Matthias Dittmann

sumi

I

 

Am Wochenende hatte ich meine Schwester und ihren Ehemann besucht, die außerhalb Nürnbergs in einem kleineren Dorf wohnten. Ich sah sie nicht mehr so häufig, seit sie von Zuhause und Hamburg weggegangen war, um mit Mark in Nürnberg zu leben. Ab und zu kam sie zwar noch nach Hause, aber ich selber wohnte ja auch nicht mehr bei den Eltern, draußen in Rahlstedt, sondern inner netten kleinen WG in Schlump. Naja, ich hatte eh mal wieder genug von allem und es war mal wieder Zeit irgendwohin zufahren. Also warum nicht die schon etwas länger zurückliegende Einladung der Schwester annehmen.

 

Nürnberg war eine ziemlich geile Stadt. Gefiel mir gut. Die mittelalterliche Innenstadt, die weniger alten Gebäude mit hübscher Fassade in der Südstadt, andererseits dann doch wieder alles irgendwie auch versifft, nicht wirklich prunkvoll. Angenehmes Flair, koole Kneipen, die vor allem nicht so stressig waren wie die meisten Hamburger Kneipen. War irgendwie relaxter hier. Naja, Hamburg fand ich natürlich immer noch besser, halt auch wegen Kumpels, Heimat und so, aber so spontan am Ende des Weekends hätte ich gesagt, Nürnberg wäre nach Hamburg meine Lieblingsstadt.

 

Montagfrüh ging mein Zug und Sonntagabend wollte ich noch in den Gottesdienst der Nürnberger Jesus Freaks. Die Gemeinde feierte ihre Gottesdienste in sonem recht heruntergekommenem Bürogebäude. Passte ja aber auch zu den Freaks. Nun, ich fuhr mit den Öffentlichen hin, verplante aber irgendwie die Länge des Weges von meiner Schwester aus und kam etwas später. Machte aber nix. War wie bei den Freaks in Hamburg: Gottesdienstbeginn 16:30, aber bis alle da sind und wirklich begonnen wird vergeht noch ne halbe Stunde.

 

Der Gottesdienst fand in einem Saal im zweiten Stockwerk des Gebäudes statt. Der Putz bröckelte überall von den Wänden. Kabel verliefen offen gelegt an den Wänden entlang. Der Raum wurde auch für andere Veranstaltungen genutzt. Die Decke wurde von einigen Säulen getragen, welche manchem ungünstig stehenden Gottesdienstbesucher den Blick versperrten. An einem Ende des Saals hing eine Leinwand von der Decke herab. Darunter war Bandequipment aufgebaut. Hier und da standen an den Seiten ein paar Sofas. Über den Rest des Raumes waren ein paar Bierbänke und Stühle verteilt. Die Leute sahen alternativ aus. Einige Hip Hopper waren da, paar Punks, wenige normal angezogene Leute. Sie standen in kleineren Gruppen zusammen, andere saßen gelangweilt auf Sofas. Immer wieder liefen Leute auf Neuankömmlinge zu und umarmten sie. Zwischen allen liefen einige Kinder rum.

 

Sehr angenehme Atmosphäre. Ich lief auf das hintere Ende des Raumes zu, wo ich ein paar freie Sitzplätze auf einigen Kisten erspäht hatte. Einzelne Gottesdienstbesucher saßen dort herum. Ich setzte mich zu ihnen. Etwas weiter halb hinter mir saß ein Mädchen, sie war mir ziemlich bald aufgefallen. Sie war fast ganz in schwarz gekleidet. Ich hatte meine Brille nicht dabei, weshalb ich nicht genau erkennen konnte, was sie anhatte, aber ich konnte doch erkennen, dass sie ziemlich hübsch und schlank war. Sie sah von Augen und Hauttyp her leicht asiatisch aus. Ihre langen schwarzen Haare waren teils hochgesteckt, teils hingen sie runter, teils waren sie zu Rastalocken geflochten. Zwischen Oberlippe und Nase hatte sie links, schon fast auf der Backe einen kleinen Leberfleck. Ich blickte sie eine Zeitlang an, dann guckte sie zurück, mir direkt in die Augen. Ich sah, dass ihre dunkel, hübsch und ungeschminkt waren. Ich schaute weg. Bevor es richtig losging schaute ich immer wieder zu ihr rüber und einige Male ertappten wir uns gegenseitig dabei, wie wir uns ansahen. Hatte ich sie nicht schon mal irgendwo gesehen? Ich wollte sie ansprechen, aber ich war zu schüchtern. Der Gottesdienst fing an. Die Lobpreis Band rockte wie sau. Es war einfach geil. Einige Leute gingen total ab. Ich nicht ganz so sehr, stand ganz hinten rum. Aber es war wirklich geil. Konnte mich voll auf Gott konzentrieren und den Stress in Hamburg und alles vergessen. Die Stimmung war hammer. Die ganzen Leute um mich rum feierten Jesus. Einige knieten auf dem Boden, andere hoben die Hände. Die Band kam ins schwitzen.

 

Als der Lobpreisteil zu Ende war, ging ich an meinen Platz zurück. Das Mädchen saß an ihrem und schaute mich an. Bevor ich noch lächeln konnte, sah ich lieber schnell weg. Die Predigt war etwas lang. Konnte mich auch nicht soo damit identifizieren. Da ich vom Wochenende saumüde war, musste ich dagegen ankämpfen einzunicken.

 

Nach dem Gottesdienst saß ich noch eine Weile rum. Sie auch, aber ich hatte einfach zuviel Schiss zu ihr rüberzugehen. Unsere heimlichen, schüchternen Blickwechsel gingen eine Weile weiter.

 

„Hi“ unterbrach mich eine fröhliche Stimme.

 

„Oh, hi“, antwortete ich.

 

„Ich bin die Linda“

 

„Hi, ich bin der Jary“

 

„Wie?“

 

Ich lachte etwas, fast niemand verstand den Namen auf Anhieb.

 

„Jary“

 

„Ich hab dich hier glaub ich noch nie gesehn. Bist du zum ersten mal hier?“

 

„Joa, ich war des Weekend in Nürnberg. Da dacht ich mir ich schau mir doch ma die Freaks hier an.“

 

„Achso, wo kommst du her?“

 

Ich guckte immer wieder zu dem Mädchen rüber. Auch sie unterhielt sich jetzt mit jemand anderem. Ich bekam nur Fetzen mit. „Und…Nürnberg…?“ fragte sie jemand. Sie lächelte, antwortete etwas und schaute zu mir. Ich sah weg.

 

„Aus Hamburg komm ich. Geh da auch zu den Freaks“ antwortete ich.

 

„Ach echt? Cool. Da kennste doch bestimmt die Doro“

 

„Ja, na ja, son bisschen, ich bin noch nich so lang bei den Freaks“

 

„Oder den Jannis“

 

Ich sah wieder zu dem Mädchen.

 

„…und das Viertel…Gostenhof…?“

 

Sie lächelte wieder etwas und sah dann zu mir rüber. Ich spielte unser Spiel nach den alten Regeln weiter.

 

„Jaja, den kenn ich ganz gut“

 

Ein weiteres Mädchen kam zu uns und haute Linda an. „Ey, was gehtn heut Abend? Machmer noch was?“

 

Ich hörte weg. Verstohlen drehte ich wieder meinen Kopf. Aber das Mädchen war weg. Ich blickte zum Ausgang. Sie ging gerade raus. Ich zögerte etwas, verabschiedete mich aber und ging dann auch zum Ausgang. Auf dem Vorplatz standen einige Freaks rum, aber das Mädchen sah ich nicht. Ich lief etwas zur Straße vor. „Wenn ich sie jetzt sehe, lauf ich ihr doch noch hinterher“ dachte ich mir, aber die Straße war leer. Hatte ich wohl zu lang gezögert. Enttäuscht ging ich weiter und schaute in alle Seitenstraßen. Nirgends ein schwarzer Halbmantel in dem das hübsche Mädchen steckte. Ich ging Richtung U-Bahn. Musste ja dann auch nach Hause. Vielleicht fuhr sie ja auch mit der U-Bahn. Der Zug stand schon da, ich sprang rein. Kein schwarzhaariges Mädchen. Vielleicht war sie in einem andern Wagen. Am Hauptbahnhof musste ich umsteigen, aber das Mädchen sah ich nirgends.

 


II

 

Es war eigentlich noch viel zu früh, um raus aufs Dorf zu meiner Schwester zu fahren. Was sollte ich denn den ganzen Abend machen? Ich fühlte mich plötzlich schrecklich einsam. Ich wollte eine Zigarette, hatte aber keine und auch kein Geld dabei. Jemanden darum zu bitten wär ja kein Problem gewesen, aber ich war nicht in der Stimmung. Ich beschloss, etwas herumzulaufen.

 

Warum hab ich sie nicht angesprochen? Oh man, hätte ich sie doch angesprochen! Warum bin ich nicht früher gegangen? Wenn ich sie jetzt sehen würde, würde ich sie ganz bestimmt ansprechen. Oh, könnte ich doch die Zeit nur zurückdrehen. Nur ein kurzes Stück. Warum bin ich auch so schüchtern? Ich hätte irgendwas sagen könne wie „Hey du, ich überleg schon die ganze Zeit. Du kommst mir so bekannt vor. Kommst du aus Nürnberg?“

 

„Nö.“ hätte sie geantwortet

 

„Wo kommst du her?“

 

„Aus Hamburg.“ Und dann hätten wir irgendwann herausgefunden, dass ich sie vielleicht doch nicht kenne und sie bloß mal in der U-Bahn oder inner Bar gesehen haben muss. Oder sie kommt ganz woanders her, aus Görlitz zum Beispiel. Und sie sieht nur jemand ähnlich. Nem anderen hübschen Mädchen, das ich mal irgendwo gesehn hab. Kann ja sein. Merk mir ja sonst auch fast jedes Gesicht.

 

Ja und dann würde ich fragen „Und wo läufste gerade hin?“

 

„Nach Hause…“

 

Dann hätte ich so charmant wie möglich gelächelt und gefragt „Was dagegen, wenn ich dich etwas begleite?“

 

„Tust’s doch eh schon“, oder so was in der Art hätte sie vielleicht geantwortet.

 

„Wo wohnst du?“

 

„Gostenhof“

 

„Ach da…Ich bin übrigens der Jary“

 

„Hi, ich bin die Sumi“. Ich hätte mich etwas gedreht und würde ihr die Hand geben. Sie würde erst etwas komisch gucken, dann lachen und mir auch die Hand geben. „Kommst du von hier?“

 

„Nene, ich bin auch nicht von hier. Bloß zu Besuch. Hab meine Schwester besucht. Komm aus Hamburg.“ Ich könnte ja auch nach Nürnberg ziehen. Dann könnte ich sie bald wieder sehen.

 

Vielleicht würde sie auch sagen „Hast du hier schon alles gesehn? Soll ich dir Nürnberg zeigen?“ Ich könnte auch einfach gleich in Nürnberg bleiben.

 

„Echt? Ja des fänd ich cool“

 

„Hast du morgen Zeit? Eigentlich muss ich ja lernen, aber allein is eh doof. Wir können ja zusammen Spanisch lernen“

 

„Ich soll mit dir Spanisch lernen? Na, ich weiß nicht, ob das so ne gute Idee ist, ich bin nich so des Sprachengenie“

 

„Ach was, du sollst mich ja auch nur abfragen. Setz mer uns halt in ein Café oder so!“ Sie würde mich erwartungsvoll ansehen, ich würde zustimmen und sie würde lächeln und fragen, ob ich sie abhole, ich würde ja eh gleich wissen, wo sie wohnt. Und ich würde lächeln und wieder zustimmen.

 

Ich ging durch die Königspassage unter dem Bahnhofsvorplatz. Am Ausgang saßen ein paar Punks und fragten nach Kleingeld, trunken von meinen Gedanken an das Mädchen leerte ich meine Hosentasche in den Kaffeebecher, der mir hingehalten wurde. Naja, viel war ja eh nicht drin. Die Punks bedankten sich sehr freundlich und wünschten mir noch einen netten Abend. Ich lief weiter vom Bahnhof weg in die Fußgängerzone. Diese war nicht mehr allzu bevölkert. Die Bratwurststände waren zu. Die Geschäfte waren beleuchtet und hatten schon Weihnachtswerbung in den Schaufenstern hängen. In einem der Fenster war auf einem Plakat ein morgens im Bett liegendes, sich umarmendes Paar abgebildet. Mir war kalt.

 

Vielleicht könnte ich mich dann auch in einer Kneipe mit ihr treffen. Ich würde mich recht bald unsterblich in sie verlieben und immer wenn ich sie wieder sähe, müsste ich unglaublich grinsen. Wir würden uns ständig treffen und lauter unterschiedliche, koole Sachen machen. Eislaufen, in Parks oder auf die Burg gehen, uns Ausstellungen ansehen, ins Stadion oder zu nem Baseballspiel gehen. Beim nebeneinander Laufen würden wir uns unbewusst berühren und beim spanisch Lernen, Rücken an Rücken auf eine Bank setzen. Ich würde ihre Hände mit meinen wärmen. Wir würden uns gegenseitig kitzeln oder die Schuhe klauen. Wir würden über die sinnlosesten Themen diskutieren, zusammen ins Kino gehen und vom Film gefangen, schweigend nebeneinander heim laufen.  Ich würde ihr ein paar Tanzschritte beibringen und sie wäre unglaublich talentiert. Wir würden zusammen Musik hören und Mixtapes austauschen. Sie würde mich wegen meinen alten Kinderspielsachen, meiner Eitelkeit und meinem Diätbuch für Frauen auslachen. Sie würde mich mit dunkel geschminkten Augen gut aussehend finden.

 

Die Lorenzkirche war beleuchtet. Ich lief einige Male langsam um sie herum. In ihrem Eingang saßen einige biertrinkende Penner. Jugendliche auf dem Weg zur Kneipe kamen an mir vorbei. Es schien, als wäre niemand sonst allein unterwegs.

 


III

 

Ich lief die Fußgängerzone weiter Richtung Weißer Turm. Ich schaute in einige Schaufenster, aber sah nichts.

 

Vielleicht treffe ich sie ja jetzt zufällig. Vielleicht wohnt sie ja irgendwo hier. Oder vielleicht ist sie auch auf dem Weg in irgendeine Kneipe. Oder vielleicht ist sie auch unruhig wie ich.

 

Ich könnte ihr hier einfach auf der Straße begegnen. Sie würde mir entgegen laufen und sagen „Ach hi, hab ich dich nicht vorhin im Gottesdienst gesehen?“

 

„Doch schon“

 

„Und warum läufst du hier so alleine rum?“

 

„Och, ist noch etwas früh um heimzufahren.“

 

„Kannst ja mitkommen. Ich treff mich gleich mit paar Freunden. Die sind auch von den Freaks. Vielleicht kennste die ja sogar.“

 

„Na ich glaub nich, ich bin gar nicht von hier“

 

„Ach so und wohin fährst du dann nach Hause?“

 

„Ja, na ja, nich wirklich nach Hause. Halt nach Deutenbach zu meiner Schwester. Die hab ich am Wochenende besucht.“

 

„Ach so, kannst ja trotzdem mitkommen. Ich bin übrigens die Sumi.“ Sie würde lächeln.

 

„Hi, ich bin der Jary“

 

„Du bist mir vorhin schon aufgefallen. Du hast so coole Sachen an. Und wie du Lobpreis mitgemacht hast, hättich schwören können, du gehörst hier dazu.“

 

Ich würde nur mit den Achseln zucken und nicht so recht wissen, was ich sagen soll. Also würde sie weiterreden. „Und deine Schwester wohnt in Deutenbach? Studiert die hier?“

 

„Ja. Seh sie nicht mehr so oft. Da hab ich sie des Weekend mal besucht und dachte mir, des ich mir ja gleich mal die Freaks hier anschauen könnt.“

 

„Und, fandest es gut? Ich finds voll geil hier. Die ham mich voll lieb aufgenommen. Ich bin ja auch erst seit kurzem hier.“

 

„Ja war schon gut. Lobpreis fand ich halt fett. Bei der Predigt bin ich aber fast eingeschlafen…“. Ich würde grinsen.

 

„Echt, ich find die Maren predigt voll gut“

 

Ich würde wieder die Achseln zucken und „…ich weiß nich so, kennse ja nich“ sagen.

 

„Wo kommst du her?“

 

„Hamburg“

 

„Oah, Hamburg is voll toll, oder? Da würde ich auch gern mal hin.“

 

Ich würde wieder so charmant wie möglich lächeln und „kannst mich ja mal besuchen“ sagen.

 

Sie würde zurücklächeln und „na klar!“ antworten.

 

Ich kam zum Weißen Turm. Auch er war beleuchtet, aber gar nicht weiß. Vor dem Turm stand ein recht großer Brunnen, der voller seltsamer Steinfiguren war. Der Ehebrunnen. Er sollte den Verlauf einer Ehe darstellen. Ich lief um ihn herum. „So würde unsere Ehe aber nicht aussehen“ dachte ich mir und ertappte mich dabei, dass ich mit uns das fremde Mädchen und mich meinte.

 

Krass, ich habe noch kein Wort mit ihr gewechselt und denke schon an Ehe.

 

Wie sie wohl heißt? Tatsächlich Sumi? Oder Desi? Ach, hätte ich sie doch nur angesprochen. Jetzt weiß ich nicht mal, welchen Namen ich flüstern soll, wenn ich ihr Gesicht sehe. Mann, ich bin so ein schüchterner Penner, echt. Das muss ich mir schleunigst abgewöhnen. Die Sache ist jetzt jedenfalls vorbei. Maaaaann. Echt, hey…

 

Ich lief die Paralleleinkaufsstraße zurück zur Lorenzkirche. Irgendwo auf einer Dachterrasse einer Bar saßen ein paar Warmblütler und  unterhielten sich. In einem Geschäftseingang knutschte ein Paar. Ich schlich langsam weiter. Ihr Gesicht ständig vor meinem inneren Auge. Alles andere verdrängte es. Ich ärgerte mich nicht mehr laut in mir und dachte auch nicht mehr was-wäre-wenn.

 

Ich wurde müde. Also lief ich zurück zum Hauptbahnhof, rief Mark an und nahm die nächste U-Bahn. Beinahe wäre ich an der Endstation sitzen geblieben. Mark wartete oben im Auto auf mich und wir fuhren zu meiner Schwester in die Wohnung. Etwas zu Essen stand noch auf dem Tisch. Meine Schwester hatte sogar gewartet und aß jetzt mir mir.

 

„Und, wie wars?“ fragte sie.

 

„Jo, ganz cool. War nur etwas fertig und bin bei der Predigt fast eingeschlafen“

 

Emma lachte.

 

„N Bierchen?“ fragte Mark und stellte sich und mir eine Flasche hin ohne auf meine Antwort zu warten.

 

„Thanks…ja, aber sonst isses schon voll ähnlich wie bei uns in Hamburg.“

 

„Echt?“

 

„Wie viele Leute gehn da so hin?“ fragte Mark.

 

„Ich bin immer nich so gut in Menschenmengen schätzen…vielleicht so hundert?“

 

Mark verzog anerkennend die Mundwinkel.

 

„Ja, is irgendwie glaub ich die zweitgrößte Gemeinde in Deutschland oder so“ sagte ich.

 

„Neulich hab ich in der Zeitung was drüber gelesen. Die ham ja sogar Gemeinden in Lateinamerika.“

 

Ich lachte kurz. „Ja, keine Ahnung, wie die da hingekommen sind…“

 

„Bist du müde?“ fragte meine Schwester.

 

„Ja, passt schon. Wann muss ich denn morgen aufstehn?“

 

„Was hast du gesagt? Kurz nach zehn fährt dein Zug, ne?“

 

„10:07“ fügte Mark hinzu.

 

„Ja, Mark muss eh in die Stadt, der nimmt dich mit.“ Mark nickte.

 

„Ne halbe Stunde fährst du immer in die Stadt, gell?“

 

„Ja, fahrmer Morgen aber lieber nochn bisschen früher. Stehste halt so um halb neun auf?“

 

„Jo passt.“

 

„Nochn Bier? Ich hol mir noch eins.“

 

„Ne Danke, eins reicht jetzt heut ersma.“

 

Wir saßen noch eine Weile im Wohnzimmer und unterhielten uns. Dann wünschte ich eine gute Nacht und ging ins Gästezimmer. Kaum war ich allein poppte auch schon wieder das Gesicht des schwarzhaarigen Mädchens in meinem Kopf auf. Zum Glück war ich müde. Bis ich einschlief hatte ich ihr Gesicht vor Augen und ärgerte mich über meine Schüchternheit. Was ich träumte weiß ich nicht mehr.

 


IV

 

Am nächsten Morgen saß ich mit Emma am Frühstückstisch, redeten aber nicht viel. Wir waren beide eher Morgenmuffel. Ich schlürfte meinen Kaffee, sie ihren Tee. Mark schaute herein und wir mussten losfahren.

 

„Machs gut. Grüß die Familie“

 

„Ja, mach ich.“

 

„Schön dass du da warst. Kannst gerne wiederkommen“ Sie lächelte.

 

„Ja, war cool. Danke für alles. Wann kommt ihr das nächste Mal hoch?“

 

„Och, ich weiß noch nich, mal sehn“

 

„Ja dann tschüss…“

 

„Tschüss, komm gut heim.“

 

Im Auto redete ich allgemeines Zeug mit Mark. Er beschwerte sich über die Fehlplanung des Nürnberger ZOBs. Am Bahnhof merkte ich, dass wir uns mit der Abfahrtszeit des Zuges vertan hatten. Jetzt musste ich noch eine ganze Stunde warten. Ich kaufte mir ein Croissant und einen Kaffee und lief dann im Bahnhofsgebäude herum. Ich stellte meine Tasche irgendwo an die Seite und setzte mich darauf. Das Croissant war viel zu schnell weg. Der Kaffee hielt etwas länger. Ich schaute leer in die Menge der herumwuselnden Reisenden.

 

Warum kann sie nicht auf dem Weg in die Arbeit hier vorbeikommen müssen? Oder einfach montags studienfrei haben und dann immer hier im Teekontor arbeiten. Ich wäre so glücklich, sie jetzt zu sehen. Ich würde grinsend wie auf eine alte Bekannte zugehen und fragen „Hey, was machst du denn hier?“

 

Der Gedanke löste heftiges Herzklopfen und einen angenehmen Kloß im Hals aus. Nicht so einer wie früher, als ich in der Grundschule vor der Klasse singen sollte und einfach nicht konnte. Damals wäre ich an diesem Kloß fast erstickt. Nein, ein wirklich angenehmer Kloß der sanft ist und irgendwie wärmt.

 

„Ich arbeite montags immer hier! Hab ich dich nicht gestern bei den Freaks gesehn? Du kamst mir gestern schon so bekannt vor…“

 

„Ja schon halt, du mir auch, aber dann warst du plötzlich weg.“

 

„Ja, ich musste noch lernen, hab Ende der Woche paar Arbeiten. Was machst du hier? Fährst du weg?“

 

„Ja, na ja, heim halt. War nur des Wochenende da.“

 

„Ach du fährst heim…wo kommst du her?“

 

„Hamburg“

 

„Ach, cool, da war ich auch schon paar Mal, isne schöne Stadt…warum warst du hier?“

 

„Hab meine Schwester besucht. Die wohnt hier. Aber in ner Stunde fährt schon mein Zug.“

 

Und dann würde ich mir kurz Zeit lassen und mich überwinden und sie dann nach einer Adresse, oder Telefonnummer oder so fragen. Sie würde lächeln und sagen „Nur wenn du bei mir was kaufst.“

 

Und ich würde einen Tee ihrer Empfehlung kaufen und aufs Etikett würde sie ihre Adresse draufschreiben. „Ich mag E-Mails nich so. Sind so unpersönlich."

 

Mehrere solcher Stories gingen mir durch den Kopf. Kaum eine dachte ich wirklich zu Ende. Ich brach sie ab, wiederholte einzelne Passagen immer wieder. Sah dauernd ihr Gesicht. In meinem Kopf drehte sich alles recht chaotisch, manchmal hektisch, manchmal ruhig, manchmal war vollkommene Leere und nur ihre Gesichtszüge füllten alles aus. Aber äußerlich saß ich nur da, starrte in die Ferne und schlürfte ab und zu an meinem Kaffee. Immer wieder erwachte ich kurz aus meinen Träumen und Gedanken, blickte um mich, sah die vielen Reisenden. Ich fing an, mich schlecht zu fühlen. Der angenehme Kloß wich einem unangenehmen. Und doch dachte ich immer wieder, sie zu sehen, oder ich erblickte, während ich zu Boden sah Frauenschuhe und Hosen, wie das Mädchen auf jeden Fall tragen würde auf mich zu kommen. Dann fing mein Herz kurz an zu rasen und ich bekam einen Adrenalinkick. Aber dann, nur Sekunden später, nicht mal, löste sie sich auf oder in den Schuhen und Hosen steckte jemand anderes.

 

Oh Scheiße, warum war sie nicht da, das ist doch nicht fair. Ich werde sie nie wieder sehen. Wann komme ich schon wieder nach Nürnberg? Naja, nächsten Juli vielleicht. Zum Geburtstag meiner Schwester. Vielleicht ist sie ja dann auch wieder da. Also zu den Freaks hier geh ich dann auf alle Fälle, das ist mal klar….hm… oder ich könnte ja in Nürnberg studieren. Hey, vielleicht seh ich sie ja auf Freakstock?

 

Je näher die Abfahrt kam, desto nervöser wurde ich. Was sollte ich denn machen. Mit jeder Sekunde entfernte ich mich von ihr und in ein paar Stunden würde ich mehrere hundert Kilometer weit weg sein.

 

Ich hörte ein fröhliches und erstauntes „Hallo“ auf mich zukommen. Adrenalinkick. Hatte sie etwa mich wieder erkannt? Aber es war nur eine Frau, die einen ihrer Bekannten der neben mir stand zufällig traf.

 

Was denkt sie wohl? Geistere ich auch in ihrem Kopf herum? Sie hat mich ja genauso angeguckt. Immer wieder hat sie zu mir rübergeschaut. Vielleicht kam ich ihr ja auch bekannt vor. Vielleicht kennen wir uns ja tatsächlich.

 

„Ey krass, ich komm auch aus Hamburg. Ja, von früher noch.“

 

„Wart mal…wie heißt du?“

 

„Sumi“

 

„Schuhmacher, gell? Mit Nachnamen meine ich.“

 

„Ja“ würde sie erstaunt antworten.

 

„Ich bin Jary…Paulus“ … „Und du hast doch noch ne Schwester, gell? Wie hieß sie noch mal…Pathmini?“

 

„Jaa, ach ja, genau…Paulus…und deine Schwester, die Emma, oder, die war doch immer bei uns…achja, das is aber schon lange her“

 

„Jaja, Kindergartenzeit. Ich war da aber auch mal dabei. Ihr habt doch da draußen in Harburg irgendwo gewohnt. Ich weiß noch, da ham wir Schule gespielt“

 

Sie würde lachen „Und keiner wollte Schüler sein, nur du und dann ham wir dich alle drei unterrichtet.“

 

„Ach ja…“ ich würde Seufzen und dann würde wohl eine kleine Pause entstehen…“wie geht’s deiner Familie? Wohnt ihr immer noch in dem kleinen Backsteinhaus?“

 

„Nene, meine Eltern ham sich doch geschieden. Meine Mutter ist zurück nach Sri Lanka. Meine Schwester wohnt bei meinem Vater in Hamburg und arbeitet in seinem Büro“

 

„Oh, das wusste ich ja gar nicht…ja und was machst du jetzt hier in Nürnberg?“

 

„Ich war ja dann ein paar Jahre mit meiner Mutter in Sri Lanka. Bin jetzt erst zum Studieren zurückgekommen und um meine Schwester mal wieder zu sehn.“

 

„Was studierst du?“

 

„Innenarchitektur“

 

„Echt? Meine Schwester auch. Vielleicht haste die ja auch mal getroffen und es gar nicht gemerkt“ ich würde etwas lächeln „die hab ich jetzt am Wochenende mal besucht.“

 

„Ach du wohnst gar nicht in Nürnberg?“

 

„Nene, ich bin noch in Hamburg oben. War jetzt halt nur mal fürn paar Tage hier unten. Morgen früh geh ich aber auch schon wieder zurück“

 

„Ach du haust schon wieder ab. Ja dann müssen wir ja heut Abend noch was machen, hast du Zeit?“

 

Eigentlich hätte ich ja zu meiner Schwester nach Hause gemusst.

 

„Ja, klar“

 

„Worauf hast du Lust?“

 

„Ey, keine Ahnung, ich kenn mich hier ja auch nich so aus“

 

Sie würde lachen und sagen „ich auch noch nicht. Aber ich hab da so ne Bar gesehn. Da wollt ich schon dauernd mal hin, haste Lust?“

 

„Ja freilich…“

 

Ständig drängte sich wieder ihr Gesicht in meinem Kopf. Ich versuchte an etwas anderes zu denken, aber keine Chance. Immer wieder sah ich sie, wie sie bei den Jesus Freaks hinten alleine rumsaß und mich anschaute, oder sie über die zwei herumrennenden Jungs lachte. Tja, würde ich sie jetzt jemals wieder sehen? Ich dachte an dieses die-eine-Richtige-Prinzip.

 

Was, wenn sie die Richtige ist und jetzt einfach 600 Kilometer weit von mir entfernt in Nürnberg lebt? Scheiße, werde ich jetzt alt werden müssen mit dem Gedanken, des ich sie hier nur hätte ansprechen müssen und meine Chance verpasst habe?

 

Naja, eigentlich sollte ich mich auf Gott verlassen und wenn sie die Richtige ist, werde ich sie schon wieder treffen. Aber trotzdem…

 

Ich konnte mich gerade nicht verlassen. Ich hatte sie nicht angesprochen und wie nie zuvor ärgerte ich mich über meine Schüchternheit. Eigentlich glaubte ich ja auch nicht an Liebe auf dem ersten Blick, aber warum musste ich dann andauernd an sie denken? Warum sah ich immer ihr Gesicht?

 

Vielleicht kommt sie ja in den Semesterferien vorbei, weil sie tatsächlich aus Hamburg kommt. Und vielleicht werde ich sie ja dann bei den Hamburger Freaks treffen. Dann würde ich sie ansprechen. Aber wirklich.

 

„Sag mal, hab ich dich nicht bei den Nürnberger Freaks gesehn?“

 

„Ich glaub schon“ würde sie lächeln.

 

„Was machst du hier in Hamburg?“

 

„Och, nur Semesterferien. Die Familie mal wieder besuchen.“

 

„Ach du kommst von hier? Ey, eigentlich wollte ich dich ja schon in Nürnberg ansprechen, aber dann warst du plötzlich weg.“

 

Sie würde lächeln „eigentlich hatte ich auch erwartet, das du mich ansprichst“

 

„Na ja, dann halt jetzt. Wie lange bleibst du hier?“

 

„2 Wochen“

 

„…und wahrscheinlich schon voll ausgebucht…“

 

„Naja, halt alte Freunde und Verwandte besuchen“

 

„Hm, aber haste vielleicht trotzdem mal Zeit, so morgen oder so?“

 

„Morgen is schlecht, aber was is mit heut Abend?“

 

Und dann würden wir irgendwohin weg gehen und uns auch wieder treffen. Wir würden uns blendend verstehen und E-Mailadressen und Telefonnummern austauschen. Wenn sie wieder zurück in Nürnberg wäre, würden wir schreiben und telefonieren. Ich würde ernsthaft überlegen nach Nürnberg zu gehen.

 

Es wurde mir bewusst, wie geil es ist, verliebt zu sein. Unabhängiges Singleleben hin oder her. Dieses Gefühl einfach, die eine Person gefunden zu haben. Und dann immer diese angenehme Nervosität bevor man sie trifft und diese Elektrizität bei den ersten unabsichtlichen Berührungen. Das Grinsen im Gesicht, wenn man von ihr erzählt. Wie geil wäre es, die Person zu kennen, die einen versteht und lieb hat, die einen kennt und es trotzdem mit einem aushält, mit der man in den Gottesdienst gehen kann und mit der man über alle Triebe und Zweifel einfach reden kann, wo man sich fallen lassen kann. Mit der man sich zoffen kann und die man immer wieder einfach umarmen möchte. Wo eine Stunde am Tag ausreicht und 24 Stunden nicht genug sind.

 

Bin ich tatsächlich doch schon verliebt? Wie kann ich in ein Mädchen verliebt sein, das ich nur paar mal kurz angesehen habe? OK, sie kommt mir bekannt vor, aber übertrieben viele Worte hab ich sicher noch nicht mit ihr gewechselt.

 

Gottes Wege sind seltsam, wer weiß, was das soll…

 

Aber in Wirklichkeit sehnte ich mich einfach wieder nach einer Freundin, nach verliebt sein und geliebt werden, oder vielleicht ja sogar nach ihr. Oder nach dem wohligen Gefühl, wenn man abends mit ihr weg war und jetzt nach Hause kommt. Danach, alles mit der berühmten rosaroten Brille zu sehen. Sich langsam kennen zu lernen, sich langsam anzunähern. Eben einfach nach dieser ersten Verliebtheitsphase. Und nach der ersten Zusammen-sein-Phase. Und der zweiten und danach herauszufinden, wie es dann weitergeht.

 


V

 

Ich stellte mir vor, wie ich ein letztes Mal zu den Freaks in Hamburg gehen würde und dort Tschüss sagen müsste, wie ich mich bedankte. Für diese geile Zeit, die fast sieben Jahre, den Reifeprozess, den ich dort durchgemacht hatte. Für all die krassen Erlebnisse und überhaupt. Dann würde es noch eine Abschiedsparty geben. Eine fette, geile Abschiedsparty. Es würde so verdammt schwer fallen einige von denen in Hamburg zu lassen. Am besten alle mitnehmen. Der Kloß im Hals wurde wieder etwas größer. Oh ja, das würde schwer werden, aber für sie hätte ich es in dem Moment sofort gemacht. Nürnberg fand ich eh immer geil. Hatte mir immer schon überlegt wie es wäre, dort zu leben. In den mittelalterlichen Mauern der größten Provinzstadt der Welt.

 

Ich könnte ja auch mal einfach so nach Nürnberg fahren. Mit der Mitfahrerzentrale oder so. Bei den Freaks würde ich schon jemanden finden, bei dem ich schlafen kann. Oder wieder bei meiner Schwester…nein, die würde dich nur ewig ausquetschen, warum ich ausgerechnet jetzt wieder sie besuchen komm. Im Gottesdienst würde ich sie bestimmt treffen und dann würde ich sie auch ansprechen. Mit Sicherheit. Einfach um herauszufinden, was mit ihr ist. Vielleicht ist sie ja doch schon vergeben. Um herauszufinden, wie sie heißt und so...

 

„und warum bist du in Hamburg?“

 

„och, hab n Freund besucht“. nein. Willst du sie wirklich beim ersten Mal mit ihr reden anlügen? Was soll ich ihr denn sonst antworten? „ey, ich musste dich einfach wieder sehen. Nur wegen dir bin ich durch ganz Deutschland gefahren…“ na klar…da müsste ich ihr sagen, des ich’s ihr nicht sagen kann. Oder ich würde ihr sagen, des ich einen speziellen Menschen wieder sehen wollte. Aber dann würde sie fragen obs geklappt hat und wer der Mensch ist und woher ich ihn kenne und so. Na, jedenfalls würde ich dann wissen, woran ich bin. Vielleicht würden wir uns ja tatsächlich verstehen.

 

Und dann irgendwann würde ich wirklich nach Nürnberg ziehen müssen. Ich lief wieder etwas herum. Mein Geist war eigentlich überhaupt nicht mehr anwesend. Leer starrte ich in Schaufenster, auf Anzeigetafeln, sah ich Reisenden zu. Ich dachte an unglaublich viel. Aber alles hatte mit ihr zu tun. Wie sie mich ihren Eltern vorstellte. In meinem Tagtraum wohnten sie in einer dieser großen Südstadtvillen. Ihre Mutter war asiatisch, ihr Vater deutsch. Er war ein würdevoller, grauer Herr. Das Wohnzimmer mit der hohen Stuckdecke war voll gestellt mit verschiedenen Kunst und Gebrauchsgegenständen irgendwo aus Asien. Das Haus war riesig, aber so voll, das es trotzdem klein und gemütlich wirkte. Wir tranken Tee und saßen in hohen Sesseln in welche man tief einsank. Sie hatten keinen Fernseher. Später bei der Hausführung sah ich, dass sie ein spezielles Fernsehzimmer hatten. Der Vater zeigte nicht viel Sympathie und ich stand unter dem Druck, gebildet und irgendwie ordentlich rüber zu kommen. Ich vergaß, dass ihre Tochter selber sehr alternativ war. Aber später versicherte Sumi mir, dass ihre Eltern mich nett finden würden. Sumis   früheres Zimmer war nicht leer. Sie erzählte mir, ihr Studentenzimmer wäre viel zu klein, für all das Zeug. Das Zimmer war groß, aber wieder vollgestellt. Von den Decken hingen Tücher. Der Schreibtisch war von Regalen eingebaut. Sie waren leer. Ihre Bücher und CDs hatte sie mitgenommen. Das Bett war voll mit Kissen und war mit Tüchern um- und überhängt, sodass es wie ein Zelt wirkte. Sumi vermisste ihr altes großes Bett. In ihrer Bude hatte nur ein kleines, normales Platz. Einige etwas hellere, freie Stellen an der Wand verrieten, wo einmal Poster hingen. Wir saßen lange auf dem Bett und unterhielten uns. Beim Abendessen unterhielt ich mich wieder lange mit ihren Eltern. Ich stand wieder unter Druck. Aber das Essen war super. Sumi lächelte mich immer wieder unterstützend an. Die Eltern erzählten mir, wie sie sich trafen und nach Deutschland gezogen waren. Wir saßen bis spät in den Abend am Tisch und tranken Wein. Wir wurden lockerer. Später machten Sumi und ich noch einen kleinen Abkühlspaziergang. Ich fühlte mich saugut in ihrer Nähe.

 

Der Traum wurde gestört und ich sah tausend Variationen, wie ich alles versauen könnte. Ich fing wieder von vorne an. Stellte alles in Fraktionen in falscher Reihenfolge wieder zusammen.

 

„oh man, ich komm mir voll komisch vor…ich glaub dein Vater mag mich nich.“

 

„Ach Quatsch, der is immer so. Der scheint vielleicht etwas reserviert, aber der mag dich schon.“

 

„Hm, na ja, ich fühl mich voll unter Druck gesetzt“

 

„Brauchst du nich. Des machst du schon. Läuft doch voll gut bisher“. Wir würden uns anlächeln.

 

„Krass, hier is ja alles noch voll“

 

„Naja, passt ja alles nich in meine kleine Wohnung. Hab kaum was mitgenommen. Paar Bilder und so. Und halt Kleidung und Bücher und so. Ja und natürlich die CDs. Gehört eigentlich eh alles meinen Eltern.“

 

„Ey die sind schon superreich, ne? Was isn dein Vater von Beruf?“

 

„Der is Arzt an so ner Privatklinik. War aber auch voll des Glück, des er den Job bekommen hat. N alter Freund hat ne eigene Klinik und hat n Arzt gebraucht und da sind se sich zufällig übern Weg gelaufen. Den hat er noch aus seiner Zeit in Taiwan gekannt“

 

„Dein Vater war in Taiwan?“

 

„Naja, da hatter ja auch meine Mutter kennen gelernt. Des weißt du ja noch gar net. Aber des solln se dir lieber selber erzähln“

 

„Jaja, damals, nach meinem Studium hab ich mich erstmal bei Ärzte ohne Grenzen gemeldet“. Gabs die damals überhaupt schon? Und haben die Leute nach Taiwan geschickt? Wie heißen denn diese andern, die Flying Doctors…ach ne, des sind ja die aus Australien…hm…na egal…

 

„…Da war ich irgendwo auf dem Land stationiert. An meinem ersten Tag hat mir eine der einheimischen Schwestern das Lager und das Dorf und die Umgebung gezeigt. Das war Tyla“. Sumis Eltern würden sich ansehen und lächeln. „Ich hörte ihr damals gar nicht zu, so fasziniert war ich von ihrem Englisch mit Akzent und ihrer Art sich zu bewegen“ Herr Schumacher lachte.

 

„Und ich dachte am Anfang noch, was für ein seltsamer Kerl du seist und…“

 

Sumis Mutter würde in perfektem Deutsch reden. Sie würden ihre Story erzählen und abwechselnd sich gegenseitig und mich ansehen. Sie würden es erzählen und es würde klar sein, dass sie sich die Geschichte schon unendlich oft gegenseitig erzählt hatten. Später, nach vier Jahren seien sie zusammen nach Deutschland gekommen und seine Eltern hätten ihm das Leben schwer gemacht. Die erste Zeit wäre hart gewesen und beinahe wären sie wieder zurück nach Tawian gegangen, aber dann wäre Tyla schwanger geworden. Nicht mehr lächelnd würden sie erzählen, wie ihr erstes Kind eine Totgeburt war. Danach hätte Tyla nicht mehr zurückgewollt. In Taiwan ist die Medizinische Versorgung sehr schlecht. Und Tyla hatte kein weiteres Risiko eingehen wollen. Aber als sie geheiratet hätten, wäre Tyla akzeptiert worden und nach einiger Zeit hätte Sumis Vater einen Job bei einem alten Kollegen von den Ärzten ohne Grenzen bekommen, der die Privatklinik des Vaters übernommen hatte. Von da an ging alles aufwärts und sie konnten sogar einige Male zurück nach Taiwan reisen.

 

„Ich studiere Germanistik“

 

„In Hamburg oben?“

 

„Ja, im Moment noch“ Ich würde schmunzeln und Sumi ansehen. Sie würde zurücklächeln.

 

„Ach, planst du, nach Nürnberg zu ziehen?“

 

Ich würde nicken.

 

„Ach ist ja schön. Ja, ist ja ne nette Stadt. Und was willst du danach machen?“

 

„Ja weiß ich noch nicht so genau. Journalist werden, oder ans Theater. Vielleicht auch was im Fernsehen. Ist ja recht offen noch.“

 

„Grüß Gott, ich bin der Jary“

 

„Jary. Sind sie Finne?“ Ich würde mich wundern. Kaum einer verstand ja den Namen, aber noch nie hat einer gewusst, das er finnisch ist.

 

„Nein, nicht wirklich, mein Opa kommt aus Finnland, aber mein Vater wurde schon in Deutschland geboren. Aber sagen sie doch du, ich komm mir so komisch vor, wenn man mich siezt“

 

„Puh, die frische Luft tut gut. Ich glaub ich hab schon etwas viel getrunken“

 

„Na, aber jetzt scheinste dich ja prächtig mit meinem Vater verstanden zu haben“ Sumi würde lächeln. „Der hat auch schon etwas zuviel…“

 

Ich würde grinsen und Sumi ansehen. Ich würde mich so angezogen fühlen von ihr. Der Alkohol würde mich emotionaler machen. Ich würde sie beim Laufen ganz eng an mich drücken. Die Straßen in der Südstadt würden leer sein. Es würde ein leichter Wind wehen. Wir würden uns auf die Bank in einem kleinen Park setzen. Es würde kalt sein und wir würden uns aneinanderkuscheln. Wir würden nichts mehr sagen. Sie würde ihren Kopf auf meine Schulter legen. Wir würden uns küssen.

 

 

VI

 

Ich setzte mich auf eine der Bänke. Neben mir saß eine Mutter mit ihrer Tochter. Die Mutter sprach Deutsch und das Kind antwortete auf Deutsch und Englisch gemischt. Es erzählte etwas von einem Train. Später sagte es, es wäre tired und wolle schlafen. Das Kind wurde wohl zweisprachig erzogen. Es machte Spaß zuzusehen und zuzuhören. Die Mutter lächelte mich einige Male an und ich lächelte zurück. Ich mochte Kinder. Ich überlegte mir, wie wohl Sumis und meine Kinder aussehen könnten. Aber irgendwie konnte ich mich nicht konzentrieren. Meine Gedanken flogen wieder wild durcheinander. Ich war unruhig. Ich fühlte mich total unwohl. Immer wieder sah ich dem Kind zu, aber meine Gedanken flohen ständig zu dem Gesicht des schwarzhaarigen Mädchens. Ich stand wieder auf, ging in die Bahnhofsbuchhandlung. Ich versuchte mich, mit ein paar Zeitschriften abzulenken. Aber wieder stellte ich mir nur vor, ich würde sie hier irgendwo treffen. Ich zog ein paar Zeitschriften heraus, lies die Seiten schnell durch die Finger wandern und steckte sie zurück. Ich las einige Texte, ohne ein Wort zu verstehen. In meinem Kopf führte ich wieder Dialoge. Alles wiederholte sich, flog durcheinander, setzte sich neu zusammen. Ich sah ihr Gesicht, sah wie sie verschwand, sah ihr Lächeln aus dem Gottesdienst, sah, wie wir durch die Straßen liefen, sah, wie wir uns küssten. In meinem Kopf sprach ich sie immer wieder an, ließ sie nicht gehen. Immer auf andere Art und Weisen. Immer auf die gleiche Art und Weise. Ich wohnte in Nürnberg. Ich wohnte in Hamburg. Sie kam aus Sri Lanka. Aus Taiwan. Aus Sri Lanka. Sie lächelte. Ich ging zu ihr rüber. Ihre Eltern lebten in München. Ich kannte sie. Wir hatten uns schon mal getroffen. Sie wollte nichts mit mir zutun haben. Sie lächelte. Sie ging aus dem Raum. Ich rannte ihr hinterher und sprach sie an. Die Straße war leer, sie war schon weg. Sie lächelte. Unsere Kinder hätten schwarze Haare und blaue Augen. Sie lächelte. Meine Gedanken verschwanden in grauen Nebelschwaden und waren gestochen scharf und absolut deutlich zur gleichen Zeit. Ich wollte schreien. Ich sah auf die Uhr. Ich wusste nicht, wie spät es war. Ich war müde. Ich fühlte mich furchtbar, wie spät am Abend nach einem langen Tag, an dem man nichts von dem geschafft hat, was man hätte schaffen wollen oder müssen, weil man sich den ganzen Tag gelangweilt hat, nur rum gehangen ist und zu nichts Lust hatte. Unausgefüllt. Ich fühlte mich so allein. Ich wollte jemanden umarmen. Ich dachte an meine verschiedenen guten Freunde. Ich dachte an das Mädchen. Ich verfluchte mich. Wie lange würde ich wohl damit leben müssen? Ich verzweifelte. Ich sah mein ganzes Leben auf diesen einen Moment, die paar Stunden wo ich sie gesehen hatte zusteuern und danach wegdriften. Ich hatte die eine Chance, aus meinem Leben etwas zu machen verpasst. Ich war ein schüchterner Loser. Für mich war das irgendwie klar. Es war verdammt hart zu ertragen. Ich fragte mich immer wieder, warum ich sie nicht einfach angesprochen hatte. Ich wollte die Zeit zurückdrehen. Ich versuchte mich an dem Moment festzuhalten, aber des Rad der Zeit war natürlich stärker. Ich war bereits überstreckt. Ich konnte nicht loslassen. Es schmerzte.

 


VII

 

Nach einiger Zeit beruhigte ich mich wieder. Ich lief wieder etwas herum. Meine Gedanken wurden wieder konkreter, beschäftigten sich aber immer noch mit ihr. Natürlich. Das würde jetzt etwas dauern, bis sie wieder zu etwas anderem finden würden. Womöglich würden sie nie wieder zu etwas anderem finden.

 

Ich werde mein ganzes beschissenes Leben an sie denken müssen und wissen, dass ich sie nur hätte ansprechen müssen, meine Chance war da. Wer weiß, was daraus geworden wäre. Unsere Kinder…wir würden ihnen skandinavische und asiatische Namen geben. Sven und…

 

Mir vielen keine asiatischen Namen ein.

 

Es wären hübsche Kinder. Meine Augenfarbe, aber ihre Augenform. Meine Nase, schwarze Haare. Und diesen einen Leberfleck zwischen Oberlippe und Nase. Musikalisch begabt. Sumi spielt bestimmt Gitarre. Wir könnten zusammen Musik machen. Ein kleines Lobpreis Projekt. Hach, es wäre so schön mit ihr.

 

Ich stellte mir unsere gemeinsame Wohnung vor. Sie war ein gemisch aus typischer junger Wohnung, wenn kein Geld da ist, meinen Sachen und dem Stil, den ich mir bei ihren Eltern vorstellte. Vollgestopft. Viel zu viele Bücher und CDs. Viele Tücher und Sitzkissen. Räucherstäbchen. Ich würde mir ein paar kleinere Palmen und andere Pflanzen von den Eltern klauen. Sumi würde bestimmt paar Sachen für die Wände malen, die eh recht interessant bemalt waren. Ich stellte mir Sumi künstlerisch begabt vor. Es passte einfach zu ihr. Natürlich könnten wir erst nach der Hochzeit zusammenwohnen.

 

Wie unsere Hochzeit wohl wäre? Sie in weiß? Ich in schwarz? Sie sähe sicher geil aus. Wär ne riesen Hochzeit. Zwei Freaksgemeinden plus Freunde. Der Ort wäre ein Problem. Wer weiß, wo sie wirklich herkommt. Nürnberg, Hamburg, oder eben ganz woanders. Naja, die Verwandten sind ja eh verstreut.

 

Ich dachte an kleine asiatische Blumenstreumädchen in rosa Kleidchen, an Hochzeitstanz, Kirche und komische Spielchen. An die Torte und ans viele Essen. An meine vielen Freunde die ich einladen würde. Es wäre sicherlich ein geiles Fest. Ich dachte noch an so vieles. Daran, wie meine Eltern sie aufnehmen würden, was meine Kumpls sagen würden. Zwischendrin natürlich immer wieder ihr Gesicht. Die Geschichten und Stories wiederholten sich. Ich sah sie in meinem Kopf, wie man sich an einzelne Szenen aus Filmen erinnert. Aber es wurde leiser. Ich stellte mir keine Dialoge mehr vor. Für mich stand inzwischen fest, dass das schwarzhaarige Mädchen Sumi heißt. Alles was in meinem Kopf so passierte, rumwanderte und Spuren hinterließ bildete zusammen ihren Namen. Die Zeit verging. Irgendwann stand ich wieder auf und blickte einige Male auf die Uhr. Ich bewegte mich Richtung Bahnsteig. Wenige Minuten noch. Ich wurde langsam deprimierter und immer, immer ruhiger. Träumerei hin oder her, mir war die Unwahrscheinlichkeit eines baldigen Wiedersehens schon bewusst. Andererseits vertrat ich ja schon auch die Theorie, dass man sich immer zweimal sieht. Tja, aber wann würde das nächste Mal sein?

 

Noch zehn Minuten hat sie, um mir über den Weg zu laufen. Vielleicht muss sie ja jemanden abholen vom Bahnhof. Ihren Freund?

 

Ich strich den Gedanken sofort wieder. Dass sie wohl kaum im selben Zug sitzen würde, wusste ich, aber meine Gedanken und Träume ließen sie nicht los. Oder sie meine Träume. Ich stellte mir vor, ich würde ihr im Zug begegnen. Eine ganze Zugfahrt ihr gegenüber sitzen. Viereinhalb Stunden. Selbst wenn ich jetzt immer noch zu schüchtern wäre, viereinhalb Stunden ihr gegenüber wären eine gute Zeit um sie dann doch mal anzusprechen.

 

Der Bahnsteig war voll mit sich verabschiedenden Menschen. Mütter und Kinder, Großeltern, Enkel, Freunde…und sich küssende, umschlungene Paare. Abschied. Immer irgendwie hart. Andererseits, wie geil wäre es, sich von ihr verabschieden zu dürfen und nicht allein, deprimiert in den Zug krabbeln zu müssen. Der ICE hielt an. Ich stieg ein. Ich fand einen Platz für mich. Jemand anderem gegenüber zu sitzen, womöglich einer fröhlichen, redseligen Oma hätte ich nicht ertragen.

 

Ich blickte aus dem Fenster. Der Zug rollte los. Das kalte, weiße, nicht graue Nürnberg zog an mir vorbei.

 

In einem dieser Häuser sitzt sie jetzt und trinkt Kaffee und wundert sich, warum ich sie nicht angesprochen habe und überlegt sich, ob sie nicht hätte länger blieben sollen, oder langsamer gehen, oder gar selber mich ansprechen.

 

Ich dachte daran, wie Gott uns versorgt und es gut gehen lässt und wie er einen Partner für uns hat. Wie er uns hilft.

 

Aber wie sehr muss ich mir selber helfen, damit Gott mir hilft?

 

Vielleicht hat mir Gott ja dadurch geholfen, dass ich sie zufällig bei den Freaks hier getroffen hab. Hätte sie nur ansprechen müssen und alles wäre OK gewesen, aber Chance verpasst. Pech gehabt. Da bin ich jetzt selber Schuld.

 

Ich überlegte, wie es jetzt Zuhause sein würde. Allein in der Wohnung. Ich dachte wieder daran, wie es wäre noch mal nach Nürnberg zukommen. Einfach so um sie zu treffen. Der ICE beschleunigte. Sie war endgültig weg.

 

Nach den ersten paar Monaten Briefe schreiben würden wir uns auch ab und zu besuchen. Nicht zu oft, die Fahrt durch ganz Deutschland ist ja auch nicht so billig. Wir würden uns immer besser verstehen und immer näher kommen und dann einmal am Bahnhof würde ich sie fragen, ob ich nicht auch einen Abschiedskuss bekomme. Sie würde lachen. Dann würden wir uns erst nur ganz zaghaft und kurz küssen, umarmen. Dann würden sich unsere Blicke treffen. Wir würden uns lange ansehen. Unsere Köpfe würden sich aufeinander zu bewegen. Wir würden die Augen schließen und unsere Lippen würden sich treffen. Wir würden ineinander sinken. Die Welt würde verschwinden. Wir würden uns gegenseitig so arg wie möglich festhalten. Unsere Zungen würden sich berühren. Erst sanft, dann heftiger. Nach einem langen Kuss würden wir uns wieder ansehen. Durch die Lautsprecher würde die Aufforderung zum Einsteigen ertönen. Wir würden uns noch mal kurz küssen. Dann würde ich ihr ein ich liebe dich ins Ohr wispern. Sie würde lächeln. Und weinen. Zugleich. Und ich liebe dich auch zurückflüstern. Wir würden uns ein letztes Mal drücken und ich würde gerade noch in den Zug kommen. Wir würden uns zuwinken. Sie würde noch lange am Bahnsteig stehen und dem längst nicht mehr zu sehenden Zug hinterher schauen.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.08.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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