Frank Rogge

Ferien am Fluss (Teil 2)

„Das tut mir leid, ich will ja auch nicht aufdringlich erscheinen. Es geht mich ja auch gar nichts an. Sie sahen nur so deprimiert aus.“ Der Wind wehte locker durch ihr Haar und Laura sah ihn etwas verwirrt von ihren Gefühlen an.

Eigentlich gefiel er ihr ja auch und was sprach schon gegen einen kleinen Flirt.

„Ist ja auch nicht so gemeint. Nur das mit meinen Freund ist noch ziemlich frisch. Ich habe ihn wirklich geliebt.“ Sagte Laura und ihre Sehnsucht legte sich wie ein dunkler Schatten über ihre Seele.

Konnte sie jetzt so einfach wieder loslassen und einen neuen Weg einschlagen. Sie wusste noch nicht einmal, ob sie das überhaupt wollte.

Vielleicht suchte sie aber gerade im Moment nach Halt und Geborgenheit, um den tiefen Schmerz zu überwinden, der sich wie ein Pfeil durch ihr Herz bohrte.

Die Stimmung um sie herum war ausgelassen und die Leute stießen kraftvoll mit ihren Gläsern an und lachten laut.

Laura konnte dieser ganzen Szenerie nichts abgewinnen. Ihre Gedanken schienen so weit weg, wie die entfernteste Galaxie.

„Wollen sie nicht darüber reden? Dann geht es ihnen besser.“ Sagte er mit einfühlsamen Worten.

„Ich heiße übrigens Marc und wohne hier.“

„Ich bin Laura und sie können ruhig du zu mir sagen.“ Langsam hellte sich Lauras Blick auf, wie der Himmel nach einem langen Regentag. Laura erzählte ihm die ganze leidvolle Geschichte bis zum Ende.

„Verstehst du Marc, ich habe ihn so geliebt und nach all den Jahren wirft er mir vor ihn zu betrügen.“ Er berührte zärtlich ihre Hand und sagte. „Ja weißt du Laura solche Dinge können Menschen manchmal sehr verändern. Doch du musst nach vorne schauen. Lass dich davon nicht unterkriegen.“ Zwischen den beiden herrschte für einen Moment atemlose Stille und Begierde machte sich in Lauras Augen breit. Dann küssten sie sich und Lauras Augen glitzerten, wie die Sterne an einem Klaren Sommerabend.

Später gingen sie noch runter zum Fluss und Marc erzählte von sich. „Ich lebe hier schon soweit ich denken kann. Ist ein verschlafenes Nest aber ich mag das Landleben. Hier in der Nähe hab ich eine Gärtnerei mit Orchideenzucht. Jessica meine Freundin liebte diese Blumen über alles. Sie sagte immer, wenn sie mal tot ist möchte sie mit vielen bunten Orchideen begraben werden. Das fände sie schön. Leider wurde ihr Wunsch nur allzu schnell erfüllt.“ Erzählte er traurig. Der Fluss zog langsam seine Bahnen und Laura fragte betroffen nach.

„Was ist denn passiert?“

„Ja weißt du Laura. Jessica liebte mich aber noch viel mehr liebte sie die Drogen. Sie versprach oft aufzuhören und sagte: Ich liebe dich doch und diesmal wird es mir gelingen. Doch dann war sie wieder auf diesen Partys voll geknallt mit LSD und was weiß ich. Ihre Augen waren rot und glasig und sie bemerkte mich nicht mehr. Ich wollte sie oft davon abhalten aber ihre Sucht war einfach stärker."

„Meine Güte, das ist ja schrecklich.“ Unterbrach Laura kurz seine Erzählung.

„Eines Abends holte ich sie wieder von einer Party ab und sie erwischte diesmal eine Überdosis. Sie sagte: Ich liebe dich Marc doch leider war ich nicht stark genug. Wir sehen uns zu einer anderen Zeit an einen schöneren Ort. Dann blickte sie zum Himmel und starb mit einen Lächeln auf ihrem Gesicht. Ich hielt sie in meinen Armen und streichelte ihr übers Gesicht. Warum nur Jessica Warum? Sagte ich zu ihr. Dann erfüllte ich ihren Wunsch und pflanzte bunte Orchideen auf ihrem Grab. Wenn ich manchmal dort stehe und zum Himmel schaue dann fühle ich sie ist bei mir.“

Als Marc mit seiner Erzählung fertig war herrschte betroffenes Schweigen zwischen den beiden und nur ein kleiner Vogel stimmte emsig sein Lied an. Marc unterbrach diese Stille und sagte.

„Doch wir hatten auch gute Zeiten. Das war vor den Drogen. Sie sagte einmal: Siehst du wie schön und rein deine Orchideen erblühen. Genauso wie meine Gefühl zu dir. Ich werde dich immer lieben…“

Marc erzählte weiter, was für ein empfindsamer Mensch Jessica war.

„Weißt du sie schaute oft zum Himmel und beobachtete die Wolken, und sagte mir dann was sie sah. Sie war eine Träumerin und lebte gerne in ihrer Phantasie. Die Drogen brachten sie nur allzu leicht in diese Welt, und sie war zu schwach um ihnen zu widerstehen.“

Sie saßen noch einige Zeit am Fluss und keiner sprach ein Wort. Die Sonne stand tiefer am Horizont und ihre Strahlen fielen sanft durch die Baumwipfel.

Später fuhren sie beide zu Laura in die Pension. Sie schaute Marc tief und sehnsuchtsvoll in die Augen und das Feuer der Leidenschaft glühte in ihnen auf.

Sie beide suchten Liebe und Geborgenheit, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Für eine Nacht schien das Glück zwischen ihnen perfekt zu sein, doch wie sollte es dann weitergehen. War Laura wirklich bereit alles aufzugeben und ein völlig neues Leben zu beginnen.

Konnten sie sich beide überhaupt ihrer Gefühle sicher sein oder suchten sie nur Trost für einen Augenblick.

Sie lagen dann beide in ihrem Bett und Marc sagte zu ihr. „Kannst du dir eine Zukunft mit mir vorstellen. Es muss ja nicht hier sein. Hier erinnert mich sowieso alles an Jessica.“

Laura wollte in diesen Moment an Zukunft und so was gar nicht denken. Ob es jetzt Liebe war, das musste sie selber noch raus finden.

Das Gefühl mit dem Mann ihrer Träume bis zum Ende des Regenbogens zu gehen und einfach nur glücklich zu sein. Sie wusste einfach nicht, ob sie so tief für ihn empfand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fortsetzung folgt

 

   

 

 

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.11.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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