Michael Glauer

Cantar De Gesta 2er part

Im Blumenladen

 

Miguel: Gegrüßt sein sie, junge Dame. Ich würde gern zwei Rosen kaufen. Rote wären sehr schön, sie würden leider dem Zwecke passen.

Marta: Gegrüßt sein auch sie, mein Herr und Willkommen in unserem bescheidenen Grünverkauf. Zwei Rosen sollen es sein? Ich werde ihnen die schönsten geben die uns in den Vasen stehen, doch darf eine junge Frau fragen worüber sie an einem Tag wie diesen bekümmert sind? Rosen sind an Tagen wie Heute nicht die Begehrtesten unter den Blumen, auch wenn sie in letzter Zeit an Nachfrage gewonnen haben und immer mehr Witwen Rosen für ihre verstorbenen Männer der Revolution zu Grabe tragen.

Miguel: Nun auch aus Trauer benötige ich Rosen. Jedoch nicht um Tote zu ehren, dies kann man nur im Herzen, sondern um Zeichen zu setzen. Es sind Wochen der Trauer und auch wenn heute Wochenend ist und dies ein Tag der Freude zu sein scheint, so muss ich doch meinen Weg bestreiten.

Auf ein baldiges Wiedersehen, mit anderen Blumen im Sinne.

Marta: Auf Wiedersehen mein Herr, beehren sie uns wieder und lassen sie trotz der Sonne und der Wärme die Rosen nicht eingehen.

 

Marta kehrt um und spricht zu den Blumen, Miguel heraustretend

 

Marta: Wie kam dieser Mann zur Trauer? Darf so ein Jemand an Tagen wie diesem trauern? Nein! Es dürfte bei Leibe niemand, kein Narr, kein Mann, kein Soldat, kein König. Doch ist Trauer im Gange der letzten Zeit und es tut weh rote Rosen zu verkaufen. Man kennt nicht die Schicksale, doch kennt man die Zwecke der Blumen, sie sollen weinen, Tote beweinen. Auf dem Haupte eine Krone, eine prächtige, doch den Leibe verdornt, niemand vermag sie ohne Schnitt anzufassen.

 

Elisa tritt hervor

 

Elisa: Mein Kind, wie laufen die Geschäfte? Ich bin es Leid die Gestecke zu bündeln und hinten im Zimmer nur grün zu sehen und Kreationen zu stecken. Ich vermag die Frische der Blumen zu vermitteln und sie an die Mannen zu bringen, lass mich dir helfen oder gar dich ablösen.

Marta: Nein, nicht nötig. Die Blumen sprechen zu mir, sie erzählen Geschichten.

Elisa: Nun, du sagst sie sprechen zu dir, was sagen sie? Sind sie denn auch so höchst erfreut über dies Wetter draußen? Denn auch ich merke wie sie ihre Blätter nach der Sonne strecken.

Marta: Oh nein, sie berichten nicht über ihr Gemüt, vielmehr verraten sie die Menschen, ihre Gefühle, ihre Leiden und Freuden. Sie deuten, ohne zu werten. Man muss sich nur kümmern.

Elisa: Du sollst nicht zu Intim werden, du sollst mit den Kunden sprechen, doch nicht Privat werden. Ein Grundsatz des Verkaufsgewerbes, du weißt das.

Marta: Oh, wie soll man sich denn distanzieren? Wir verkaufen Bilder, Kunst, Symbole. Ein Mensch identifiziert sich und andere mit unseren Waren. Du selbst lehrtest mir dies und kennt man dadurch den Weg des Menschen der sie benötigt. So will ich helfen, aufbauen und Leid mindern insofern dies in meiner Macht stehe. Man muss ja nicht darauf eingehen, doch kann ich Beileid oder Gratulation vermitteln und somit Stücken Wärme vermitteln. Dem Kunden können doch nicht nur die Blumen gefallen, er muss sich verstanden wissen, er soll wiederkehren sollen und erkennen, es ist nicht das Geschäft, es ist nicht die Ware, es ist der Mensch.

Elisa: Oh, jetzt werde nicht philosophisch! Geschäft ist Geschäft. Der Kunde ist König, aber dies nur solange er uns unsere Waren abnimmt, jeder Mensch braucht ein Einkommen und dies ist unseres. Wir geben den Menschen was sie wollen und sie uns was wir brauchen. Das war schon immer so, und wird immer so bleiben.

Marta: Ich bin mir dessen bewusst.

Elisa: Aber?

Marta: Geld kann doch nicht alles sein! Es gibt soviel mehr.

Elisa: Ja mein Kind, natürlich, aber weißt du, ich besitze nicht diesen Luxus. Ich muss sehen wo ich bleibe. Ich habe eine Familie zu ernähren. Mein Gatte ist gefallen. Bei Glorioso, er ist für den König gefallen, möge er im Paradies wandeln, doch tut er es nicht mehr unter uns. Ich brauche ihn hier. Bei allem Glauben, hier brachte er mir Freud und Erfüllung, wie kann ich sicher sein dass er dies auch nach dem Leben tut? Halleluja, ich ketze.

Marta: Nein, wie könntet ihr, niemals. Geht nur zurück an eure Gestecke, braust nicht so auf, ich führe weiter die Blumenverkäufe. Beruhigt euch und haltet Inne, euch sei vergeben vor dem Gerichte!

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.05.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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