Martina Brandt

Engelimitation

Gott gab mir die Haare eines Engels. Jeder sagt es. Alle lieben mich dafür.
Ich wäre das Abbild dieser Himmelswesen mit dieser zierlichen Nymphengestalt. Mein Alabastagesicht mit den tiefblauen Meeresaugen. Und dann dieser Unschuldsblick...
Meine Güte, wie mich das ankotzt!

Warum schaut ihr nur mit den Augen? Ihr lasst euch dermaßen blenden von Schönheit. Ihr vermutet nichts böses, könnt es einfach nicht damit in Zusammenhang bringen. Schwelgt weiter in eurem fatalen Irrtum. Lasst euch weiter blenden. Wie kann man sehend nur so blind sein?
Das Augenlicht möchte ich euch löschen, damit ihr wahrnehmen könntet.

Ich bin kein Engel - wollte nie einer sein. Ihr habt mich da hineingezwängt, in euer Bild, welches nur äußerlich eurer Meinung entspricht. Aber in mir, in meinem Innern, da tobt es, da schreit es, da mordet es.

Meine Verachtung möchte ich euch an den Kopf werfen, damit ihr endlich aufwacht, und ich befreit werde von euren Erwartungen, die ich nicht erfüllen will und kann. Hätte ich auch noch Flügel, wie ein Engel sie hätte, ich würde sie mir herunterreißen, in Stücke brechen und sie euch vor die Füße werfen. Einen wahren Engel würdet ihr nicht mal erkennen, wenn er vor euch stehen würde. Oder warum habt ihr die bucklige, alte Frau ignoriert, die um ein paar lumpige Peseten bat?

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Martina Brandt).
Der Beitrag wurde von Martina Brandt auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.02.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

  Martina Brandt als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Nicht ohne Leoni von Heiger Ostertag



Ein Tag im Februar des Jahres 2006. Der EDV- Fachmann Klaus Gruschki kann kaum ausdrücken, was er empfindet, als er seine neugeborene Tochter Leoni im Arm hält. Seine Frau Michaela und er sind die glücklichsten Menschen der kleinen, süddeutschen Provinzstadt und voller Vertrauen in die gemeinsame Zukunft. Doch die Beziehung und das Glück zerbrechen. Auf einmal ist Klaus allein und Michaela mit Leoni verschwunden. Erst nach langer Suche und mit großen Mühen gelingt es dem Vater, Mutter und Kind wieder zu finden und den Kontakt zu Leoni neu herzustellen. Dann entzieht ein bürokratischer Akt dem Vater die gemeinsame Sorge fürs Kind. Gruschki weiß sich nicht anders zu helfen, als seinerseits mit der Tochter heimlich unterzutauchen. Nach einer dramatischen Flucht wird er in Österreich verhaftet und Leoni ihm gewaltsam entrissen. Er kommt in Haft und wird als Kindesentführer stigmatisiert. Doch Klaus Gruschki gibt den Kampf um sein Kind und um Michaela nicht auf …

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Einfach so zum Lesen und Nachdenken" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Martina Brandt

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Hallo Du von Martina Brandt (Briefe)
Hoffnung...und Schicksal... von Rüdiger Nazar (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)
Abschied von Stefan Glaser (Wahre Geschichten)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen