Walter Raasch

Donner Wetter


 
Mein Gott, was für ein Gewitter.
Ich war auf dem Weg nach Hause,
doch ich hielt lieber an und parkte die Karre erst einmal am Straßenrand um das
großartige Spektakel zu genießen.
Die dicken Regentropfen prasselten auf das Autodach.
Die dunklen Wolken und die in schneller Folge zuckenden Blitze
gefolgt von dem zugehörigen Donnergrollen ergaben eine herrlich düstere
Stimmung.
Ich liebe Gewitter.
Ich kurbelte das Seitenfenster herunter um den Regen auf den Asphalt
platschen zu hören.
Klasse.
Ich sah mir die Einfamilienhäuser auf der anderen Straßenseite an.
Mann, mit den ordentlichen Vorgärten und dem Einheitsanstrich
in hellgrau sahen die wirklich spießig aus.
Just als ich mir überlegte welche Farbe ich für die ganze Siedlung wählen würde,
rannte ein sportlich wirkender Mann zu dem Haus welches direkt gegenüber meinem
Parkplatz stand.
Der Typ kam mir bekannt vor.
Als er den Klingelkopf drückte,
konnte ich im Licht eines Blitzes sein Gesicht sehen.
Das war  Thomas.
Ja, der Thomas mit dem ich manchmal Musik machte.
Thomas der Gitarrist.
Der früher nur mitspielen durfte, weil sein Alter ihm einen 100 Watt Marshall
gekauft hatte.
Was wollt der denn hier?
Die Tür ging auf.
Im Licht das aus dem Haus fiel erkannte ich eine hübsche Blondine
in Trainingshose und Unterhemd.
Sie holte aus und knallte Thomas eine schön abgehangene, harte Ohrfeige an die linke Backe.
Die Blonde schien gut im Training zu sein.
„Du traust dich noch hierher du Schwein?“
Wie spannend, ein Liebesdrama.
„Mach dass du wegkommst, ich will dich nie wieder sehen.
Fickst meine beste Freundin und versuchst jetzt bei mir Dein Ding zu versenken.
Mit dir poppe ich nie wieder.
Hau bloß ab.“
„So lass dir doch erklären, mit Nicole habe ich doch nur ein, zweimal…“
Die Dame atmete schwer,
ich wartete darauf, dass ihr enges Leibchen reißen würde
„Es reicht du Arschgeige, ein zweimal am Tag, ich weiß alles
und wenn du jetzt nicht verschwindest hole ich den Hund.“
„Ist der da? Ich dachte…, nee dann gehe ich besser.
Ich melde mich noch mal.“
Sprach’s und verschwand im Regen.
Die Blondine lehnte ihren Kopf an den Türrahmen.
Es sah aus, als wenn sie weinen würde.
Die Arme.
Ich stieg aus, öffnete die Hecktür und ließ den Hund heraus.
Dann ging ich auf die Frau zu, die sich immer noch gegen die Zarge drückte
und sprach sie vorsichtig an, um sie nicht zu erschrecken.
„Guten Abend.“
„Oh hallo Liebling. Bist Du schon zurück.
Ist Euer Turnier ins Wasser gefallen?“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.07.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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