Martina Wiemers

Fritz der Schneemann

 

In einem kleinen Ort bauten die Kinder, wie in jedem Jahr einen Schneemann.

 Er hatte einen dicken kugeligen Bauch, schwarze Kohlenaugen und seine Nase war die schönste Möhre vom Bauer Müller . Die Kinder nannten ihn Fritz. Sie besuchten ihn jeden Tag, sangen, tanzten um ihn herum und waren fröhlich.
  
Schneemann Fritz aber blieb traurig, denn er hatte ein Herz aus Eis.
Aus diesem Grunde konnte er weder lachen noch weinen und das Schlimmste, er konnte sich nicht verlieben. Ach seufzte er: „wenn mir doch nur der Weihnachtsmann helfen könnte.“.
Der Weihnachtsmann und seine Freunde Rudi das Rentier, der Engel Gwendolina und das Christkind Maria warteten auch schon auf das Weihnachtsfest. Alle Geschenke waren verpackt und mit einer Schleife versehen. Der Schlitten stand bereit und das Rentier scharrte schon ungeduldig mit den Füßen. Frau Holle hatte fleißig die Betten geschüttelt, so dass die Schneeflocken zur Erde tanzten. Alle Häuser, Gärten und Felder waren schon mit einer glitzernden Schneehaube bedeckt.
Der Weihnachtsmann schaute aus den Wolken. Da alles ganz still war und nur die Glocken läuteten, wusste er, jetzt ist Heiligabend. Er und seine Freunde mussten sich nun sputen, denn in einer einzigen Nacht müssen Spielzeug, Computer, Parfüm, Kleider, Fotoapparate, Handys  und sogar Autos an die Menschen verschenkt werden. Da kommt man leicht ins schwitzen.
 
Am Heiligenabend gegen 23:30 Uhr war alles geschafft. Der Weihnachtsmann wollte schon verpusten. Da riefen Gwendolina und Maria: „Weihnachtsmann, Weihnachtsmann ganz hinten im Schlitten liegt noch der Wunschzettel vom Schneemann Fritz, aber alle Geschenke sind verteilt, Was machen wir nun?“ Da kratzte sich der Weihnachtsmann am Kopf und wusste keinen Rat.
 
Das Christkind Maria und der Engel zögerten nicht lange, flogen zum Schneemann küssten ihn auf die Augen, auf die Nase ,auf den Mund und siehe ein Wunder geschah. Im Bauch des Schneemannes fing es an zu krabbeln, in seinen Armen und Beinen kribbelte es. Sein Herz fing an zu schlagen, tat ihm weh und ihm wurde ganz warm im Kopf. Seine Augen fingen an zu glänzen, sein Körper schmiegte sich  an Gwendolina und Maria .Sein Mund küsste fest die Lippen des Christkindes.
 
Genug, rief der Weihnachtsmann nach einer halben Stunde. Seht ihr denn nicht, dass es ihm schlecht geht? Er schmilzt ja schon dahin. Das Christkind und der Engel stupsten Schneemann Fritz zum Abschied mit dem Finger gegen sein Herz, blinzelten ihm zu und flüsterten ihm ins Ohr: „Was weis schon so ein bärtiger Alter von der Liebe, von Schneemännern, Engeln und Christkindern? Tschüß bis zum nächsten Heiligen Abend. Vergiss uns nicht.“ Da schmunzelte der Schneemann . Als die Glocke 12 mal schlug ,sauste der Schlitten mit dem Weihnachtsmann, dem Engel und dem Christkind in den Himmel.
 
 Im Dorf gingen die Lichter aus und die Menschen schliefen zufrieden ein. Schneemann Fritz blieb die ganze Zeit wach. Er fing an die Minuten, die Stunden, die Tage zu zählen. Denn was der Weihnachtsmann nicht wusste, der Engel Gwendolina und das Christkind Maria  hatten ihm mit ihren Küssen die Sehnsucht geschenkt .

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