Astrid v.Knebel Doeberitz

Reise nach Polen / Pommern 2001

 


vom 06. - 11. Oktober 2001

Der Koffer und die Taschen waren am Abend vorher gepackt, die Frühstücksbrote für die Fahrt geschmiert, aber etwas traurig darüber, die Katze Cleo, die uns seit einigen Wochen als Herrchen und Frauchen adoptiert hatte, zuhause zurückzulassen, starteten wir vor Sonnenaufgang. Durch eine Freundin würde Cleo gut versorgt sein.

Immer wieder bleibt es erstaunlich, wie genau Tiere merken, dass „etwas im Busche“ ist, obwohl wir unsere Sachen ganz heimlich im verschlossenen Schlafzimmer gepackt haben.

Randvoll beladen mit Kleidung, die Bekannte uns mitgaben, sowie Spenden von Apotheken in Form von Vitaminbonbons, Erkältungstees etc. sowie Schreibmaterial für Schüler, gespendet von Volksbank und Sparkasse, starten wir an dem wunderschönen Herbstmorgen auf der A 2 Richtung Osten. Nur in der Gegend um Magdeburg macht sich noch Nebel breit.

An Grenzen habe ich immer ein wenig mulmiges Gefühl, so auch an dem Grenzübergang bei Stettin.  „Auspacken tue ich nichts“, denke ich, „das können die dann selber. Habe mühsam die vielen Tüten so verstaut, dass alles Platz hatte!“ Unsere Ausweise werden von einem deutschen wie auch einem polnischen Beamten nur kurz betrachtet. Erleichtert dürfen wir die Fahrt fortsetzen.

Hinter Stettin, heute Szczecin, endet die Autobahn, und weiter geht es per Landstraße, teilweise auf richtigen Prachtalleen. Gerade im Herbst ist es wunderschön, hier entlang zu fahren, und aufgrund der vielen alten Bäumen, die rasenden Autofahrern mit Sicherheit keinen Platz machen, finden wir es angebracht, dass hier nur 80 km/h erlaubt sind. Leider wird diese Vorschrift insbesondere von den Landsleuten, die jetzt froh darüber sind, ebenfalls schnelle Autos haben zu können, kaum beachtet.

Die gut asphaltierten Landstraßen mit Hügeln und Kurven, jedoch ohne Randstreifen und oft ohne Mittellinie sind für rasante Fahr- und Überholmanöver nicht geeignet. An so manchem Baumstamm sehen wir ein Kreuz und künstliche Blumen angebracht.

Gegen Nachmittag erreichen wir Dramburg (Drawsko Pomorskie) und schauen uns den Dom an, in dem gerade eine Art Kinderstunde stattfindet. Im Vorraum ist ein großes Fenster mit dem Familienwappen v. Knebel Doeberitz, in einem ebensolchen Fenster auf der anderen Seite sind die fünf Familienwappen v. Brockhausen, v. Griesheim, v. Zadow, v. Borcke und v. Grünberg. Dies waren die einflussreichsten Großgrundbesitzer des Kreises Dramburg.

Weiter Richtung Falkenburg fahren wir nach Zülshagen, heute Suliszewo, ein ehemaliges knebelisches Gut. Das Herrenhaus finden wir nicht, dafür aber das Gutshaus im Nachbarort Dalow (jetzt Dalewo), das einem Onkel von Bernd gehörte, der auf der Flucht umkam. Dessen Tochter Ingwelde (heute v. Knobelsdorff) hat sich in diesem Jahr auch noch mal das leider von außen nicht mehr ansehnliche, jedoch bewohnte Haus angesehen.

Als wir dort parken, kommen etliche Kinder angelaufen, denen wir Malkreide schenken, die sie sofort an einer alten Hausmauer mit Begeisterung ausprobieren.

Gegen 16.30 Uhr treffen wir in Falkenburg, heute Zlocieniec, ein und suchen Straße und Haus der deutschen Käthe Kononowicz, die wir von Herrn v. Zadow empfohlen bekamen. Sie erwartet uns bereits und macht uns, nur einen Feldweg weiter am Rande von Falkenburg wohnend, mit ihrem Sohn Peter und Schwiegertochter Wiesa bekannt, bei denen unsere Übernachtung eingeplant ist.

Sofort bekommen wir Kaffee und warmes Essen angeboten. Eine der drei Töchter studiert in Stettin, die beiden anderen lernen wir kurz kennen, gut erzogene Mädchen, und nicht zu vergessen: Hund „Flipper“, eine kleine, französische, schwarz-weiße Bulldogge. Sein mopsartiges Gesicht wirkt zuerst abstoßend, doch alles was er will, sind Streicheleinheiten und immer wieder Streicheleinheiten!

Peter und Wiesa überlassen uns ihr neu eingerichtetes Schlafzimmer, doch trotz aller freundlicher Aufnahme schlafen wir unruhig, wohl auch aufgrund der langen Autotour (gute neun Stunden für die 670 Kilometer).   

Bis auf die knarrenden Holztüren von Schlaf- und Badezimmer hat Peter das Haus sehr schön renoviert, und die, meint er, kommen bald dran.

Beim gemeinsamen Sonntagsfrühstück, zu dem auch Mutter Käthe ins Haus kommt, um ihren Sohn in deutscher Sprache zu unterstützen, tauschen wir uns über die deutsche Vergangenheit und heutige Gegenwart dieses Landstriches aus.

Zu Mittag sind wir bei Lidia Borowicz. und ihrer Familie in Groß Grünow, heute Gronowo, eingeladen.

Große Wiedersehensfreude bei ihr, Tochter Mira und Schwiegersohn Janek Waszczyk sowie deren beiden Söhnen Jarek und Mateusz und Tochter Anna, der Jüngsten, inzwischen fast neun Jahre alt.

An diesem Tag, 7. Oktober 2001, wäre Bernds Mutter 112 Jahre alt geworden; und gerade deshalb hat er die Fahrt nach „Rosenhöh“, heute heißt es „Slowianki“, geplant. Das Schloss wurde von seinen Großeltern 1870 erbaut.

Lidia und Mira fahren am Nachmittag mit uns dorthin, um zu übersetzen, denn der polnische Verwalter, der dort wohnt, kann kein Deutsch.

Freundlicher als beim letzten Besuch vor zwei Jahren werden wir von ihm empfangen. Vier Hunde laufen um uns herum, und das erste, was Henzyk Matuszak uns zeigt, sind die Grabsteine von Bernds Großeltern, die im Park zwischen den großen, alten Bäumen, die teils unter Naturschutz und mit Namensschildern versehen sind, aufgestellt wurden. Durch einen Bekannten wussten wir, dass sie zwar gefunden wurden, aber an einem uns bisher unbekannten Ort im Wald liegen. 

Zu Bernds Freude werden ihm so weitere Überlegungen, wie man die schweren Steine transportieren könnte, erspart. Beide Grabsteine sind gesäubert worden und die Inschriften sehr gut leserlich.

Der Hausmeister erlaubt uns einen Rundgang durchs Schloss, und wir staunen darüber, dass die Wände gestrichen und die Zimmer mit einfachen Betten, Tisch, Stühlen, Nachtschränkchen und Kleiderschränken ausgestattet sind. Übernachtung ist zum günstigen Preis möglich (20 Sl, ca. 10,-- DM/Pers.), jedoch nur im Sommer. Eine neue Heizung gibt es noch nicht, und die alte ist seit ca. zehn Jahren schrottreif. Die alten, doppelten Fenster mit Einfachverglasung sind mit Stores und Vorhängen versehen, verschiedene Bilder hängen an den Wänden. Toiletten- und Waschräume gibt es extra. Immerhin sieht alles gepflegter aus als bei unseren bisherigen Besuchen.

Unten, im damaligen Esssaal, sind Ruderboote und Kajaks aufbewahrt, da die Saison vorbei ist.

Pferdereiten und Kutschfahrten wurden im Sommer angeboten, vom Nachbarn Marek Serafin, einem Polen, der aus Chicago kommt, das einen Kilometer von Rosenhöh entfernte Gehöft mit Wohnhaus gekauft und dazu jede Menge Land gepachtet hat, auf dem sich jetzt insgesamt an die 200 Pferde und einige Kühe wohlfühlen. In der Scheune neben dem Schloss Rosenhöh  sind einige Boxen eingerichtet.

Der junge Mann erscheint uns jedoch, als fehle ihm weiterer Elan, und wir denken: „Man könnte gemeinsam viel daraus machen, wenn Rinteln nicht so weit weg wäre...“

Der Spaziergang zum Zetzin-See darf nicht fehlen. Beim Hinuntergehen bemerken wir die Neubepflanzung mit Buchsbäumchen an beiden Seiten der Schlossauffahrt.

Am See haben die beiden polnischen Eigentümer, die das Schloss vor drei Jahren kauften, zwei massive Boots- und Badestege aus Holz angelegt. Der kleine Sandstrand ist sauber, und einige neue Bäume wurden gepflanzt.

Zusammen mit Lidia und Mira genießen wir den Blick auf den See und den bunt gefärbten Wald rundherum.

Welch eine Ruhe hier in dieser idyllischen Landschaft!

Mira ist es, die dann zur Fahrt zurück nach Gronowo drängt, weil Janek mit dem Kaffeetisch wartet.

Es gibt Miras selbstgebackenen Kuchen und zeitig Abendbrot. Wir wollen ja in die nahegelegene Pension, in der Lidia uns für weitere vier Übernachtungen angekündigt hat.

Im Dunkeln fahren aus dem kleinen Ort Richtung Ostrowice (Wusterwitz) und erreichen nach gut einem Kilometer die Pension, Gronowo 1 a,  geführt von Magdalena Piwowarczyk.

Unser Zimmer ist geräumig, mit drei Betten ausgestattet und einem wunderschönen Badezimmer mit Dusche.

Die Übernachtung mit Frühstück kostet pro Person umgerechnet nur 20,-- DM/Tag. 

Zunächst einmal schieben wir zwei Betten zusammen. Man macht es sich eben so gemütlich, wie man es von zuhause gewohnt ist. Auspacken und die Sachen in Schränke und Schubladen einräumen, das ist immer meine Aufgabe. Bernd kann währenddessen duschen, was heute früh nicht möglich war.

Montagmorgen. Wir öffnen die leichten Vorhänge vor dem großen Fenster mit zweifacher Verglasung und haben einen weiten Blick geradeaus in die grüne Wiesenlandschaft und den teilweise buntgefärbten Wald. Von Ostrowice kommend führt leicht kurvig die kleine Verbindungsstraße unterhalb der Pension vorbei zum Dorf Gronowo, das aus kaum mehr als zehn Wohnhäusern, einem großen Schweinestall und der kleinen, gut erhaltenen Kirche besteht. Etwas neblig ist es, aber schon nach dem ausgiebigen Frühstück, das Magdalena unter anderem mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Schmalz einladend vorbereitet hat, kommt die Sonne durch.

Schade, dass die junge Hauswirtin nur wenig Deutsch und wir noch weniger Polnisch sprechen können, sonst hätten wir uns sicher gut unterhalten. So geht es nur bruchstückhaft, aber mit viel guter Laune trotzdem und manchmal mit Händen und Füßen.

Mit Fernglas und Fotoapparat machen wir uns auf den Weg an den Dolgensee, der ca einen Kilometer von der Pension entfernt liegt. Wir genießen den Spaziergang durch die nur leicht hügelige, typisch pommersche Landschaft mit viel Ginster, Wacholder und naturbelassenen Wiesen.

„Auf pommerschem Sandboden gab’s vier K’s: Kiefern, Kartoffeln, Karnickel und Knebels!“ meint Bernd.

Ja, Kiefern gibt es hier wirklich viele, rund um den Dolgensee, aber auch Birken und andere Laubbäume sind dazwischen. Kartoffeln werden inzwischen auch wieder angebaut. Knebels sind gerade zu Besuch im Lande, nur Karnickel sehen wir heute keine! Dafür gibt es besonders in diesem Jahr - aufgrund des feuchten Septembers - sehr viele Pilze, von denen wir jedoch die Finger lassen, da sich Janek damit viel besser auskennt als wir.

Eine wunderbare Ruhe hier, als könne man das Gras wachsen hören! Es sei jedem empfohlen, der des Autolärmes und hektischen Stadtalltags überdrüssig ist, einmal hier her zu kommen und die frische Luft und Ruhe zu genießen. Leider fangen dann oben im Wald die Arbeiter an, auszuforsten. 

Wir gehen weiter, machen einen größeren Bogen bis zum nächsten See, dem Lütgensee, an dem wir uns vor dem Schilf, das den Blick aufs Wasser verdeckt, unter eine Kiefer legen und diese kostbare Zeit der Entspannung dankbar wahrnehmen. Früher habe man den See sehen können, erzählt Bernd. Mit Freunden und Feriengästen ist er als Kind hier baden gegangen.

Beide finden wir es schade, zum späten Mittagessen schon in Gronowo verabredet zu sein.

An diesem Tag wären wir gerne bis in den späten Nachmittag hier sitzen geblieben, doch leider hat Lidia in Gronowo kein Telefon. Und selbst wenn sie dort eins hätte, so funktioniert unser Handy hier auf dem einsamen Lande sowieso nicht. Da wir keine großen Handyfans sind und nur D1 haben, ist die Benutzung für uns in Polen nicht möglich.

Wir verlassen also diesen ruhigen, heimeligen Seeplatz nach einer Stunde und gehen weiter Richtung Gronowo, als wir in der Ferne auf dem sandigen Waldweg einen Radler sehen, der uns entgegenkommt.

„Bestimmt ein Angler“, meint Bernd und ich füge, beim Laufen auf den Weg achtend, hinzu: „Oder ein Pilzsammler.“

Es stellt sich heraus, dass es Janek ist, der zum Angeln fährt. Die Welt ist hier eben besonders klein, aber doch wiederum vom Platz her sehr weitläufig. Seitdem wir vor drei Stunden losgingen, ist uns niemand begegnet.

Janek wird erst am späten Nachmittag zurückkommen, gibt er uns zu verstehen. Angeln ist eben seine große Leidenschaft.

Bernd und ich wollen noch einen Abstecher zum abgelegenen, alten evangelischen Grünower Friedhof machen, den wir im Wald erst suchen müssen. Aufgrund der vielen Jahre, in denen die Gräber ungepflegt geblieben sind, ist kaum mehr ein Grabstein leserlich. Das von Friedhelm Kobs im Frühling aufgestellte, mit künstlichen Blumen versehene neue Holzkreuz am Grab seiner Mutter fällt uns sofort auf.   

Als wir in Gronowo eintreffen, ist Mira bereits von ihrer Arbeitsstelle im Polziner Krankenhaus zurück.

Am Nachmittag machen wir zusammen mit Lidia, Enkelin Anna und Hund Szoda einen Spaziergang zur Kirche, zu der uns ein Nachbar, der den Schlüssel hat, begleitet.

Danach geht es weiter durch Gestrüpp hin zu den kärglichen Überresten des Grünower Gutshauses. Plötzlich springt genau vor Bernd etwas hoch: ein Reh. Wer sich wohl in diesem Augenblick mehr erschrocken hat?! Es flüchtet durchs Gestrüpp.

Die restlichen Steine des Anwesens sind auch bald verwachsen. Wer es nicht weiß, kann kaum ahnen, dass an dieser Stelle vor 60 Jahren das 1924 von Bernds Eltern erbaute Gutshaus mit 28 Zimmern stand, umgeben von einem gepflegten Park mit zwei Gärtnereien. Ein kleiner Fluss, genannt das Krebsfließ, bahnt sich den Weg durch die Wildnis – die früheren Parkanlagen.

Teilweise durch Brennnesseln stiefeln wir bis zum Kartoffelacker, der heute wieder als solcher genutzt wird.

Am Rande stehen noch die beiden ca. 200 Jahre alten und dementsprechend eindrucksvollen Bäume.

Anna kann schon bald nicht mehr weiterlaufen. Der Weg ist doch gar nicht weit, denken wir, wussten dabei aber nicht, dass sie schon nach der Schule mit ihrem Nachbarn, der in der anderen Hälfte des Grünower Hauses wohnt, gelaufen ist.

Kinder wachsen hier noch so ganz anders auf. Sie haben mehr Bezug zu der Landschaft, spielen viel draußen und sind noch kreativ, was in Deutschland weitestgehend durch Computerspiele, Gameboys etc. verkümmert. Anna malt wunderschöne Bilder mit Buntstiften. Aus unserem mitgebrachten Fotoalbum hat sie unsere damaligen Katzen Pussy und Tapsi abgemalt und dann aus dem Kopf ein Bild von ihrem Hund Szoda.

Wie viele Kinder mag es hier bei uns noch geben, die Freude an diesen Dingen haben, deren Verwirklichung keine großen Unkosten erfordern, sondern viel mehr eigene Fantasie?!

Nach dem deftigen Abendbrot bringt uns Jarek, der seit einem Jahr stolzer Führerscheinbesitzer ist, zur Pension zurück. Magdalena weiß Bescheid, dass wir Dienstag ausnahmsweise statt um 9.00 Uhr schon um 8.00 Uhr frühstücken wollen, da wir um 9.40 Uhr in Swidwin beim Bahnhof sein müssen, wo Kazimierz Kupoczyk aus Danzig eintrifft.

Eva, eine Bekannte von Magdalena, bereitet uns Dienstagmorgen das Frühstück, da die Hauswirtin selbst erst ihre beiden Kinder in die Schule nach Falkenburg bringen muss. Auch Eva ist sehr nett, kann aber leider nicht besser Deutsch als Magdalena.

Mit dem kleinen Deutsch-Polnisch-Lexikon wurschteln wir uns so durch.

Eine Dreiviertelstunde fahren wir bis nach Swidwin (früher Schifelbein) und finden den Bahnhof beim zweiten Anlauf. Ich warte im Auto, während Bernd im Gebäude verschwindet und zusammen mit einem älteren Herrn in Anzug und Hut – irgendwie typisch polnisch aussehend – zurückkommt.

Kazimierz war als Kind in Dietersdorf, dem heutigen Bobrowo. Seine Eltern mussten dort als polnische Gefangene auf dem Gut arbeiten. Bernds Eltern schenkten der Familie zu Weihnachten Wein und Wolle, was sie in Misskredit bei den Nationalsozialisten brachte. Dies und andere Reaktionen von Bernds Vater brachten ihm am 22.07.1944 die Verhaftung von der Gestapo ein.

Persönlich hatten Bernd und Kazimierz keinerlei Kontakte. Der Pole kann ein wenig Deutsch, doch gemeinsam wollen wir eine deutschstämmige Freundin, die bei Swidwin wohnt, zum besseren Verständnis mitnehmen. Allerdings müssen wir nach dem kleinen Haus mit Hof, in dem Helene Marton wohnt, immer wieder fragen. Wir sind erst ein Mal bei Tag dort gewesen, und hier auf dem Lande gibt es viele ähnliche kleine Feldwege und Höfe. Gut, dass Kazimierz in Polnisch Leute nach dem Weg fragen kann.

Nach fast einer Stunde abenteuerlicher Querfeldeinfahrt landen wir endlich vor ihrem Haus.

Manches Mal befürchteten wir, aufzusetzen, weil unser kleiner Mazda relativ tief liegt, doch – Gott sei Dank – ging alles gut.

Helene hat schon gedacht, wir kämen nicht mehr. Ein wenig sollen wir doch zu ihr reinkommen.

Freudig zeigt sie uns ihr neues Wohnschlafzimmer, das Daniel, der Mann ihrer Enkelin Margarete – beide wohnen in der oberen Etage – neu tapeziert und statt des alten Ofens einen Kamin eingebaut hat.

Margarete bereitet gerade einen Salat vor. Sie und Daniel haben heute ihren zweiten Hochzeitstag.

Mit Kazimierz und Helene geht die fast einstündige Fahrt nach Dietersdorf, wo wir unseren Kofferraum endlich ausleeren. Etwas blieb zuvor bei Lidia und einiges bei Helene, aber die meisten Kleidungsstücke, Vitamine und

Schreibmaterial bekommen die geistig behinderten Kinder im Schloss Dietersdorf.

Der bisherige, nette Rektor ist jetzt ganz als Erzieher dort tätig. Den jetzigen Rektor konnten wir nicht kennenlernen, da er gerade auf einer Tagung war.

Von der seit zwanzig Jahren im Schloss tätigen Buchhalterin werden wir zum Teller Suppe eingeladen und machen dann einen Rundgang durchs Schloss. Gerade sind dort 36 Kinder zwischen 6 und 16 Jahren in hübsch eingerichteten und erstaunlich aufgeräumten Mehrbettzimmern untergebracht.

Es gibt einen gemeinsamen Aufenthaltsraum im Erdgeschoss mit Fernsehgerät und Blick auf den Ziegensee. Fantasievoll haben die Kinder dieses geräumige Zimmer gestaltet. Der Jahreszeit entsprechend wurden bunte Herbstblätter gemalt und an einer Schnur quer durchs Zimmer gespannt.

Bernd bittet darum, in der ersten Etage auf den Balkon zu dürfen, und eine Lehrerin, die uns durch die Räume begleitet, schiebt die beiden kleinen Schränkchen beiseite und öffnet die zwei Glastüren. Ein Blick nach oben an die Gebäudewand: Das Familienwappen der Familien v. Knebel Doeberitz und v. Grünberg ist nach wie vor an der Fassade oberhalb der Balkontür unbeschädigt erhalten. Es wurde sogar farblich aufgearbeitet.

Nach einem kurzen Rundgang durch den Park gehen wir hinüber zum landwirtschaftlichen Hof Dietersdorf, der seit Jahren von dem polnischen Landwirt Osiak gut geführt wird. Nachdem er jahrelang Pacht in Form von Getreideabgaben an den Staat leistete, hat er inzwischen das Gut kaufen können.  Leider treffen wir ihn nicht      persönlich an. Seine Sekretärin, die uns bei einem früheren Besuch Brote, Wurst und Getränke für die Kutschfahrt vorbereitet hatte, erkennt uns wieder.

1800 Schweine gibt es hier, bestätigt sie uns. Das Pferd – damals noch ein Fohlen – das Herr Osiak nach mir „Astrid“ benannt hatte, ist allerdings nicht mehr dort. Auf dem Hof stehen zwei große Claas-Mähdrescher.

Kazimierz geht am Bürogebäude vorbei zur ehemaligen Stellmacherei und denkt wohl an seine Kindheit zurück.

Weiter führt unser Weg durchs Dorf zur neu erbauten katholischen Kirche, die wir uns rundherum anschauen.

Es ist ein modernes weißes Bauwerk mit rotem Dach und einem Metallkreuz am Giebel, im ovalen Seitenfenster ein Kreuz aus Ziegelsteinen. Auf dem Schornstein hat sich ein Storchenpaar sein Nest gebaut, das es im nächsten Jahr sicher wieder aufsuchen wird. Die evangelische Fachwerkkirche, die früher auf diesem Platz stand, war wesentlich kleiner. Nur  schwer kann ich Bernd davon abhalten, die beiden Glocken, die sich rechts neben dem Eingang befinden, zu läuten! Angenehm verwundert sind wir darüber, dass vor dem Gebäude keine Marienstatue steht, wie das bei sehr vielen Kirchen in Polen der Fall ist.

Zu Fuß gehen Bernd und Kazimierz noch ein Stück weiter bis an den Vansowsee, der am Ende des Dorfes beginnt. Dort steht das Haus, in dem Kazimierz mit seinen Eltern und seiner Schwester untergebracht war. Besichtigen will er es nicht, hat daran – seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen – zu schlechte Erinnerungen.

Mit dem Auto geht es zurück, da die Weiterfahrt für unseren Wagen auf den Wald- und Feldwegen mit teils sehr großen Löchern nicht empfehlenswert ist.

Kazimierz hat den Wunsch, den früheren Dietersdorfer Friedhof zu sehen, auf dem seine Mutter beerdigt worden war. Dort sieht es ebenso verlassen aus wie auf dem alten Grünower Friedhof.

An Gutshaus und Schloss vorbei, fahren wir in den nördlichen Teil des dazu gehörenden Parks vor das neu im Bau befindliche, rote Backsteingebäude. Das Grundstück und Teile des Parks wurden von einem Polen aus Stettin gekauft. Es scheint ein gemütliches Wohnhaus zu werden.

Vor zwei Jahren stand hier noch die alte, verfallene Villa des Sägewerkdirektors Bernhard König. Davon ist jetzt nur noch ein Steinhaufen einige Meter neben dem neuen Haus zu sehen.

Das alte Sägewerk wurde übrigens nach dem Krieg vollständig abmontiert. Von Polen oder Russen, das wissen wir nicht genau. Heute stehen dort hinter dem Waldstück ein paar wenig ansehnliche Wohnblöcke aus den 60er Jahren.

Kazimierz will nicht am gleichen Tag zurück nach Danzig reisen, immerhin 4½ Stunden Bahnfahrt. So beschließen wir gemeinsam, nach Falkenburg zu Peter und Wiesa zu fahren. Erstaunlich finden wir immer, wie sehr sich die Menschen hier über spontanen Besuch freuen. Sofort gibt es Kaffee und Kekse, und Peter unterbricht seine Arbeit – den Bau eines Gewächshauses im Garten.

Wiesa ruft ihre Schwiegermutter an, die einige Minuten später zusammen mit ihrem zweiten Sohn, der nebenan wohnt und eine Champignonzucht auf eigenem Grundstück betreibt, kommt.  Für 30,-- DM kann Kazimierz in einem Zimmer bei ihr übernachten und am nächsten Tag um 7.00 Uhr frühstücken, damit er seinen Zug zurück nach Danzig kriegt. Er hat Wodka (mit dem bekannten Grashalm des russischen Büffels drin) mitgebracht. Wir  lassen das Trinken, weil solche harten Sachen nichts für Bernds Herz und Blutdruck sind. Den 40%igen dürfen sich Kazimierz, Peter und dessen Bruder zu Gemüte führen.

Kazimierz schenkt Bernd eine kleine Waage, die zur Zierde aufgestellt wird und mir eine Messingschale.

Die Übernachtung bezahlen wir ihm, hatte er doch eine weite Anreise!

Wiesa arbeitet als Krankenschwester in der Kurklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen KANSK, und zusammen mit Helene, die wir am gleichen Abend nach Swidwin zurückbringen, fahren wir sie zur Nachtschicht dorthin. So sehen wir kurz vorm Dunkelwerden noch dieses idyllische Fleckchen Erde: Die Klinik liegt an einem ruhigen See, 5 km hinter Falkenburg, mitten im Wald. Etliche Katzen, die um die Parkbänke herumstreifen, begrüßen uns. Da werden wir doch gleich wieder an unsere Cleo erinnert!

Bernd geht noch kurz hinein in die Klinik, während ich mit Helene im Auto warte.

Als wir eine Stunde später ankommen, haben Margarete und Daniel schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass wir Helene heute noch bringen. Es ist zwar erst kurz nach 20.00 Uhr, aber es erscheint uns, als sei es mitten in der Nacht, eben weil es schon so zeitig dunkel wird.

Zum Hochzeitstag erwarteten Margarete und Daniel, dass Bekannte oder Verwandte evtl. vorbeikommen würden. Es kam aber niemand, und so blieb jede Menge zu essen übrig. Margarete freut sich, uns von ihrer selbstgemachten Pizza mit Pilzen zusammen mit dem am Morgen vorbereiteten Salat anbieten zu können. Als Nachtisch gibt es ein dickes Stück Torte, und am Liebsten hätten wir uns nicht mehr vom Fleck bewegt.

Als Christen untereinander beten wir fünf gemeinsam zum Abschied, jeder in seiner Muttersprache. Schön zu wissen und ganz gleich, wo wir auch immer sein oder leben mögen, dass wir einen gemeinsamen Herrn – JESUS CHRISTUS – haben. Helene, Margarete und Daniel gehören zur kleinen freien Christengemeinde in  Swidwin.

Gegen Mitternacht sind wir wieder in der Pension in Gronowo, froh darüber, dass uns auf den von Bäumen gesäumten Alleen kein Tier vors Auto lief. Bernd überlässt mir im Dunkeln das Steuer, und ich bin froh, auf dieser Strecke nicht alleine zu sein. Wer würde hier in dieser Einsamkeit nachts schon gerne stecken bleiben!?

Es war aber eine ruhige Nachtfahrt, auf der uns nur drei Autos auf dem 35 km weiten Weg begegnet sind.

Mittwoch, der 10. Oktober, unser letzter Tag in Pommern/Polen, und wir haben noch keine Pierogi gegessen!

Wenn wir schon mal in Polen sind, möchten wir doch gerne eine polnische Spezialität essen, wie z. B. diese gefüllten Teigtaschen. Ich frage Magdalena beim Frühstück, ob sie uns zu Mittag Pierogi kochen könne.

Mittags käme sie nicht dazu, aber gerne würde sie die Pierogi für abends vorbereiten. Als wir ihr erklären, dass wir an diesem Abend zum Abschied bei Lidia und Familie eingeladen sind, geht ein Leuchten über ihr Gesicht.

„Kein Problem. Machen Pierogi. Bringe heute Abend zu Lidia.“

„Prima! Ganz toll, aber für die ganze Familie?“

Sie nickt zustimmend, lehnt eine Bezahlung ab und macht uns klar, dass es so in Ordnung ist. Wir hätten doch schon Bettwäsche für ihre Kinder mitgebracht. Als wir die vier Übernachtungen bezahlen, nimmt sie kein Trinkgeld an.

Wir fahren kurz ins Dorf Gronowo, um Lidia Bescheid zu geben, dass fürs Abendbrot schon gesorgt ist.

Bernd will noch das Versprechen an Herrn v. Zadow einhalten und nach Altwuhrow (heute Stare Worowo), um dessen früheres Gut anzusehen. Der Ort liegt ca. 5 km von Slowianki (Rosenhöh) entfernt, doch bei unseren bisherigen Pommernreisen waren wir noch nicht dort.

Das damalige Herrenhaus v. Zadow ist leider bis auf einen Haufen Backsteine zerfallen.

Wir schauen uns die auf einer kleinen Anhöhe gelegenen Kirche (erbaut 1786) und die Gedenktafel an. Eine Polin führt uns zum schräg gegenüber liegenden Hof der deutschen Frau Bierszanowska. Es stellt sich heraus, dass es ihre Schwägerin ist.

Herr v. Zadow hatte uns geraten, diese Deutsche aufzusuchen. Sie weiß nichts von unserem Kommen, aber  wir werden auch hier herzlich aufgenommen und sofort hereingebeten. Frau B. freut sich darüber, wieder jemanden zu Besuch zu haben, mit dem sie Deutsch sprechen kann. Sie verlerne sonst die deutsche Sprache ganz, sagt sie. Diese Meinung können wir nicht teilen, denn sie spricht sehr gut Deutsch, mit leichtem Akzent, der verrät, dass sie aus Berlin stammt.

Ebenso wie Helene ist sie seit acht Jahren Witwe. Einerseits genießt sie die Ruhe hier, das besinnlichere Leben, andererseits denkt sie an das frühere Berlin zurück. Auf dem Hof laufen die Hühner um den Mist, zwei Hunde bellen, und wieder gibt es jede Menge Katzen. Eine davon ist sehr zutraulich und darf auch im Haus bleiben.

Als ich den Stubentiger auf den Schoss nehme, bleibt er schnurrend dort liegen, bis wir nach ca. zwei Stunden bei Kaffee und Plätzchen aufbrechen.

Es sind gute Gespräche mit Frau B., nicht nur was Gegend, Leute, Landwirtschaft betrifft. So genau weiß sie nicht, was in diesem Jahr rund um dieses Dorf angebaut worden ist, aber etwas Getreide(Hafer, Weizen, Roggen und Grütze) und Kartoffeln auf jeden Fall. Die Kartoffeln seien wegen des nassen Septembers aber nicht so gut.

Als sie mit Bernd zusammen die Landkarte der Umgebung anschaut, braucht sie ihre Lesebrille, und meint fast entschuldigend: „Schau’ n Sie, wie ich rumlaufe. Nur ein Bügel.“ Sie hält das gute Stück an der heilen Seite fest. Hauptsache, sie kann gucken, was doch in diesem Moment einzig zählt. Ihre ruhige, nette Art gefällt uns - und was hat das schon mit Äußerlichkeiten zu tun?!

Wir kommen auch auf den Glauben zu sprechen, die Bibel, Gottes Wort, und  Jesus Christus können ihr unbefangen unser Lebenszeugnis erzählen. Ist interessant, wie Gott Menschen zueinander führt. 

Schade, dass so wenig Zeit ist, doch manchmal ist wenig auch viel, je nachdem, wie die Zeit ausgefüllt ist. Und wir vergessen nicht: Unsere Zeit liegt in Gottes Händen. War eine kostbare Begegnung, und es erscheint uns, als würden wir diese Frau schon lange kennen...

Sie stellt uns ihren Sohn vor, der gerade mit dem Traktor vom Feld kommt. Er fährt öfter zu einem deutschen Ehepaar nach Kosobudy bei Zloczieniec (Falkenburg), weil der Mann dort u. a. Tauben züchtet. Wir könnten doch mal dort vorbeifahren. Interesse haben wir, und kurzerhand ruft Herr Bierszanowski bei Udo an. Dessen

Nachnamen weiß er nicht, und lässt uns über seine Mutter ausrichten, dass uns jemand an der Kreuzung hinter Zloczieniec, an der es nach Kosobudy geht, abholen wird.

Eine sehr spontane Idee. Nun gut, aber bis zum Abendbrot haben wir noch fast drei Stunden Zeit.

Gespannt warten wir einige Minuten an der besagten Kreuzung, bis ein weißer Kleinwagen mit Gütersloher Kennzeichen heranbraust. Eine Frau mittleren Alters steigt kurz zur Begrüßung aus, dann wir fahren ihr hinterher.

Alleine hätten wir das Anwesen wohl kaum gefunden. Zunächst geht es die Straße lang und dann einen nicht gepflasterten, teils geschotterten Weg, bis wir irgendwann auf einem Hof landen.

Zwei riesige Schäferhunde und ein Mischling bestürmen unser Auto mit viel Gebell.

Bei fremden Hunden auf deren Grundstücken habe ich immer so meine Bedenken: „Da steige ich nicht aus. Die merken sofort, dass ich Angst habe.“

„Nur keine Panik“, meint Bernd.

Ingrid und Udo Thiel kommen ans Auto, und ich drehe die Scheibe etwas herunter.

„Sofort streicheln! Die sind total verschmust!“ ruft Udo, und ich befolge diesen Rat sofort. Die Angst ist überwunden.         

Die Thiels zeigen uns ihr großes Grundstück, das idyllisch am See liegt. Der „Kotzbudensee“, scherzt Udo mit Heilbronner Dialekt. Wir lachen, und er erklärt uns, das sei von Kosobudy abgeleitet. Eigentlich heißt er Birkholzsee. Wie auf Bestellung watschelt ein Schwarm Gänse verschiedener Art vor uns auf der Wiese entlang.

Während die Thiels uns erzählen, dass sie seit acht Jahren hier leben, weil ihnen die Gegend einfach gefällt und sie diesen Hang zu Pommern haben, obwohl sie nicht von hier stammen, spielt Schäferhund Barry mit einem großen Stein. Dann kommt er wieder und lehnt sich an mich, um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen.

Udo beteuert scherzend, dass er selbst vorlaufen und bellen müsse, falls Einbrecher kämen, so zutraulich seien die Tiere. Wahrscheinlich aber würden die Gänse Alarm schlagen – doch andererseits: Wer würde sich hierher verirren?!

Während Udo Bernd die Scheune und Gehege zeigt, wo Kaninchen, zwei Katzen, Truthähne, Enten und verschiedene Hühner, u. a. chinesische Seidenhühner, deren Eier ebenso gut schmecken sollen wie die von deutschen Hühnern, zuhause sind, unterhält sich Ingrid mit mir.

Erstaunlich ist, wie gut sich die Thiels hier in Polen eingelebt haben. Nur wenn er seinen Namen sagt, stutzen die Polen. Udo – das sei doch sein Spitzname, wie er wirklich heißt, wollen sie wissen. „Udo“ heißt auf Deutsch „Oberschenkel“. Aufgrund seiner akzentfreien Aussprache, können die Polen kaum glauben, dass er nicht ihr Landsmann ist.

„Wenn man polnische Wörter nicht aussprechen kann, so geht das besser, wenn man sie singend lernt. Mir hat das geholfen“, verrät er uns.

Udo und Ingrid zeigen uns die Ferienwohnung, in der gerade ein deutscher Bekannter Urlaub macht und kommen auf „Die deutsche Minderheit“ zu sprechen. Dies ist ein 1993 gegründeter Verein, von dem Udo seit kurzem der Vorsitzende ist. Der Verein hat eine ehemalige Baptistenkirche in Dramburg erworben und macht nun dort seine Treffen. Ziel ist es nicht, die alten pommerschen Zustände wiederherzustellen, sondern sich für ein gutes Miteinander von Deutschen und Polen einzusetzen. Sogleich ist Bernd begeistert und wird 247. Mitglied, da er dieses Anliegen voll und ganz teilt.

Gerade rechtzeitig zum Abendbrot kommen wir nach zwanzigminütiger Fahrt in Gronowo an.

Mira und Lidia haben schon den Tisch gedeckt und auch noch einen Eintopf und Brot vorbereitet. Da trifft auch Magdalena mit zwei großen Schüsseln Pierogi ein, die wir uns alle gemeinsam schmecken lassen. Eine Hälfte hat sie mit Quark, die andere mit Kraut und Pilzen gefüllt. Beides sehr lecker zubereitet!

Da hat sie uns eine große Freude gemacht. Es ist noch ein gemütliches Beisammensein, während sie schon zeitig nach Hause zu Mann und Kindern fahren muss.

Am späten Abend heißt es von allen vorläufig Abschied nehmen, denn am nächsten Morgen fahren wir wieder Richtung Westen. 

Donnerstagfrüh die Sachen zu packen, ist schnell geschehen. Das ist wohl immer so, denn alles, was mitgebracht   und nicht verschenkt worden ist, muss wieder mitgenommen werden. Haben jetzt viel mehr Platz im Auto.

Auf Empfehlung eines guten Freundes geht die Fahrt noch nicht zurück nach Rinteln, sondern nach Rieth ans Stettiner Haff – auf der deutschen Seite, direkt an der polnischen Grenze, nicht weit von Ückermünde.

Dort dürfen wir die drei letzten Urlaubstage in einem Ferienhaus verleben. 

Erst einmal geht die Fahrt bei etwas trübem Wetter los durch die schöne Herbstlandschaft. Wir machen noch ein Foto von dem 0,5 km vor „Slowianki“ angebrachtem Schild „Zimmer zu vermieten“. Dafür, dass Rosenhöh seit Jahren nicht bewohnt wurde, ist das zumindest für den Sommer ein Lichtblick. In uns bleibt der Wunsch, dass in   nächster Zeit mehr daraus wird. In unserer Fantasie können wir uns gut ein hübsches Ferien- und Erholungsdomizil dort am Zetzinsee (heute J. Siecino) vorstellen...

Auf ein Wiedersehen - so Gott will – im nächsten Jahr.

 
 
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Diese Erlebnisreise-Erzählung veröffentlichten wir u. a. in der Neuauflage des Buches
mit einigen Schwarzweißfotos und Bleistiftzeichnungen von Klaus-Peter Reif:

„Pommernoriginale – Jagdgeschichten und anderes“

von Hasso v. Knebel Doeberitz,
überarbeitet v. Bernd u. Astrid v. Knebel Doeberitz    

Für 18,--€ (incl. Porto) ist es direkt bei uns zu beziehen :
  v.knebel-doeberitz@t-online.de

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.03.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Buch von Astrid v.Knebel Doeberitz:

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Lauter Rasenmäher - Stacheliger Kaktus. von Astrid v.Knebel Doeberitz



Eine heiter-besinnliche Liebesgeschichte

Die gestresste Lehrerin Jeanne Garner freut sich über den wohlverdienten Urlaub in ruhiger Umgebung, den ihr jedoch der Nachbar schon am ersten Tag verdirbt. Rick Bradley, der Modefotograf, gehört vom Typ her zu der Sorte Mann, um die Jeanne vorsorglich einen weiten Bogen macht. Seine Beharrlichkeit bewegt in ihr jedoch mehr als sie sich eingesteht. Gut, dass es da noch die Nachbarn, Anthony und Sally Cartman, gibt! Rick beginnt, sein bisheriges Leben zu überdenken, während bei Jeanne eine tief greifende Veränderung ihrer Lebenseinstellung stattfindet. Als es nach Monaten zu einem von einer Freundin geplanten Wiedersehen zwischen ihnen kommt, steht Jeanne ungewollt vor einer Entscheidung ...

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