Lisa Müller

Heimweh

 
Wir fuhren im weißen Bulli seiner Mutter. Die Straße war voll mit Autos, es regnete und prasselte auf die Scheiben. Dan machte das Radio aus, da man es durch den Regen sowieso nicht hörte. Ich saß auf dem Beifahrersitz und war in eine Decke eingemummt. Es war warm doch es lief einem ein kalter Schauer über den Rücken, sobald man nach draußen schaute. Dan war sichtlich genervt, er versuchte einer Wut keinen freien Lauf zu lassen und das zeigte seine Angespannte Haltung. Er war ein hochgewachsener Mann von einer starken Statur, dunkles Haar und braune Augen rundeten das ganze ab. Er kam aus Miami, wir lernten uns in New York kennen. Und nun saßen wir hier sichtlich genervt und total erschöpft von der langen Heimfahrt. Es waren ja nur noch ein paar Meilen bis nach Hause, trotzdem waren wir am Ende. Keine Sekunde verging an der wir nicht an unser warmes und gemütliches Heim dachten. Im Wagen vor uns spielten zwei kleine Kinder hinten im Wagen mit ihren Puppen. Es war ein Kombi auf dessen Dach ein paar Fahrräder festgemacht waren. Eine Radtour wäre auch mal wieder schön nur die Lust daran verschwand schnell nach einem Blick nach draußen in den Himmel, der nun voll mit schwarzen Wolken war. Kleine Blitze zuckten über den Himmel. Dan klopfte ungeduldig au das Lenkrad. Er schaute mich nicht an, starrte geradeaus aus der Frontscheibe und es schien als wartete er auf ein Wunder. Der Regen war stärker geworden und es wurde immer schwerer die Straße zu erkennen, die sich langsam in einen Fluss verwandelt hatte. Ich war müde und meine Augen wurden schwer. Auch Dan war müde. Ich hatte ihm vorgeschlagen die Rückfahrt zu übernehmen doch er beharrte darauf Selbst zu fahren. Typisch Mann denkt man sich da. Frauen und Autos, bloß nicht na ja okay, fahren würde ich jetzt auch nicht gerne. Plötzlich ging der Verkehr vor uns wieder langsam etwas  weiter. So ein Glück. Dan atmete erleichtert auf und drückte aufs Gaspedal.

 

 

Ich zog mein Handy aus der Tasche und wählte die Nummer meiner Mutter. Ließ anklingeln doch keiner meldete sich. Dan warf mir einen leicht düsteren Blick zu, dass tat er immer, wenn ich mit meinen Eltern Kontakt aufnahm. Meine Eltern mochten ihn nicht sonderlich, wer weiß warum, er ist ein anständiger junger gut gebauter Mann, er hat ein abgesichertes Einkommen und und und. Was will man mehr, uns reicht es auf jedenfalls. Wir haben eine kleine Mietwohnung im Herzen new Yorks. Ich steckte das Handy wieder zurück und schaute Dan an. Doch er tat es nicht es bildete sich eher ein beruhigendes Grinsen auf seinem Gesicht aus.

 

 

Der Verkehr bewegte sich nun schnell vorwärts und das hieß es geht nach Hause. Wie habe ich unsere kleine Wohnung schon vermisst. Zwar war der kleine Kurzurlaub in Italien schön, aber mir ist meine kleine Wohnung schon sehr lieb. Auch Dan mag sie und das soll was heißen er hat nämlich einen sehr erlesenen Geschmack.. Ich zog die Decke etwas fester denn mir wurde kalt. Dan hatte seine dicke Daunenjacke an, aber auch  er fror etwa. Die Heizung im Wagen gab auch nicht mehr viel her. Der Wagen hätte schon seit drei Wochen in die Reparatur gemusst, aber Dan wollte das selber machen. Daraus ist aber nicht wirklich was geworden. Also haben wir uns darauf geeinigt das wir nach dem Urlaub die Reparatur machen lassen.. Nun saßen wir hier im Auto, der Regen prasselte  immer noch auf das Dach. Der Verkehr hatte sich gelöst und es ging nun schnell vorwärts. Dan machte das Radio wieder an unser Lieblingslied lief. Und schon bekamen wir gute Laune, wir hatten es in new York gehört, als wir uns in der Disco kennerlernten. Dan trommelte jetzt im Takt der Musik auf das Lenkrad und ich sag leise mit......Time of My Life......es war schön, wir kamen nach Hause unser Lied lief im Radio ich war warm eingepackt und fühl mich wohl, was will man mehr? Na klar unsere Wohnung, die sicherlich schon sehnsüchtig auf uns warten wie wir auf sie. Die Sonne bahnte sich ihren Weg durch die dicke Wolkendecke und wir bekamen ein paar warme Strahlen ab. Es schien, als ob die Stadt auf uns gewartet hätte. Es war schön wieder zu Hause zu sein. Die vertrauten Häuser und Geschäfte. Den nächsten Urlaub machen wir vermute ich auf Balkonien, im Herzen New Yorks.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.07.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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