Aleksandra Bilcane

!!PUR!! Kapitel 12

Julian traf Peggy, Johan und Johans Freunde vor dem Kino um 18 Uhr. Johans Freunde hatten gute Laune und quatschten ohne Ende. Peggy strahlte und Julian hoffte, dass es nicht so schlimm war mit Johan und seiner Clique irgend etwas zu unternehmen. Johan fühlte sich pudelwohl.

"Wetten?"schrie Johan und lächelte frech.

"Lass uns wetten,"schrieen alle.

"Alle Bunnys werden zittern,"sagte Johan.

"Nein,"sagte ein Mädchen mit braunen Haaren, die eine rote Hose und weißes Hemd trug. "Von mir wirst du kein Muks hören."

"Na, na, Anette, das werden wir noch sehen!"sagte ein blondes Mädchen mit einer Brille, die eine Jeans und einen Pullover trug.

"Nö, das werden wir hören, Nina!"lachte ein Junge mit roten Haaren und vielen Sommersprossen. "Sie wird wie verrückt kreischen - aaaaaaah!"sagte er und imitierte Anette, die erschrocken war. Alle lachten. "Und überhaupt, süße Nina, du wirst auch zittern,"sagte er und gab Nina einen kleinen Schubs.

Nina schubste ich zurück und sagte lächelnd:"Du wirst am lautesten zittern."

"So! Seid ruhig! Ich habe die Karten gekauft und werde sie gleich verteilen. So, wer will die 13te Reihe?"fragte ein Junge mit einer Brille, der eine Lederjacke trug.

"Ich!"schrie Peggy.

"Ich auch!"schrie Johan in einer hohen Stimme und versuchte damit Peggy zu ärgern.

Peggy lächelte nur und sagte:"Drei Tickets für die 13te Reihe."

"Drei? Ich denke, dass Johan mit dir allein sein will. Hier! Drei Tickets für die Milady im hell-blauen Kleid. Hier gibt's noch zwei Tickets für die 13te. Interesse?"

"Hey, Emanuel, können wir die nicht eintauschen?"fragte Nina.

"Ja, nur später. Die 12te Reihe nehmen ich, Nina, Anette und Florian. Die 11te Reihe!"sagte Emanuel und hob 4 Tickets in die Luft.

"Die nehmen wir, ich, DJ und Ned, oder?"sagte ein Mädchen in einem kurzen Mini-Jeansrock und einem grünen Top. Sie hatte ein Bauch-Piercing.

"Hier. Ich geh die anderen Tickets zurückgeben. Wartet auf mich,"sagte Emanuel.

"Bequem, wenn dein Opa der besitzer von sämtlichen Kinos ist, man muss gar nicht bezahlen,"murmelte das Mädchen mit dem Bauch-Piercing, dann bemerkte sie Julian und fragte ihn:"WER BIST DU DENN, SÜßER?".

"Er ist Peggys Freund,"antwortete Johan.

"Wirklich?"fragte sie und grinste.

"Julian,"sprach Peggy,"ich sollte dir Johans Freunde vorstellen. "Das ist Nina, Anette, Emanuel, Leaf, Florian (er ist übrigens Franks Bruder), Ned, DJ und Johan kennst du schon. Habe ich keinen vergessen?"

"Du hast ihn vergessen,"sagte Emanuel und zeigte auf Julian.

"Das ist Julian, Peggys Freund,"erklärte Leaf (das Mädchen mit dem Bauch-Piercing).

"Höre auf, Leaf,"sagte Emanuel. "Der Film wird gleich beginnen. Gehen wir rein!"  "Ja, ich bin nicht so dumm wie die Anderen,"murmelte sie sehr leise so, dass nur Peggy sie hörte. Alle folgten Emanuel, der ins Kino ging, sie setzten sich auf ihre Plätze und der Film began. Der Anfang war ziemlich langweilig - er war einer der typisch Amerikanischen Filme: ein Haufen von Jugendlichen verirren sich und dann beginnt das interessante...

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Peggy konnte sich nicht auf den Film konzentrieren. Sie konnte einfach nicht das, was Leaf gesagt hatte, vergessen. Warum hat sie in so einem Ton gesagt, dass Julian mein Freund ist? Und dann noch diese Anmerkung. Peggy konnte nicht ruhig bleiben bis sie alles geklärt hatte, darum lehnte sie sich zu Johan und flüsterte in sein Ohr:"Gib mir dein Handy!" Johan gab ihr sein Handy, obwohl er ziemlich erstaunt aussah. Peggy wusste, dass Leaf in der 11ten Reihe sitzt, und sie hoffte, dass sie ihr Handy nicht ausgeschaltet hat." Sie schrieb eine SMS an sie:"Erkläre mir was das voerher mit Julian sollte! Weißt du etwas, was ich nicht weiß? Peggy".

"Peggy, was ist los?"flüsterte Julian.

Peggy schüttelte den Kopf und murmelte:"Nichts." Nach einer Weile spürte sie wie Johans Handy in ihrer Hand leicht wibriert. Sie las die SMS von Leaf:"Ja, ich weiß was, was du nicht weißt. Dein süßer Freund mag dich nicht. Leaf". Peggy las die SMS mehrmals durch. Sie hatte schon von Anfang an das Gefühl, dass sie Leaf von irgendwo kennt, aber sie konnte sich nicht errinern woher. Sie schrieb eine weitere SMS:"Was meinst du? Erkläre es mir! Bitte! Peggy". Dieses Mal musste sie länger auf die Antwort warten:"Dein FREUND zeigt sein wahres Gesicht wohl nur im Chat, wo ihn keiner kennt. Er hat sich gut beschrieben (so ein Idiot!) - darum habe ich ihn auch mit Leichtigkeit erkannt. ER STEHT AUF JUNGS! xD Leaf".

"Mist!"flüsterte Peggy und sprang hoch.

"Was ist los?"fragte Julian.

"Nichts, ich habe mich errinert, dass ich Tante Marianne nicht gesagt hatte, dass ich nicht zum Abendessen da werde. Ich muss sie anrufen,"sagte Peggy und verlas den Saal.

"Nee, mein Handy,"murmelte Johan weinerlich.

Peggy rannte in die Toilette, nahm ihr Handy aus der Tasche und wählte Hiets Handynummer. Die "Piep"-Töne machten sie verrückt.

"Ja?"antwortete Hiet.

"Endlich! Hiet? Ich bin's!"sagte Peggy aufgeregt.

"Ich weiß - wer sonst! Was willst du?"

"Sei nicht so negativ! Ich brauche deine Hilfe! Du musst mir sagen, ob in deinem Club ein Mädel Namens Leaf angemeldet ist."

"Nein."

"Guck' nach! Bitte, Hiet!"sagte Peggy weinerlich. "Sie muss angemeldet sein, weil sie Julian als Harry erkannt hatte."

"Was?! Wie heißt sie nochmals?"fragte Hiet erstaunt.

"Leaf. Alle nennen sie "Leaf"."

"Wenn sie zur Johans Clique gehört, dann muss ich sie in seinem Jahresbuch finden. Warte! Ich rufe dich in ein paar Minuten zurück!" Hiet legte auf und rannte in Johans Zimmer, während Peggy verzweifelt auf dem Klo saß und versuchte sich zu beruhigen.

Die Zeit verging sehr langsam. In fünf Minuten klingelte das Handy und Peggy nahm ab:"Ja?"

"Nenne mir alle aus seiner Clique."

"Ehm... Ich muss nachdenken... Ehm... Emanuel, Anette, Nina, DJ, Florian, Leaf, Ned... Das müssen alle sein. Hiet?"sprach Peggy aufgeregt.

"DJ muss Diana Joana, dann muss diese Leaf Linda sein. Ja, eine Linda gehört zum Club. Ich gucke mal nach. ... Pegg?"

"Ja?"

"Linda alias Leaf gehört zu meinem Club unter dem Namen Hilda."

"Danke, Hiet! Ich wusste es aber ich war nicht überzeugt,"sagte Peggy fröhlich.

"Tschüss!"

"Ja. Bis bald, Süßer! ICH LIEBE DICH!"schrie Peggy und legte auf. Sie kehrte ins Saal zurück genau an der Stelle, wo der Kopf der Figur, die Paris Hilton spielt, mit einem Stock aus Holz durchgestochen wird. Sie kriechte bis zu ihrem Platz und setzte sich. Sie reichte Johan sein Handy und flüsterte:"Dankeschön!"

 

Als alle den Kinosaal verlaßen, kam Anette zu Peggy und fragte:"Verrat's uns! Hat Johan gezittert?"

"Ehm... Keine Ahnung. Was sagst du Julian?"sagte Peggy.

"Der Film war das letzte und Johan ist total auf Paris Hiltons Strip abgefahren,"sagte Julian ruhig.

"Ich glaub's dir aber dich interessieren solche Sachen nicht, oder? Du stehst auf was anderes,"sagte Leaf und grinste.

"Was meinst du damit?"fragte Julian verärgert.

"Du weißt es ziemlich gut und deine Freundin auch. Na ja, jetzt weiß sie es auf jeden Fall,"antwortete Leaf.

"Was machen wir jetzt?"fragte Johan und ignorierte Leaf.

"Wir verschwinden,"sagte Peggy und nahm Julian an die Hand. "Es war eine tolle Zeit mit euch! Tschüss!"

"Bye!"riefen alle durcheinander.

 

Peggy und Julian schwiegen den Weg bis zur "Lorelei". Das Schweigen war für sie unerträglich aber keiner von ihnen wusste womit er anfangen sollte. Sie wählten denselben Tisch, an dem sie das letztes Mal in der "Lorelei" saßen. Peggy atmete tief ein und fing an:"Wie gefiel dir der Film?"

"Hm... Der war nicht sehr toll,"antwortete Julian.

"Schade, dass ich den Strip von Paris Hilton nicht gesehen habe. Gabriella und Kenny haben einen vollen Tag nur drüber gestritten. Gabriella sagte, dass der Strip nichts besonderes war und Kenny behauptete, dass er endgeil war. Nach so-o viel Rumel um diesen Strip wollte ich mir selbst meine Meinung bilden."

"Das war nichts besonderes. Gabriella hatte recht,"sagte Julian ernst.

"Ach wirklich?"grinste Peggy.

"Worauf willst du hinaus?"Julian blieb ernst.

"Ach, du solltest das wissen..."grinste Peggy.

"Peggy,"sagte Julian und setzte sich neben Peggy,"ich habe keine Ahnung, was du und Leaf wissen. Verstanden? Wenn du so nett wärst mir zu sagen, was das alles soll,"sagte Julian.

"Ach, vergiss das. Gefiel es dir nicht?"fragte Peggy und umarmte ihn.

"Was?!"

"Na Paris Hilton!"

"Nein,"antwortete Julian ernst. "Was nimmst du?"

"Einen grünen Tee,"antwortete Peggy.

"Ich gehe und mache die Bestellung,"sagte Julian und machte sich auf den Weg zur Bar.

"Ich muss mit ihm reden. Ich muss, ich muss, ich muss, ich muss!"murmelte Peggy und lehnte sich zurück.

"Für meinen Schatz grüner Tee und für mich Kafee,"sagte Julian und lächelte, als er zurückkehrte.

"Dankeschön,"sagte Peggy. "Setze dich neben mir!"

"Ich bin hungrig,"murmelte Julian.

"Was?! Soll ich jetzt etwas bestellen?"

"Ja, schon aber flirte nicht mit dem männlichen Personal. Da gibt's einen Barman nach deinem Geschmack,"sagte Julian. Peggy zeigte ihm die Zunge und ging zur Bar. Julian grinste nur und trank in Ruhe seinen Kaffee. Eigentlich war das doch zu spät für einen Kaffee aber Peggy entschied sich das nicht zu erwähnen.

"Hey! Was willste?"fragte ein gutaussehender junger Mann und lächelte.

"Hm... Ich bin hungrig. Was kann ich mir leckeres bestellen? Gibt's hier Plätzchen?"fragte Peggy und schaute sich die Karte an.

"Ja, auf der 17ten Seite,"antwortete er und schaute Peggy an.

"Oh, hier gibt's ja Käseplätzchen! Schmecken sie gut?"

"Keine Ahnung, ich mag kein Käse aber meine Schwester mag sie. Sag mal, du bist ja süß." Peggy ignorierte die Bemerkung und blätterte die Karte noch einmal durch. Langsam glaubte Peggy, dass sie Mariannes Tochter ist, weil sie nur ihre Gene geerbt hatte, sie sahen sich sehr ähnlich und in solchen Situationen wusste sie, dass andere in ihr mehr Marianne sehen als Peggy.

"Ich nehme die Käseplätzchen, Spaghetti mit Basilikum-Soße und Salat,"sagte Peggy und lächelte.

"Ist das nicht zu viel für dich?"fragte der Kellner erstaunt. "Wie heißt du überhaupt?"

"Und du? Ich bin Peggy und nein, ich mache mir Sorgen, dass es zu wenig sein wird."

"Ich bin Jörg. Ich gebe deine Bestellung weiter,"sagte Jörg und ging in ein Hinterraum.

"Hey, krieg ich die Plätzchen gleich?"rief Peggy ihm hinterher.

"Ja, ja, habe keine Angst aber du musst dich eine Weile gedulden,"antwortete Jörg. Peggy setzte sich an der Bar und schaute zu Julian. Er war eingeschlafen. "Hier. Käseplätzchen für dich,"sagte Jörg und reichte ihr einen Teller mit Plätzchen. Peggy nahm ein Stück und proberte es.

"Das schmeckt aber gut!"sagte sie fröhlich.

"Ich gehe und warte bis ich endlich essen kann,"sagte Peggy und stand auf.

"Nee, halt! Bleibe stehen!" Peggy schaute Jörg erstaunt an. "Bleibe doch hier bis deine Bestellung fertig ist,"sagte Jörg und lächelte.

Peggy schaute zu Julian, der noch schlief und sagte:"Ok, was kannst du mir interessantes erzählen?"

"Hm... Lass mich nachdenken... Was kannst du mir erzählen?"

"Das ist unfair! ... Gut, ich fange an und du machst weiter. Ich wohne mit meiner Tante für ein paar Tage zusammen bis meine Mutter vom Urlaub zurückkehrt. Und du?"

"Ich muss diesen Monat mit meinem Schwiegervater wohnen, weil meine Mutter nach Japan fahren musste. Und du?"fragte Jörg.

"Warum musste deine Mutter nach Japan fahren?"

"Weil sie eine Dolmetscherin ist. Und warum ist deine Mutter ohne dich in den Urlaub gefahren? Habt ihr sie total genervt?"

"Sie ist mit ihrem Freund gefahren. Stell' dir vor! Sie hat einen Freund. Was mache ich, wenn sie ihn noch heiratet?"fragte Peggy.

"Dann musst du dich damit abfinden. Ich bin durch dasselbe gegangen,"sagte Jörg ernst.

Eine junge Frau kam aus dem Hinterraum und sagte:"Für welchen Tisch sind die Spaghetti mit Basilikum-Soße und Salat gedacht?"

"Für mich und für den Tisch,"sagte Peggy und zeigte mit der Hand in die richtige Richtung. Das Mädchen brachte die Teller zu dem Tisch. Peggy stand auf, nahm den Teller mit den Plätzchen und sagte bevor sie zu Julian ging:"Danke für's Gespräch. War nicht sehr lang aber hat mir gut gefallen." Sie setzte sich neben Julian und flüsterte ihm aufs Ohr:"Wach' auf!" Eigentlich hätte sie lieber ihn erschreckt aber er tat ihr irgendwie Leid.

"Was ist denn los?"

"Willst du essen?"

"Natürlich! Keine Frage. Krieg ich auch was ab oder hast du vor alles allein zu verschlingen?" Peggy gab Julian eine Gabel voll. "Hmm. Schmeckt gut. Hast du eine zweite Gabel?"

"Ja,"sagte Peggy und zeigte auf die Gabel neben dem Teller.

"Sag mal, wo warst du?"fragte Julian.

"An der Bar. Ich redete mit Jörg - blond, kleinen grauen Augen und einer geraden Nase. Sehr sportlich und süß,"antwortete Peggy.

"Achso, verstehe,"sagte Julian und drückte sie an sich. "Sind die Plätzchen für mich?"

Peggy nickte und sagte:"Die schmecken einfach himmlisch!"

Als sie fertig gegessen hatten, stand Peggy auf und sagte:"Ich gehe bezahlen."

"Na, hat's gut geschmeckt?"fragte Jörg.

"Ja, es war sehr lecker! Zum Glück muss ich nicht den Fraß, den meine Tante gekocht hat, nicht essen,"antwortete Peggy und lächelte. "Ich will bezahlen."

"Kann deine Tante nicht kochen?"fragte Jörg.

"Nein, sie kocht sehr schlecht. Weißt du was sie am besten kann, wenn's um essen geht?"fragte Peggy und lehnte sich näher zu Jörg.

"Was?!"fragte Jörg interessiert.

"Sie kann super gut Pizza bestellen,"antwortete Peggy.

Jörg lachte und fragte:"Ist sie eine verwöhnte Prinzessin?"

"Nein, ein verwöhntes Model. Eigentlich, war sie früher ein Model und arbeitet jetzt in einer Model-Agentur."

"Wie kann ich Ihnen helfen?"fragte die junge Frau, die vorher das bestellte Essen gebracht hatte.

"Ehm... Ich wollte bezahlen, eigentlich er,"antwortete Peggy und zeigte auf Julian.

"Mal sehen... Sie bestellten Spaghetti mit Basilikum-Soße, Salat und Käseplätzchen, richtig?"fragte die junge Frau.

"Ja, aber da gab's noch grünen Tee und Kafee oder hat Julian es schon bezahlt?"sagte Peggy. "Hey, Julian! Hast du für den Tee und Kafee schon bezahlt?"rief Peggy.

"Ja,"antwortete Julian und ging zu ihr. "Ich hab' deine Jacke und Tasche bei mir."

"Gut. Dann muss ich nur für die Spaghetti, das Salat und die Plätzchen bezahlen. Kann ich mit Kreditkarte bezahlen?"

"Ja,"sagte die junge Frau und nahm ihr die Karte ab. "Sie müssen hier unterschreiben."

"Und du?"fragte Jörg plötzlich.

"Was ich?"fragte Peggy.

"Kannst du kochen?"

"Ich muss nicht kochen können. Meine Mutter kocht sehr gut und, wenn meine Mutter mal nicht zu Hause ist, schau ich vorbei bei meinem besten Freund vorbei - seine Mutter ist ein super Koch. Und wenn das auch nicht geht, dann -"

"Gehst du ins Restaurant,"beendete Jörg.

"Nein! Dann gehe ich zu Julian - er kann auch gut kochen,"antwortete Peggy und umarmte Julian. Die Frau schaute sie mit einem giftigem Blick an.

"Gehen wir?"sprach Julian.

"Ja, gleich. Ich habe meine Karte noch nicht zurückbekommen."

"Hier, bitteschön,"sagte die junge Frau und reichte Peggy die Kreditkarte. Der giftige Blick verschwand nicht aus ihren Gesicht.

"Danke. Gehen wir?"fragte Peggy und schaute zu Julian, der in Gedanken schwebte. Julian nickte und sie verließen die "Lorelei". Es war schon sehr spät. Die kalte Abendluft schlug ihnen ins Gesicht. Sie begaben sich in Richtung von Peggys zu Hause. Peggy zog ihre Jacke an und fragte:"Was machst du jetzt?"

"Ich bringe dich nach Hause und dann fahre ich zu mir. Ich habe morgen eine Kontrollarbeit in Englisch,"antwortete Julian und nahm sie an die Hand.

"Es ist schon so spät und du musst noch lernen?"

"Ja, aber das ist nicht so schlimm. Mache dir keine Sorgen,"antwortete Julian und schaute nach vorne.

"Du bist heute so merkwürdig,"murmelte Peggy. "Ich habe das Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung ist. Was beschäftigt dich, Julian?" Julian antwortete nicht und schaute nach vorne. "Du bist merkwürdig, ich spüre es,"sagte Peggy entschlossen. "Vertraust du mir etwa nicht?"

"Doch. Peggy, es ist nicht wichtig,"sagte Julian.

"Es ist wichtig,"sagte Peggy stur und schaute ihn an.

Julian ignorierte ihren Blick und sagte:"Du übertreibst."

"Nein, ich will es wissen! Antworte mir, Julian!"

"Nein." Peggy blieb stur. "Ich werde dir nicht antworten und mich nicht mit dir streiten."

"Warum?"fragte Peggy und blieb stehen. Sie waren fast an ihrem zu Hause angekommen und sie wusste, dass, wenn sie angekommen sind, Julian verschwinden wird ohne ihr irgendetwas zu erzählen. Peggy wiederhohlte ihre frage, weil sie keine Antwort von Julian erhielt.

"Weil du zu mir nicht ehrlich bist,"antwortete Julian und ging weiter.

"Julian!"rief Peggy und lief ihm hinterher. "Was meinst du?"fragte sie, als sie ihn erreicht hatte und zwang ihn sich anzuschauen. Sie erschrak. Julians blaue Augen waren schwarz. Er schaute sie voller Hass an. "Ich verstehe nicht..."murmelte Peggy.

"Peggy,"begann Julian,"lass uns morgen darüber reden, ja?"

Peggy schüttelte den Kopf und murmelte:"Nein, jetzt. Wir gehen zu mir und -"

"Ich muss nach Hause,"Julian unterbrach sie.

"Du kommst mit mir,"sagte Peggy stur, nahm ihn an die Hand und sie gingen ins Haus.

Überall war das Licht angeschaltet und es herschte Stille. Peggy zog sich die Schuhe aus und rief:"Tante Marianne! Wo bist du?"

"Ich bin hier! In der Küche,"antwortete Marianne.

"Komm hierher!"rief Peggy und bewegte sich nicht vom Fleck.

"Ja, was ist denn los?"sagte Marianne und kam ins Wohnzimmer. Als sie Julian sah, grüßte sie ihn lieb und fragte was Peggy von ihr will.

"Ich werde jetzt mit Julian fünf Minuten reden und dann wirst du ihn nach Hause bringen, ok? Bitte!"sagte Peggy. Marianne guckte sie erstaunt an. "Hast du nicht zugehört?"

"Habe ich aber... Gut ich gehe mich umziehen. Du schuldest mir sehr viel liebe Nichte,"sagte Marianne.

"Nein, du ziehst dich nicht um. Dafür brauchst du minimum 20 Minuten. So lange kann er nicht warten. Zeit ist Geld. Julian, wir gehen in die Küche und du lauschst nicht sonst werde ich Mama alle deine dunklen Geheimnisse verraten. Alle." Marianne schaute sie giftig an aber schwieg. Sie wollte Peggy schon an ihre dunklen Geheimnisse errinern aber sie überlegte es sich anders.

"Was soll das, Peggy?"fragte Julian als sie in der Küche waren.

"Erkläre mir alles! Warum glaubst du, dass ich nicht ehrlich zu dir bin?"

"Peggy, das ist nicht der beste Ort."

Peggy war sauer, zu oft hatte sie diesen Satz gehört. "Julian, glaubst du, dass in der Schule der beste Platz ist? Und meine Tante wird nicht wagen zu lauschen, weil sie schiss hat, dass ich sie bei meiner Mutter verpetzen werde. Warum?"

"Ich kann nicht mit dir reden." Peggys Herz raste wie verrückt vor Wut. Sie wollte schon schreien aber ließ Julianausreden, obwohl er davon nicht sehr begeistert war. "Das ist mir zu schwer. Ich..." Peggy hätte sehr gern geheult, geschrieen oder etwas zerbrochen - so wütend war sie. Sie konnte nicht verstehen, wie jemand wie Julian einfach kein Wort über die Lippen bringen kann.

Sie atmete tief ein und sprach:"Warum vertraust du mir nicht? Was habe ich gemacht?"

Julian entschied sich doch mit Peggy jetzt auf der Stelle alles zu klären und fragte:"Warum hast du den Saal während des Films verlassen?"

"Ehm... Ich fand den Film lagweilig und ich musste aufs Klo,"diese Frage kam unerwartet und Peggy gab sich Mühe eine klare Antwort zu geben.

"An wen hast du die SMSen geschrieben?"

"An meine Tante aber sie hat die wohl kaum bekommen..."

"Was ist wenn ich sie gleich frage, ob sie die SMSs bekommen hat?"

"Sie hat die nicht bekommen, weil das Handy ausgeschaltet war und in der Agentur konnte ich sie auch nicht erreichen, weil sie ausgegangen war."

"Lügst du mich an?"fragte Julian und schaute ihr tief in die Augen. Peggy schüttelte den Kopf. "Ich darf ihm das nicht erzählen, dass ich Hiet angerufen habe, sonst muss ich noch das blöde Ding mit dem Club erzählen,"dachte Peggy. Julian umarmte sie und drückte sie sehr stark an sich.

"Hey! Die 5 Minuten sind schon längst um,"sie hörten Mariannes Stimme aus dem Wohnzimmer.

"Du musst wohl los,"flüsterte Peggy. Julian nickte und küsste sie.

"Wir sehen uns morgen, ok?"sagte Julian lächelnd und ging nach draussen. Peggy warf einen Blick um sich. Sie musste was unternehmen falls Julian bei ihrer Tante nachfragt, ob sie von Peggy angerufen wurde.

"Tante Marianne, hier brennt was!"schrie Peggy.

"Was?!"hörte sie die beunruhigte Stimme von ihrer Tante und Schritte. Marianne rannte in die Küche aufgeregt und rief:"Was brennt?"

"Nichts. Ich brauche deine Hilfe. Du musst sagen, wenn Julian dich fragt, dass du zwei SMS und viele Anrufe von mir bekamst aber nicht antworten konntest, weil du ausgegangen warst,"Peggy sprach wie ein Wasserfall.

"Ich war ausgegangen. Hattest du mich angerufen?"fragte Marianne erstaunt.

"Ja, mehrmals,"sagte Peggy. "Und jetzt - gehe! Julian wartet auf dich."

"Ja, ja,"sagte Marianne und verließ das Haus.

Peggy fühlte sich erleichtert aber in der selben Zeit schlecht, weil sie Lügen hasste und gerade hatte sie Julian angelogen. Sie musste ihn anlügen; es wäre nicht gut gelaufen, wenn sie noch erwähnt hätte, dass sie Hiet angerufen hatte, dann noch diese Sache mit Club und Leaf. Das hätte nie ein gutes Ende genommen.

 

Julian war gut zu Hause angekommen und legte sich sofort schlafen. Er atmete tief und wollte alles vergessen, was Luisa ihm am Morgen des selben Tages erzählt hatte. Er konnte ihre Worte nicht vergessen. Sie klangen in seinem Kopf die ganze Zeit aber er konnte nicht glauben, dass Luisas Behauptungen war sind. Das Handy klingelte. Er ignorierte es aber es hörte nicht auf zu klingeln. Schließlig nahm er das Handy in die Hand und antwortete auf den Anruf.

"Julian?"eine Stimme kam aus dem Handy.

"Was willst du?"fragte Julian gereizt.

"Ich will mit dir reden, weil Peggy uns heute Morgen unterbrach."

"Was willst du Luisa? Lass mich in Ruhe!"

"Glaubst du, dass ich dich belüge? Höre mir zu! Ich war gestern im Einkaufszentrum mit meiner Freundin Jenny und dort haben wir Peggy, deine Freundin, Susann und Johan, Hiets Bruder. Jenny hat's auch gesehen! Du kannst sie fragen! Peggy hat Johan geküsst! Ich hab's gesehen. So war's! Ich schwör's!"sagte Luisa.

"Höre auf! Ich glaube dir kein Wort."

"Glaube was du willst! Ich bin dein Freund und nicht Feind. Ich habe dich gewarnt, Julian!"

"Du schwörst es?"

"Ja. Sie haben sich geküsst. Ich irre mich nicht und habe nichts verwechselt."

"Danke,"sagte Julian und legte auf. Er stand auf und setzte sich an den Schreibtisch und began für seine Kontrollarbeit zu lernen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.04.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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