Judith Beiten

The Song III



Als sie zusammen in der Wohnung standen griff Sarah nach Jays Hand und Tränen blitzten in ihren Augen. Er schaute sie fragend an „Was ist los?“ „Weißt du, in dieser Wohnung habe ich mich immer frei gefühlt. Meine erste eigene Wohnung, ohne Eltern, ohne Regeln, mit der Hoffnung das Studium machen zu können und ganz unabhängig zu sein. Und was ist daraus geworden? Studium ade! Und das aller Schlimmste ist, dass ich mich hier nicht mehr sicher fühle. Ständig denke ich das Mike vor der Tür steht und sie kaputt tritt und ich ihm dann ausgeliefert bin.“ Sie schloss die Augen und dann lächelte sie wieder. „Lass uns die Sachen zusammen packen.“
Obwohl sie eigentlich nur die nötigsten Dinge mitnehmen wollte, waren bald schon zwei Koffer voll. Diese transportierten sie zusammen in Jays kleine Wohnung. Dort hatten sie einen kleinen Streit, weil Mike wollte, dass Sarah sein Bett bekam und er auf der Couch schlafen könnte, sie dieses aber nicht annehmen wollte. Letztendlich überredete er sie doch in sein Zimmer zu ziehen.
„Hast du dir eigentlich schon überlegt, wo du dich bewerben möchtest?“ Sie saßen zusammen am Tisch und tranken Kaffee. „Eigentlich ist mir alles recht, so lange ich was finde, was schon schwierig genug sein dürfte.“ „Ich hab mir gedacht, dass du vielleicht auf unserer Tour im Merchandiseshop arbeiten könntest.“ Jay schaute auf den Boden und biß sich auf seine Unterlippe. „Oh! Du bist so ein Schatz, natürlich wäre das super, dann könnte ich auch mal alle eure Songs hören.“ „Hmm, ja. Dann wäre das ja abgemacht. Sollen wir uns ein paar Filme angucken?“ Sarah fand die Idee gut. Sie machten es sich auf der Couch bequem. Sie entschieden sich für ´Knocking on Heaven´s Door`. In der Mitte des Films legte Jay unbewusst den Arm um Sarah und sie kuschelte sich, ohne es zu bemerken, bei ihm ein. Plötzlich fragte sie halb verschlafen: „Was würdest du eigentlich machen, wenn du wüsstest, dass du sterben musst?“ Er schaute ihr in die Augen und legte den Kopf auf die Seite. „Ich glaube, ich würde mich endlich trauen einer Person zu gestehen, was ich wirklich für sie empfinde.“ Ihr Blick war für ihn unwiederstehlich, voller Hoffnung, Zweifel, Wissen und ein Funken Freude. Er hob ihr Kinn hoch und sie fingen sich ganz langsam und zärtlich an zu küssen. Danach kuschelte sie sich leicht verwirrt, was sie denn nun wirklich fühlte in seine Arme und er streichelte sie so lange, bis sie in seinen Armen eingeschlafen war. Er betrachtete sie lange. Er dachte, dass es keine schönere Frau auf dieser Welt gab. Er trug sie ins Schlafzimmer. Nach einer Weile wurde sie wach und sie liebten sich wild, als ob sie sonst einander verlieren könnten.
Ein paar Tage lebten sie in inniger Zweisamkeit zusammen. Sie unternahmen viel und hatten beide das Gefühl, als ob sie sich schon ewig kennen würden. Am abend bevor es auf Tournee ging, schauten sie einander tief in die Augen und Sarah flüsterte Jay „Ich hab dich lieb!“ zu. Dafür erntete sie einen dicken Kuss. Am nächsten morgen ging es los. Die Band reiste getrennt von den übrigen Mitarbeitern. Im Hotel hatten sie jedoch Einzelzimmer, so das Sarah und Jay die Nächte gemeinsam verbringen konnten. Alle waren am Abend erstaunt, dass die kleine Halle komplett ausverkauft war.
Sarah stand während des Konzerts da und hatte genügend Zeit die Band zu genießen, da der grosse Ansturm erst nach dem Konzert kommen würde. Sie hatte immer nur einzelne Lieder gehört und war sehr erstaunt, wie gut sie wirklich waren. Sarah fand es unglaublich sexy, wie Jay auf der Bühne auftrat und sie merkte, dass sie mit ihrer Meinung nicht alleine war. Eifersucht begann sich in ihr zu regen, als sie sah, wie die Mädchen in den ersten Reihen mit ihm flirteten. Sie musste wohl einen Schmollmund gemacht haben, denn plötzlich zwinkerte Jay ihr zu. Der Job machte ihr eigentlich relatiev viel Spass und sie war froh, dass sie in seiner Nähe sein konnte. „Ich glaube, ich liebe ihn.“, gestand sie sich selber.
Als sie sich abends im Hotelzimmer wieder sahen, küssten sie sich erst einmal. Dann sah Jay ihr mit einem neckischem Lächeln in die Augen. „War mein Engel heute ein bisschen eifersüchtig?“ Sie versuchte sich los zu reißen und ihm einen spielerischen Klaps zu geben. „Mach dir doch nichts daraus, meine Süsse. Ich find es schnuckig.“ Als er nun eine weitere Attacke von sich abhalten musste, hob er sie einfach hoch und legte sie aufs Bett. Die nächsten drei Konzerte liefen viel besser als geplant und die übrigen mussten in größere Hallen verlegt werden. Ihre erste Singel war inzwischen in den Charts. „Hör mal Sarah, heute abend wollte ich mit den Jungens feiern gehen. Dabei sind leider keine Freundinnen erlaubt.“ „Kein Problem, die anderen Mitarbeiter sind so nett, ich wollte schon länger gerne was mit denen unternehmen.“ Also gingen die beiden an diesem Abend getrennt raus. Jay amüsierte sich gut mit seinen Kumpels, sie hatten auch wirklich was zu feiern. Er flirtete heftig mit einem Fan, aber mehr hätte er selber nie zugelassen, da er tiefe Gefühle für Sarah empfand.
Als er ins Hotelzimmer ging, sah er sie nicht direkt, da der Alkohol in leicht benebelte. Er hörte ein etwas anderes Atmen als üblich von Sarah. Plötzlich, er war grade dabei ins Bett zu kriechen, spürte er etwas hartes, rauhes an seinem Arm streifen. Er machte das Licht an und sah das Sarah nackt und gefesselt im Bett lag. Auf ihrem Bauch stand geschrieben: „Du kannst sie jetzt haben, bin fertig mit ihr. M!“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.09.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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