Piris Herz klopfte. Ob Lumi wohl einverstanden wäre?
„Die freut sich, wenn ich nicht so zerzaust bin!“, dachte er.
Seine Überlegung ging aber noch weiter:
„Dann ist sie sicher guter Laune und ich darf Lizzi hierhin holen, bevor es auf die Reise zur Teddybärenstadt geht!“
Allein, wenn Piri nur daran dachte, guckten seine großen Augen ganz verträumt.
Doch dann pickte er mit seinem Schnabel dreimal kräftig gegen die Türe:
„Poch, poch, poch!“, machte es.
Da hier im Schloss alle Räume so riesig waren, dröhnte das ziemlich laut.
„Das hört Lumi auf jeden Fall!“, dachte Piri. Aufgeregt hockte er da und lauschte.
Das war unverkennbar Lumis Stimme und die klang sehr fröhlich.
Piri flatterte hoch zur Klinke, setzte sich kurz drauf und öffnete so die Tür. Drinnen im Wohnzimmer hockte er sich vor der Fee auf den Boden und blickte sie mit runden Eulenaugen besonders lieb an:
„Piri, da bist du ja. Das ging aber fix. Gut gemacht!“, lobte ihn Lumi.
„Lumi, ich hab` Boxy und das Lumimobil zum Ausruhen in die Garage gebracht.“
„Sehr gut. Dann ist mein Lumimobil nachher wieder fit.“
„´Nachher` sagt sie!“
Piris Herz machte einen Sprung.
„Das heißt ja, dass sie nicht sofort weg fährt. Toll, jetzt frag` ich sie!“, entschied er.
„Was ist los, Piri? Du hast doch etwas auf dem Herzen. Willst du es mir nicht anvertrauen?“
Richtig zärtlich sah sie ihn dabei an. Aber auch das war kein Wunder, denn sie hatte ihn sehr lieb.
Piri riss sich zusammen:
„Lumi, also, ich ...ääh...ja...hm!“, stotterte er.
Verflixt, war das schwer.
„So kenne ich dich gar nicht. Nun ´mal raus mit der Sprache!“
Piri holte noch einmal ganz viel Luft. Die würde er jetzt dringend brauchen, so durcheinander, wie er es im Moment war.
„Ja, es ist nämlich so: Ich hab` eine Freundin. Sie ist ja so süß.“
„Uff, jetzt ist es raus!“, sagte sich Piri erleichtert.
„Das dürfte sie gerne den ganzen Tag lang machen!“, seufzte er. “Nur meine Lizzi kann das noch besser.“
„Wie heißt sie denn, wohnt sie hier in der Nähe?“, forschte da Lumi schon weiter.
„Sie hat ihre Höhle tief im Wald gar nicht weit von meiner“, erklärte Piri.
Plötzlich sprudelte es nur so aus ihm heraus:
„Lizzi heißt sie und sie ist das netteste Eulenmädchen der ganzen Welt. Wir erzählen uns alles und jagen gemeinsam und spielen immer zusammen und...
Piri fand und fand einfach kein Ende.
Die Fee hatte gerührt zugehört.
„Lerne ich denn deine kleine Freundin mal kennen?“, fragte sie doch da tatsächlich.
Piri starrte sie ungläubig an. Bei ihren Worten klopfte ihm sein Herz bis zum Halse, seine Augen strahlten vor Freude und seine Flügelspitzen zitterten regelrecht ein bisschen.
„Lumi, darf ich sie jetzt gleich holen? Ich beeil mich auch ganz doll, bitte-bitte!“, bettelte er und machte seinen schönsten Augenaufschlag. Den konnten nämlich nicht nur die Eulenmädchen, sondern auch die Jungen und Piri konnte ihn besonders gut. Das fand jedenfalls Lizzi.
„Na, dann aber ganz, ganz schnell!“. lachte die Fee. „Du weißt ja, nachher...“
Er hopste auf Lumis Schulter und knabberte kurz an ihren Haaren. Das war seine Art, ´Dankeschön!` zu sagen. Die Fee streichelte ihn. Danach aber flatterte Piri in die Höhe und flog wie der Blitz aus dem Zimmer, durch die Schlossgänge und dann nach draußen. Dort schwang er sich in die Lüfte und schoss in irrem Tempo zum Feenwald. Unterwegs entdeckte er auf dem Waldboden einen wunderschönen Stock..
„Der ist für Lizzi!“
Im Sturzflug sauste Piri nach unten, bremste kräftig ab, pickte sich hastig das Holzstück und setzte dann eilig seine Luftreise fort. Das Stöckchen trug er dabei stolz im Schnabel vor sich her.
„Wiwi!“, kündigte er sich an.
Das war mit einem Stock im Schnabel gar nicht so einfach.
„Wihih!“, kam die Antwort.
Im nächsten Moment erschien Lizzi, sah ihren Piri und zupfte ihm vor lauter Liebe zur Begrüßung ein kleines Federchen aus.
„Ziepziep!“, machte es, aber Piri war selig.
Er übergab ihr sein Geschenk, das Lizzi sofort in ihrer Höhle dort versteckte, wo sie all das aufbewahrte, was Piri ihr so mitbrachte.
„Lizzi, mach` schnell. Wir fliegen zu Lumi. Sie möchte dich sehen.“
„Ich darf wirklich ins Schloss kommen..?“
Lizzi flatterte aufgeregt hin und her, dann zu der kleinen Wasserpfütze am Fusse ihres Baumes und prüfte ihr Spiegelbild. Hastig zupfte sie sich ihre Brustfedern zurecht.
„Seh` ich ordentlich genug aus?“, war ihre besorgte Frage.
„Du bist einfach wunderschön!“, versicherte ihr Piri.
Das sagte er nicht nur, damit jetzt alles schnell ging, sondern weil er das wirklich so meinte. Lizzi war selig.
Piri und Lizzi starteten. Mit kräftigen Flügelschlägen eilten die beiden Eulenkinder am Himmel dahin. Nichts lenkte sie ab, weder eine huschende Maus auf dem Waldboden und erst recht kein noch so hübscher Stock.
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Der Beitrag wurde von Gaby Schumacher auf e-Stories.de eingesendet.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.11.2006.
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