Frank Kerber

40 Jahre her (Teil 1)

Die ganze Strecke bin ich gefahren wie ein Teufel, ich konnte es einfach nicht erwarten diese Frau, die ich bisher nur in dem kleinen Bild der Webcam kannte, zu sehen. Meine Fantasie könnte mich täuschen... und nun, die letzten Kilometer begann ich die Geschwindigkeit zu drosseln... Beklemmung kam in mir hoch. Was war denn das? Dies ist doch nicht mein erstes Date, und dennoch war ich aufgeregt und fast schon schüchtern.... Ich weiss, dass Du normalerweise ganz sicher nicht unbekannten Männerbesuch mitten in der Nacht in Deine Wohnung lässt, doch warum ausgerechnet mich? Gut, wir hatten uns schon zwei Wochen lang so viel wie möglich, an der Cam gesehen. Aber was heisst das schon. Ich hatte gesagt ich schlafe im Auto und wir sehen uns erst am Morgen. Aber Du hast darauf bestanden, dass ich gleich zu Dir komme.

Und da vorn ist das Haus. Hast du mich bereits gesehen? Ich weiss nicht, welches Deine Fenster sind, nur 4.Etage. Nichts zu sehen.

Damit die Kinder nicht wach werden, soll ich dich von der Haustür aus kurz auf Deinem Handy anklingeln. Dann kommst du runter und öffnest mir. Um irgendwie die Spannung aus der Situation zu nehmen muss ich mir etwas einfallen lassen. Also öffne ich meine Brieftasche, nehme meine Geldkarte raus. Diese alte Haustür hier, die wird mir keinen grossen Widerstand leisten...

So. schnell hoch in den 4. Stock. Ah da ist Dein Name und du wohnst allein auf dieser Etage. So. Luft holen. Mann hör auf zu zittern. Benimmst dich ja wie ein kleiner Junge, schiesst es mir durch den Kopf. Die Tasche die ich bei mir habe, stelle ich auf den Boden und um mein Zittern so gut wie möglich zu verbergen mime ich den Obercoolen und lehne mich mit verschränkten Armen lässig an das Treppengeländer. Jetzt hole ich das Handy raus und wähle die längst einprogrammierte Nummer...

Die Tür geht auf, Du springst heraus, siehst mich da stehen, drehst dich vor Schreck einmal im Kreis und verschwindest wieder in der Wohnung. Aber noch eh ich dies begriffen habe kommst du auch schon wieder herausgeschossen, packst mich am Arm und ziehst mich in Deine Wohnung. Und da stehen wir uns nun gegenüber und ich schau dich an. Nein, die Cam hatte nicht gelogen. Du stehst wie ein Traum vor mir. Erst jetzt kann ich mir vorstellen was 1,60 m klein und Kleidergrösse 32 bei einer 36jährigen Frau bedeuten. Deine wunderschönen blonden Haare glänzen im Kunstlicht Deiner Flurlampe.... Ich könnte wetten, dass Dein Taillenumfang weniger misst als der Umfang meines Knöchels... Und ich wusste dass ich hier wohl 400km umsonst gefahren bin. Nein Frank, fahr nach Hause bevor Du den Verstand verlierst und vergiss diese Frau. Nicht dass ich nur auf ein Abenteuer aus gewesen sei, bei Dir seltsamerweise nie. Bei allen anderen Bekanntschaften bisher sehr wohl...

"Das bin ich...." etwas besseres fällt mir nicht ein, und ich könnte mich dafür ohrfeigen. Du lächelst, schaust mich mit Deinen wahnsinnig tiefen Augen an und sagst "Und das bin ich..." und nach einer kleinen Pause "Möchtest Du einen Cappucino?" - "Ja, gern"

Du drehst dich langsam um, und willst an die Anrichte gehen, erst jetzt merke ich dass wir quasi in deiner grossen Flurküche stehen... Ich halte dich am Handgelenk fest und sage: "Wir hatten eine Umarmung abgesprochen, ganz egal was passiert..." Und du wehrst dich nicht, als ich dich an mich ziehe... Ich umschliesse dich in meinen Armen wie ein kleines Mädchen und du passt da ganz genau rein. Niemals habe ich etwas so wundervolles gefühlt wie in diesem Moment. Mit der rechten Hand berühre ich deine nackte Taille, die deine bauchfreie Bluse zeigt. Und ganz langsam wandert meine Hand Deinen Rücken hoch. Schade dass sich dort wieder Stoff zwischen unser beider Haut drängt. Aber ich kann die unglaubliche Zartheit spüren. Täusche ich mich, oder hast Du Dich gerade etwas enger an mich geschmiegt? Sicher nur Wunschdenken...

Ich lasse Dich los und du entschwebst mir in Richtung Deines Wasserkochers. Jetzt sehe ich Dich von hinten... Verdammt, was für ein Arsch... klein knackig wie ein Apfel. Am liebsten würde ich auf der Stelle hineinbeissen. Du machst die zwei Tassen fertig, bleibst aber mit dem Rücken zu mir stehen und wartest auf den Wasserkocher. Da sehe ich ein ganz leichtes Zittern in deinen Armen. Und ich kann mich nicht mehr beherrschen. Ich geh zu Dir, lege meine Hände auf Deine Hüften und dreh dich zu mir um. Dann nehm ich Dich in meine Arme und hebe Dich einfach hoch und setze dich neben deinen Wasserkocher. Ganz nah vor Dir stehend nehme ich Dein Gesicht in meine Hände und ziehe Dich zu einem Kuss zu mir. Deine Lippen öffnen sich und meine Zunge findet ihre Partnerin in Deinem Mund....

Ich nehm Dich wieder in meine Arme, hebe Dich ganz sanft wieder hoch und trage Dich fort. Ich glaube der Wasserkocher interessiert heute keinen mehr. Die Tür dort mit dem Glas muss das Wohnzimmer sein. Ich trage Dich durch diese Tür, immer noch in diesem Kuss verschmolzen, und setze dich auf die Lehne des Sofas. Ich knie nun auf der Sitzfläche vor Dir und schau Dich an. Wir sagen beide kein Wort. Ein leises Zittern überrascht Dich, als ich beginne Deine Bluse aufzuknöpfen. Du lässt es geschehen. Was für ein Traum von einer süssen kleinen blonden Frau...

Nein, ich wollte dich nie niemals irgendwie ausnutzen. dir weh tun, dich wie eine Affäre betrachten, nein das geht nicht. Aber irgendwie wollte ich dennoch heute nacht mitnehmen was ich mitnehmen kann. An ein zweites Treffen, an mehr konnte ich einfach nicht glauben. Du, die wunderschöne zarte Blondine und der grobe übergewichtige unrasierte Klotz...

Nach und nach entkleide ich dich also völlig..... mitnehmen, was ich kann. aber hm meine hose bleibt an. letztes tabu was ich irgendwie aufrecht erhalten kann... Mein Herz rast bei deinem Anblick, ich fühl mich schüchtern wie noch nie. Als ob ich zum ersten mal eine Frau sehe. Gut, so eine schon...

ich geniesse es Deinen Bauch zu streicheln, deinen Körper zu berühren, als ob meine Finger bestätigen müssten was meine Augen geniessen dürfen. Meine Hand streichelt dich...

Plötzlich weckt mich Deine Stimme aus meinen Träumen. „He, träumst du schon wieder, Schatz?“ höre ich dich rufen. Ach ja, mein Mädchen, ich dachte gerade daran zurück wie wir beiden uns vor fast vierzig Jahren kennenlernten... Ich schau Dich an, sehe die Liebe und das Lächeln in Deinen Augen. Ja, ja, ich komm doch schon du kleiner Wirbelwind, ich bin doch nicht mehr so schnell....

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.06.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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