Ingo Baumgartner

Batteriehühner (Satire)


 
Bei näherer Betrachtung und selbst wohlwollender Beurteilung sind Hühner durchaus nicht so liebenswerte Wesen, wie uns diverse Schilderungen von Idyllen auf dem Bauernhof vorgaukeln wollen.

Man denke nur an die Hühner in den Lege- und Mastbatterien. Allesamt undankbare Geschöpfe. Sie werden mit auserlesenem Futter zu geregelten Zeiten (sogar eine Nachtjause ist eingeplant) und in ausreichender Menge versorgt, brauchen also keine einzige Sekunde und noch weniger einen Gedanken an die sonst so mühsame Futtersuche zu verschwenden.

Der mitfühlende Geflügelhalter stutzt die Krallen und Schnäbel seiner Schutzbefohlenen, eifrig darauf bedacht, die Streitsucht der Hennen auf humane Weise hintan zu halten. Tagtäglich werden sie mit Hormonen und Medikamenten versorgt, wiederum in dem rührenden Bestreben, dass den Hennen, die der Pfleger alle beim Namen nennen kann (Hendi 1 bis Hendi 14256), nur ja kein Unbill zustoße.

Und was tun sie, die Hühner? Sie sind aufsässig, lärmen unbegründet Tag und Nacht, legen Eier, von deren innerer Anwendung abzuraten ist und liefern Fleisch, das Männern stattliche Brüste wachsen lässt.

Solchem Undank kann man nur mit einem Boykott begegnen.  Man kaufe keine Eier und kein Hühnchen aus Batteriehaltung, dann werden diese Vögel schon sehen, wie weit sie kommen.

 


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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.11.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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