Frank Laser

Vom Barpianisten

Vom Barpianisten


Schon seit mehr als dreißig Jahren sitzt er hier am Klavier des Hamburger Hotel Atlantic.Abend für Abend spielt er für seine Gäste,die auf kleinen Lederhockern um seine Flügeln sitzen oder in den kleinen Nischen der Bar gebannt seinen Klängen,bei edlen Tropfen lauschen.Ab und zu , und vor allem dann zu fortgeschrittender Stunde,werden die mittlerweile berauschten Gäste immer spendabler,einerseits weil sie seine Musik bewundern,anderseits weil sie nicht mehr gerne alleine trinken wollen,zudem macht sie der steigende Alkoholkonsum,mehr und mehr sensibel.Früher in jungen Jahren hat es,dem mittlerweile stark ergrauten Klavierspieler,dessen faltiges Gesicht von vielen langen Nächten zeugt ,nichts ausgemacht,doch mittlerweile fällt ihm auch das Trinken schwerer,das aber auch anderseits den Schmerz im Rücken und die Übermüdung lindert.Eigentlich hatte er als junger Mann,nachdem er sein Musikstudium abgeschlossen hatte,ganz andere Pläne gehabt,wollte in den größten ,ausverkauften Konzerthallen auf der Welt spielen,sein Talent wäre etwas Besonderes wurde ihm ständig von seinen Professoren gesagt,doch es sollte ganz anders kommen.
Während seines Studiums verdiente
er sich sein Geld als Klavierspieler in kleinen namenslosen Bars,denn seine Eltern die aus „nur“ gut bürgerlichen Verhältissen kamen konnten ihm finanziell keine Unterstützung geben.
So kam es dann,das er irgengwann ,kurz nach Abschluß seine Studiums,wartend auf die Beantwortung seiner Bewerbung am Londener Symphonieorchester,Gertrud kennenlernte.Sie kellnerte in einer der namenslosen Bars und vezauberte ihn vom ersten Moment,er war völlig wehrlos ,Schlaf wurde für ihn ein Fremdwort,Tag und Nacht dachte er an sie.Eines Feierabends dann ,nachdem alle Gäste gegangen waren spielte er nur für sie ,sie saß direkt ganz nah bei ihm und fing irgendwann an zu singen,wunderschön,soetwas hatte er noch nie vernommen,diese Stimme verzauberte ihn.Irgendwann haben sie sich dann geküßt und ihm wurde klar das er dieses Gefühl nie wieder missen wollte.Wenige Wochen darauf bekam er eine Zusage vom Londoner Symphonieorchester und von Gertrud mitgeteilt das sie schwanger war.Nach London gemeinsam ziehen konnten sie nicht da Gertrud ihre pflegebedürftigen Eltern nie alleine gelassen hätte.
So heirateten sie kurze Zeit später,ohne jegliche Trauer in sich sagte er die Anstellung am Londoner Symphonieorchester ab und hat es bis Heute nicht bereut.

Sechs Kinder hatten sie in die Welt gesetzt ,alle waren Heute erwachsen,doch der gute Kontakt zu ihnen war nicht erloschen.
Mittlerweile ist es schon wieder zwei Uhr .Wie jeden Abend schon seit dreißig Jahren,steht sie da die schönste Frau der Welt,seine Frau Gertrud ,um ihn nach Hause zu holen.Sie lächelt ihn an......
und eine kleine Träne des Glücks läuft langsam aus seinem müden Auge.
(c)by Frank Laser
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.01.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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