Mario Hedemann

Meine Frau der Dämon Teil 1

                                                  

Folgende Sache ist geschehen. Wir, dass heißt meine Frau und ich, bezogen eine neue Drei Zimmer Wohnung auf dem Lande. Weit und breit war kaum ein Haus sehen. Hier war man wirklich auf ein Auto angewiesen. Die Wohnung war ein Altbau, ein umgebauter Pferdestall.

Die Miete war günstig.

Die erst Nacht im neuen Heim hätte mir schon sagen müssen, dass wir so schnell wie möglich wieder ausziehen sollten.

Meine Frau und ich lagen im Bett und waren am schlafen, als wir plötzlich von einem Lauten Knall geweckt wurden. Dann wiederholte sich der Knall und wir mussten feststellen, dass jemand an die Außenwand klopfte. Ich stand auf, machte Licht und sah nach was das war.

Nichts war zu bemerken.

Tage später, wir hatten die Nacht fast vergessen, fing meine Frau an sich zu verändern, nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich. Sie selbst bemerkte es nicht. Ihre Haare wuchsen auf einmal sehr schnell und ihre Fingernägel ebenfalls. Ihre Stimme klang Düster und ihr Blick verfinsterte sich auch immer mehr. Sie fing an, merkwürdige Sachen zu erzählen, z.b. das hier in der Wohnung ein Dämon leben würde, der vor Jahren von jemanden in dieser Wohnung heraufbeschworen wurde.

Ich hielt das alles für quatsch und wollte meine Frau zum Psychater schicken, aber sie wurde immer bösartiger. Ich durfte alleine nirgendwo mehr hin fahren, weil sie Angst hatte, dass ich jemanden davon erzählen könnte.

Sie schnitt auch das Telefonkabel durch. Nach ein paar Wochen, war ich draußen im Garten. Der Gedanke zur Flucht kam mir. Aber wo sollte ich hin?

Es wurde ja schon dunkel. Egal. Ich versuchte es einfach. Ich schaute mich um, ob meine Frau irgendwo in der Nähe war und als ich feststellte, dass die Luft rein war, machte ich mich aus dem Staub. Ich ging die Landstraße entlang, die mir so unendlich lang vorkam. Ich wollte versuchen, jedes Auto was an mir vorbei fuhr, an zu halten. Es wurde schon dunkel und wenn ich zumindest noch im nächsten Ort ankommen wollte, dann musste ich mich beeilen.

Irgendwann hörte ich tatsächlich ein Auto kommen. Aus weiter Ferne sah ich schon das Licht. Ich musste schon sehr weit von unserer Wohnung entfernt sein, denn das Nachbarhaus, dass ich von uns aus nicht mal sehen konnte, lag nun auch schon hinter mir. Immer näher kamen das Motorgeräusch und die Lichter des Autos auf mich zu. Ich stellte mich am Straßenrand und hielt den Daumen raus. Da kam das Auto und hielt auch an.

Ich öffnete die Beifahrertür und sah meine Frau. Entsetzt wollte ich zurückspringen und so schnell und weit wie möglich weg laufen, aber da hatte sie mich schon gepackt und ins Auto gezerrt. Dann fuhr sie los.

„Dafür wirst du mir büssen, wenn wir wieder zu Hause sind,“ sagte sie.

 

 

 

                                        

Etwas später kam ich nun mit meiner vom Dämon besessenen Frau zurück in der Hölle.

„Aussteigen,“ befahl sie mit einem finsteren Unterton, der mir durch Mark und Bein ging.

„Los trödel nicht zu rum,“ sagte sie.

Es war unfassbar, aber ich hatte Angst vor ihr. Wir gingen ins Haus. Ich ging vorweg und hatte Angst, dass ich jeden Moment von hinten eins drüber bekommen würde.

Meine Frau hieß Donna, aber nun konnte ich sie beinahe Dämona nennen, so wie sie jetzt aussah. Ihre Harre waren zerssaust und einige Strähnen fielen ihr ins Gesicht.

Als wir ins haus kamen, öffnete Donna die Schlafzimmertür.

„Los rein mit dir und zieh dich aus.“

„Was soll ich?“ hakte ich nach.

„Hörst du schwer, du sollst dich ausziehen.“

Ich tat was Donna sagte und entkleidete mich.

„Und nun? Mir ist kalt.“

„Leg dich aus Bett.“

Ich legte mich auf meiner Seite des Ehebettes, aber Donna kreischte fast: „Mann bist du so schwer vom Begriff? Du sollst dich in die Mitte legen.“

Ich tat was sie sagte und legte mich in die Mitte des Bettes. Ich musste meine Arme und Beine spreizen. Mein Herz schlug mir bis zum Halse. Was wollte Donna mit mir machen?

Sie holte aus dem Kleiderschrank Handschellen her und fesselte meine Arme und Beine am Bett.

„Was soll das werden Donna?“ fragte ich im Flüsterton.

Donna sprach kein Wort und verschwand aus dem Zimmer. Ich hörte, wie sie im Wohnzimmer ihre Black Sabbath Platten auflegte. Die Anlage drehte sie bis zum geht nicht mehr auf. Ich kannte dieses Album nur zu gut. Es war das erste Album mit einem Klappcover, in dessen Seite ein umgedrehtes Kreuz zu sehen war. In dem Kreuz war, wo ein Text drin stand. Ich mochte diese Album auch sehr, aber jetzt jagte es mir einen Schauer über den Rücken. Völlig hilflos lag ich jetzt da und frieren tat ich auch.

Was würde Donna als nächstes tun?

Würde sie mich töten wollen? Oder wollte sie mir nur Angst einjagen?   

Ich weiß nicht, wie lange ich geschlafen hatte, aber als ich meine Augen aufschlug, stand meine Dämonische Frau vor dem Bett und sah mit finsterer Miene auf mich hinunter.

Ich konnte etwas auf ihrer Stirn erkennen. Es sah aus wie eine Beule. Draußen muss es schon hell gewesen sein, weil durch die Vorhänge vorm Fenster viel Licht herein.

Donna hielt etwas in der rechten Hand. Ein Messer. Mir wurde unheimlich zu Mute und ich dachte daran, als ich diese Frau vor fünf Jahren geheiratet hatte. Es war eine so herrliche Zeit.

Und die sollte nun die gleiche Frau sein?

Für mich war sie es nicht mehr.

„Was hast du vor?“ fragte ich ängstlich. Ich bemerkte, wie ich zitterte, weil mir kalt war.

„Du hast versucht mich zu verlassen,“ sagte Donna finster.

„Das ist nicht wahr, ich wollte nur….“ Da hob sie ihren rechten Arm und lies das Messer an meinen linken Arm vorbeisausen. Es hatte mich gestreift. Ich fühlte, wie die Stelle brannte, an der sie die Klinge vorbeisausen lies.

„Was hab ich dir getan Donna?“ fragte ich und versuchte nicht an den Schnitt zu denken.

„Du hast versucht mich zu verlassen.“

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Wenn es nur einen Ausweg für mich geben würde.

„Du wolltest dieses Haus verlassen und mich hier verhungern lassen.“

„Verhungern?“ fragte ich und sah, dass das Messer wieder an meinen Arm vorbeischoss.

Diesmal traf es meinen Oberarm und diesmal schien die Wunde tiefer zu sein, denn es brannte höllisch und ich sah, dass Blut aus der Wunde lief. Dennoch versuchte ich den Schmerz zu ignorieren.

„Was willst du Donna? Willst du mich umbringen? Dann tu es doch gleich sofort.“

„Nein, ich werde dich lange leiden lassen, so lange, bis du vor mir verräkst. Und dann, dann werde ich deinen Körper zerlegen und verzehren.“

„Hoffentlich bleibe ich dir im Halse stecken.“  Dieser Satz war wieder ein Fehler, denn nun sauste das Messer in mein rechtes Bein. Ich schrie auf und versuchte an mein Bein hinunter zu blicken. Ich konnte nur sehen, dass etwas Blut aufs Bettlaken lief.

„Du wirst hier so lange liegen, bis du tot bist.“

Damit verschwand mein Dämon wieder aus dem Zimmer.

Die Wunden brannten tierisch, vor allen die am Bein. Ich musste mir überlegen, wie ich hier wieder raus kam. Die andere Alternative war hier zu sterben. 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.04.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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