Nina Scarlet Manok

X-Men: Lost Storie Teil 10

Alltag hin oder her. Man sonnte sich in den friedlichen Tagen ohne daran zu denken, dass sonst ein Mutantenkind auf der Erde eine schwierige Zeit durchmachen könnte.
 Aber es gab sie. Viele hatten nicht so viel Glück, wie die Schüler der Mutant High.
 So auch Unicorn. Ein kleiner Junge in der Erscheinung von zehn Jahren sollte zu Hause bei seinen Eltern sein, statt sich durch die bitterkalte Winternatur zu schlagen.
 Aber er wusste, er hatte keine wirklichen Eltern. Diese, die wohl wirklich seine biologischen Eltern waren, hatten ihn wahrscheinlich nicht gewollt.
 Aber die Menschen hatten ihre Mittel ihnen das Mitspracherecht zu entreißen zu können. Unicorn hatte nie einen richtigen Namen erhalten. Er trug nur den Namen Unicorn und die Signatur seines Schöpfers im Nacken. Nachdem man ihn erweckt hatte, hatte er schnell verstanden, dass er genetisch erschaffen wurde. Nur für den Krieg. Er wusste noch ganz genau, dass er in einer großen Glassäule die Augen zum ersten mal geöffnet hatte. Er war erwacht und seine Schöpfer waren so stolz, dass ihr Experiment gelungen war. Doch sie hatten ja keine Ahnung gehabt, was sie erschaffen hatten. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass ihre Waffe sich gegen sie wenden und zusammen mit einem weiteren Mutant entkommen würde.
 Unicorn war ein weißer Mutant. Ein Albino mit amethystvioletten Augen und einem spitzen Horn auf der Stirn. Daher der Name Unicorn.
 Er stapfte weiter durch den Schnee, an schwarzen, kahlen Bäumen vorbei, fuhr sich seine weißblonden Haare aus dem Gesicht und hauchte sich in die frierenden Hände.
 So manch ein gefährliches Tier, welches ihm aus Hunger gefolgt war, hatte er nur ansehen müssen und es ließ von ihm ab.
 Er sah zum Himmel hinauf und suchte ihn nach seiner Begleiterin ab. Sie wurde ihm als seine biologische Mutter vorgestellt, aber er nannte sie nur Imp. 
Er hörte ein zischendes Rauschen, sah einen bräunlichen Schatten an sich vorüber fliegen und blickte in ihre Bernsteinaugen. Sie war eine große, herbe Schönheit mit cremefarbener Haut, dunkelbraunen Haaren, Klauenfüßen, einem langen, dünnen Schwanz und zwei mokkafarbenen Dämonenflügeln auf dem Rücken. Imp setzte sich hockend auf einen höher gelegenen Ast und sah ihn an.
 „Hast du was gefunden?“, fragte Unicorn.
 Sie nickte und zeigte nach Süden. „Etwa nach zwei Meilen gibt es ein größeres Dorf.“
 Man konnte ihr ansehen, dass sie nicht sehr begeistert davon war, in ein Menschendorf zu gehen. Sie beide konnten sich nicht am helllichtem Tage in der Öffentlichkeit zeigen! Sie war schon lange genug auf diese Welt, um das zu wissen. Doch Unicorn wollte nicht auf sie hören. Dennoch wand sie sich nicht gegen ihn. Er hatte ihr geholfen zu entkommen, so dass sie bald in der Lage war Hilfe rufen zu können. Sie hatte sich geschworen zurück zu gehen, um sich an diesem Ort der Hölle zu rächen und an den Menschen, die dort illegale Experimente machten. Unicorn war mächtig und sie vertraute ihm. Obwohl er so aussah wie ein Grundschulkind, war er weise und mit seinen Kräften im Einklang.
 „Mach nicht so ein besorgtes Gesicht, Imp!“, sagte er ihr und ging weiter Richtung Süden. „Ich versichere dir, uns wird nichts geschehen und du kannst dein Telefonat führen!“
 Sie landete an seiner Seite und ging mit ihm. 
„Ich habe dir erzählt, dass die meisten Menschen Mutanten hassen oder Angst vor uns haben!“, sagte sie. Aber er sah sie nur an und schien mit seinen Augen zu lächeln. Sie seufzte und ging weiter.
 Der Schnee war tief und ging Unicorn bald bis über die Knie, so dass er nur schleppend vorankam. Imp nahm ihn kurzerhand huckepack und trug ihn den Rest des Weges, bis sie schon das Dörfchen sehen konnten und sie setzte ihren Sohn wieder ab.
 Er sah zu ihr hinauf und nahm sie bei der Hand.
 „Komm.“, sagte er und ging mit ihr auf der zugeschneiten Straße voran.
 Viele saßen wohl in ihren Häusern oder waren nicht da, denn sie sahen wenige Gesichter. Diese wenigen waren die Kinder, die durch die Kälte in ihrem Garten tapsten und Schneemänner bauten oder etwas anderes spielten.
 So ein manches Kind starrte Imp mit großen Augen an und eines fragte wohl jemanden.
 „Sind das Mutanten, Mami?“.
 „Komm schnell ins Haus!“, rief daraufhin eine Frau und man hörte nur, wie sie panisch die Tür zuknallte.
 Imp aber blieb an Unicorns Seite.
 „Wo kann man hier nun telefonieren?“, fragte er sie.
 „Ich ... Habe aus der Luft ein Gasthaus gesehen.“, sagte sie zögernd. „Da haben sie sicher ein Telefon!“
 „Dann lass uns dort hin!“
 Imp nickte und versuchte sich daran zu erinnern, wo diese Kneipe doch gleich war. Aus der Luft sah alles immer so anders aus.
 Dann sah sie eine Kirche und erinnerte sich plötzlich welche Richtung sie einschlagen mussten.
 Der Weg entsprach ca. 670 von ihren Flügelschlägen. Das waren also 10 Minuten. Aber sie hätte das Gasthaus in der Luft schon mit 11 Flügelschlägen innerhalb von 10 Sekunden erreicht. Sie konnte also von sich sagen, dass sie Schnell war.
 Eine Alte Dame führte ihren kleinen Schoßhund zum Gassi aus und fing schon vom weiten an zu kläffen, als er Imp erblickt hatte. Die Dame wechselte die Straßenseite und flüchtete sich in eine Gasse.
 Aber Imp trug weiterhin ihr Kinn stolz nach oben.
 Hätte dir gerne über die Straße geholfen, Oma!, dachte sie spöttisch aber fühlte sich schon etwas unwohl in ihrer Haut, als sie die drei Stufen des Gasthauses emporstieg, die Tür öffnete und die Gäste sie erst anstarrten.
 Eine peinliche Stille herrschte. Alle folgten ihr mit ihren Augen. Sie hielt weiter Unicorns Hand fest und wand sich an den Wirt hinter der Theke.
 „Möchten Sie irgendetwas beweisen, Miss?“, fragte er sie mit vor Abscheu funkelnden Augen, bevor sie ihren Mund aufmachen konnte.
 „Nein, ich möchte nur telefonieren, dann gehen wir wieder!“, antwortete sie ruhig, um ihn nicht zu provozieren.
 „Habe kein Telefon hier!“, behauptete er und verschränkte seine Arme.
 „Doch haben Sie! Da steht doch eines!“, sagte sie etwas empört und zeigte auf das Telefon, welches hinter der Theke stand.
 Aber er packte es und stellte es weg. „Die Leitung ist tot!“
 Doch dann klingelte es unverhofft und der Wirt versuchte Imps Blick stand zu halten. Sie konnte ihm aber die Angst ansehen und unterdrückte ihre Wut etwas.
 „Hören Sie!“, sagte sie mit Nachdruck. „Ich werde hier solange stehen, bis ich endlich mein Telefonat führen konnte. Es ist wirklich wichtig!“
 Doch dann machte es Klick an ihrem Kopf und jemand hielt ihr einen Revolver an den Kopf. Sie hielt still.
 „Verschwinde hier, du Freak!“, knurrte er mit seiner tiefen Stimme.
 Unicorn klammerte sich an ihr fest und starrte zu dem Mann hinauf.
 „Na los! Und nimm deinen kleinen Bastard mit!“, forderte er.
 Sie wand aber nur den Kopf zu ihm um und sah ihren Sohn kurz an. Als sie ihre Flügel zaghaft ausbreitete und sich dem Mann mit der Waffe in voller Größe entgegen stellte und ihn sichtlich überragte, wich er zurück und schien sich nur an seinem Revolver festzuhalten.
Aber er zielte weiterhin auf ihren Kopf und drückte ab!
 Klick! 
 Nichts passierte.
 Klick, Klick! 
 Dem Mann liefen die Schweißperlen über die Stirn und Imp legte nur erwartungsvoll den Kopf schief.
 „Homo Sapiens!“, sagte sie höhnisch und schüttelte den Kopf. Unicorn lächelte leicht und seine Mutter wandte sich wieder an den Wirt.
 „Ich will niemandem etwas antun, Sir!“, versuchte sie es noch einmal. „Nur telefonieren!“
 „Kannst du das denn überhaupt?!“, rief einer mit rauer Stimme und kam auf sie mit einer Flasche zu. Er wollte sie ihr über den Schädel ziehen, aber sie streckte ihn mit einem hohen, gedrehten Tritt zu Boden.
 Alle anderen standen auf und stürzten sich auf sie.
 Imp stellte sich schützen vor Unicorn und wich dem nächsten Faustschlag aus, riss ihr Bein hoch und ließ es auf ihn nieder krachen.
 Zwei weitere Männer, einer mit einem Messer, wollten sie flankierend angreifen, doch sie wehrte den Stich ab und konterte mit einem gelungenen Kinnharken, währen sie dem anderen eine Salve von Hieben mit ihrem Schwanz verpasste.
 Sie trat ihm nur noch die Beine weg.
 Die weiteren Gäste waren ein Klacks. Deren Schlägen konnte sie flink ausweichen und mit vielen Täuschungen und einigen Finten zu Fall bringen, währen sich Unicorn das ganze Spektakel sicher aus seinem Stehplatz aus beobachtete.
 Über den letzten Gegner sprang sie hinweg und trat ihm von hinten gegen die Nieren. Er schrie auf und krachte in die Tische.
 Imp warf ihre dunklen Haare zurück, stolzierte zurück zur Theke und lugte über sie rüber.
 Der Wirt war vor Furcht zu Boden gesunken und sah sie zitternd und mit einer Schrotflinte auf sie richtend an.
 Klick! Auch seine Waffe funktionierte nicht.
 „Bitte!“, sagte Imp. „Das hatten wir doch schon! Kann ich jetzt bitte telefonieren?“
 Er nickte nun zustimmend, langte mit zitternden Händen zum Telefon und stellte es ihr auf die Theke.
 „Danke sehr!“, sagte sie und murmelte noch, während sie den Hörer abnahm und eine Nummer wählte : „Muss es denn immer so weit kommen?“
 Sie hielt den Hörer an ihr Ohr und wartete ab, dass jemand abnahm, als es anfing zu klingeln.
 Unicorn kletterte auf einen Barhocker und sah den immer noch schockierten Mann an.
 Er zitterte noch mehr, als er seinen wenn auch verständnisvollen Blick sah, doch dann wurde er ohnmächtig.
 Innerlich hoffte Imp, dass sie die richtige Nummer gewählt hatte. Dann nahm jemand ab.
 „Xaviers Institut für begabte Jugend, hier spricht Charles Xavier, was kann ich für Sie tun?“
 „Professor Xavier?“, fragte Imp. „Guten Tag. Mein Name ist Shyla Joe, erinnern Sie sich an mich?“
 „Shyla Joe?... Ja, natürlich! Meine Liebe, wo bist du all die Jahre gewesen? Ich habe mir große Sorgen um dich gemacht!“
 „Mir geht es gut, Professor!“, vergewisserte sie ihn. „Nur, wir haben ein andern Mal genug Zeit zu plaudern! Wir bräuchten dringend Ihre Hilfe!“
 „Wir?“
 „Ja!“, antwortete sie. „Ich und ... Mein Sohn!“
 „...Rede weiter! Was ist passiert?“
 „Die Sache ist, dass wir aus einer geheimen militärischen Basis entkommen sind, in der sie Mutanten für den Krieg züchten! Und wir haben keinen blassen Dunst, wo wir sind! Diese Menschen sind wahrscheinlich immer noch hinter uns her und suchen uns!“
 „Verstanden! Ich werde euch mit Cerebro aufspüren und dir Hilfe Schicken! Bewegt euch nicht vom Fleck!“
 „Und was ist, wenn wir von den Soldaten gefunden werden?“, fragte sie besorgt.
 „Ich hoffe, dass Dies nicht passieren wird! Haltet durch!“ 
 „Ja, danke Professor.“, verabschiedete sie sich. „Bis dann.“
 Imp legte auf und sah Unicorn an.
 „Jetzt müssen wir nur noch warten!“, sagte er und sah sich dann in der Bar um.
 „Hast du sie schlafen geschickt?“, fragte Imp und deutete auf die regungslosen Menschen. „Nein!“, antwortete er und lächelte. „Das wäre nicht nötig gewesen!“

Hier der 10 teil.
Es wurde meiner Meinung nach endlich mal Zeit, dass ich mehr Pepp und Spannung einbringe!

Ich hoffe, dass Unicorn und Imp (Shyla Joe) mir dabei helfen. ^^ Wenn allerdings schon welche erraten oder ahnen, welche Fähigkeit Unicorn hat, Daumen hoch!
Denn das wollte ich entweder ganz am Ende verraten oder garnicht!
Imp wollte ich ursprünglich Harpy(Harpie) nennen! Und ihre Flügel sollten befedert sein. Doch dann dachte ich an Angel. Den Mutanten mit weißen Engelsflügeln.
Also habe ich sie kurzer Hand in einen echten, fliegenden Dämonen gemacht. Mal sehen, was Kurt dazu sagen wird. ;)

Eine militärische Geheimbasis. Kennen sicher viele von X2!
Diese Geschichte entpuppt sich langsam zu X2-Teil 2!;]

Ich hoffe aber weiterhin, dass euch dieser Teil gefällt! Wenn nicht, könnt ihr euch bei mir beschweren! XD

Eure Myotis.
Nina Scarlet Manok, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.04.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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