Ingrid Hanßen

Tiffy das Dienstmädchen

Tiffy war eines der Enkeltöchter von Oma Millifee und sie war schon ein großes Mäusemädchen. Sie war schon alt genug, dass sie ihrer Mutter helfen konnte.
Anfangs war sie auch stolz darauf, schon so groß und wichtig zu sein. So waren es ihre Aufgaben, den Abfall aus dem Nest zu entfernen, die schmutzigen halben Walnussschalen, die als Essnäpfe gebraucht wurden, zu waschen und ab und zu ihrer Mutter zu helfen, das Essen zu sammeln.
Doch eines Tages, da hatte Tiffy einen Mäusefreund und sie konnte es nach der Mäuseschule nicht mehr schnell genug erwarten, ihn zu treffen. Nun war für sie der Müll raus tragen und all die anderen Sachen nur noch eine sehr lästige Pflicht.
Wozu sollte sie das denn überhaupt machen.
„Ich bin doch nicht dein Dienstmädchen!“, sagte sie aufgebracht zu ihrer Mutter, drehte sich um und rannte aus dem Haus. Die Mäusemutter war von diesem Gefühlsausbruch ihrer Tochter ganz geschockt und auch ein bisschen enttäuscht. Ihrer Tochter nachzulaufen hatte keinen Zweck mehr.
So setzte sie sich erst mal hin und dachte nach. Nach einiger Zeit, in der sie einige Ideen gehabt und wieder verworfen hatte, fasste sie einen Entschluss.
Jetzt wartete sich nur noch seeleruhig ab, bis ihre Tochter, von der sie wusste, dass diese bei ihrem Freund war, heim kam. Als Tiffy dann auch endlich abends in die Höhle geschlichen kam, stellte sich diese auf einen Wutausbruch ihrer Mutter ein und ging schon in Abwehrstellung. Aber, was glaubt ihr, was Tiffy für ein Gesicht machte, als ihre Mutter ihr ganz seeleruhig eröffnete: „Du hast recht. Du bist nicht mein Dienstmädchen, also brauchst du mir auch nicht mehr zu helfen!“.
Tiffy, die sich schon auf ein Donnerwetter gefasst gemacht. atmete auf und dachte bei sich: „Puh, da bin ich ja noch mal davon gekommen.“. Nur mit dem, was ihre Mutter ihr dann mitteilte, hatte sie nicht gerechnet. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was für ein Gesicht Tiffy machte, als sie die Bedingungen ihrer Mutter hörte. Dafür, dass sie ihr nicht mehr helfen brauchte, musste sie jetzt all ihre eigenen Sachen selber machen.
Ihre Mutter meinte klipp und klar: „Du hilft mir nicht mehr, also ich auch dir nicht mehr.“ Das hieß, ihre Mutter weckte sie morgens nicht mehr und sie musste sich selber ihr Futter für die Schule zusammenpacken. Nach der Schule musste sie sich erst mal ihr Essen selber sammeln gehen und fertig machen. Auch ihre Schlafstelle musste sie von nun an selber jeden Tag sauber machen und sich neues Schlafstreu dafür besorgen.
Anfangs fand sie es ja noch ganz toll. Sie brauchte ihrer Mutter nicht mehr zu helfen und mit den paar Sachen für sich, da würde sie schon ganz gut klar kommen, das meinte sie jedenfalls. Dass sie jetzt allerdings morgens eher aufstehen musste, um sich ihre Sachen fertig zu machen, fand sie von Anfang an gar nicht so toll. Aber sie meinte so bei sich: „Daran werde ich mich schon irgendwie mit der Zeit dran gewöhnen.“
Sehr schnell merkte sie allerdings, dass es sehr viel Zeit in Anspruch nahm, nach der Schule alles selber fertig zu machen. Das Futter für sich alleine zusammen zu suchen war gar nicht so einfach, denn sie kannte die ganzen Stellen nicht und oft war es schon abends, wenn sie endlich mit dem Essen fertig war. Anschließend musste sie aber noch ihre Schlafstelle in Ordnung bringen, ihren Abfall entsorgen und natürlich noch ihre Hausaufgaben machen. Manchmal war es schon fast Mitternacht, wenn sie fertig mit allem war und endlich schlafen gehen konnte. Für ihren Freund hatte sie, außer in der Schule, gar keine Zeit mehr, sodass dieser auch schon anfing, sich bei ihr zu beschweren.
Er warf ihr doch tatsächlich vor, kein Interesse mehr an ihm zu haben und drohte damit, nicht mehr ihr Freund sein zu wollen. Das machte Tiffy dann ganz traurig und so lief sie eines Tages weinend zu ihrer Oma Milly. „Meine Oma“, dachte sie: „weiß doch immer einen Ausweg.“
Diese nahm sie dann erst mal tröstend in die Arme und wartete, bis Tiffy sich ausgeweint hatte. Anschließend meinte sie dann: “Schau mal, all diese Dinge hat bis jetzt deine Mutter immer für dich und deine Geschwister getan. Sie fängt damit an, noch bevor ihr aufsteht und sie hört oft damit auf, wenn ihr schon schlafend in euren Betten liegt. Ihr habt dadurch bis jetzt immer Zeit für eure Freunde und zum spielen gehabt.
Ist es da denn so schlimm, ihr auch ab und zu mal zu helfen, um sie etwas zu entlasten. Eure Mutti hätte dann auch mal etwas Zeit für sich und auch viel mehr Zeit, mal etwas mit euch zu unternehmen.“ Tiffy dachte nach und sie hatte auf einmal einen großen Respekt vor ihrer Mutter. Sie fand es nun nicht mehr schlimm, ihr ab und zu mal zu helfen.

 

Schaut ihr mal, was eure Mütter so alles für euch tun. Sie putzen, kochen, waschen, bügeln, kaufen ein, helfen euch bei den Hausaufgaben und so weiter. Manche müssen dabei auch noch arbeiten gehen.

 

Überlegt mal, wie ihr ihnen dabei auch mal helfen könnt. Jeder kann auf seine Weise eine Kleinigkeit dazu beitragen, wie ihr eure Mütter mal entlasten könnt. Auf diese Weise merken sie auch, wie froh ihr darüber seid, was sie so alles für euch tun und sie werden euch dankbar sein. Dann haben die Muttis auch mal mehr Zeit für euch und können mit euch mal etwas unternehmen.

 

Manchmal ist dafür gar nicht viel Aufwand nötig.

 

Versucht es ruhig einmal.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.02.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Buch von Ingrid Hanßen:

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Heike und die Elfe von Ingrid Hanßen



Da ich der Meinung bin, dass die Kinder heute viel zu wenig lesen ( sehe ich bei meinen 11 und 13 ), habe ich mir Gedanken gemacht, was man machen könnte um dieses zu ändern.

Es ist nämlich nicht so, dass die Kinder lesen grundsätzlich "doof" finden, sondern, dass die bisherigen Bücher ihnen zu langweilig sind. Es ist ihnen in der Regel zu wenig Abwechslung und Aktion drin und ihnen fehlt heute leider die Ausdauer für einen reinen "trockenen" Lesestoff.

Daher habe ich mir überlegt, wie ein Buch aussehen könnte, das gleichzeitig unterhält, spannend ist, Wissen vermittelt und mit dem die Kinder sich beschäftigen können.

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