Schreckliche Geräusche dringen an mein Ohr. Autoreifen quietschen, erschreckte Menschenschreie und ein Hund heult auf. Ich renne auf die Strasse. Ein schwarzer Hund mit weißem Latz auf der Brust, weißen Pfötchen und einer weißen Schwanzspitze sei von einem Auto erfasst und in die Luft geschleudert worden.
Darauf sei der Hund, wie der Blitz, über die Wiese weggelaufen. Richtung Wald. Kein Zweifel, das ist Cimba, mein Hund. Er ist noch jung und ich habe einen Moment nicht aufgepasst.
Diese Horrorvision, vor Augen gibt mir immense Kräfte. Ich suche stundenlang im Wald, in den umliegenden Maisfeldern. Mir fällt der berühmte Heuhaufen ein. Es ist sinnlos
Von Aufgeben, keine Spur. Ich denke nach.
Da gibt es doch eine Frau, von der man sagt sie hätte hellseherische Fähigkeiten. Wer weiß, vielleicht ist doch was dran? Und ich in meiner Not. Ich ruf einfach an. Kurz erklärt. Sie sagt:
Da fall ich auf die Knie, falte meine Hände und bitte aus tiefster Seele: „Heiliger Antonius, du Patron derer, die Verlorenes wieder finden möchten, bitte hilf. Wenn ich meinen Cimba wieder habe, hole ich mein ganzes Geld, was ich auf meinem Sparbuch habe und werfe es in den Opferstock. Für die Armen. Amen.
Da klingelt das Telefon. Die Hellsichtige: „Du, dein Hund ist nicht tot, er ist nicht einmal verletzt. Er hat nur einen Schock. In der nächsten Viertelstunde kommt er.“
Da stürmt mit einem Mal, von hinten, etwas Schwarzes auf mich zu. Springt mich an, wirft mich um. Cimba ist wieder da. Freudentränen kullern. Wir toben auf der Wiese und sind wie erlöst. Und weil wir so erlöst sind fällt mir auch gleich das Lösegeld ein.
Bei der Übergabe, am Opferstock, schau ich zu meinem Heiligen hinauf und weil keiner mithört flüstere ich ihm zu. „ Du heiliger Antonius, wenn du wieder einmal Geld brauchst, dann entführ bitte nicht meinen süßen, lieben, braven Cimba, sondern das getigerte, fette, ständig fauchende Monster von nebenan. Danke.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.12.2006.
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Mittagsläuten
von Maike Opaska
Weil ich das Verschwenderische des Lebens begriffen habe, die Extreme erkannte und über den Weg von einem zum anderen nachzudenken anfing, weil ich verstand wie elend es ist, wußte ich auch, wie schön es ist und weil ich erkannte, wie ernst es auch ist wußte ich auch wie fröhlich es ist.
Und weil ich begriff wie lang und wie kurz der Weg zwischen beiden ist, nahm ich ihn auch wahr und so ist mir heute jeder Schritt es wert eingehalten zu werden, weil hinter jedem Ereignis sich ein anderes verbirgt und sichtbar wird.
Und deshalb schrieb ich diesen Gedichtband.
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