Stephanie Schneider

Die Wölfe - 6. Bei der Königin

„General Oscar? Ah, ich erinnere mich, er beschützt Donwhang. Ich lasse bitten.“ Die Königin war noch sehr jung, nur fünf Jahre älter als ich und wunderschön. Ihr Gemahl hingegen erinnerte jeden an eine Kröte. Er war sich dessen bewusst und ließ sich selten bei Empfängen blicken. Auch bei meiner Audienz, die kurz nach Mittag angesetzt war, blieb er aus. „Eure Majestät, ich freue mich euch besuchen zu können.“ Ich hatte meine Uniform waschen und bügeln lassen und mein Schwert poliert, doch neben der Königin erblasste alles um sie herum. „General Fujagan erwähnte, dass Ihr einige Soldaten für den Rückweg geordert habt. Gab es Probleme nach Hotan zu gelangen?“ Die Königin verließ selten das Schloss und erst recht nicht die Stadt. Sie wusste wohl von den Monstern, die die Gegend bevölkern, aber nicht von ihrer Vielzahl und Stärke. „Einige Zwischenfälle, Eure Majestät.“ Ich wusste nicht mehr zu sagen. Warum wollte ich sie unbedingt sehen? Ein Anliegen hatte ich nicht. „General Oscar, es würde mich sehr freuen, wenn Ihr morgen Abend bei dem Bankett mein Gast wärt. Bringt eine Begleitung eurer Wahl mit. Und nun entschuldigt mich bitte.“ Damit verließ sie den Saal und ich verbeugte mich und trat hinaus. Ein Bankett, ich war schon sehr lange auf keinem mehr gewesen.
Als ich das Schloss verließ traf ich General Fujagan: „Hallo Oscar, das mit Ihren Männern tut mir schrecklich leid, die Spinnen werden immer gefährlicher, auch wir gehen kaum mehr als eine halbe Stunde von der Stadt weg.“ Der General erinnerte mich sehr an meinen Vater. Er war fast fünfzig und seine kräftige hohe Statur zeigte die Spannung eines Tigers. „Ja General Fujagan, wir müssen dringend etwas unternehmen, so kann das nicht weitergehen, der Handel zwischen Donwhang und Hotan ist fast auf einem Nullpunkt angelangt. Und wenn wir nichts gegen die Spinnen tun werden sie womöglich Hotan angreifen.“ Ich wusste nicht was wir tun könnten, aber Fujagan versprach darüber nachzudenken und mir bei dem Bankett Bescheid zu geben.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.04.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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