Norbert Wittke

Die Zeit

 

 
Zeit. Unerklärbare Einheit des Lebens. Messbar und zugleich unmessbar
ist sie für uns.undefinierbar und unendlich in ihrer Weite. Uns gleichsam
nah und doch fern.
 
Sekunde um Sekunde trägt ein anderes Gewand, eine andere Prägung.
Gibt nie Gelegenheit zur Wiederkehr. Jede Sekunde ist verloren und
gewonnen in einem. Ist trotz der Messbarkeit durch modernste Geräte
unterschiedlich in der Bewusstseinslänge. Manche Sekunden scheinen
wie beängstigende Unendlichkeit. Andere sind von jäher Kürze. Liegen
in der Ungewissheit des Bewusstseins.
 
Jede Sekunde verkörpert ein Stück Zeit. Zeit zugleich Grenze von dem
Heute und dem Morgen, von dem Sein und dem Nichtsein, von Ent-
scheidung und Handeln, von dort und hier.
 
Uneingeschränkt im All stehend und doch Wirkung und Auswirkung
jeglichen Tuns spürbar machend.  Dabei stößt sie in die feinste Einzel-
heit vor. Zeit der Pendel des Lebens, der Entstehung, des Wirkens
und der Verlöschung. Zeit den Gleichklang zwischen Unwissen und
Wissen herstellend zu einer verschwommenen Einheit der gewissen
Ungewissheit.
 
Zeit das Symbol des Seins und Nichtseins, des Hier und Nirgends,
bleibt doch in sonderbarer Weise verknüpft mit dem Kosmos, der
Welt, dem Menschen, der Tatsächlichkeit und dem Nichts, der nicht
ergründlichen Ewigkeit.
 
30.10.2006                                         Norbert Wittke
 

 

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