Aleksandra Bilcane

!!PUR!! Kapitel 9

"Wir sind da,"sagte Jeremy, als das Auto vor Julians Haus stehen blieb. Peggy hätte nie gedacht, dass Julian so weit von der Stadt wohnt. Sein Haus befand sich etwa 40 km von der Stadt. "Peggy, was ist denn los?"Jeremy unterbrach die Stille.

"Ich weiß nicht, was ich ihm sagen soll. Vielleicht will er mich auch nie wieder sehen..."

"Hör' doch auf! Du klingst albern,"lachte Jeremy.

"Ich weiß aber ich habe ihn auch verletzt, oder?"

"Du hast keine Wahl. Du musst jetzt m                        it Julian reden,"antwortete Jeremy.

Peggy nickte und stieg aus dem Auto. Die Abendluft war kalt. Peggy ging langsam auf das große, hell-gelbe Haus zu und überlegte sich, was sie sagen soll. Als sie vor der Tür stand klopfte sie an die Tür und ging einen Schritt zurück. Die Tür öffnete sich nach einer Weile und vor ihr stand ein großer, sportlich gebauter Mann mit schwarzen Haaren, grauen Augen und in einem weißen T-Shirt. Er schaute sie erstaunt an und fragte:"Wie kann ich Ihnen helfen?"

"Eh... Ich würde gern... Kann ich Julian sprechen?"

"Julian?" Peggy nickte. "Komme rein. Ich rufe ihn gleich,"sagte der Mann und ging die Treppe hoch.  Peggy betat das Haus. Es war sehr schön - an den Wänden hingen viele Bilder und Gemälden, die Wände waren cremig-gelb gestrichen, die Möbel sahen ziemlich alt aus, obwohl sie in dem besten Zustand waren. Peggy setzte sich auf das Sofa.

"Peggy? Was machst du denn hier?"fragte Julian, als er Peggy sah.

Sie stand auf, drehte sich um und sagte:"Ich wollte mit dir reden. Eigentlich wollte ich mich bei dir entschuldigen."

"Wie -"

"Jeremy hat mich gebracht,"unterbrach Peggy.

"Aso, verstehe,"Julian wurde ernst und ging die Treppe runter. Er stellte sich vor Peggy und schaute ihr tief in die Augen. "Ich höre."

"Es tut mr leid. Ich habe das nicht so gemeint. Ich... ich -"

Julian umarmte sie und flüsterte ihr ins Ohr:"Ich liebe dich." Peggy umarmte Julian und begann zu weinen. "Hey, was ist denn los?"

"Wie kannst du's mir überhaupt verzeihen?"

Julian begann zu lachen und sagte:"Ich kann's einfach!" Peggy fiel ihm um den Hals und küsste ihn. "Womit habe ich das verdient?" Peggy schüttelte die Schutern. "Wo ist jetzt Jeremy?"fragte Julian.

"Draußen, er wartet auf mich,"antwortete Peggy.

"Ich komme gleich,"sagte Julian und lief aus dem Haus.

"Du bist also Peggy, oder?"fragte der Mann mit dem weißen T-Shirt. Peggy nickte. "Ich bin Julians Vater."

"Mein Name ist Peggy Ephesus. Ich hoffe, dass Julian nicht viel über mich erzählt hat,"antwortete Peggy und lächelte. "Ich verstehe nur eines nicht - warum hat er mir alles so leicht verziehen?"

"Ehrlich gesagt war er außer sich vor Wut, als er nach Hause kam aber als er mit Jeremy Ebner gesprochen hatte, beruhigte er sich wieder."

"Achso,"murmelte Peggy und setzte sich hin.

"So, alles ist geklärt! Du bleibst bei mir,"sagte Julian und umarmte sie.

"Ich weiß nicht -"

"Ksch!"unterbrach sie Julian und lächelte.

Peggy lächelte zurück und sagte:"Wo werde ich schlafen?"

"Bei mir! In meinem Zimmer, in meinem Bett mit mir!" Peggy wurde rot.

"Dann - Gute Nacht! - und seid morgen bereit für die Schule,"sagte Herr Freja und ging nach oben. In der mitte von der Treppe blieb er stehen und sagte:"Julian, sei artig!" Und weg war er.

"Komm ich zeig dir mein Zimmer!"sagte Julian und schaltete das Licht aus. Sie ging mit Julian im dunkeln bis zu seinem Zimmer. Das Haus schien ein riesiges Labirinth zu sein. Als sie ankamen schaute sich Peggy um. Julians Zimmer war ganz normal - ohne Poster - aber mit einem Bild an der Wand auf dem eine hübsche Frau gezeichnet wurde.

"Ich werde gleich eifersüchtig,"sagte Peggy und warf sich auf Julians Bett, dass sehr weich war und frisch roch. Julian legte sich neben ihr, umarmte sie und küsste zärtlich auf die Lippen.

 

"Wach auf,"flüsterte Julian und durch sein Zimmer erklang eine sanfte Melodie.

"Was ist das?"fragte Peggy schläfrig.

"Bethoven."

"Oh! Kannst du mal die Mondschein Sonate einschalten? Das Stück finde ich cool!" Julian drückte ein paar Knöpfe und die Sonate begann. "Schön,"schwärmte Peggy und stand auf. Es war sehr früh aber sie hatte das Gefühl, dass es 12 Uhr nachmttags ist und nicht 6 Uhr morgens, wie die Uhr auf dem Regal zeigte. Julian fragte nach, was sie essen will und ging nach unten in die Küche. Peggy duschte sich und zog sich an, als sie hörte, dass das Telefon klingelt. Sie hörte Julians Stimme. Er schien über etwas aufgeregt zu sein. Sie ging vorsichtig nach unten und sah, dass Julian nicht mehr da war.

"Julian wird bald da sein,"sagte Herr Freja, der in der Küchen-Tür stand. "Er hat dir schon dein Frühstück vorbereitet. Komm!"

Peggy setzte sich und fragte erstaunt:"Macht Julian immer Frühstück?"

"Ja,"antwortete Herr Freja,"er kocht immer."

"Wow! Das wusste ich aber nicht. Er hat mir das nie erzählt,"sagte Peggy und begann zu essen.

"Schmeckt es dir?"fragte Herr Freja. Peggy lächelte und nickte. "Schön. Ich frage mich, ob deine Eltern sich nicht Sorgen machen. Hast du sie gestern angerufen?" Peggy blieb der Bissen im Hals stecken. Zum Glück kam Julian in die Küche, grüßte alle und sagte:"Wie schmeckt's dir?"

"Ghut,"sagte Peggy mit vollem Mund. "Ohm, 'tschuldighungh!" Julian lachte und gab ihr einen Kuss.

"Wir müssen los,"sagte Herr Freja und stand auf. Peggy und Julian folgten ihm in das Auto. Sie setzten sich auf den hinteren Sitz. Julian nahm Peggy ins Arm und sie hörte schweigend, wie sein Herz schlug.

 

Als sie in der Schule ankamen, erzählte Peggy über die Überraschung, die sie Hiet bereiten wird. Julian blieb ruhig und schlug vor ihr zu helfen. Peggy lief wie verrückt in der Schule rum - sie wollte jedem Hiets Kumpel über die Überraschung erzählen. Die meisten waren von der Idee begeistert und versprachen zu kommen und sich irgendetwas überlegen. Peggy war total aufgeregt, denn dies war der Tag an dem Hiet mit seiner Familie aus Polen zurückkehren müsste.

 

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"Und weiter?"fragte Johan, als sie die Gartentür öffneten.

"Nichts,"antwortete Hiet.

"Ich verstehe nicht was du gegen Peggys Freund hast, wenn du behauptest, dass er ganz ok sei."

"Er passt einfach nicht zu ihr."

"Da bin ich anderer Meinung. Könnte es sein, dass du dich ein bisschen in sie verliebt hast?"fragte Johan und grinste.

"Nein, sie ist mein bester Freund, ein Kumpel eben. Wie kannst du dir überhaupt sowas vorstellen?!"sagte Hiet wütend.

"Auf dem Photo, das du mir gezeigt hast, sieht sie ja toll aus. Hat sie wirklich rote Haare oder ist das ein Computer-Trick?"

Hiet schwieg. Er suchte nach seinem Schlüssel, der irgendwo in seiner Tasche sein müsste. Als er ihn gefunden hatte, sagte er:"Sie wollte etwas neues ausprobieren."

"Das nennt sie "etwas neues"?"Johan staunte. "Das ist verrückt! Hat sie sich nicht mal überlegt die Haare rosa zu färben?!"

Hiet grinste und sagte:"Ja, das wollte sie aber ich konnte sie zum Glück überzeugen, dass rosa ihr nicht stehen würde."

"Wirklich? War das so einfach?"fragte Johan.

"Nicht wirklich. Ich musste ihr drohen, dass ich kein Wort mit ihr sprechen werde, wenn sie sich die Haare rosa färben wird. Das hat gewirkt."

Johan begann zu lachen, dabei lehnte er sich an die Tür, die sich sofort öffnete und Johan fiel in das Haus rein. Das Licht ging an und Hiet sah einen Haufen von bekannten Gesichtern, die lächelten und durcheinander "WELCOME HOME, HIET; JOHAN!" schrieen. Jeremy zog seinen Blick an sich in dem er versuchte sie zu begrüßen und grad als er den ersten Schritt nach vorne wagen wollte, stieß er eine Vase vom Tisch. Er versuchte sie zu fangen und fiel runter, dabei zog er Hiets Nachbar und andere mit sich. Das sah sehr komisch aus. Hiet hörte, wie Johan wie verrückt lachte. Er sah wie Peggy mit den anderen schimpfte und müsste lächeln. Die einzige, die auf den Beinen blieb war Susann, die so rot war wie ihr roter Pullover mit grünen Streifen. "Sie fragt sich bestimmt, warum sie auch das Gleichgewicht nicht verloren hat,"dachte Hiet.

"Was ist hier denn los?"fragte Johan laut, als er sich beruhigt hatte und auf den Beinen war.

Peggy trat nach vorne schüchtern und sagte:"Eine Überraschungsparty. Ehm... ÜBERRASCHUNG!" Sie umarmte Johan und Hiet. "Ich habe dich vermisst,"flüsterte Peggy Hiet ins Ohr. "Johan, wie war's in Polen,"fragte Peggy.

"Cool. Ich habe es genoßen,"antwortete Johan ernst.

"Unsere Schule auch, ach, und die Lehrer auch!"

"Was?! Die ganze Schule weiß davon?!"Johan errötete. Peggy nickte. Johan fluchte ein paar mal und sagte:"Was soll's!"

"Du redest ja schon wie Peggy,"lachte Hiet und umarmte die beiden. "Also, eine Überraschungsparty?"

"Mh,"nickte Peggy.

"Das war 'ne Überraschung, auf jeden Fall. Na, wollen wir feiern?"

"Jaaaa!"schriehen alle durcheinander.

 

"Wie war's in Polen?"fragte Peggy Johan, als er zu ihr in die Küche kam.

"Ach, ganz gut bis einer -"

"Ja, ich weiß. Du musst mir das nicht erzählen,"unterbrach Peggy. "Sag mal, wo sind deine Eltern? Ich dachte, dass ihr alle zusammen zurückkehren würdet. Eigentlich hoffte ich auf die Hilfe von deiner Mutter."

"Ja, dumm bist du nicht aber, wenn du Hilfe brauchst, kannst du auf mich zählen,"sagte Johan und stellte sich hinter Peggy. "Sie sind im Polizierevier."

"Warum?"fragte Peggy und gab Johan ein Messer. "Schäle die Äpfel." Johan lächelte und nahm einen Apfel. Peggy bemerkte, wie ähnlich Hiet und Johan waren - die selben großen, braunen Augen, schwarzes Haar und freches Lächeln.

"Wegen mir. Sie wollten für mich das erledigen,"antwortete Johan.

"War es schrecklich?"fragte Peggy vorsichtig und beobachtete Johans Gesicht.

Johan blieb ruhig und sagte, als ob Peggy ihm eine alltägliche Frage gestellt hatte:"Es war nicht sehr angenehm aber... Die Leute waren auch nicht die nettesten aber ich bin am Leben, oder? Ich habe es ausgehalten! Peggy, es ist nicht so schrecklich, wie man es in Filmen zeigt."

"Ach ja? Kannst du es mir mal beschreiben?"

"Geht nicht. Man muss es selber erleben."

"Achso, verstehe. weißt du, ich kann nicht kochen. Kannst du kochen?"

"Nein, ich bin ein verwöhntes Muttersöhnchen wie Hiet."

"Dann muss ich... Ich komme gleich."

"Wohin gehst du?"

"Ich muss Julian finden."

"Ihn?! Wozu?"fragte Johan.

"Was hast du gegen Julian?"fragte Peggy gereizt.

"Nichts. Vergiss es."

Peggy zog ihr Handy raus und wählte Julians Handynummer. "Hey, kannst du mal in die Küche kommen? ... Gut, ich warte."

"Was gibt's?"fragte Julian. "Hallo,"grüßte er Johan.

"Ich brauche deine Hilfe - ich kann nicht kochen,"sagte Peggy.

Julian lächelte und fragte:"Gut aber du musst mir helfen. Was haben wir?"

"Eh... Geschälte Äpfel, verschiedene Früchte, Saft, Käse, Fleisch, Brötchen, Milch und... eh... keine Ahnung was das ist,"antwortete Peggy.

"Das ist Pulver-Schokolade aus Polen,"antwortete Johan und verlies die Küche.

"Gut. Da kann man vielleicht etwas machen. Als erstes können wir schnell ein paar Brötchen machen, etwas mit den Früchten und dann können wir Vanille-Creme machen. Gibt's hier Vanille?"fragte Julian.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.04.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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