Norbert Schimmelpfennig

Tante Barbaras 80. Geburtstag

 
Es ist ein großer Tag für Tante Barbara, als sie achtzig Jahre alt wird und am Nachmittag all ihre Nichten und Neffen mit deren Kindern kommen. Von diesen Kindern sind vier vor einiger Zeit in die Schule gekommen und haben jeweils ein besonderes Bild für sie gemalt.
Zuerst sagt die kleine Zita:
„Dies gibt es heute als Vorspeise!“
Sie zeigt dabei auf eine Flüssigkeit, gezeichnet mit grünen Buntstiften, darüber die Buchstaben S und E. Dazu macht sie „Upp!“
Und gleich darauf erklärt sie schnell:
„S + Upp + e = Suppe!“
Der kleine Moritz präsentiert ein Bild mit einem großen B und einem Abendrot aus gemischten roten Wachsmalfarben und meint dazu:
„Das hier ist heute die Beilage zum Essen, denn B + Rot = Brot!“
Anschließend überreicht der etwas größere Maxi seiner Großtante ein Bild vom Großen Arber, dem höchsten Berg im Bayerischen Wald. Um dessen Gipfel kreist ein Rabe. Hierzu erklärt Maxi:
„Dies gibt es heute zum Nachtisch, ähnelt ja deinem Namen!“
Da sieht ihn seine Großtante mit gerunzelter Stirn an. Er fährt fort:
„Du verstehst es nicht? Es ist doch Rabe + Arber = Rhabarber!“
Schließlich übergibt die achtjährige Anita ihrer Großtante noch die Zeichnung eines Aquariums mit einem Fisch. Dieser Fisch versteckt sich unter einer Wasserpflanze vor einer menschlichen Hand, die nach ihm zu suchen scheint. Und er hat den dicken, silbrigen Bauch einer Prachtbarbe, aber das Gesicht von Tante Barbara.
Dazu sagt die kleine Anita ein Gedicht auf:

Wer mit der Hand die Prachtbarben sucht
und nicht übers kalte Wasser im Aquarium flucht,
wird, wenn sie oder er auch sonst gesund lebt auf Erden,
sicherlich achtzig Jahre alt werden!

„Jetzt müsst ihr aber ins Bett!“ erklärt eine der anwesenden Mütter schon, und einer der Väter fährt fort:

„Morgen früh erwartet euch alle noch eine Überraschung von Tante Barbara…!“



 

 


 


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