Regina Sedelke

Der besondere Ort

 

 

Es war zu früh um aufzustehen, aber Felizitas ertrug den Gedanken nicht, im Bett zu bleiben. Einmal wach, erinnerte sie sich sofort an alles, was sie erreichen wollte.

 

Bis vor kurzem war ihr Leben unglücklich und unerfreulich, was in einer Katastrofe gipfelte, die ihr Leben in Gefahr brachte.

 

 

Mit großer Anstrengung und unermüdlich unterstützt von der weißen Dame mit den Zeichnungen, konnte sie aus dieser unheilvollen Situation entfliehen. Halb tot und verwirrt, verbrachte sie eine Zeit, in der sie wieder zu Atem kam und einfach nur glücklich war zu leben. Aber schnell merkte sie, dass etwas fehlte. Jeden Tag fühlte sie sich einsamer, ohne die Gesellschaft zu finden, die sie suchte.

 

 

Sie hörte still auf ihr Herz und wußte, dass es die Liebe war, die fehlte. Sie bemerkte, dass die Liebe das wertvollste und wesentlichste im Leben war.Sie erkannte mit einemmal, dass es unerlässlich war, dieses besondere Gefühl kennenzulernen.

 

 

- Aber wie könnte sie es finden?-  fragte sich Felizitas. Mit der Zeit wurde sie traurig und hoffnungslos. Die wahre Liebe findet man weder einfach in der Straße noch kann man sie in einem Geschäft kaufen. So kam es, dass sie jeden Tag, von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nach ihr suchte.

 

 

An diesem Tag stand sie ohne große Lust auf, von irgendetwas angetrieben. Sie verließ das Haus, sich gegen Regen und Sturm schützend, die sie angriffen, ihr ins Gesicht peitschten und an den Haaren zerrten.

 

 

Der Wind, mit seiner unerbittlichen Grausamkeit, trieb sie bis zum Fluss. Als sie unter der Brücke ankam blieb sie stehen, schloss die Augen, um eine Weile auszuruhen. Nach einigen Minuten öffnete sie sie wieder und war sehr überrascht. Das Wetter und ihre gesamte Umgebung hatten sich völlig verändert. Sie stand an einem grünen Flssufer mit kristallklarem Wasser, Blumen die die grünen Wiesen schmückten, blühenden Bäumen und die Sonne streichelte ihr Gesicht und erwärmte ihren Körper. Sie erschrak etwas, als sie einen hässlichen Alten an ihrer Seite sah,dick mit langem, ungepflegtem Haar und dem Gesicht voller Narben. Aber als er freundlich und vertrauenserweckend mit ihr sprach, beruhigte sie sich wieder.

 

Sie sah ihn verwirrt an und fragte:

 

 

- Wo bin ich? Was soll das hier?-  worauf er antwortete

 

 

- Wie das weißt du nicht? Das ist dein ganz besonderer Ort, das wertvollste, was man besitzt.-

 

 

Sie verstand es nicht ganz, aber sie nahm es wie etwas selbstverständkiches, weil man die guten Dinge fast immer hinnimmt, ohne sie weiter zu beachten.

 

 

Sie verbrachte einige Wochen mit ihm, sie diskutierten und lachten und sie war sehr glücklich. Sie sah in ihm einen Privatlehrer. Von ihm konnte sie viel lernen, vielleicht könnte er ihr sogar sagen, wie man die wahre Liebe findet.

 

 

Aber nach einer Weile begann sie zu zweifeln.

 

 

- Sag mal, wir zwei sind die ganze Zeit alleine hier. Warum gibt es hier keine anderen Personen? –

 

 

- Nun weil es einzig und allein dein Ort ist-

 

 

- Aber wenn hier niemand anderes hinkommen kann, werde ich niemals jemanden treffen, der mich liebt. Oder ist es so, dass ich in Wirklichkeit tod bin und niemals wieder hier wegkomme?-

 

 

 

Er betrachtete sie lange Zeit, bevor er ihr antwortete:

 

 

- Hab keine Angst. Du kannst kommen und gehen, wann immer du willst. Aber bedenke, dass du nur hier die wahre Liebe finden wirst, weil nur der, der dich wirklich liebt, hierherkommen kann…
 
 
 
 
 
                                                                                                                      Regina Sedelke

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.03.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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