Gaby Schumacher

Der Canal du Midi - eine Traumreise (3.Teil)

Aufs Neue genießen wir die wiederkehrende Stille, die nur unterbrochen wird vom Wellenplätschern und vom leisen Tuckern des Motors. Ab und an gleiten wir an parkenden Schiffen vorbei, deren Leinen in weitem Schwung um die kräftigen Platanenstämme gewunden sind. Fast kommt es einer Mini-Boootsausstellung gleich.

 

 

Unser Blick fällt nicht nur auf gemietete Hausboote, moderne Privatjachten und ein paar alte Fischerkähne mit ihren schweren Netzen. Aber besonders begeistern mich einige gut gepflegte Holzboote, deren blitzsaubere Planken im Sonnenlicht stark glänzen. Diese Boote strahlen einen nostalgischen Charme aus. Den Charme eleganter Gemütlichkeit, gemütlicher Eleganz.

 

 

Der Mistral, der Wind des Südens, hat sich verstärkt. Er lässt leichte Wellen aufkommen, die uns sanft auf Colombiers zuschaukeln. Obwohl dieser Ort nur ein kleines Dorf ist, wartet er doch mit einer echten Sehenswürdigkeit auf. Durch ihn, dessen Freizeithafen neben den ehemaligen Weinkellern liegt, führt die Via Domitia. Während umgreifender Ausgrabungen konnte vor kurzem ein Abschnitt dieser römischen Straße freigelegt werden.

 

 

Unsere Fahrt führt uns weiter an Colombiers vorbei nach Poilhès, einem kleinen Ort, den der 160 m lange Malpas-Tunnel und das Oppidum von Ensérune bekannt gemacht hat.

In der Maison du Malpas direkt oberhalb des Tunnels gibt es einen Multimedia-Raum mit interaktiven Terminals und ein Video über die Region. Von diesem Hügel haben Sie eine tolle Aussicht auf den trockengelegten Etang de Montady mit seinen sternförmigen Ablaufrinnen. Außerdem finden Sie Informationen über Sehenswürdigkeiten und lokale Spezialitäten.

 

 

Wir lassen Poilhès hinter uns zurück und halten auf Capestang zu, einem großen Dorf, das früher ein Handelshafen war. Dort legen wir an und gehen zu einem kurzen Rundgang an Land. Capestang besitzt mehrere große Kirchen und auch ein Museum. Überall spüren wir den typischen südländischen Charme. Die hellen, niedrigen Häuser mit ihren ocker gefärbten Dächern und Blumen übersäten, verschnörkelten Balkonbrüstungen in den abschüssigen, engen Gassen stehen stark verwinkelt zueinander. Der strahlende Sonnenschein verzaubert Capestang in ein gemauertes Märchen.

Als Fußgänger sollte man auf seinem Spaziergang durch den Ort Vorsicht walten lassen, denn die Bürgersteige, falls überhaupt vorhanden, drücken sich extrem schmal an den Häusern entlang. Ich bewundere die Busfahrer hier, die ihre Busse ohne Schwierigkeiten durch diese Enge steuern.

In der Nähe des Aquädukts de Guéry, auf der Domaine de Guére können Sie eine 400 Jahre alte Weindomäne besichtigen.

Wir verabschieden uns von Capestang und legen ab, um an Argeliers vorbei, einer kleinen Stadt rechtsseitig des Kanals, Kurs auf Le Somail zu nehmen.

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.08.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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