Willi Wrubel

Vom "keine Lust" haben ...

 
„Ich hab keine Lust!!!“
 
„Wie so oft!“ mag sich da mancher denken der glaubt mich zu kennen. Und schon prasseln die Vorwürfe auf einen ein. „Andauernd hast du keine Lust. Du hast nie Lust. Zu irgendwas. Ständig hast du nur rumzumäkeln und nie willst du was machen. Aber von mir aus kannst du ja zu Hause sitzen und auf der Couch verrotten. Du kannst dich ja wieder melden wenn du endlich mal „Lust“ hast.“
 
Rumms, zu ist die Tür. Und wider den Erwartungen fühlt es sich gut an. Richtig gut. Keine Selbstzweifel oder Eigenvorwürfe. Kein Schuldgefühl, nichts. Ich meine mal ehrlich. Darauf hätte ich jetzt auch echt keine Lust. Ich will nur noch vorm Fernseher hocken, meine üblichen sechs Tassen Kaffee trinken und ne Tüte Chiochips verdrücken. Das ist das einzige wozu ich noch Lust haben könnte. Alles andere ist mir egal. ZAPP, Fernseher an und schnell mal eine Doppelfolge von „Al Bundy“ reingezogen. Danach wird sich noch eine Folge von „Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft“ angeschaut und schon steckt man drin im Gefühlschaos. Da hat man sich gerade noch halbtot gelacht angesichts der fiesen Offerten von Mr. Bundy gegenüber seiner Nachbarin Marcy Roads (später Darcy) und fetten Frauen und schon im nächsten Moment fällt es einem schwer die Tränen zu unterdrücken beim Anblick der Harmonie die in Colorado Springs, der Arbeitsstätte von Dr. Quinn, vorherrscht. An sich denkt man nur, das solch eine Perfektion im realen Leben undenkbar wäre, aber trotzdem ist man irgendwie begeistert und angetan. Weniger von den doch eher platten Dialogen und unrealistischen „Vorkommnissen“, als eher von der Tatsache das man diese Serie mit dem eigenen Leben vergleicht und zu einem vernichtenden Urteil kommt. Dieses lautet: „Dein Leben ist scheiße. Und es wird immer scheiße bleiben, da du nie und nimmer das Maß einer Dr. Quinn und ihrer Leidenschaft erreichen wirst.“
 
Fazit: „Wieso also erst versuchen.“ Warum sollte ich eine hoffnungslose Sache anpacken und mich am Ende mit dem Mittelmaß zufrieden geben. Darauf hab ich nun wirklich keine Lust. Da bleib ich lieber vor dem Fernseher hocken und ergötze mich an nie da gewesenen Zeiten  und dem unerreichbaren für mein eigenes Leben, denn sagen wir es doch mal so wie es ist: „Ich habe Angst vor der Zukunft!“ Ich habe Angst am Ende nicht zufrieden zu sein und habe Angst am Ende begreifen zu müssen das ich vieles anders gewollt hätte. Ich habe Angst zu versagen und denke mir „Wo nichts angefangen wird, kann nicht versagt werden!“
 
 
 
Und deshalb hab ich keine Lust. Auf nichts.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.07.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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