Aleksandra Bilcane

!!PUR!! Kapitel 11

"Peggy!" Marianne rannte in Peggys Zimmer aufgeregt rein und blieb sprachlos stehen. "Ehm... Peggy! Steh' auf! PEGGY!"

Peggy und Hiet sprangen hoch. "Was ist denn los?"fragte Peggy müde.

"Na ja, wir haben ein neues Liebespaar und dieses Liebespaar kommt zu spät in die Schule,"antwortete Marianne.

"Was?! Warum wächst du mich? Wo ist Mama?"

"Hiet, geh' ins Badezimmer! Ich muss mit meiner Nichte reden,"sagte Marianne. Hiet verlas das Zimmer.

"Liebespaar?"

"Ja, ihr seid so-o ein süßes Paar. Hast du Julian einen Korb gegeben?" Peggy schaute Marianne vervirrt an und Marianne sprach:"Zum Teufel schicken, sich trennen... Ehm... Peggy wach auf!" Peggy schüttelte mit dem Kopf. "Oh, du spielst mit Feuer, Peggy!"kicherte Marianne.

"Keine Ahnung, was du meinst,"sagte Peggy. "Wo ist meine Mutter?"

"Sie hat sich für ein paar Tage frei genommen und ist mit Jan irgendwo hin gefahren."

"Jan Ebner?"lächelte Peggy. Marianne nickte und verlas Peggys Zimmer. "Tante Mariann, kann ich mir dein neues Kleid leihen?"

"Welches?"hörte sie Marianne.

"Das weiße mit roten Blumen."

"Im Wäschekorb,"antwortete Mariannes Stimme.

"Hast du ein sauberes Kleid, dass du mir leihen kannst?"schrie Peggy.

"Ja, das hell-blaue mit weißen Streifen."

"Toll!"

"Hey, kann mir jemand von euch ein Handtuch bringen?"rief Hiet vom Badezimmer.

"Ich mach's!"rief Marianne und gab Peggy ihr Kleid. "Du solltest deine weißen Sneakers dazu anziehen und nimm die weiße Tasche. Sportlich und cool!"zwitscherte Marianne und weg war sie. "Ach, und das Badezimmer im ersten Stock ist frei."

"Ja, ja,"murmelte Peggy und bemerkte das ihr PC noch angeschaltet war. Sie wartete bis der Bildschirmschoner verschwand und sah eine Nachricht, die sie gestern nicht gelesen hatte. Diese Nachricht war von Henry und lautete so:

"Wirst du zum Meeting des Clubs kommen, wenn wir uns irgendwo verabreden?"

Peggy wusste es nicht; es war zu kompliziert für sie, weil sie gelogen hatte. Sie überlegte sich, ob sie überhaupt antworten soll; schließlig schrieb sie eine Antwort an Henry:

"Nein, ich glaube nicht."

"Peggy, was soll das denn?"fragte Hiet, als er das Zimmer schon angezogen betrat. "Beeile dich! Wir kommen zu spät."

"Ja, ja,"sagte Peggy, schaltete den PC aus und lief ins Badezimmer.

 

Hiet unterhielt sich mit Marianne in der Küche. Marianne musste sich sehr wundern, als sie erfuhr, dass Hiet nicht kochen kann. Aus einem ungewissen Grund war sie überzeugt, dass alle Männer kochen können.

"Du kannst ja auch nicht kochen! Wie ist denn das möglich?"sagte Hiet sarkastisch.

"Meine Schwester kocht wunderbar,"antwortete Marianne verärgert.

"Meine Mutter auch aber was wirst du machen, wenn Peggys Mutter Luisas Vater heiratet und sie zusammen ziehen? Wirst du noch bei ihnen wohnen?"

Marianne erstarrte. Darüber hatte sie nicht nachgedacht. "Eh... Ich..."

"Du?"

"Ich bitte dich, Hiet, wer hat dir gesagt, dass sie heiraten wollen?"weichte Marianne aus.

"Sind sie denn nicht verliebt? Ich dachte immer, dass verliebte Menschen üblig heiraten,"antwortete Hiet.

"Ich hoffe - sie heiraten nicht."

"Das ist egoistisch von dir, Marianne."

"Nein, ist es nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, wie Peggy darauf reagieren wird,"sagte Marianne leise.

"Sie wird sich schon an diesen Gedanken gewöhnen müssen. Ist ja nicht das Ende von dieser Welt,"Hiet sprach auch leise.

"Meinst du? Ich bezweifle es."

"Ich habe keine Zweifel. Sie ist meine beste Freundin und ich kenne sie schon eine Ewigkeit."

"Sag mal, ist da nicht etwas mehr zwischen euch, als ihr es zugebt?"fragte Marianne.

"Nein."

"Ich glaube dir nicht."

"Ach, wirklich?"

"Ja, Hiet. Du magst Peggy mehr als die Polizei erlaubt." Hiet schaute Marianne mit einem verwirrtem Blick an. "Gott! Ist es verboten mal einmal im Leben diese Ph+rase zu benutzen? Ich hab sschon lange davon geträumt aber meine Schwester -"

"Ich hab's kapiert!"unterbrach Hiet Marianne.

"Tante Marianne, du musst uns in die Schule bringen aber als erstes werden wir bei Hiet vorbeischauen - er muss seine Schulsachen mitnehmen,"sagte Peggy und schnappte sich ein Brötchen.

"Sei nicht so hektisch, wir werden schon alles schaffen,"antwortete Marianne und stand auf. "Errinere dich an meine Worte und denk' gut nach,"Marianne drehte sich zu Hiet und lies sie allein.

"Es macht keinen Sinn sich den Kopf zu zerbrechen darüber, was Marianne gesagt hat. Vergis es besser! Es ist sowieso nichts kluges oder geniales,"sagte Peggy zu Hiet und begab sich zum Ausgang. "Kommst du?"

"Ja, gleich,"antwortete Hiet versunken in seinen Gedanken.

 

"Guten Morgen!"sagte Susann fröhlich und umarmte Peggy. "Heute ist ein schöner Tag, oder?" Susann hatte heute gerade das orange-farbende Kleid angezogen, das sie gestern gekauft hatte.

"Ehm... Ja, schon,"stotterte Peggy, starrte auf Susann und lchelte künstlich. Hiet, der neben ihr stand, kicherte. Peggy gab ihm einen Schubs wütend und sprach zu Susann:"Kann ich von dir die Hausaufgabe in Chemie abschreiben?"

"Ja, natürlich,"antwortete Susann und reichte ihr ein Heft. Peggy bedankte sich und verschwand aus der Sicht. Für eine Weile herrschte Stille.

"Ehm... hm... War die Aufgabe in Chemie schwer?"fragte Hiet.

"Nein, eigentlich nicht. Ich habe gedacht, dass sie dieses Mal die Aufgabe verstehen wird."

"Achso. Du hast ein niedliches Kleid heute."

"Findest du wirklich? Ich hab's gestern mit Peggy gekauft,"sagte Susann und errötete.

"Mit Peggy?" Susann nickte. "Aber sie war doch gestern mit Johan... Ich verstehe jetzt gar nichts."

"Johan?"

"Ach, errinerst du dich nicht an Johan? Er war auch auf der Überraschungsparty. Er ist mein Bruder."

"Du meinst - Peggy war gestern mit Johan verabredet?"

"Eigentlich keine Ahnung aber sie sind zusammen bei mir aufgetaucht und Johan hat mir etwas erzählt... Was war das nochmal? Jetzt fällt's mir wieder ein. Er hat gesagt, dass er Peggy im Einkaufszentrum traf oder sowas ähnliches."

"Ja, wir haben Johan im Einkaufszentrum getroffen. Hiet, weißt du... Ich weiß nicht was ich denken soll. Kannst du mir helfen?"

"Klaro. Was ist denn los?"

"Peggy... Johan hat gestern Peggy auf die Lippen geküsst aber Peggy ist doch die Freundin von Julian und ich... Ich weiß nicht... Ich weiß nicht, wie ich handeln soll."

"Du musst nichts machen. Überlass das ihr, ok?" Susann nickte und ging die Treppe hoch. "Susann?!" Susann drehte sich um und lächelte Hiet freundlich an. "Was haben wir gleich für einen Unterricht?"

 

"Hallo Julian, Jeremy und Luisa! Wie geht's?"fragte Peggy und umarmte Julian.

"Gut,"antworteten Julian und Jeremy gemeinsam.

"Verziehe dich,"sagte Luisa und schaute sie giftig an. "Du hast alles vermasselt. Wegen dir habe ich Hausarest und kann nicht zu Megans Party gehen."

"Hör auf, Luisa,"sagte Jeremy. "Peggy ist bestimmt auch bestraft aber sie führt sich nicht so auf wie du."

"Bestraft? Ich?"fragte Peggy erstaunt. "Ich bin nicht bestraft! Meine einzige Strafe ist die, dass ich Mariannes Fraß essen muss aber zum Glück hat sie in der letzten Zeit keine Zeit zum kochen!"

"Deine Tante kocht?"fragte Julian erstaunt.

"Ja, schon aber schrecklich. Frag Hiet! Er wird mir zustimmen. Darum bin ich so oft es geht bei Hiet, weil seine Mutter ein super Koch ist,"sagte Peggy und nickte energisch.

"Wirklich?"fragte Luisa sarkastisch. "Du A rme! So eine schreckliche Strafe!"

"Luisa! Das reicht,"sagte Julian ernst.

"Ok, beruhige dich. Du wirst schon sehen, dass ich recht habe. Übrigens wir haben Sport und ihr solltet euch umziehen,"sagte Luisa und begab sich mit Jeremy die Treppe herrunter.

"Sag mal, ist das nicht deine Freundin? Die in diesem schrecklichen Kleid? Soe sieht wie ein Papagei aus,"fragte Julian und zeigte auf Susann.

"Ja. Ich fühle mich schuldig, dass sie es gekauft hat." Julian schaute sie verwundert an und Peggy erklärte:"Weil ich ihr das gestern, als wir im Einkaufszentrum shoppen waren, erlaubt habe zu kaufen."

"Du warst gestern mit ihr im Einkufszentrum?"

"Ja. Hiet hatte mich gewarnt, dass es langweilig sein wird aber ich habe auf ihn nicht gehört. Es war schrecklich! Ich war fast fünf Stunden mit ihr zusammen. Zum Glück hat mir Johan da rausgeholfen... Er -"

"Was hat er gemacht?"

"Nichts,"antwortete Peggy und lächelte künstlich.

"Gut. Was hast du heute vor?"

"Eigentlich nicht viel. Warum?"

"Ich wollte mit dir ins Kino gehen,"erklärte Julian.

"Verstehe. Wir können gehen nur..."

"Was denn?"

"Johan. Er wollte heute ins Kino gehen. Er behauptet, dass er in Polen noch nie im Kino war, weil er sehr viel arbeiten musste."

"Der schon wieder?"sagte Julian verärgert.

"Ja! Er ist nicht so schlimm wie du glaubst. Er ist sogar ganz nett."

"Du hast vor mit ihm allein ins Kino zu gehen?"

"Nein, nicht allein. Da werden auch seine Freunde dabeisein."

"Und Hiet?"

"Er kommt nicht, weil er lernen muss. Du weißt doch - er war einen Monat in Polen und muss jetzt alles aufholen. Kommst du mit uns ins Kino?"

"Was hat Johan noch für die nächsten Tage geplant?"

"Nichts, glaube ich."

"Also, wir gehen heute ins Kino und dann in die "Lorelei" etwas essen, ja?"

"Das klingt aber toll! Ich bin einverstanden!"sagte Peggy fröhlich.

"Welchen Film werden wir angucken? Das ist auch schon entschieden, oder?"

"Ja, einen Horror-Film, der "House of Wax" heißt. Johan hat's ausgesucht. Keine Ahnung worum es geht,"antwortete Peggy nachdenklich. Julian schien misstrauisch zu sein, darum blieb Peggy für eine Weile still und überlegte sich ein paar Argumente, dann lächelte sie und begann wie ein Wasserfall zu reden. Sie gab sich Mühe Julian zu überzeugen, dass der Film bestimmt gut sein wird, dass Johan ein sehr netter Mensch ist und dass er nicht so ist, wie es scheint. Sie behauptete, dass Johan sehr nett und hilfsbereit ist. Ob Julian etwas davon verstanden hatte, wusste Peggy nicht aber sie hoffte sehr.

"Ich habe so ein ungutes Gefühl,"murmelte Julian. Es klingelte. "Ich muss zum Unterricht und du auch. Tschüss!"

"Ja, ja, ich weiß schon,"sagte Peggy aufatmend und begab sich zum Klassenraum.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.04.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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