Jennifer Karau

Begegnung bei Nacht

Von draußen prasselt der Regen gegen mein Fenster.

Ich lege das Buch zu Seite und stehe auf.

Langsam, fast ängstlich nähere ich mich dem Fenster. In dem Monet in dem Ich
gerade die Straße ganz im Blick habe blitzt es und ich stolpere zurück. Ich
spüre, wie mein Herz mir bis zum Hals schlägt.

Als ich mich wieder etwas beruhigt habe trete ich wieder näher ans Fenster.
Ich sehen auf die Straße, höre das prasseln und schaue zu , wie die Kraft des
Wassers sogar kleine Steine zum hüpfen bringt. Es ist stockdunkel und
unheimlich. Ich sah zum Himmel. Ich sah nur eine riesige schwarze wogende
Masse. Ich schauderte und als ich meinen Blick wieder auf die Straße richtete
sah ich, wie jemand in diesem Regen rannte. Er rannte auf die Kirche zu, um
dort Schutz zu suchen. Ich erinnerte mich daran, das Kirchen das auch tun
sollen....doch wusste ich genauso, dass er die Tür verschlossen vorfinden
würde.

Ich beobachtete, wie er ein paar Mal daran rüttelte, dann gab er es auf. Ich
spielte mit dem Gedanken wieder ins Bett zu gehen, als sich dieser Junge
plötzlich zu mir herum drehte und mir direkt in die Augen sah. Unwillkürlich
zuckte ich zusammen. Aus irgendeinem Grund konnte ich meinen Blick nicht mehr
abwenden. Selbst über diese Entfernung und durch diesen Regen brachte ich es
nicht über mich. Ich glaubte, dass es grüne Augen waren. Auch er wandte den
Blick nicht ab, sondern stand da aufrecht im Regen, als schien er ihn gar
nicht mehr zu spüren.

Ich dachte nach und doch wieder nicht, denn dann ging ich um die Wohnung zu
verlassen. Als ich meinen Blick abwandte weiteten sich die Augen des Jungen
vor Schreck.

Doch nur 2 Minuten später stand ich unten in der Haustür und spähte in den
Regen hinaus. Zu Erst glaubte ich, dass er gegangen sein musste.

Doch dann entdeckte ich ihn und nur wenige Sekunden später richtete er seine
Augen wieder auf mich, als hätte er meinen Blick gespürt.

Wieder sahen wir uns nur an. Dann kam er langsam auf mich zu. Als er bei mir
war, blieb er kurz vor mir stehen. Wieder sah er mich nur an und ich sah
zurück. Dann ging er an mir vorbei in den Hausflur und ich folgte ihm.

In meinem Zimmer gab ich ihm ebenfalls wortlos eine Decke und setzte mich
zurück aufs Bett. Ich wusste nicht warum ich ihm vertraute, als ich mich
wieder hinsetzte und mein Buch zur Hand nahm. Ich hatte ihn noch nie gesehen!
Doch wusste ich aus einem unerfindlichen Grund, dass er nichts tun würde.

Bis zum Morgen saß er schweigend neben mir und sah mir beim lesen zu. Bis er
sich neben mich ins Bett legte, die Augen schloss und einschlief. Ich legte
das buch zur Seite und sah ihn an.

Ohne Worte... dachte ich ... beugte mich zu ihm und küsste ihn.

Ich dachte er würde schlafen, doch als er meinen Kuss erwiderte wusste ich,
dass ich mich geirrt hatte. Nach diesem Kuss sah er mich wieder nur mit
seinen klaren, blauen Augen an.

>Ich weiß nicht warum...<, hauchte dann seine Stimme und zog mich zu sich.

So lag ich in seinen Armen, bis zum Morgen. Ich hatte Angst einzuschlafen,
Angst , dass er nicht mehr da sein würde, wenn ich aufwachte. Doch irgendwann
fielen mir die Augen zu....

 

Am nächsten Morgen war er da. Als ich die Augen aufschlug lächelte er mich
an. Seine grünen Augen strahlten, als ich das Lächeln erwiderte. >Du hast mir
geholfen...warum?< >Ich weiß nicht warum...<, war meine Antwort. >Aber... ich
bin froh, dass du noch da bist.<, flüsterte ich leise und wich zum Esten mal
seinem Blick aus.

>Ja...<, sagte er. >...und ich erst...<

dann kam er auf mich zu und küsste mich.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.05.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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