht ein!"sagte Frau Ephesus wütend.

"Mama! Benehme dich! Du hast jetzt, nämlich, ein Date,"sagte Peggy fröhlich.

"Was?! Ich verstehe jetzt gar nichts."

"Ich erkläre es dir gleich, ok?"sagte Herr Ebner ruhig und drehte sich zu Peggy. "Du solltest auf jeden Fall dich mit deinem Freund vertragen. Geh!"

Peggy schüttelte den Kopf und antwortete:"Geht nicht! Als erstes, weiß ich nicht, wo Julian wohnt und als zweites, wird er mir nicht zuhören."

"Ich bringe dich hin,"sagte Jeremy und nahm Peggy an die Hand. "Papa, kann ich deine Autoschlüssel haben? Julian wohnt weit weg von hier.

"Hier,"Herr Ebner warf Jeremy die Schlüssel zu. Jeremy nickte und zog Peggy in die Richtung vom Ausgang.

"Bin ich bestraft?"fragte Peggy ihrer Mutter.

"Ich bezweifle es und zwar sehr,"lächelte Frau Ephesus und schaute Herrn Ebner tief in die Augen. "Ihr seid also Freunde."

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.04.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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