Patrick Zenker

Der Fluch des Globus

 
Dienstag.

 
 
War es ein Dienstag, damals! Die Erinnerung lässt mich im Stich. Der Morgen war sonnig und klar. Der Frühling streckt die warmen Strahlen noch schwer ins junge Jahr. Das erste Treffen mit Ihr. War ich aufgeregt. Ich mag Sie. Man könnte meinen ich sei verliebt. Eigenartig. Man hätte es wirklich meinen können. Es war herrlich. Kurzweilige Dialoge über das Was und Wie des Daseins. Drahtige Spitzen aus unseren Mündern. Sie war wie immer. Stechend in der Aussage, liebevoll im Umgang, einfach bezaubernd. Das breite Lächeln stets parat verbrachten wir den Tag. Spazierten, redeten und schätzen die Zeit. Wir waren Freunde! Gute Freunde! Und dann war Schluss. Die Zeit war weg.

Dann ging Sie.

Sie ließ mich allein. Die Dämmerung setzte viel zu früh ein. Es war schon Abend.  Ein trauriger Anblick. Selbst bin ich’s auch. Da steh ich nun. Änderte mich. Spontan. Unbewusst. Und fasste Mut. Mann braucht Mut bei starken Frauen. Sie wirken erhaben, entschlossen und Zögern nie. Es ist meist zu spät, bevor man es verstanden hat. Da ist es schwer den richtigen Moment zu finden. Nur Geduld sag ich mir. Die Zeit war noch nicht reif. Aber da war was!

Sie war da.

Sie war wirklich da. Wir blieben stumm. Für mich ein Unglück. Sie meldete sich nicht. Ich verstand es nicht und Danke Ihr trotzdem. Nun war ich sicher. Mein Kopf lag schwer mit Ihr darin. Sie wollte bleiben. Da oben drin. Ich bat Sie nicht darum. Ich mochte Sie. Natürlich. Ich hatte keine Chance. Da saß ich nun. Verknallt! Einfach verknallt.

Getroffen.

Wie verhalt ich mich? Zu keinem ein Wort! Es gab keine Wahrscheinlichkeiten für uns. Sieh es sachlich sag ich mir. Betrachtete es als Leiden. Sie wollte mich nicht. Sie sprach oft davon. Sie ist ehrlich. Und es tat weh. Und nun?
Ich ohrfeigte mich selbst! Du Dummkopf dachte ich, du Dummkopf. Weshalb Sie?  Welch Sorglosigkeit hat dich geritten. Aber es fühlt sich so richtig an. Real. Absolut gut. Ich musste es Ihr sagen. Unbedingt. Ich liebe Sie. 

Schüchternheit.

Die Feier! Und Ich, ich weiß gar nichts. So konnte das nicht gehen. Also blieb ich weg. Auf Distanz. Beobachte, bin nachdenklich. Aber doch da. Und sehe die Sinnlichkeit im Auftritt, spüre die kurze Nähe, den nagenden Blick. Ich will reden, die Eigenwilligkeit des Verhaltens endlich aufklären. Ich muss. Ich will. Es brennt. Es ist so schwer. Mir fällt es nicht leicht. Sie kennt mich gut. Aber Sie irrt sich. Und es geschah nichts. Wir gingen heim. Sie stand am Tresen. Und ich blieb schüchtern.

Reisezeit.

Rückspiegel im Auto haben Vorteile. Die Augen wirken konkret. Konzentriert und offen. Ich selbst mag es sehr. Ihre Augen sind wunderbar. So fokussiert. Sie machen mich verlegen. Verlegen und stumm. Also wann Ihr sagen was man fühlt. Die Angst der Reaktion. Wahnsinn. Ich vergesse die Anzahl der geistigen Offenbarung an Sie. Wie oft habe ich es Ihr nicht schon erzählt. Zweifel bleiben. Sicher fühle ich mich nicht. Nicht bei ihr. Der Augenblick ist wichtig. Und Sie wählt den Augenblick. Unbewusst. Wir reisen zusammen.

Auf einmal sind wir allein. Man fasst es nicht. Ich fühl mich gut. Sie lächelt.           Nur Mut. Dann sag ich’s Ihr. Es ist geschafft. Es war nicht schwer. Nicht schwerer als gedacht. Sie fragt sich sicherlich: Spinnt der eigentlich? Wie kann das sein. Sie traut dem Frieden nicht. Weshalb auch. Ich bin es ja. Der Rocker und Zocker, der liebt und hasst an einem Abend. Wir reden. Es ist wunderbar.

Irgendwie komisch.

Wir sind zu Hause. Ungewissheit füllt den Raum. Sie lacht noch immer. Das macht mir Mut. Sie fragt und fragt! Sie kann’s nicht fassen. Gerade ich. So unverhofft. Man vermutete. Sie schaut und fasst es noch immer nicht. Ich lieg danieder, rühr mich nicht. Sie steht vor mir. Sie zaudert. Dann küss ich Sie. Ganz einfach so. Sie tritt zurück. Sie kommt zurück zum nächsten Kuss. So komisch. So komisch wundervoll.

Der nächste Tag. Das gleiche Spiel. Man kennt es nicht. Die Sehnsucht nagt. Ich misse Sie. Nun weine ich. Tu gut daran. Bin sicher. Und komm gleich wieder. Verspreche ich Ihr. Ich küsse Dich mein lieber Schatz. Und weg bin ich. An einem Dienstag!
 
 

Meine erste Einsendung auf diesem Gebiet. Freue mich über einen einfachen Kommentar. Dankeschön.Patrick Zenker, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.05.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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