Elke Gudehus

Der Engel meines Lebens

Eines Tages, es war ein Dienstag und Schneeflocken fielen, traf ich ihn. Meinen Engel.
Es war nicht geplant, dass wir uns treffen.
Es war Zufall.
So großer Zufall, wie man es sich nur vorstellen kann.
Er sah wunderschön aus.
Ein Leuchten ging von ihm aus.
Etwas, das mir das Gefühl gab, etwas gefunden zu haben, was ich schon ewig gesucht habe.
Doch einer seiner Flügel war gebrochen.
Es nahm ihm nichts von seiner Schönheit, doch trotzdem fiel es auf.
Ich nahm ihn mit zu mir.
Pflegte ihn.
Wir saßen Abends zusammen am Fenster und sahen uns den Mond an.
"Siehst du den Mond?", fragte er mich eines abends.
Ich nickte.
"Ich hab dich lieb bis zum Mond. Bis zum Mond und zurück."
Ich küßte ihn.
Es ging ihm mit der Zeit immer besser.
Sein Flügel fing an zu heilen.
Er zeigte mir das Leben.
Nein.
Er schenkte es mir.
Er gab mir ein Gefühl, das ich vorher nie hatte.
Sahen wir uns nur einen Tag lang nicht, vermisste ich ihn so sehr, dass es weh tat.
Abends saßen wir am Meer.
Er strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
"Mein Engel.", sagte er zu mir.
Sein Flügel heilte immer besser.
Bald sah man nichts mehr davon, dass er gebrochen war.
"Flieg weg und werde glücklich.", sagte ich zu ihm.
Wischte mir eine Träne aus dem Augenwinkel.
"Ich bin glücklich.", sagte er und ging ins Haus.
Heute ist er immer noch bei mir.
Viele Menschen fragen mich, warum ich es tat.
Warum ich ihn pflegte.
Die Antwort von mir darauf ist immer die Gleiche.
"Ich tat es, weil... Ich tat es, weil ich ihn liebe."

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