Norbert Wittke

Reizverschlüsse

 
Später Herbst. Dann Winter. Beginn der Brr-brr-huhhuzeit.
Allgemeines Schlottern ist bei der kalten Jahreszeit angesagt.
Das Vermummungsverbot aufgehoben. Dicke Hosen, Pullis
und dann noch eine wattierte lange Jacke oder einen Mantel
drüber.
 
Die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt. Denn fast alle Jacken
und viele Mäntel sind mit Reißverschlüssen ausgestattet.
Da muss alles zusammenpassen. Leichtes Bücken. Dann
der Versuch den Nippel genau in das Verschlussglied einzu-
hängen.
 
Erster Versuch. Nichts bewegt sich. wieder unter Schwierig-
keiten ausgekoppelt. Erneuter Versuch der Zusammenführung.
Wieder Essig. Dieses Mal lassen sich die beinahe Zusammen-
geführten noch schwieriger wieder trennen. Etwas hakt.
 
Unter Mühen erfolgt doch noch die Trennung. Dritter Versuch.
Irgenwie gelingt es unter Verrenkungen richtig einzuhaken.
Mit Hilfe des Schiebeherzes lassen sich nun die Verschluss-
glieder über die seitlichen Führungswände des Schiebers
miteinander verbinden. Er ist endlich oben.
 
Doch jeden Tag dasselbe. Im Laufe der Jahre haben sich für
mich die Reißverschlüsse zu Reizverschlüssen entwickelt.
Immer wenn ich damit umgehen muss, werde ich leicht gereizt.
Zum Glück geht es anderen ähnlich. Jedenfalls stehe ich mit
diesem Problem nicht alleine da. Wenn ich es nicht schaffe
mit dem Einhaken, hakt mein Inneres leicht aus.
 
12.10.2006                       Norbert Wittke

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