O.-Sonny Wurche
Meine Seele
Meine Seele, ich sehe dich im Spiegel, aber du, mein Spiegelbild kannst mich nicht verstehen!!!
Die Seele ist ein verletzbarer Teil. Der Körber (die Hülle) hält viel aus. Er heilt, Knochen wachsen zusammen, die Zelle teilt, bis die Wunde verschlossen. Zurückt bleibt nur eine Narbe, dessen Grund man irgendwann vergisst. Doch die Seele verheilt nur sehr sehr langsam. Das Gift der Wunde hat Zeit seine Stimme zu erheben. Leise aber stetig flüstert sie die Versprechungen zu. „Ich gebe Dir was Du brauchst“, sagt sie“ du musst nur auf mich hören“. Die Stimme flüstert Dir zu, dass Du niemanden brauchst. Das Gift betäubt den Schmerz, betäubt die Gefühle. Seine Stimme sagt dass Du Gefühle nicht brauchst. Du gibst Dich der falschen Sicherheit und Wärme hin. Und die Wunden beginnen zu Eitern, sie wächst nicht zu. Die Stimme sagt dir, du bist frei. Doch verheimlicht sie dir, dass sie dich versklavt. Sie sagt dir, dass du ohne sie nicht kannst. Und du glaubst ihr. Du gibst dich der Betäubung hin und spürst nichts mehr. Du vergisst den Schmerz. Du hörst den anderen nicht mehr zu. Langsam beginnt die Seele zu vergehen. Die Helligkeit weicht. Doch du merkst es nicht, das Gift macht die Seele blind und breitet sich aus. Es wiegt dich in Sicherheit, es gaukelt dir etwas vor. Die Stimme beginnt zu schweigen, das Gift entlässt dich für einen Moment aus seiner Umklammerung und du spürst wieder den Schmerz. Du erschrickst, da der Schmerz nun 1000mal stärker zu sein scheint. Du krümmst dich, windest dich. Du schreist nach der Stimme. Und sie spricht wieder. Das Gift nimmt dich wieder in den Arm. Die Stimme sagt Dir, dass nur sie dich schützen kann. Das Gift lächelt dich freundlich an, wie eine Mutter ihr Kind. Doch hörst du nicht, wie es dich auslacht. Die Seele vergeht Stück für Stück. Das Licht weicht der Dunkelheit und du stirbst innerlich. Wenn der letzte Funke erlischt, hat das Gift gewonnen und du bist verloren. Du bist nur eine Hülle, die durch normale Organische Funktionen am Leben bleibt. Doch dein Herz pumpt nur noch Blut, kein Leben mehr. Du siehst vor dir hin und weißt nicht mehr wer du bist. Die Stimme ist nun endgültig verstummt. Das Gift nicht mehr da. Kein Schmerz empfängt dich mehr, da nichts mehr ist was schmerzen kann. Du irrst durch die Dunkelheit und suchst nach der falschen Wärme. Du bist verloren und merkst es nicht einmal! Du gibst auf und die Hülle stirbt auch. Irgendjemand erhebt sich dann über deinen leblosen Körber, zieht das Messer aus deiner Brust.
Sieht das letzte Mal mit Trauer im Blick auf Dich herab und dreht sich dann um und geht für immer!!!! Die Einsamkeit hat über deine Seele gesiegt, du bist Tod!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.07.2007.
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