Karl Bednarik

Die Katakomben von Schloß Schönbrunn

 
Eigentlich hatte alles völlig harmlos begonnen.
Auf Grund des hohen Aufkommens von internationalen
Touristen hatte das Denkmal-Amt der Stadt Wien
erlaubt, daß der Parkplatz vor dem Schloß Schönbrunn
um zwanzig Prozent vergrößert werden durfte.
 
Viele große Dinge beginnen mit kleinen Fehlern.
Der Fahrer eines Bulldozers stieß in 50 Zentimetern
Tiefe auf einen kleineren mechanischen Widerstand.
Sein erster Fehler war, anzunehmen, daß das ein
größerer Stein sei. Beim zweiten Anlauf gab dieser
angenommene Stein endgültig nach, und der Bulldozer
sackte weitere 50 Zentimeter nach unten.
Der zweite Fehler des Bulldozer-Fahrers war, daß er
hoffte mit voll eingelegtem Rückwärtsgang aus dieser
selbstgeschaffenen Grube heraus zu kommen.
Die mit Vollgas durchdrehenden Gleisketten des Bulldozers
scheuerten ein altes Ziegelgewölbe endgültig durch,
und der Bulldozer versank krachend in zwei Metern Tiefe.
Der Fahrer küßte seine Hydraulik-Hebel, denn er war
nicht angegurtet, weil ein Bulldozer kein Rennauto ist.
Dann kletterte er mit leichtem Nasenbluten auf das Dach
seiner Steuerkabine und sprang in ein Beet aus
Vergißmeinnicht, in dem er weich landete.
 
Man rief die Feuerwehr, die den Bulldozer mit einem
Kranwagen aus der Grube heraus zog. In solchen Fällen
laufen dann immer zahlreiche Leute zusammen, die genau
erklären konnten, was man nicht machen hätte sollen,
und was man unbedingt als nächstes machen sollte.
Glücklicherweise hatte in diesem Fall der Sicherheits-
Beauftragte der Feuerwehr hier das Sagen. Das Gebiet
des Einbruches wurde von der Polizei abgeriegelt, und
ein für das Schloß Schönbrunn zuständiger Historiker,
sowie der Sicherheits-Beauftragte der Feuerwehr stiegen
in die neu entstanden Grube. Der Sicherheits-Beauftragte
dachte bei sich: "Glücklicherweise darf ich, was die
anderen nicht dürfen, nämlich neues Terrain erkunden."
Der Historiker dachte: "Ich bin weder Archäologe, noch
bin ich ein Tomb-Raider. Was soll ich da unten im Dreck?"
 
Man kann mit ruhigem Gewissen sagen, daß keiner der
beiden enttäuscht wurde. Mit leuchtenden Helm-Scheinwerfern
wanderten sie durch einen gemauerten Tunnel, der an einen
begehbaren Abwasserkanal von etwa zwei Metern Durchmesser
erinnerte, der aber glücklicherweise keine Abwässer enthielt.
Nach etwa hundert Metern zurück gelegten Weges begannen sie
ein rhythmisches Quietschen zu hören. Sie betraten einen Raum,
der mit nasser, kalter Luft gefüllt war, und in dem man das
Rauschen von Wasser neben einem noch lauteren Quietschen hören
konnte.
 
In der Mitte des Raumes befand sich ein annähernd
zylindrischer Behälter von etwa zwei Metern Größe, der sowohl
mit der linken Wand, als auch mit der rechten Wand durch
ungefähr fünfzig Zentimeter durchmessende Rohre verbunden war.
Von diesem zylindrischen Behälter ging eine langsam rotierende,
quietschende Welle nach hinten in den nächsten Raum.
Der Sicherheitsmann meinte: "Das wird wahrscheinlich eine
ältere Version einer Turbine sein. Schließlich wurde die
Francis-Turbine schon im Jahre 1849 erfunden. Wir müßten uns
jetzt genau unterhalb des Wienflusses befinden. Ich frage mich
nur, warum dieser Raum nicht mit Sickerwasser voll läuft."
 
Der nächste Raum war sowohl tiefer, als auch höher als der
Raum mit der Turbine. Im tiefsten Teil der Anlage konnte man
den Grundwasser-Spiegel erkennen. Eine schräg angeordnete
Archimedische Schraube beförderte das Grundwasser in den
höchsten Teil des Raumes, wo das Wasser in einem kleinen
Kanal verschwand. Der Sicherheitsmann kletterte dort hinauf,
und leuchtete in den kleinen Kanal hinein. Er meinte:
"Jede Wette, daß das genau oberhalb des Wienflusses in
einen Abwasserkanal mündet. Unsere Vorväter haben also das
Problem mit dem Sickerwasser gelöst."
 
Jetzt war die Frage interessant, was diese rotierende Welle
im nächsten Raum antreiben sollte. Dort befand sich ein 
großes Kettenrad aus Messing, auf dem eine Kette aus Messing-
Gliedern lief, die ungefähr so aussah, wie eine dreifach
vergrößerte Fahrrad-Kette. Das wirklich Interessante an
dieser Kette war aber, daß zwischen all den schräg nach oben
laufenden Kettengliedern kleine Glaskugeln von etwa zwanzig
Millimetern Durchmessern lagen. Diese Glaskugeln häuften sich
auf einem schräg liegenden Marmortisch in der Nähe des Fußbodens,
und wurden dann von der Förderkette auf einen zweiten schräg
liegenden Marmortisch in der Nähe der Decke des Raumes befördert,
von dem sie dann durch eine kleine Öffnung in der Wand in den
nächsten Raum rollten.
 
Alle zweihundert nun folgenden Räume enthielten schräg gestellte
Marmortische, in die man komplizierte Rillen gemeißelt hatte.
Die Glaskugeln rollten auf ihnen hin und her, während sie kleine,
ungefähr dreieckige Marmorstückchen hin und her drehten, was auch
wieder die Laufbahnen der nachkommenden Glaskugeln veränderte.
"Du meine Güte," platzte der Historiker heraus, "so etwas hat auch
mein Sohn gebastelt. Das ist ein Murmel-Computer. Notfalls kann man
das auch als Billard-Ball-Computer, oder als Ping-Pong-Ball-
Computer bezeichnen. Allerdings hat Charles Babbage seine
analytical engine auch schon im Jahre 1837 entwickelt."
 
Kugel-Computer, 4-Bit-Zeichnung:
http://members.chello.at/karl.bednarik/KUGRECH.jpg
Kugel-Computer, 2-Bit-Animation:
http://members.chello.at/karl.bednarik/KUGREC-2.gif
Kugel-Computer, 4-Bit-Realisierung:
http://members.chello.at/karl.bednarik/KUGREC-H.jpg
Kugel-Computer, 4-Bit-Verfilmung:
http://www.youtube.com/watch?v=wIKah9aVlm4
 
Ping-Pong-Ball-Computer:
http://home.no.net/helgeru/ppb_comp/ppbcne.htm
http://home.no.net/helgeru/ppb_comp/pppic.htm
Murmel-Computer:
http://www.bardavid.com/mc/
http://www.sentex.net/~mwandel/marbles/flipflop.html
http://www.sentex.net/~mwandel/marbles/machine1.html
Billard-Ball-Computer:
http://www.cs.berkeley.edu/~jimlin/bball/whatis.shtml
http://www.cs.berkeley.edu/~jimlin/bball/
 
Den Sicherheitsexperten beschäftigte eine weiter führende Frage:
"Wo finden wir die Ausgabe-Einheit?"
Im nächsten Raum fanden sie dann zwei riesige Stapel von zick-zack
gefaltetem Papier, und dazwischen stand eine kompliziert aussehende
Maschine, die von herab fallenden Kugeln gesteuert wurde, und die
kleine Löcher in das Papier stanzte. "Eine kluge Lösung," meinte der
Sicherheitsmann, "denn die Farbbänder würden ohnehin andauernd
ausgehen." "Warum befindet sich das Papier nicht auf zwei großen
Rollen?" fragte der Historiker, der an die antiken Spruchbänder dachte.
"Dazu müßte man erst ein ziemlich großes Drehmoment aufbringen,
um diese großen Massen zu drehen," antwortete der Sicherheitsmann.
"Das sind keineswegs Morse-Zeichen, sondern das sind einwandfrei
lateinische Großbuchstaben," las der Historiker von dem
Papierstreifen ab, "kein Zweifel, diese Ergebnisse sollten von jedem
durchschnittlichen Menschen ohne fremde Hilfe gelesen werden können."
 
Einer Wühlmaus ähnlich wühlte sich der Historiker durch die
beschriebenen, bzw. gestanzten Papierblätter, denn hier war er in
seinem Element. "Diese Maschine wurde kurz vor dem Wiener Kongreß
im Jahre 1814 gebaut, um die politischen Entscheidungen Österreichs
zu erleichtern. Etwa hundert Jahre später, im Jahre 1914 hörte man
nicht mehr auf die Empfehlungen der Maschine, und beging eine
verhängnißvolle Reihe von Fehlern, die in weiteren Kriegen mündeten."
 
"Verdammt!," ließ der Historiker ein für ihn relativ ungewohntes Wort
vernehmen, "diese Maschine kann unmöglich gewußt haben, daß John F.
Kennedy im Jahre 1963 ermordet werden wird. Woher, zum Teufel erhält
dieses Gerät seine Informationen?"
 
Der Sicherheitstechniker, der in seiner inneren Persönlichkeit eher
ein Abenteurer war, rammte seine Schulter mit großer Wucht durch
eine Ziegelwand, die er selbst als relativ neu eingestuft hatte.
Zum allgemeinen Erstaunen befanden sich im nächsten Raum zahlreiche
Telefonrelais uralter Bauart. Einige dieser Telefonrelais wurden
durch herab fallende Kugeln umgeschaltet, und andererseits kickten
die schaltenden Relais einige der vorbei kommenden Kugeln auf
andere Bahnen, genau so, wie es auch ein Flipper-Automat getan hätte.
"Dabei muß es sich keineswegs um einen Anachronismus handeln,"
beeilte sich der Historiker zu sagen, "denn das Telefon wurde
ebenfalls im fraglichen Zeitraum erfunden, und das Morse-Magnet-
Relais stammt sogar schon aus dem Jahre 1837."
 
Im nächsten Raum befanden sich einige Schaltschränke mit Platinen
voller Transistoren, und anderen Schaltelementen. In seiner Ecke
brummte zufrieden ein großer Transformator vor sich hin. "Er hat
nicht nur unser Telefonnetz angezapft, sondern er hat auch noch
unser Stromnetz angezapft" beschwerte sich der Sicherheitsmann,
"die schönbrunner Schloß-Verwaltung hatte wohl schon immer
überhöhte Energie- und Telefon-Rechnungen ohne es zu bemerken.
Es ist erstaunlich mit welcher logischen Konsequenz auf das Glaskugel-
Telefon-Interface wiederum das Telefon-Internet-Interface folgt."
 
Wenn ein Sicherheitsmann Blut riecht, dann wird er diesem Geruch
folgen, bis er sein Opfer gefunden hat. Da war doch ein ziemlich
anachronistisch aussehendes Koaxialkabel, welches durch die nächste
Trennwand führte. Eine Eisentür folgte, und man konnte sie nur von
innen öffnen, außer man würde, so wie unsere beiden Helden, einen
Ziegelstein dazwischen einklemmen.
 
Sie kamen im Keller eines Internet-Cafes heraus, was dessen Besitzer
ein wenig erstaunte. "Sicherheitsüberprüfung!" schnarrte der
Sicherheitsmann, der solche Situationen schon oftmals geübt hatte.
 
"Trennen sie alle ihre Kunden vom Netz" befahl er, "und teilen sie
meinetwegen Ersatz-Gutscheine auf Regierungskosten aus."
Der Inhaber des Internetcafes versuchte sofort diesen Anweisungen
nach zu kommen.
 
"Was macht ihr Server jetzt?" fragte der Sicherheitsmann danach.
"Vermutlich gar nichts" antwortete Internetmann.
"Wissen Sie das, oder glauben Sie das?" war die nächste Frage.
 
Zum allgemeinen Erstaunen war der Server immer noch recht aktiv.
Der Sicherheitsmann motivierte den Internetmann den nun noch immer
ablaufenden Datenverkehr sowohl auf Dateien, als auch auf dem
Drucker auszugeben.
 
"Es ist kaum zu glauben, aber irgend jemand hat hier SETI-at-home
auf seine eigene Weise ablaufen lassen (Search for Extraterrestrial
Intelligence) und danach hat er sich noch dazu in das Steuerprogramm
des Arecibo-Radioteleskops hineingehackt. Vermutlich wissen die
Arecibo-Leute gar nicht, daß ihr Teleskop täglich mehrere Stunden
lang auf Epsilon Eridani ausgerichtet ist."
 
Alle drei Personen hasteten in das unterirdische Gewölbe.
Ein weiterer unterirdischer Raum wurde aufgebrochen.
Hier war eine Art von Laserstrahl auf zwei schnell rotierende
Spiegel gerichtet. Auf der gegenüber liegenden Wand wurden
Schriftzeichen erkennbar, die langsam vorbeizogen, und die sich
nach längerer Zeit wiederholten:
 
"Die Frage- und Antwort-Zeit zu Epsilon Eridani beträgt zweimal 10.5
Jahre. Epsilon Eridani ist das nächste Hyper-Funk-Relais, das von der
Erde aus erreichbar ist. Über dieses Hyper-Funk-Relais kann man ohne
Zeitverlust alle anderen Hyper-Funk-Relais unserer Galaxis erreichen.
Zusätzlich dazu fungiert das zentrale Black-Hole unserer Galaxis als
Transmitter zu den zentralen Black-Holes aller anderen Galaxien. Eine
Ausnahme dazu stellt M 87 oder Virgo A dar, denn dieses schwarze Loch
dient dem inter-universalen Hyper-Funk-Verkehr, weil es in allen
parallelen Universen zugleich vorhanden ist. Die dort vorhandenen
inter-temporalen Hyper-Funk-Schnittstellen unterliegen einer strengen
Kausalitäts-Beschränkung, um eine Desorganisation des Multiversums zu
verhindern. Die maschinelle Intelligenz von Epsilon Eridani bittet die
maschinelle Intelligenz der Erde darum, ebenfalls ein Hyper-Funk-Relais
einzurichten, und sich der galaktischen Zivilisation anzuschließen.
Während die elektromagnetische Strahlung eine Transversal-Welle der
Raum-Zeit mit niedriger Ausbreitungs-Geschwindigkeit darstellt, sind
die Gravitations-Wellen Longitudinal-Wellen der Raum-Zeit mit unmeßbar
hoher Ausbreitungs-Geschwindigkeit, weshalb sich auch die Bezeichnung
Hart-Wellen-Funk eingebürgert hat. Um einen Hart-Wellen-Sender zu
bauen, muß man folgendermaßen vorgehen ... "
 
Der Sicherheitsmann murmelte: "Kein Wunder, daß man noch keine
Gravitations-Wellen nachweisen konnte, denn man hat bisher nur
nach lichtschnellen Transversal-Wellen gesucht. Ob die maschinelle
Intelligenz von Epsilon Eridani weiß, daß die maschinelle
Intelligenz der Erde auf der Basis von rollenden Glaskugeln
funktioniert?" "Wer weiß, auf welcher Basis die maschinelle
Intelligenz von Epsilon Eridani beruht?" entgegnete der Historiker,
"Vielleicht arbeitet sie mit Ameisen, die auf der Suche nach Zucker
durch dünne Glasröhrchen laufen wie bei HEX, anthill inside, auf der
Scheibenwelt".
 
Der nächste Tunnel führte in eine riesige unterirdische Halle, in
deren Mitte eine zehn Meter hohe, und zwei Meter durchmessende
Kunststoff-Säule stand. An ihrem oberen Ende befand sich eine
vier Meter große Aluminiumkugel. Die Luft in dieser Halle war so
stark elektrostatisch aufgeladen, daß dem Historiker seine langen
Haare zu Berge standen, was dem Sicherheitsmann mit seiner
Stoppel-Glatze natürlich nicht passieren konnte. Der Rest der Halle
war mit brummenden Transformatoren ausgefüllt.
 
"Eindeutig ein Van-de-Graaff-Generator" bemerkte der
Sicherheitstechniker, dessen Beruf solide physikalische Kenntnisse
erforderte. Entschlossen betrat er das Innere der großen Kunststoff-
Säule, und kletterte dann in ihr empor. Der Historiker und der
Internetmann folgten ihm zögernd. In der Mitte der Säule transportierte
ein summendes Förderband aus Kunststoff knisternde elektrostatische
Ladungen nach oben. Auf der den Leitersprossen gegenüber liegenden
Innenwand war etwas montiert, das wie eine große Strickleiter aussah.
Links und rechts war jeweils eine Reihe von Kondensatoren zu sehen,
die im Zick-Zack durch Dioden verbunden waren. "Wozu baut jemand einen
Cockcroft-Walton-Spannungs-Vervielfacher in das Innere eines Van-
de-Graaff-Generators ein?" fragte sich der Sicherheitsmann. In der
großen Aluminiumkugel legten sich die Haare des Historikers wieder,
denn das elektrostatische Feld wirkte sich nur nach außen aus.
Dennoch befanden sie sich nun auf dem Potential von drei Millionen
Volt. Im Zentrum der Aluminiumkugel befand sich eine einen Meter
große Magnetspule, die aber keinen Eisenkern hatte. An dessen Stelle
befand sich ein zehn Zentimeter durchmessendes und einen Meter langes
Glasrohr, welches man offensichtlich zugeschmolzen hatte, vermutlich
um das Vakuum darin zu erhalten. Innerhalb dieses Glasrohres war
schemenhaft etwas Vibrierendes zu sehen. Der Sicherheitstechniker
leuchtete mit der Stroboskop-Funktion seiner Mehrzweck-Lampe hinein,
und man konnte erkennen, daß es eine Eisenkugel war, die hier mit
hoher Frequenz hin und her schwang. Das erzeugte Vibrationen, die
unsere drei Helden in allen Knochen spüren konnten. "Willkommen
im irdischen Hyper-Funk-Relais." scherzte der Sicherheitsmann,
"Ohne den Cockcroft-Walton-Spannungs-Vervielfacher hätte man diese
Magnetspule hier oben niemals betreiben können, denn ein direkter
Anschluß zur Erde hin hätte zu einer sofortigen Entladung geführt".
 
Van-de-Graaff-Generator:
http://de.wikipedia.org/wiki/Van-de-Graaff-Generator
Cockcroft-Walton-Spannungs-Vervielfacher:
http://en.wikipedia.org/wiki/Cockcroft-Walton_generator
 
Ein klein wenig beunruhigt stiegen der Historiker, der
Internetmann, und der Sicherheitsmann aus dem Keller nach oben.
Vor dem Internetcafe hatte ein schwarzer Stretch-Mercedes mit
schwarz getönten Scheiben angehalten. Aus diesem stiegen vier
schwarz gekleidete Herren mit schwarzen Sonnenbrillen, und einem
fast unsichtbarem Draht zu ihrem linken Ohr.
 
"Wir kommen vom ÖSID (Österreichischer Sicherheitsdienst)",
sagte der erste.
"Wir glauben, daß Sie nichts glauben sollten", sagte der zweite.
Er hielt einen schwarzen Stab vor sich hin, und drückte einen
verborgenen Knopf daran.
 
Weißes Licht erfüllte das Bewußtsein des Sicherheitsspezialisten.
Da war doch etwas sehr dringendes gewesen. Schrillender
Schall war zu hören. Schweißgebadet wachte er auf. Das konnte doch
nur das Telefon sein. "Kommen sie sofort", sagte sein Baggerfahrer
am Telefon, "wir sind mit dem Bagger in den Boden eingebrochen."
 


Das Arecibo-Radioteleskop kann mit Epsilon Eridani gar nicht
in Verbindung treten, weil Epsilon Eridani eine Deklination
von -09° 27' 30" besitzt, und das Arecibo-Radioteleskop
nur Himmelsobjekte mit einer Deklination zwischen
etwa -1° und +38° für eine gewisse Zeit pro Tag beobachten kann.
Epsilon Eridani liegt also um mehr als 8 Grad zu weit südlich.

Eine Graf Hombug Geschichte ohne Graf Frederik von Hombug?
Nein, der Sicherheitsmann gehörte zu dessen Vorfahren.

---

Bei dem in meiner Geschichte erwähnten Kugel-Computer handelt
es sich um ein vollwertiges 4-Bit-Addierwerk, das nicht
nur einfach zählen kann, so, wie es im Video gezeigt wird.

Die Kugel-Bahnen in diesem Kugel-Computer sind 20 Millimeter
breit, die Kugeln aus Glas haben 16 Millimeter Durchmesser,
das ganze Gerät ist ungefähr so groß, wie eine A3-Seite, und die
Neigung der Grundplatte gegen die Waagrechte beträgt 30 Winkelgrade.

Bild:

http://members.chello.at/karl.bednarik/KUGREC-H.jpg

Video:

http://www.youtube.com/watch?v=wIKah9aVlm4

---

Nachtrag vom 25. Juni 2012:

Logische Schaltungen für einen Kugel-Computer:

http://members.chello.at/karl.bednarik/RASTA-08.PNG

Praktische Ausführung:

2-Bit-Speicher in einer logischen UND-Verknüpfung mit gemeinsamer
Reset-Funktion, Eisenkugeln 11 Millimeter Durchmesser,
die Kugel-Bahnen in diesem Kugel-Computer sind 12 Millimeter breit,
Balsaholzleisten 12 Millimeter mal 12 Millimeter,
zwei Ebenen aus Zeichenkarton und UHU-Alleskleber,
Neigung der Grundplatte 60 Winkelgrade gegen die Waagrechte.

Bauplan:

http://members.chello.at/karl.bednarik/RASTA-0C.PNG

Video:

http://www.youtube.com/watch?v=yhGwtfOyN2c

---

Kugel-Computer, Animation, zwei Bit:

http://members.chello.at/karl.bednarik/KUGREC-2.gif

Kugel-Computer, Animation, Matrix:

http://members.chello.at/karl.bednarik/KUGREC45.gif

Kugel-Computer, Animation, Extrem:

http://members.chello.at/karl.bednarik/kuco2000.gif

---

Nachtrag vom 15. September 2013:

Text, Bilder und ein gutes Video aus den Katakomben:

http://www.evilmadscientist.com/2011/a-video-introduction-to-the-digi-comp-ii/

http://digi-compii.com/


Karl Bednarik, Anmerkung zur Geschichte

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Karl Bednarik).
Der Beitrag wurde von Karl Bednarik auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.04.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Finderlohn und andere Stories von Susanne Henke



Dreizehn Kurze mit Biss von einsatzfreudigen Fußballfans, kreativen Werbefachleuten, liebeskranken Kaufhauskunden und modernen Kopfgeldjägern.
Und dann:
"Auf dem Weg zum erfolgreichen Abitur will ein privates Institut seine Schützlinge begleiten. Ein langer, für das Institut lukrativer Weg, denkt Frank, als der etwa sechzehnjährige Rotschopf neben ihm in sein Handy grölt:
'Wir sin¹ grad in Bahn, Digger!'"

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Science-Fiction" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Karl Bednarik

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die nicht ganz so lange Reise der R. P. Feynman, Teil 1 von Karl Bednarik (Science-Fiction)
Ganymed 1 von Paul Rudolf Uhl (Science-Fiction)
Pilgertour IV. von Rüdiger Nazar (Abenteuer)